Fünf Fragen an die Fraktionen: AG

von UNIpress
Lesezeit: 4 min
Johann Katzlinger: Der Innsbrucker Spitzenkandidat der AG (AktionsGemeinschaft) im Interview zur ÖH-Wahl.

UNIpress: In einem Satz: Was möchtest du erreichen?

Johann Katzlinger: Wir als AktionsGemeinschaft möchten uns weiterhin für alle Studierenden der Uni Innsbruck als ÖH ins Zeug legen, sie professionell vertreten, ihr verlässlicher Ansprechpartner sein und wollen uns dafür stark machen, dass das Leben in Innsbruck leistbarer wird und wir das Studium nach der Corona-Krise wieder zur besten Zeit unseres Lebens machen können!

UNIpress: Was ist dein Standpunkt zu Aufnahmetests und Studiengebühren?

Katzlinger: Das ist für uns ganz klar: Studiengebühren lehnen wir ab, denn der Geldbeutel der Eltern darf nicht darüber entscheiden, ob man studieren kann oder nicht. Glücklicherweise kommen wir in Innsbruck großteils ohne Aufnahmeverfahren aus. Wir bekennen uns hier zum freien Hochschulzugang, betonen aber auch die Wichtigkeit der Studierbarkeit, also der Qualität des Studiums und das Betreuungsverhältnis. Das heißt, wenn die Qualität eines Studiums stark unter der (zu) hohen Zahl an Studierenden leidet, dann müssen Wege gefunden werden, das Betreuungsverhältnis zu verbessern. Es gibt allerdings einige Wege, die dieses Problem weitaus besser lösen als Aufnahmetests: Zuerst muss geprüft werden, ob die Uni das Betreuungsverhältnis durch mehr Räumlichkeiten oder mehr Personal verbessern kann. Erst, wenn hier das Maximum erreicht ist, dann sind unserer Ansicht nach Motivationsschreiben oder persönliche Beratungsgespräche zur Studienwahl effektive Methoden, um allen ihr Wunschstudium zu ermöglichen.

 

© AG Innsbruck

Johann Katzlinger

Johann Katzlinger ist Spitzenkandidat der AG (AktionsGemeinschaft Innsbruck)


UNIpress: Was ist deiner Meinung nach das größte Problem der Studierenden und wie würdest du es lösen?

Katzlinger: Innsbruck ist die mit Abstand teuerste Universitätsstadt in Österreich, gleichzeitig hat Innsbruck vergleichsweise wenig zu bieten. Wir sagen ganz klar: Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt nicht! Wir fordern wieder die Mietzinsbeihilfe ab dem 1. Tag: das ist ein Konzept, das es so in Innsbruck bereits gab und bei dem die Stadt Innsbruck auch finanziell positiv aussteigen würde. Zudem fordern wir leistbare Öffis auch für Studierende über 27.
Wir wollen ein attraktives Freizeitangebot und endlich wieder lässige Lokale zum Ausgehen. Denn wir wollen das Studium zur besten Zeit unseres Lebens machen. Wenn man mit ehemaligen Studierenden redet, dann reden die über Freizeit- und Partymöglichkeiten wie von einer ganz anderen Welt. Hofgarten – abgebrannt! Weekender geschlossen! Stadtcafé – abgerissen! Hafen – jetzt ein Parkplatz!
Also: Innsbruck muss nicht nur spürbar leistbarer werden, sondern auch eine attraktivere Stadt für uns Studierende, insgesamt ja 40.000 im Raum Innsbruck.

UNIpress: Was entgegnest du kritischen Stimmen, die sagen, dass Hochschulpolitik wenig bewirken kann?

Katzlinger: Wenn wir als Aktionsgemeinschaft während der Krise eines bewiesen haben, dann, dass man sich als Studentin, als Student, auf eine AG-geführte ÖH verlassen kann. Ich war als ÖH-Vorsitzender in etlichen Corona Task Force Sitzungen der Uni, wir haben verlässlich Corona Updates gepostet zu Einreisebestimmungen und der hybriden Lehre.
Aus Erfahrung: Die ÖH wird von der Uni, dem Landeshauptmann oder dem Bürgermeister sehr wohl ernst genommen. Aber die ÖH ist ja nicht nur auf der nationalen Bühne im politischen Einsatz, sondern als Interessenvertretung auch bei kleineren Problemen essentiell. Wer hätte denn sonst Studierende bei Problemen mit unfairen Prüfungen unterstützen sollen, wer würde sonst sich für eine bessere Umstellung der Lehre einsetzen?
Es können sich im Übrigen auch die eigenen Projekte sehen lassen: Etliche Studierende mit der ÖH Academy weitergebildet, 250.000 € für Projekte wie den Corona Hilfsfonds, Teststationen an der Uni oder das Mobilitätsstipendium bereitgestellt.

UNIpress: Welche Forderung der anderen Fraktionen findest du am sinnvollsten?

Katzlinger: Solarzellen an Uni-Dächern, Campus-Begrünung, klimaneutrale Uni: Wer die Forderungen der GRAS im Bereich Umwelt gut findet, findet auch unsere AG Forderungen spitze. Denn: es sind haargenau dieselben.

Studierende, welche sich für Umweltschutz und Nachhaltigkeit interessieren, meinen wohl, dass sie GRAS wählen sollten. Wer aber wirklich möchte, dass hier nicht nur gefordert, sondern auch gehandelt wird, muss die Aktionsgemeinschaft wählen. Während die GRAS ein ganzes Jahr lang kein einziges Mal den ÖH-Ausschuss für Nachhaltigkeit einberufen hat, war eine meiner ersten Amtshandlungen als Vorsitzender, das ÖH-Referat für Umwelt und Nachhaltigkeit einzuberufen, das zum Beispiel auch vorangetrieben hat, dass an der Uni nun ein Green Office zur Koordination sämtlicher Nachhaltigkeitsagenden entsteht.

Zusätzlich hätte eine attraktivere Gestaltung vom Campus den Vorteil, dass endlich an der Uni mehr Leben entsteht, was für uns als AG ein Hauptziel ist, denn Uni muss auch Freude bereiten!

UNIpress: Vielen Dank für deine Antworten!

Weitere Infos: Aktionsgemeinschaft Innsbruck

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