Das ÖH Referat für Heime und Wohnen warnt vor professionell organisierten Betrugsmaschen, denen Studierende auf Wohnungssuche zum Opfer fallen können. Aus gegebenem Anlass sei besondere Vorsicht geboten.
Die klassische, weniger ausgeklügelte Masche läuft meistens so ab: Ein attraktives Inserat lockt mit guter Lage und günstiger Miete. Die angeblichen Vermieter:innen wirken seriös und freundlich. Oft sind Fotos von echten Wohnungen dabei, eine persönliche Besichtigung bleibt aber aus.
Wenn Wohnungssuchende ernsthaftes Interesse signalisieren, bitten die angeblichen Vermieter:innen dann um eine Vorauszahlung (z.B. Kaution, erste Monatsmiete). Sie soll auf ein ausländisches Konto überwiesen werden, weil die Vermieter:innen behaupten, z.B. in Spanien, Italien, Großbritannien oder Skandinavien zu wohnen. Die Schlüsselübergabe soll dann über die Post oder per Hinterlegung erfolgen – was aber nie geschieht. Nach erfolgter Zahlung melden sich die angeblichen Vermieter:innen nie mehr. Deshalb hat die ÖH in der Vergangenheit dazu geraten, Zahlungen erst nach einer persönlichen Besichtigung durchzuführen.
Mittlerweile auch Fake-Besichtigungen
Mittlerweile nutzen die Betrüger:innen aber eine besonders perfide und ausgeklügelte Vorgehensweise: Sie bieten nun auch persönliche Besichtigungen an und treten dort als Vermieter:innen auf. Die Wohnungen gehören aber gar nicht ihnen, sondern sind beispielsweise AirBnBs, die extra gebucht wurden, um Menschen auf Wohnungssuche zu täuschen.
Auch österreichische Konten, Scheinfirmen und seriös aussehende Websites werden genutzt. Alles wirkt also täuschend echt. Laut ÖH Referat für Heime und Wohnen wurden Studierende so schon um Beträge im hohen vierstelligen Bereich betrogen.
Tipps gegen Wohnbetrug
Die ÖH ruft deshalb zur Vorsicht auf und gibt folgende Tipps:
- Inserate genau prüfen: Besonders auffallend niedrige Preise und Angebote, die zu gut um wahr zu sein wirken, sind Warnsignale. Eine Google-Bildersuche kann gestohlene Bilder identifizieren.
- Kontaktperson(en) hinterfragen: Angebliche Kontaktpersonen und deren Daten sollten genau beäugt werden. Seriöse Angebote sollten nachvollziehbare Informationen (z.B. Firmenbuchnummer, Impressum, Meldeadresse) enthalten. Ein Grundbuchauszug beim Bezirksgericht kann außerdem Auskunft darüber geben, wem die Wohnung gehört. Allerdings ist zu beachten, dass auch eine seriöse Vermietung nicht zwingend durch den Eigentümer bzw. die Eigentümerin erfolgen muss.
- Besichtigungen nicht blind vertrauen: Auch eine persönliche Besichtigung ist leider keine Garantie, dass die Person die Wohnung tatsächlich vermietet. Nachbar:innen oder die Hausverwaltung können Auskunft darüber geben, ob die Wohnung wirklich zur Vermietung steht. Auch sollte die Identität und Seriosität der angeblichen Vermieter:innen bzw. von Immobilien-/Maklerfirmen immer bestmöglich überprüft werden.
- Keine Zahlungen unter Druck: Betrüger:innen haben es oft eilig. Vorsicht ist geboten, wenn angebliche Vermieter:innen Zeitdruck aufbauen und die Zahlung besonders schnell erfolgen soll.
- Misstrauen bei ausländischen Kontonummern: Oft nutzen Betrüger:innen ausländische Kontonummern. Mittlerweile werden teils aber auch österreichische IBANs genutzt. So oder so sollte ein Angebot vor der Zahlung also genauestens geprüft werden.
- Im Fall von Betrug: Meldet den Betrug bei eurer Bank. Eventuell ist eine Rückbuchung möglich. Erstattet außerdem Anzeige bei der Polizei und meldet die Fake-Inserate auf den Online-Plattformen zur Wohnungssuche.
- Spread the word: Vor allem, falls in eurem Umfeld gerade Leute auf Wohnungssuche sind, solltet ihr sie vor den Betrugsmaschen warnen.
Bei Problemen und Anliegen bezüglich der Wohnungssuche hilft das ÖH Referat für Heime und Wohnen weiter.