Am 25. September hat Tirol gewählt. Exakt einen Monat später, am 25. Oktober, soll die neue schwarz-rote Landesregierung angelobt werden – so jedenfalls der Plan von VP-Parteiobmann Anton Mattle und SP-Chef Georg Dornauer, die gerade Koalitionsgespräche führen. Ein Blick ins Parteiprogramm beider Parteien verrät die Pläne der zukünftigen Regierung für Studierende in Tirol.
Leistbares Wohnen am Studierendencampus
Beide Parteien bekennen sich zur Umsetzung des bereits länger diskutierten Studierendencampus in Innsbruck. So soll der Wohnungsmarkt in Innsbruck entlastet werden. Laut SPÖ Tirol soll das Land in dem Zusammenhang außerdem finanzielle Mittel für „weitere Entwicklungen in Innsbruck und den anderen Hochschulstandorten“ zur Verfügung stellen.
Die Sozialdemokrat:innen zentrierten in ihrem Wahlkampf das Thema leistbares Wohnen im Allgemeinen und betonen in ihrem Programm, dass junge Menschen von den hohen Mietpreisen in Innsbruck besonders betroffen seien. Auch die Tiroler Volkspartei will Wohnen leistbarer gestalten, geht aber neben den Plänen für den Studierendencampus nicht weiter auf studentisches Wohnen ein.
Konsumfreie Räume, Öffis, faire Praktika
Ein weiteres gemeinsames Thema der Volkspartei und der Sozialdemokratischen Partei ist das Schaffen von konsumfreien Räumen. Die VP bezieht sich hierbei allerdings speziell auf Jugendliche (ob nur Minderjährige gemeint sind, bleibt unklar). Die SPÖ hingegen gibt an, Räume ohne Konsumzwang seien „nicht nur für junge Menschen“ und „nicht nur im Zentralraum“ wichtig.
Der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, besonders in der Nacht, ist ein weiterer Punkt im Wahlprogramm der Sozialdemokrat:innen. Das soll die Lebensqualität junger Menschen verstärken und Landflucht verhindern. Zusätzlich soll die (kostenlos bzw. günstig zugängliche) psychotherapeutische Versorgung verbessert werden. Ein Thema, das Studierende offensichtlich betrifft, wie beispielsweise der Erfolg des ÖH Zuschusstopfs für Psychotherapie zeigt.
Die Tiroler Sozialdemokratie steht außerdem für eine genauere Regelung von Praktika ein: So soll sichergestellt werden, dass junge Menschen fair entlohnt werden und von Praktikumserfahrungen mehr haben als nur die Arbeit als Ferialvertretung.
VP: Mehr Geld für ÖH Academy und Medizin
Der Wissenschaft und Forschung widmet die VP ein eigenes Kapitel im Wahlprogramm. Beispielsweise will man durch Bundes- und EU-Förderungen den „Ausbau der wissenschaftlichen Infrastruktur“ vorantreiben. Für Studierende besonders relevant ist der im Programm angekündigte „Ausbau der Unterstützung für die ÖH Academy“.
Besonders interessant für Studierende der medizinischen Universität und jene, die es werden wollen, sind die Forderungen der VP nach mehr Studienplätzen und einem Stipendium für Medizinstudierende, die nach dem Studium eine gewisse Zeit in Tirol praktizieren.
Zur Digitalisierung des Landes soll laut Volkspartei sichergestellt werden, dass genügend Studierende in den Bereichen der „Informations- und Kommunikationstechnologien“ gibt. IT-Angebote an den Universitäten und Hochschulen sollen attraktiver werden. Die SPÖ Tirol setzt sich für die digitale Grundbildung als verpflichtenden Teil des Lehramtsstudiums ein.
Only time will tell
In den Wahlprogrammen der beiden voraussichtlichen Regierungsparteien lassen sich bezüglich ihrer Pläne für Studierende eine handvoll Überschneidungen und mehr oder weniger lose Gemeinsamkeiten finden. Auf welche Punkte man sich als Koalition dann verständigt, ist noch offen.
Und: Welche Wahlversprechen wirklich gehalten werden, wird sich wie immer erst nach Angelobung der neuen Regierung zeigen.