Der Winter naht, Corona schlägt um sich, doch Hygiene, Nahrungsversorgung und gesundheitliche Betreuung in den griechischen Flüchtlingslagern sind nach wie vor unzureichend. Aktuell sind circa 40.000 Flüchtlinge, darunter 8.000 Kinder – 1.500 davon ohne Begleitung, in den Lagern Griechenlands untergebracht.
Mit einer Online-Petition soll diesem Missstand nun entgegengewirkt werden – diese kann ab dem 6. November, bis zum 29. des selben Monats unterschrieben werden. Die Initiative “Wir wählen Menschlichkeit”, die von Persönlichkeiten wie Bischof Hermann Glettler oder Ex-EU-Kommissar Franz Fischler unterstützt wird, fordert eine anteilsmäßige Verteilung der Geflüchteten auf alle Länder Europas. Für Österreich würde das die Aufnahme von 800 Menschen bedeuten, für Tirol die Beherbergung von 70 Personen. Ob es bei dieser Zahl bleiben kann ist fraglich, da Länder wie beispielweise Ungarn oder Polen in den letzten Jahren kaum gewillt waren Flüchtlinge bei sich aufzunehmen.
“Asylrecht ist ein Menschenrecht”
Auch zwei ehemalige Professoren der Universität Innsbruck, die Politologen Anton Pelinka und Reinhold Gärtner, sind an der Aktion beteiligt. Gärtner verortet das große Problem der EU-Flüchtlingspolitik vor allem in ihrem “Mangel an Lösungen für die gerechte Verteilung von Migranten auf die EU-Länder.” Im Gegensatz zu einigen Ländern der EU, sieht er die Aufnahme von Flüchtlingen nicht als optional an, denn: “Asylrecht ist ein Menschenrecht und muss von allen als solches akzeptiert werden.” Um auch die führenden Politiker von dieser Ansicht zu überzeugen, müsse sich die Bevölkerung mobilisieren und ihre gemeinsame Stimme erheben: “Petitionen sind öffentliche Statements der Bevölkerung. Sie sind ein Weg, um wichtige Anliegen ins Rampenlicht zu rücken und politischen Akteuren zu zeigen, dass etwas getan werden muss.”
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