Fünf Fragen an die Fraktionen: GRAS

von UNIpress
Lesezeit: 3 min
Simon Boehncke: Der Innsbrucker Spitzenkandidat (gemeinsam mit Felicia Ladig) der GRAS (Grüne und Alternative Student_innen Innsbruck) im Interview zur ÖH-Wahl.

UNIpress: In einem Satz: Was möchtest du erreichen?

Simon Boehncke: Ich möchte eine Uni schaffen, die klimaneutral ist und dem Staat in Sachen sozialer Gerechtigkeit als Vorbild dient.

UNIpress: Was ist dein Standpunkt zu Aufnahmetests und Studiengebühren?

Boehncke: Aufnahmetests schaffen Vorteile für privilegierte Menschen. Um einen derzeitigen Aufnahmetest zu bestehen, nutzen viele Studienbewerber:innen private Vorbereitungskurse. Diese Kurse kosten viel Geld. Außerdem benötigt man die Zeit, sich angemessen darauf vorzubereiten. Nichtdestotrotz braucht es eine Form von Zulassungsverfahren. Sozial gerechter wäre aber beispielsweise die Kombination mit einem Losverfahren oder einer Studienorientierungsphase, in der die Bewerber:innen selbst erleben können, ob ihr Interesse für den jeweiligen Studiengang geweckt wird. Freiwillige Tests könnten ein Teil davon sein.
Die Studiengebühren stellen ebenfalls eine Hürde für Menschen mit sozioökonomisch niedrigem Status dar. Insbesondere die doppelten Studiengebühren für Menschen aus Nicht-EU-Staaten gehören abgeschafft.

© GRAS Innsbruck

Felicia Ladig und Simon Boehncke

Felicia Ladig und Simon Boehncke kandidieren als Doppelspitze für die GRAS (Grüne und Alternative Student_innen Innsbruck)


UNIpress: Was ist deiner Meinung nach das größte Problem der Studierenden und wie würdest du es lösen?

Boehncke: Die Frage ist schwer zu beantworten, denn die Probleme sind nicht voneinander zu trennen: Zunächst einmal ist da die Klimakrise, die uns als junge Generation in Zukunft stark treffen wird. Eng damit verbunden ist der Konsumdruck auf das Individuum. Nicht zuletzt wird die Universität vom Staat immer mehr als Ausbildungseinrichtung für die Wirtschaft behandelt, weniger als ein Ort des Wissenserwerbs und der Innovation, und schon gar nicht als ein Ort des schönen Lebens.
Diese Probleme zu lösen ist ein hoher Anspruch, aber unsere Vorhaben bieten genau hier Verbesserungen. Sie zielen auf eine klimagerechte Uni, in der Studierende unabhängig von ihrem persönlichen Background unbeschwert, mit Spaß und interessenorientiert studieren können.

UNIpress: Was entgegnest du kritischen Stimmen, die sagen, dass Hochschulpolitik wenig bewirken kann?

Boehncke: Ich denke, die Hochschulpolitik hat Potential, viel zu bewirken. Vor allem in Innsbruck wird das leider nicht genutzt. Stattdessen verkommt die ÖH durch die ÖVP-nahe Aktionsgemeinschaft zu einer Servicestelle. Aber wenn die ÖH nur für Service da ist, warum wählen wir sie dann? Dann könnten wir auch einfach Beamt:innen den Job machen lassen. Nein, das Allgemeinpolitische Mandat der ÖH kann und muss mehr genutzt werden, denn als gesetzliche Studierendenvertretung haben wir einen großen Einfluss. Vor allem in Innsbruck mit über 30.000 Studierenden.

UNIpress: Welche Forderung der anderen Fraktionen findest du am sinnvollsten?

Boehncke: Spannenderweise finden wir in den Wahlprogrammen der anderen Parteien zahlreiche Forderungen, die wir schon seit Jahren stellen. Dazu zählen insbesondere die Forderungen nach einer grünen Technik und einem günstigen Öffiticket der konservativen Aktionsgemeinschaft. Da wir aber auf der Oppositionsbank sitzen, konnten wir nur mit Anträgen auf unsere Forderungen aufmerksam machen. Die regierende Aktionsgemeinschaft hat sich jedoch geweigert, unsere Ideen umzusetzen – und schreibt sie nun stattdessen selbst auf ihre Wahlplakate.

UNIpress: Vielen Dank für deine Antworten!

Weitere Informationen: GRAS

Schreibe einen Kommentar

* Durch die Verwendung dieses Formulars stimmst du der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website zu.

Artikel aus der selben Rubrik