UNIpress: In einem Satz: Was möchtest du erreichen?
Gudrun Kofler: Wir möchten erreichen, dass die Uni wieder ein Hort der Wissenschaft, Bildung und Freiheit wird, ohne Einschränkungen der eigenen Meinung und der eigenen Individualität und ohne Zugangsbeschränkungen im Sinne einer Test- und Impfpflicht.
UNIpress: Was ist dein Standpunkt zu Aufnahmetests und Studiengebühren?
Kofler: Wir lehnen Studiengebühren grundsätzlich ab, da Bildung ein Recht für alle sein soll, unabhängig von der sozialen Herkunft. Wir sehen hier den Staat in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass jeder, der studieren möchte, es auch kann. Dazu gehört auch, dass die geeignete Infrastruktur zur Verfügung steht und auch die Qualität der Lehre nicht darunter leidet. Im Moment ist das aufgrund fehlender Ressourcen nicht möglich, sodass Aufnahmetests den Zugang behindern. Wir sprechen uns dagegen aus und fordern stattdessen, dass Struktur und Personal langfristig ausgebaut werden und so eine qualitativ hochwertige Lehre gewährleistet werden kann.

Gudrun Kofler
Gudrun Kofler ist Spitzenkandidatin des RFS (Ring Freiheitlicher Studenten Innsbruck)
UNIpress: Was ist deiner Meinung nach das größte Problem der Studierenden und wie würdest du es lösen?
Kofler: Das größte Problem der Studenten ist, dass das Studieren an den Unis mittlerweile sehr verschult ist und ein Studium im Eilverfahren und möglichst im Alleinstudium gestaltet werden soll. Darunter leiden die Qualität und die Wissenschaftlichkeit, da kaum Austausch zwischen Lehrenden und Studenten stattfindet und auch die Interdisziplinarität viel zu kurz kommt. Ein weiteres Problem ist, dass es aufgrund der Verschulung schwer möglich ist, einem Nebenjob nachzugehen, obwohl die meisten Studenten diesen brauchen, da sie sich ihr Studium und das Wohnen in Innsbruck sonst kaum mehr leisten können. Das führt in eine Spirale von Druck und Stress durch das Studium, das teilweise viel Anwesenheit und hohen Arbeitsaufwand erfordert und andererseits von finanziellen Sorgen und Zukunftsängsten. Dem muss entgegengewirkt werden.
UNIpress: Was entgegnest du kritischen Stimmen, die sagen, dass Hochschulpolitik wenig bewirken kann?
Kofler: Hochschulpolitik kann nur deshalb wenig bewirken, weil sie nicht ordentlich gemacht wird und die hohe Politik zu wenig gefordert wird. Man erkennt an der geringen Wahlbeteiligung, dass die Studenten von der ÖH wie sie bisher war, die Schnauze voll haben. Im Moment bekommen sie von der ÖH zu wenig Servicepolitik und zu viel allgemeinpolitisches, ideologisches Hickhack. Besonders auf Bundesebene geht es schon lange nicht mehr um die Studenten und deren Vertretung in Studienbelangen, sondern um linke Gesellschaftspolitik, für die unser aller ÖH-Gelder beim Fenster rausgeworfen werden. An der Uni Innsbruck hingegen suhlt sich die AG in ihrer Vormachtstellung und verkauft das Wenige, das die ÖH erreicht, als alleinigen AG-Verdienst. Wenn man sich den Problemen der Studenten wirklich annehmen würde, dann könnte man über die Regierung sehr viel erreichen, Erfolge für die Studentenschaft erzielen und echte Vorteile schaffen. AG und GRAS hätten derzeit sowohl im Land Tirol, als auch auf Bundesebene ihre Mutterparteien in der Regierung, in der Stadt Innsbruck sogar einen grünen Bürger- und schwarzen Vizebürgermeister, und könnten – wenn sie die Belange der Studenten wirklich ernst nehmen würden – sie direkt dort deponieren und die Dinge voranbringen.
UNIpress: Welche Forderung der anderen Fraktionen findest du am sinnvollsten?
Kofler: Wir gehen mit allen Forderungen mit, die den Studenten wirklich etwas nützen und uns alle weiterbringen, zum Beispiel den Ausbau konkreter studienrelevanter Services. Das würde die ÖH endlich wieder zu einer ECHTEN Studienvertretung werden lassen. Weitere sinnvolle Forderungen, die andere Fraktionen unter anderem auch fordern, sind die Abschaffung des ÖH-Zwangsbeitrages und der Ausbau der Flexibilität des Studiums. Was wir leider bei den anderen Fraktionen vollends vermissen, ist die Forderung nach freier Bildung, nämlich ohne Test- und drohendem Impfzwang an unserer Universität.
UNIpress: Vielen Dank für deine Antworten!
Weitere Informationen: RFS