Vom 9. bis 11. Mai erhalten die Studierenden der österreichischen Hochschulen einmal mehr die Gelegenheit, ihre politische Vertretung für die kommenden zwei Jahre zu wählen. Dabei ist jede Person wahlberechtigt, welche an einer Hochschule inskribiert ist und den ÖH-Beitrag rechtzeitig (bis spätestens 21. März) eingezahlt hat. Das Wählen selbst kann sowohl direkt an der Hochschule an den drei Wahltagen erfolgen oder aber auch über eine Briefwahl (Frist endet am 2. Mai) erledigt werden. Zu beachten ist: Bei einer Briefwahl gibt es keine Möglichkeit, die Studienvertretung zu wählen. Die Standorte sowie die genauen Uhrzeiten für die ÖH-Wahl findest du auf unserer ÖH-Wahl Landingpage.
Trotz der dreitätigen Wahldauer ist die Wahlbeteiligung an den ÖH-Wahlen österreichweit von einem anfänglichen Hoch von 70 Prozent im Jahr 1965 auf zuletzt 15,8 Prozent abgesunken. Seit den 1970er-Jahren zeigt die Trendkurve fast durchwegs nach unten.
Die drei Ebenen der ÖH-Wahl
Die ÖH-Wahl gliedert sich in drei Bereiche und stellt allein deshalb bereits eine Besonderheit dar. Die Studierenden können ihre Vertretung auf Studien-, Universitäts- und Bundesebene wählen, für alle drei Ebenen gilt eine Periode von zwei Jahren:
Die Studienvertretung
Die unterste Ebene ist die Studienvertretung (kurz StV). Die Studienvertreter:innen treten für die Interessen der Studierenden auf Studiengangsebene ein und wahren deren Interessen. Die Fakultätsstudienvertretung (kurz FStV) wird wiederum über die gewählten Studienvertreter:innen bestellt. Im Gegensatz zu einer einfachen StV werden hier mehrere Studiengänge in einer ganzen Fachschaft zusammengefasst. Als Beispiel: Die FStV Powi-Soz setzt sich aus Politikwissenschaft und Soziologie zusammen.
Die Studienvertretung wird mittels einer direkten Personenwahl gewählt. Dabei muss der/die Kandidat:in nicht zwingend Mitglied einer “Fraktion” (so werden die Parteien auf ÖH-Ebene bezeichnet) sein. Zudem gilt: Wenn man ein Zweit- oder Drittstudium absolviert, kann man auch die Studienvertretungen der anderen Fakultäten wählen, an denen man inskribiert ist. Alle StV-Kandidierenden der Universität Innsbruck findest du in unserer UNIpress Wahlbroschüre UNIpress Wahlbroschüre.
Die Universitätsvertretung
Die Universitätsvertretung setzt sich für die Interessen aller Studierenden der Uni Innsbruck ein. Neben dem Austausch mit unterschiedlichen Organen gehen die gewählten Vertreter:innen auch diversen Organisationsaufgaben nach. Die einzelnen Services der ÖH Innsbruck sowie weitere Informationen zu den Aufgabenbereichen und Projekten findest du hier.
Die Wahl der Universitätsvertretung wird über eine reine Listenwahl abgewickelt, bei welcher die Fraktionen im Vordergrund stehen. Dabei gibt es eine festgelegte Anzahl von Mandaten, welche die wahlwerbenden Listen nach der Wahl mit Vertreter:innen aus ihren eigenen Reihen besetzen. Je höher der Stimmenanteil im Wahlergebnis, desto mehr Mandate erhält eine Fraktion. Insgesamt werden für die Universitätsvertretung der Uni Innsbruck 19 Mandate verteilt.
Die Bundesvertretung
Die Bundesvertretung repräsentiert die Interessen aller Studierenden österreichweit. Die einzelnen Services der Bundes-ÖH sowie weitere Informationen zu den Aufgabenbereichen und Projekten findest du hier. Die Bundesvertretung wird gleich der Universitätsvertretung über eine Listenwahl ermittelt, wobei auf dieser Ebene insgesamt 55 Mandate verteilt werden.
Welche Fraktionen waren bisher vertreten?
Bei den ÖH-Wahlen 2021 konkurrierten auf Universitätsebene in Innsbruck sieben Listen um die Stimmen von rund 25.393 wahlberechtigten Studierenden – wobei schlussendlich lediglich 4.704 dann auch tatsächlich gewählt haben. Letztendlich konnten vier Fraktionen Mandate in der Universitätsvertretung erringen und sind seither dort präsent:
Die meisten Mandate (8 von 19) bekleidete nach der letzten Wahl die AktionsGemeinschaft: Uni lebt! (AG). Am zweitstärksten waren zuletzt Grüne Alternative Student_innen (GRAS) mit fünf Sitzen. Vier Mandate gingen an den Verband Sozialistischer Student_innen in Österreich (VSStÖ). Die JUNOS – Junge liberale Studierende (JUNOS) wiederum konnten zwei Mandate erlangen. Der Kommunistische StudentInnenverband Innsbruck (KSV-KJÖ), der Kommunistische Student:innenverband – Linke Liste sowie der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) erhielten hingegen keine Mandate.

Grafik: Simon Riegler
Während die AG nach der ÖH-Wahl 2019 mit zehn Sitzen die absolute Mehrheit in der Universitätsvertretung behaupten konnte, verlor sie nur zwei Jahre darauf im Jahr 2021 diese Mehrheit und musste schlussendlich mit den JUNOS eine Koalition bilden, um die Exekutive auch weiterhin zu besetzen.
Alle Ergebnisse zur ÖH-Wahl 2021 findest du hier:
Ausblick
Nachdem die ÖH-Wahl 2021 im Zeichen der Pandemie stand und die Wahlwerbung der Fraktionen daher vor allem auf den sozialen Netzwerken stattfand, kann in diesem Jahr auch wieder vermehrt auf direkte Gespräche mit der potenziellen Wähler:innenschaft gesetzt werden. Durch die Pandemie hat die Wahlbeteiligung vor zwei Jahren nochmals stark nachgelassen und ist auf ein Rekordtief (15,8 Prozent) gesunken – es wird dieses Jahr daher wieder ein größerer Andrang zur Wahlurne erwartet. Inwieweit sich die Kräfteverhältnisse bei den kommenden Wahlen ändern werden, soll sich noch zeigen. UNIpress hält euch diesbezüglich auf dem Laufenden.
Weitere Informationen zur ÖH-Wahl 2023 findest du auf unserer ÖH-Wahl Landingpage: