„Dieses Haus ist besetzt“ liest man auf der aus einem Fenster hängenden Flagge. Ziel der Aktion war es, auf die Mietnotstände in Innsbruck aufmerksam zu machen. Der Vermieter beantragte die Auflösung der Besetzung, woraufhin die Polizei am Samstagabend aufrückte und die Aktivisten und Aktivistinnen zum Verlassen aufforderte. Anders als in TT und Krone berichtet, war der Vermieter zu diesem Zeitpunkt nicht vor Ort. Er befand sich im Telefongespräch mit dem anwesenden Innsbrucker Gemeinderat Mesut Onay, der laut Eigenangaben nur eine polizeiliche Räumung verhindern wollte.
Die Gruppe von Besetzenden, die sich selbst „Kapuze“ nennt, betont ebenfalls, dass Mesut Onay nicht ihr Vertreter sei. Die Vermittlung zwischen dem Hausbesitzer und den Hausbesetzenden sei laut Onay „sehr gut“ verlaufen. Zu einer Räumung kam es schlussendlich nicht und man einigte sich darauf, mit dem Vermieter über eine gemeinsame Lösung zu diskutieren.

Laut dessen Angaben stehe das Haus seit einigen Jahren leer. Man bemühe sich aber schon länger darum, das Gebäude umzubauen und dann wieder zu vermieten. Bei der Genehmigung des Bauantrages sei es aber zu Verzögerungen gekommen. Persönlich habe er nichts mit den Hausbesetzenden zu tun. Er verstehe die Beweggründe der Aktion, schlussendlich sei das Haus in der Kapuzinergasse jedoch sein Privatbesitz.
„Sie haben die Aktion gemacht, um auf den Missstand hinzuweisen, dass die Mietpreise ständig erhöht werden.“, so Onays Einschätzung. Der Vermieter – der anonym bleiben möchte – betont im UNIpress-Gespräch, dass er nicht die Preise durch Spekulation in die Höhe treiben wolle. Das Gebäude sei nur Teil des „Familienbetriebs“.
Zu persönlichen Verhandlungen zwischen dem Vermieter und der „Kapuze“ kam es schlussendlich nicht. Die Besetzenden verließen in der Nacht auf Sonntag freiwillig das Gebäude. Unsere Presseanfragen an die Aktivisten und Aktivistinnen blieben bis Redaktionsschluss unbeantwortet.