UNIpress: In einem Satz: Was möchtest du erreichen?
Lukas Schobesberger: Ich möchte mich für ein Studium stark machen, das so ist, wie ich es mir als Kind vorgestellt habe: Moderne Lehrmethoden, flexible Studienplanung, keine finanziellen Ängste, und vieles mehr, das uns Studierenden eine geile und unbeschwerte Studienzeit ermöglicht.
UNIpress: Was ist dein Standpunkt zu Aufnahmetests und Studiengebühren?
Schobesberger: Wenn ein Studium so viele Bewerber_innen hat, dass es zum Erhalt der qualitativen Lehre ein Aufnahmeverfahren braucht, setzen wir uns dafür ein, dass dieses Verfahren modern und fair ist. Diese Verfahren müssen zeitgemäß und in enger Zusammenarbeit mit Studierenden erstellt werden – wir wissen am besten, worauf es im Studium ankommt. Numerus clausus, Losverfahren oder veraltete Tests lehnen wir ab.
Die Universitäten sind seit Jahren chronisch unterfinanziert – das merkt man auch an der immer schlechter werdenden Qualität der Lehre – Distance Learning hat das nochmal auf unschöne Weise verdeutlicht. Deswegen haben wir als einzige Fraktion ein fundiertes 3-Säulen-Konzept zur Ausfinanzierung der Universitäten:
1. Mehr Geld vom Staat! (2% des BIPs)
2. Mehr Drittmittel (Spenden & Stiftungen – Österreich ist mit 9% weit unter dem OECD-Schnitt von über 30%)
3. Nachgelagerte Studienbeiträge
Wichtig: Du zahlst im Studium keinen Cent – auch nicht, wenn du über der Mindeststudienzeit bist oder aus dem Ausland kommst! Wenn du mit beiden Beinen im Berufsleben stehst und über 1300€ verdienst, zahlst du einen kleinen Beitrag direkt an deine Uni zurück. Bsp.: Bei 1400€ Einkommen – 8€ im Monat. Das Geld fließt aber jetzt schon in deine qualitativere Bildung.

© JUNOS
Lukas Schobesberger
Lukas Schobesberger ist Spitzenkandidat der JUNOS (Junge Liberale Studierende Innsbruck)
UNIpress: Was ist deiner Meinung nach das größte Problem der Studierenden und wie würdest du es lösen?
Schobesberger: Die Probleme der Studierenden sind bei Weitem zu vielseitig, um „das“ größte Problem zu bestimmen. Was ein akut gewaltiges Problem viel zu vieler Studierender ist, ist die finanzielle Situation! Wir fordern den Ausbau des Beihilfen- und Stipendiensystems. Dass die ÖH das bis heute nicht geschafft hat, ist fatal – diese Reform braucht es eigentlich schon vorgestern!
Wir fordern konkret:
- Erhöhung der Maximalbeihilfe auf Höhe der Mindestsicherung (950€ / Monat)
Studierende sind nicht weniger wert als das Mindeste! - Lockerung der Anspruchskriterien und Anpassung an die Lebensrealitäten
- Vereinfachung der Beantragung
Wenn die Existenzen der Studierenden erstmal gesichert sind, wollen wir zudem Stipendien ausbauen! Viele Studierende leisten Großartiges in ihrem Studium und wir finden, dass diese Erfolge auch belohnt werden dürfen!
In aller Kürze: 1. Existenzen sichern! 2. Leistung belohnen!
UNIpress: Was entgegnest du kritischen Stimmen, die sagen, dass Hochschulpolitik wenig bewirken kann?
Schobesberger: Wir verstehen alle, die sagen, dass die ÖH gerade wenig bewirken kann. Viele fragen sich berechtigt: Wo war die ÖH in der Krise? Was macht die ÖH überhaupt? Wieso sollte ich überhaupt wählen gehen?
Die niedrige Wahlbeteiligung spiegelt auch den Unmut gegen die derzeitige (Des-)Interessenvertretung wider!
Das allein zeigt, dass es in der ÖH dringend Veränderung braucht! Wir JUNOS bieten eine solche Alternative.
Es fehlt in der derzeitigen ÖH an Innovation, an realistischen Konzepten und an umsetzbaren Ideen. Die großen Probleme der Studierenden gehen in Symbolpolitik und Serviceorientierung unter. Dabei sind genau diese großen Probleme jene, die Studierende am meisten treffen. Finanzielle Absicherung, qualitative Lehre, Krisenmanagement, und vieles mehr braucht unsere Lösungen anstatt utopischen Ideologien und Stillstand.
UNIpress: Welche Forderung der anderen Fraktionen findest du am sinnvollsten?
Schobesberger: Fraktionsübergreifend sind wir uns bei dem Thema Studierendenleben alle weitgehend einig. Es braucht leistbaren Wohnraum, es braucht leistbare Öffis, es braucht Studierendenkultur. Das sind große Themen – weswegen wir hier für enge Kooperation statt politischen Hin und Her stehen. Denn nur gemeinsam können wir uns für diese vielseitigen Anliegen stark machen und endlich die Lebensqualität der Studierenden in Innsbruck und darüber hinaus nachhaltig verbessern. Wir strecken daher den anderen Fraktionen hierbei die Hand aus und hoffen auf gute Zusammenarbeit, um ordentlich was weiterzubringen – denn hier hat die ÖH bisher viel zu wenige Erfolge erzielen können.
UNIpress: Vielen Dank für deine Antworten!
Weitere Informationen: JUNOS