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	<title>Sarah Embacher, Autor bei</title>
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	<description>Das offizielle Magazin der ÖH Innsbruck</description>
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		<title>Surreal, verworren und doch nützlich: Was die Wissenschaft über unsere Träume weiß</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Embacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Mar 2024 11:30:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach dem Aufwachen kommen uns unsere nächtlichen Träume oft seltsam, beängstigend oder vollkommen sinnentleert vor. Die Neurowissenschaft hat die Funktion unserer nächtlichen Erlebnisse entschlüsselt – zumindest teilweise. Besonders wichtig für&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up"><span style="font-weight: 400;">Nach dem Aufwachen kommen uns unsere nächtlichen Träume oft seltsam, beängstigend oder vollkommen sinnentleert vor. Die Neurowissenschaft hat die Funktion unserer nächtlichen Erlebnisse entschlüsselt – zumindest teilweise.</span></div>
<p><span id="more-20479"></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Besonders wichtig für das Verständnis von Träumen ist die Erforschung des REM-Schlafs, einer Phase des Schlafes, die durch schnelle Augenbewegungen (Rapid Eye Movement) gekennzeichnet ist. Während des REM-Schlafs sind unsere Gehirnaktivität und Herzfrequenz erhöht, ähnlich wie im Wachzustand. Diese Phase ist eng mit intensiven Träumen verbunden, in denen wir oft bizarre und surreale Erlebnisse haben.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Neurowissenschaftler:innen haben herausgefunden, dass während des REM-Schlafs bestimmte Bereiche unseres Gehirns besonders aktiv sind, darunter der präfrontale Kortex, der für komplexe Denkprozesse und Emotionen verantwortlich ist. Gleichzeitig sind die Regionen, die für rationale Entscheidungsfindung und Selbstkontrolle zuständig sind, während dieser Phase weniger aktiv. Dies könnte erklären, warum Träume oft so unlogisch erscheinen und wir Dinge tun, die im Wachzustand undenkbar wären.</span></p>
<h3><span style="font-weight: 400;">Unser Gehirn beim Träumen</span></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Während des REM-Schlafs zeigen neurophysiologische Untersuchungen eine erhöhte Aktivität in Hirnregionen wie dem präfrontalen Kortex, dem limbischen System und dem visuellen Assoziationskortex. Diese Aktivität ist mit der Verarbeitung von Emotionen, der Speicherung und dem Abruf von Gedächtnisinhalten sowie der Generierung von sensorischen Repräsentationen verbunden, die oft in den bildhaften Traumerlebnissen reflektiert werden.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">In jüngster Zeit haben Fortschritte in der Neurotechnologie es den Wissenschaftler:innen ermöglicht, tiefer in die Welt der Träume einzutauchen. Mit Hilfe von bildgebenden Verfahren wie der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) können sie die Gehirnaktivität während des Träumens direkt untersuchen und Muster erkennen, die mit bestimmten Traumerlebnissen verbunden sind.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Auf neurochemischer Ebene werden Träume durch die Interaktion verschiedener Neurotransmittersysteme wie Serotonin, Noradrenalin und Acetylcholin reguliert. Ein Ungleichgewicht in diesen Systemen kann zu Veränderungen in der Traumqualität führen, wie sie beispielsweise bei der Einnahme von psychoaktiven Substanzen oder bei psychiatrischen Störungen wie Depressionen und Angstzuständen beobachtet werden.</span></p>
<h3><span style="font-weight: 400;">Träumen: Lernen im Schlaf – und evolutionärer Vorteil?</span></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Studien haben gezeigt, dass Träume eine wichtige Rolle beim Lernen und der Problemlösung spielen können. Indem unser Gehirn während des Schlafs Informationen verarbeitet und neue Verknüpfungen herstellt, können wir uns besser auf bevorstehende Herausforderungen vorbereiten und kreative Lösungsansätze entwickeln.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die wissenschaftliche Erforschung des Träumens wirft jedoch auch viele Fragen auf. Zum Beispiel ist die Funktion von Albträumen immer noch Gegenstand intensiver Debatten. Einige Forscher glauben, dass sie eine adaptive Rolle bei der Bewältigung von Bedrohungen spielen, während andere sie als unerwünschte Nebenwirkung des REM-Schlafs betrachten.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Träume könnten aber auch eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung emotional belastender Erfahrungen haben. Darüber hinaus wird spekuliert, dass sie einen evolutionären Vorteil bieten könnten, indem sie zukünftige Szenarien simulieren und so zur Entwicklung von Problemlösungsstrategien und sozialem Lernen beitragen.</span></p>
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		<title>Die Geschichte der Verhütung: Von Zauberformeln bis zur Pille</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Embacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jan 2024 11:30:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schon aus der Antike sind Methoden zur Verhinderung ungewollter Schwangerschaften überliefert. Seit dem 20. Jahrhundert nutzen immer mehr Menschen moderne Verhütungsmittel wie das Latex-Kondom oder die Kupferspirale. Antike: Kräftig niesen&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up"><span style="font-weight: 400;">Schon aus der Antike sind Methoden zur Verhinderung ungewollter Schwangerschaften überliefert. Seit dem 20. Jahrhundert nutzen immer mehr Menschen moderne Verhütungsmittel wie das Latex-Kondom oder die Kupferspirale.</span></div>
<p><span id="more-20263"></span></p>
<h3><strong>Antike: Kräftig niesen und Coitus interruptus</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Weil medizinisches Wissen fehlte, kursierten in der Antike höchst merkwürdige Ratschläge zur Empfängnisverhütung. Der griechische Arzt Soranus von Ephesus etwa schrieb 100 nach Christus, die Frau solle sich nach dem Sex hinhocken und kräftig niesen. Anderen Quellen zufolge sollten Amulette oder Zauberformeln gegen eine ungewollte Schwangerschaft helfen. Was uns heute als absurd-komisch erscheint, war damals der verzweifelte Versuch, die Fruchtbarkeit zu kontrollieren. Es waren allerdings auch effektivere Methoden bekannt, zum Beispiel der Coitus interruptus – also das „Herausziehen“ – oder Schwämmchen, die vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt wurden. Die Schwämmchen waren mit pflanzlichen Substanzen wie Granatapfelsaft, Essig oder Honig getränkt. So veränderte sich der pH-Wert in der Gebärmutter, was die Aufnahme von Spermien hemmte. Außerdem nutzten Frauen bereits Pessare, auch Diaphragmen genannt, die als physische Barriere in die Scheide eingelegt werden.</span></p>
<h3><strong>Mittelalter: Maultierhaut über dem Bett </strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Auch aus mittelalterlichen Schriften ist eine Vielzahl an Verhütungsmitteln überliefert. „Es gibt keine Substanz und kein Material auf der Welt, das die Menschen nicht ausprobiert hätten”. So formuliert es der Gynäkologe Christian Fiala, Gründer des Museums für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch in Wien. Neben Kräutermixturen, Coitus interruptus und Pessaren wurden auch magische Methoden angewendet. So sollte die Haut eines Maultiers über dem Bett die Schwangerschaft verhindern.</span></p>
<h3><strong>Frühes 20. Jahrhundert: das Bidet </strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Noch vor 100 Jahren kannte sich kaum jemand mit dem Thema Verhütung gut aus. Öffentliche Werbung für Verhütungsmittel war verboten und viele Ärzte sahen Aufklärung zu diesem Thema als unmoralisch an. Als einigermaßen wirksame Methode gegen ungewollte Schwangerschaften wurden Scheidenspülungen populär. Dazu gab es verschiede Apparate, zum Beispiel eine Brause, mit der man nach dem Sex eine Spülflüssigkeit über einen Schlauch in die Scheide pumpen konnte. Außerdem wurden Bidets mit einem Wasserstrahl zur Scheidenspülung hergestellt. Heute weiß kaum noch jemand, dass dieses Möbelstück im Badezimmer einst auch diesen Zweck erfüllte. </span></p>
<h3><strong>Seit 1901: Kondome aus Latex</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Kondome aus Schafs- oder Schweinedärmen waren im späten Mittelalter noch ein Privileg des Adels. Dann gelang dem Amerikaner Charles Goodyear 1839 die Herstellung von Gummi aus dem Naturmaterial Kautschuk. Einige Jahre später entwickelte er das erste Gummi-Kondom. Julius Fromm fertigte im Jahr 1901 zum ersten Mal die viel dünneren Latex-Kondome, die seit 1914 in Serie produziert werden. Im Ersten Weltkrieg wurden Kondome an Soldaten verteilt, um die Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten zu verhindern. Heute verhüten 38 Prozent der Österreicher und Österreicherinnen mit Kondom.</span></p>
<h3><strong>60er und 70er: der Siegeszug der Pille</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Der in Innsbruck forschende Mediziner Ludwig Haberlandt untersuchte bereits Anfang der 1920er-Jahre die hormonelle Verhütung. Nachdem ihm von Kollegen Verbrechen gegen ungeborenes Leben vorgeworfen wurden und er auch in der öffentlichen Berichterstattung angefeindet wurde, geriet seine Forschung in Vergessenheit. Die US-amerikanische Krankenschwester und Aktivistin Margaret Sanger war es schließlich, die mit der Gründung der „American Birth Control League“ die Entwicklung der weltweit ersten wirksamen Verhütungspille anstieß. In Österreich wurde die Pille 1961 zugelassen, jedoch wurde sie anfangs zur Behandlung von Menstruationsstörungen eingeführt und wurde nur verheirateten Frauen verschrieben. Im Laufe der 70er-Jahre wurde die Pille immer populärer, heute verhüten in Österreich 34 Prozent der Frauen mit der Pille. </span></p>
<h3><strong>Die Zukunft: Pille für den Mann?</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Für Frauen gibt es heute eine große Auswahl an Verhütungsmethoden: Neben der Pille sind das zum Beispiel die Kupferspirale, das Hormonstäbchen oder die Dreimonatsspritze. Jedoch wird Frauen die Möglichkeit einer Sterilisation oft verwehrt oder erschwert. In Österreich ist diese Verhütungsmethode bis zum 25. Lebensjahr gänzlich verboten, danach laut Gesetz nur dann „nicht rechtswidrig“, wenn sie nicht gegen die „guten Sitten“ verstößt. Für Männer sind die einzig wirksamen Verhütungsmethoden Kondom oder Vasektomie. An Alternativen, wie zum Beispiel einer hormonellen Pille, wird seit Jahren geforscht. Für groß angelegte Studien, die für die Zulassung notwendig sind, sind die Gelder jedoch knapp – die Pharmaindustrie hat kaum Interesse. </span></p>
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		<title>Von Zwentendorf bis heute: Umweltprotest in Österreich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Embacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Nov 2023 11:40:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Österreichs Umweltbewegung kann man seit ihrem Erwachen in den 70er-Jahren in vier wichtige Kapitel zusammenfassen. Schon immer spielen Demonstrationen und ziviler Ungehorsam, also der gewaltfreie Widerstand gegen Entscheidungen der Politik,&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Österreichs Umweltbewegung kann man seit ihrem Erwachen in den 70er-Jahren in vier wichtige Kapitel zusammenfassen. Schon immer spielen Demonstrationen und ziviler Ungehorsam, also der gewaltfreie Widerstand gegen Entscheidungen der Politik, eine entscheidende Rolle.<span id="more-19937"></span></div>
<h3>Nein zum Atomkraftwerk Zwentendorf</h3>
<p>Der Bau des ersten geplanten Atomkraftwerks in Österreich begann 1972 in der Nähe von Zwentendorf, einem Städtchen etwa 60 Kilometer von Wien. In der ersten Hälfte der 70er-Jahre war der Widerstand gegen Atomkraft noch lokal begrenzt und es protestierten hauptsächlich Anwohner gegen das geplante Großprojekt. Dann legte die SPÖ-geführte Regierung Pläne für die Errichtung eines weiteren Kernkraftwerks im Innviertel vor. Bürger und Bürgerinnen sammelten zehntausende Unterschriften gegen das Vorhaben und organisierten eine Demonstration vor Ort. Nach Bekanntwerden von Überlegungen zu einem Atommüll-Endlager im Waldviertel wehrten sich auch dort die Anwohner. In Vorarlberg demonstrierten Tausende gegen das geplante Atomkraftwerk Rüthi gleich hinter der Schweizer Grenze.</p>
<p>Um das Engagement zu bündeln, gründete sich die „Initiative Österreichischer Atomkraftwerksgegner“. Die Mitglieder verbreiteten Informationsmaterial zur damals noch neuartigen Atomkraft-Technologie, das auch in Studentenmagazinen abgedruckt wurde. Die Atomenergiegegner demonstrierten in Wien, Graz, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt. Großes Aufsehen erregte der Hungerstreik von neun Vorarlberger Müttern vor dem Bundeskanzleramt, die durch diese Form des zivilen Widerstands einen Probebetrieb in Zwentendorf verhindern wollten.</p>
<p>Schließlich entschied sich der SPÖ-Vorstand 1978 unter zunehmendem Druck der Öffentlichkeit für eine Volksabstimmung, die erste in Österreich seit 1945. Das Ergebnis: 50,47 Prozent stimmten gegen Zwentendorf. Die bereits gelieferten Brennstäbe wurden nicht in das schon fertig gebaute Atomkraftwerk eingesetzt. Nur zehn Tage nach der Volksabstimmung wurde das Atomsperrgesetz im Nationalrat verabschiedet: Seit diesem Zeitpunkt darf kein Atomkraftwerk in Österreich gebaut werden, ohne dass vorher eine Volksabstimmung abgehalten wird.</p>
<h3>Besetzung der Hainburger Au</h3>
<p>In den Hainburger Auen an der Grenze zur Slowakei sollte Mitte der 80er ein neues Wasserkraftwerk errichtet werden. Dies hätte die Zerstörung des letzten unberührten Stück Donauauwalds in Österreich bedeutet. Der WWF begann zum Jahreswechsel 1982/1983 mit der Kampagne „Rettet die Auen”, auf die drohende Zerstörung aufmerksam zu machen. Im Mai 1984 veranstalteten sieben bekannte Persönlichkeiten die öffentlichkeitswirksame „Pressekonferenz der Tiere”. Sie traten als in den Donauauen vorkommende Tiere verkleidet auf, darunter Jörg Mauthe, Wiener Stadtrat der ÖVP (Kostüm: Schwarzstorch) und Freda Meissner-Blau, Umweltaktivistin der SPÖ (Kostüm: Laufkäfer).</p>
<p>In der Pressekonferenz unterstützten sie ein Volksbegehren zur Erhaltung der Auen, welches von dem Publizisten Günther Nenning und Gerhard Heilingbrunner, Leiter des Alternativ-Referats der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH), initiiert worden war. Als am 8. Dezember 1984 die Rodungsarbeiten beginnen sollten, begann in den Donauauen ein Protestmarsch, an dem über 8.000 Menschen teilnahmen. Einige von ihnen, darunter viele Studierende, begannen mit der Besetzung der Au und erzwangen einen Stopp der Arbeiten.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone wp-image-19961 size-full" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/0998-26-Geschichte-Aubesetzung-Hainburg-GolebiowskiNavaraB-scaled.jpg" alt="" width="2560" height="1696" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/0998-26-Geschichte-Aubesetzung-Hainburg-GolebiowskiNavaraB-scaled.jpg 2560w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/0998-26-Geschichte-Aubesetzung-Hainburg-GolebiowskiNavaraB-300x199.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/0998-26-Geschichte-Aubesetzung-Hainburg-GolebiowskiNavaraB-1024x679.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/0998-26-Geschichte-Aubesetzung-Hainburg-GolebiowskiNavaraB-768x509.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/0998-26-Geschichte-Aubesetzung-Hainburg-GolebiowskiNavaraB-1536x1018.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/0998-26-Geschichte-Aubesetzung-Hainburg-GolebiowskiNavaraB-2048x1357.jpg 2048w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/0998-26-Geschichte-Aubesetzung-Hainburg-GolebiowskiNavaraB-1920x1272.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/0998-26-Geschichte-Aubesetzung-Hainburg-GolebiowskiNavaraB-1170x775.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/0998-26-Geschichte-Aubesetzung-Hainburg-GolebiowskiNavaraB-780x516.jpg 780w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/0998-26-Geschichte-Aubesetzung-Hainburg-GolebiowskiNavaraB-585x388.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/0998-26-Geschichte-Aubesetzung-Hainburg-GolebiowskiNavaraB-263x175.jpg 263w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></p>
<div class="bildunterschrift">Besetzung der Hainburger Auen im Dezember 1984. Quelle: Nationalpark Donau-Auen/Golebiowski, Navara</div>
<p>Die Zahl der Besetzer und Besetzerinnen stieg in den folgenden Tagen auf bis zu 4.000 Menschen, die trotz Androhung von Geld- und Haftstrafen sowie versuchten Räumungen den gewaltfreien Widerstand fortsetzen. Am 19. Dezember 1984 versuchten über 800 Polizisten unter Schlagstockeinsatz, die Besetzung zu aufzulösen. Dabei wurden 19 Personen verletzt und die Räumung musste abgebrochen werden. Am Abend desselben Tages demonstrierten in Wien über 40.000 Menschen gegen das Vorgehen der Regierung und den Bau des Kraftwerks.</p>
<p>Unter dem Druck der Öffentlichkeit und bekannter Medien verhängte die Regierung einen Rodungsstopp und gab einen Weihnachtsfrieden bekannt. Tausende Menschen verbrachten die Weihnachtsfeiertage in der Au. Die Besetzung wurde schließlich beendet, nachdem das Höchstgericht weitere Rodungsarbeiten wegen eines Beschwerdeverfahrens vorerst verboten hatte. Das Bauvorhaben wurde kurz darauf aufgegeben, und seit 1996 gehört die Hainburger Au zum Nationalpark der Donau-Auen.</p>
<h3>Fridays for Future: Schulstreik fürs Klima</h3>
<p>Anstatt in die Schule zu gehen, saß die Schwedin Gretha Thunberg im Sommer 2018 für drei Wochen jeden Tag vor dem schwedischen Regierungsgebäude in Stockholm. Auf ihrem Schild war zu lesen: „Schulstreik fürs Klima”. Weltweit begannen Schüler und Schülerinnen, ihrem Beispiel zu folgen. Immer freitags während der Unterrichtszeit gingen sie auf die Straße, um für eine Einhaltung des Pariser Klimaabkommens zu demonstrieren.</p>
<p>In Österreich fanden im Dezember 2018 zum ersten Mal Proteste von Fridays for Future in Wien statt. Anfang 2019 folgten Innsbruck und viele weitere Städte Österreichs. Beim größten Klimastreik im September 2017 schätzte Fridays for Future eine Teilnehmerzahl von 150.000 in ganz Österreich.</p>
<p>Seit der Corona-Pandemie haben die Aktivisten und Aktivistinnen ihre Strategie geändert. Um langfristig zu bestehen und sich nicht durch ständige Proteste zu verausgaben, finden weniger Aktionen statt. Zweimal im Jahr schließt sich Fridays for Future Österreich einem weltweiten Klimastreik an. Zusätzlich liegt der Fokus nun vermehrt auf lokalen Problemen. Zum Beispiel die Besetzung des Lobau, ein Waldgebiet bei Wien. Hier sollte eine vierspurige Autobahn und ein 8,2 Kilometer langer Tunnel unter dem Nationalparkgebiet Donau-Auen gebaut werden. Ende 2021 wurden dieser Plan aufgegeben, ein Erfolg für die Klimabewegung.</p>
<h3>„Wir alle sind die letzte Generation”</h3>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter wp-image-19949 size-full" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/LG_innbruecke-2023-06-15-scaled.jpg" alt="" width="2560" height="1920" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/LG_innbruecke-2023-06-15-scaled.jpg 2560w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/LG_innbruecke-2023-06-15-300x225.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/LG_innbruecke-2023-06-15-1024x768.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/LG_innbruecke-2023-06-15-768x576.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/LG_innbruecke-2023-06-15-1536x1152.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/LG_innbruecke-2023-06-15-2048x1536.jpg 2048w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/LG_innbruecke-2023-06-15-1920x1440.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/LG_innbruecke-2023-06-15-1170x878.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/LG_innbruecke-2023-06-15-585x439.jpg 585w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></p>
<div class="bildunterschrift">Blockade der Innbrücke im Juni 2023. Quelle: Letzte Generation Österreich</div>
<p>Auch Aktivisten und Aktivistinnen der Letzen Generation setzen sich für wirksame Maßnahmen für den Klimaschutz ein. Sie berufen sich dabei auf Appelle der Vereinten Nationen, Erkenntnisse aus der Wissenschaft und Forderungen des Klimarats. Der Klimarat wurde Anfang 2022 einberufen. Dazu wurden 100 Bürger und Bürgerinnen, die einen Querschnitt durch die österreichische Bevölkerung darstellen, zufällig ausgewählt. Sie legten der Regierung 93 Vorschläge vor, die zur Enttäuschung des Klimarats jedoch de facto nicht umgesetzt werden.</p>
<p>Die Letzte Generation polarisiert unter anderem durch ihre Blockaden im Straßenverkehr. Dabei stellen, setzen und kleben die Aktivisten und Aktivistinnen sich auf Straßen und setzen sich dabei Beschimpfungen und Gewalt aus. Kritiker werfen den Protestierenden vor, durch solche Störaktionen Bürger und Bürgerinnen gegen den Klimaschutz aufzubringen. Die Letzte Generation argumentiert, dass die Folgen der Klimakrise jeden treffen werden. Sie verweisen auch auf historische Erfolge des zivilen Widerstands, zum Beispiel in der Hainburger Au oder die Bürgerrechtsbewegung in Amerika. Der Appell an Politik und Gesellschaft: „Wir alle sind die letzte Generation, die die Klimahölle noch verhindern kann.”</p>
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		<title>Wenn kein Vogel mehr singt </title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Embacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Nov 2023 11:30:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Extreme Hitze, Überflutungen, Waldbrände und Bergstürze: Die Folgen des Klimawandels werden aktuell immer deutlicher, doch das Artensterben ist eine noch unterschätzte Gefahr.  Fünf Fakten zum Artensterben „Den Klimawandel in Europa&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up"><span style="font-weight: 400;">Extreme Hitze, Überflutungen, Waldbrände und Bergstürze: Die Folgen des Klimawandels werden aktuell immer deutlicher, doch das Artensterben ist eine noch unterschätzte Gefahr. </span></div>
<p><span id="more-20012"></span></p>
<h3 style="letter-spacing: normal;"><strong>Fünf Fakten zum Artensterben</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">„Den Klimawandel in Europa werden wir wahrscheinlich überleben, das Artensterben nicht“, warnt der Wissenschaftsjournalist Harald Lesch. Der massenhafte Verlust von Tier- und Pflanzenarten bedroht das Überleben unserer eigenen Spezies. Die Lösungsansätze sind längst bekannt – und jeder kann selbst etwas beitragen. </span></p>
<h3><strong>1. Die Artenvielfalt schwindet – in Österreich und weltweit</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Wir befinden uns heute im größten Artensterben seit dem Ende der Dinosaurierzeit vor 65 Millionen Jahren. Ein Viertel der Säugetierarten, jede achte Vogelart, mehr als 30 Prozent der Hai- und Rochenarten sowie 40 Prozent der Amphibienarten sind bedroht. Derzeit gehen weltweit jährlich 11.000 bis 58.000 der ungefähr fünf bis neun Millionen Tierarten verloren. Die Menschheit hat seit 1970 etwa 60 Prozent aller Säugetiere, Vögel, Fische und Reptilien ausgerottet.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">In Österreich sind rund 40 Prozent aller Tierarten bedroht. Darunter ist zum Beispiel der Schwarzspecht, der in den von Fichten dominierten Wirtschaftsforsten immer weniger Totholz findet. Der Seeadler, Österreichs Wappentier, war in den Fünfzigerjahren hierzulande ausgestorben. Inzwischen haben sich wieder 40 bis 45 Paare angesiedelt, die jedoch von illegaler Wilderei bedroht werden. Die Feldhamster wurden früher für ihr Fell gejagt, heute machen ihnen die intensive Landwirtschaft und der enorme Flächenverbrauch in Österreich zu schaffen. Bereits ausgestorben sind zum Beispiel die Europäische Wildkatze, die Alpenkrähe und der Kranich. </span></p>
<h3><strong>2. Das Artensterben bedroht unser Überleben</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">In den Fünfzigerjahren wollte die Volksrepublik China den „großen Sprung nach vorn“ schaffen und den Wohlstand im Land erhöhen. Überzeugt davon, dass die Spatzen die Körner auf den Feldern wegfressen würden, begann die „Kampagne zur Eliminierung der Spatzen“. In ganz China war die Vogelart nach nur drei Tagen kollektiver Jagd quasi ausgerottet. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Nachdem ihr natürlicher Fressfeind verschwunden war, breiteten sich riesige Heuschreckenschwärme im Land aus. In einer grausamen Hungersnot starben Schätzungen zufolge bis zu 45 Millionen Menschen. Zur Bekämpfung der Insektenplage wurden massenweise Pestizide ausgebracht. Doch die töteten nicht nur die Heuschrecken, sondern auch die Bienen. In Sichuan, dem wichtigsten Obstanbaugebiet Chinas, sind die Folgen des Insektensterbens noch heute drastisch zu spüren: Die Obstbäume müssen von Menschenhand bestäubt werden. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Das Beispiel aus China zeigt, wie das Aussterben nur einer Art ein ganzes Ökosystem aus seinem fragilen Gleichgewicht bringen kann – mit fatalen Folgen für die Menschen. Weltweit ist die Versorgung mit Lebensmitteln, die auf Äckern angebaut werden, aus dem Meer gefischt werden oder der Wildnis entnommen werden, in Gefahr. </span></p>
<h3><strong>3. Wir kennen die Lösungsansätze: Politik und Wirtschaft müssen handeln</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Die gute Nachricht lautet, dass eine Vielzahl an Maßnahmen gegen das Artensterben bereits bekannt sind. Um zum Beispiel Meerestiere zu schützen, wollen die Vereinten Nationen durch internationale Abkommen den Plastikmüll in den Meeren reduzieren. Die Hauptverschmutzer der Meere sind global agierende Großkonzerne wie Coca-Cola, Pepsi, Nestlé und Unilever. Um diesen Giganten Einhalt zu gebieten, müssen sich Staaten weltweit zusammentun und gemeinsame Beschlüsse finden. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Das gilt nicht nur für die Plastikverschmutzung in den Meeren: Viele Gründe für das Artensterben lassen sich auf unsere globalisierte, wachstumsorientierte Welt zurückführen. Deswegen müssen die Lösungen ebenso global und tiefgreifend ausfallen. Ein gutes Beispiel für einen solchen Schritt ist das „Nature Restoration Law“, das Renaturierungsgesetz der EU. In allen 27 Mitgliedsstaaten sollen bis 2030 mindestens 20 Prozent der Land- und Meeresfläche saniert werden. Das heißt, dass trockengelegte Moore wieder vernässt, Wälder aufgeforstet, und Auenlandschaften renaturiert werden. Die konservative Fraktion im EU-Parlament, zu der auch ÖVP und CDU gehören, hat sich gegen das Vorhaben ausgesprochen. Dennoch hat das Gesetz diesen Juli eine knappe Mehrheit bei der Abstimmung im EU-Parlament erlangt. </span></p>
<h3><strong>4. Im Alltag bedeutet Klimaschutz auch Artenschutz</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Wer sich mit den oft schleppenden Bemühungen der Politik nicht zufriedengeben will, kann selbst etwas für den Artenschutz tun. Grundsätzlich sind die üblichen Tipps für einen klimafreundlichen Lebensstil auch hilfreich bei der Erhaltung der Artenvielfalt. Wer sich zum Beispiel vegan oder vegetarisch ernährt, reduziert seinen Fußabdruck für Biodiversität um etwa 60 Prozent. Grund dafür ist, dass Tiere häufig mit Soja aus Monokulturfeldern gefüttert werden, für die Regenwald abgeholzt wird. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Zusätzlich kann man weniger Produkte mit hohem Wasserverbrauch, wie Avocados oder Mandeln kaufen. Der Anbau solcher Lebensmittel führt dazu, dass der Grundwasserspiegel sinkt und Böden austrocknen, sodass Tiere und Pflanzen leiden. Trockenheit und extreme Hitze, wie sie auch vom Klimawandel verursacht werden, setzen Ökosysteme unter Druck. Deswegen sind alle CO2-Einsparungen wichtig, wie etwa der Verzicht auf Konsumprodukte, Flugreisen oder Autofahrten.  </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wer konkret der Artenvielfalt vor der eigenen Haustür helfen möchte, kann das im eigenen Garten oder auf dem Balkon tun. Dort kann man zum Beispiel auf die Auswahl der angebauten Pflanzen achten: Nicht heimische Gewächse bieten oft kein Futter für Insekten wie Bienen und Schmetterlinge. Wer einen Beitrag gegen das Vogelsterben leisten will, kann im Sommer eine Vogeltränke und im Winter einen Futternapf aufstellen. Der Verzicht auf einen Mähroboter schützt Igel, da diese durch die scharfen Klingen verletzt werden können. Außerdem lohnt es sich, etwas mehr Wildnis im eigenen Garten zuzulassen: Trockenes Laub, Brennnesseln und Sträucher sind ideale Verstecke für Insekten, Vögel und Nagetiere. </span></p>
<h3><strong>5. Die Medien müssen berichten</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Die österreichische Presseagentur APA hat für die Jahre 2020 bis 2022 den Anteil an Klimathemen in Zeitungsberichten untersucht. Das Ergebnis: In Deutschland geht es in etwa 3,45 Prozent der Fälle ums Klima, das entspricht ungefähr jedem 30. Artikel. In Österreich sind es nur 1,92 Prozent, also etwa jeder 50. Artikel. In unter 0,6 Prozent, jedem 180. Artikel, schreiben Zeitungen über den Verlust der Artenvielfalt.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Angesichts dieser Zahlen ist es kaum verwunderlich, dass das Ausmaß des Artensterbens mitsamt der verheerenden Folgen kaum jemandem bewusst ist. Die Medien stehen jedoch in der Verantwortung, die Menschen auf existenzbedrohende Gefahren hinzuweisen. Dabei ist die Berichterstattung über das Artensterben eine Chance, Umweltthemen greifbarer zu kommunizieren: Wenn heimische Arten verschwinden oder Eisbären und Nashörner aussterben, geht das emotional näher als neue Zahlen zum CO</span><span style="font-weight: 400;">2</span><span style="font-weight: 400;">-Ausstoß. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Weltweit lässt sich bereits beobachten, dass Klimathemen in den Medien präsenter werden. In Österreich haben Journalistinnen und Journalisten aus unterschiedlichen Redaktionen einen Klima-Kodex erarbeitet. Mehrere bekannte Medien wie die </span><i><span style="font-weight: 400;">APA </span></i><span style="font-weight: 400;">, </span><i><span style="font-weight: 400;">Heute </span></i><span style="font-weight: 400;">und die </span><i><span style="font-weight: 400;">Wiener Zeitung </span></i><span style="font-weight: 400;">haben diesen bereits unterzeichnet. Der Klima-Kodex beinhaltet gewisse Richtlinien, wie etwa eine angemessene Wortwahl, um das Ausmaß der Klimakrise nicht zu verharmlosen. Außerdem wird das Artensterben gemeinsam mit der Klimakrise als dringlichste Krise in diesem Jahrhundert genannt, über die ausreichend berichtet werden muss. </span></p>
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		<title>Sindbad: Gemeinsam die Zukunft designen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Embacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Oct 2023 10:30:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Beim Mentoring-Programm von Sindbad begleitet ein/e MentorIn eine/n SchülerIn beim erfolgreichen Einstieg in eine weiterführende Schule oder Lehre. Hidaio hat gemeinsam mit ihrer Mentorin Annabell ihre Zukunft als Modedesignerin vorbereitet.&#8230;</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Beim Mentoring-Programm von Sindbad begleitet ein/e MentorIn eine/n SchülerIn beim erfolgreichen Einstieg in eine weiterführende Schule oder Lehre. Hidaio hat gemeinsam mit ihrer Mentorin Annabell ihre Zukunft als Modedesignerin vorbereitet.</div>
<p><span id="more-19810"></span></p>
<blockquote><p>Wenn dir jemand sagt: Du schaffst das, mach weiter – dann geht alles leichter.</p></blockquote>
<p>Annabell arbeitet im Eventdesign, organisiert Ausstellungen und Messeauftritte. Seit einem Jahr ist sie bei Sindbad ehrenamtlich als Mentorin aktiv. Zusammen mit ihrer Mentee Hidaio ist sie eines der Mentoring-Teams in Innsbruck, die diesen Herbst das acht- bis zwölfmonatige Sindbad-Programm abgeschlossen haben. Wir haben Annabell und Hidaio zum Interview getroffen.</p>
<p><strong>Wie seid ihr auf Sindbad gekommen und warum habt ihr euch angemeldet?</strong></p>
<p><strong>Hidaio</strong>: Ein paar Leute von Sindbad sind zu uns in die Schule gekommen und haben uns das Programm vorgestellt. Ich habe mich dann angemeldet, weil ich schon immer Modedesignerin werden wollte. Von Sindbad habe ich mir erhofft, dass sie mich dabei unterstützen. Ich habe dann auch Annabell als Mentorin ausgewählt, weil sie die Einzige war, die etwas mit Design macht.</p>
<p><strong>Annabell</strong>: Ich habe Sindbad schon länger auf Social Media verfolgt. Letztes Jahr habe ich mich dazu entschlossen, aktiv zu werden. Durch einen Infoabend war ich gleich begeistert von dem Projekt und habe dann wie alle angehenden Mentoren ein kurzes Video von mir aufgenommen. In dem stelle ich mich kurz vor und beschreibe, wie ich den Mentee unterstützen könnte. Hidaio hat mich ausgewählt und dann ging es auch schon los!</p>
<p><strong>Wie war der weitere Ablauf des Sindbad-Programms?</strong></p>
<p><strong>Annabell</strong>: Es gibt jedes Jahr zwei „Staffeln“: Eine beginnt im Herbst, eine kürzere im Frühjahr und beide enden zusammen im darauffolgenden Herbst. Während jeder Staffel gibt es ein paar feste Termine, wie zum Beispiel das Treffen mit allen Mentoren zu Beginn. Mit dem Mentee entscheidet man nach dem ersten Treffen gemeinsam, wann und wie oft man sich trifft. In der Regel ist das alle zwei bis drei Wochen.</p>
<p><strong>Wie war euer erstes Treffen?</strong></p>
<p><strong>Hidaio</strong>: Das war in der Bäckerei, Sindbad hat dort das erste Treffen von Mentoren und Mentees organisiert. Ich habe nicht so viel geredet, weil ich ein bisschen schüchtern bin. Aber Annabell hat mir ganz viele Fragen gestellt, wir haben was gegessen und Spiele gespielt – das war toll.</p>
<p><strong>Wie liefen dann die weiteren Treffen ab?</strong></p>
<p><strong>Annabell</strong>: Das ist bei jedem Sindbad-Team individuell. Bei Hidaio war schon klar, dass sie Modedesignerin werden will. Es war also nur noch die Frage, auf welchem Weg sie am besten zu diesem Ziel kommt. Ich war sehr motiviert (lacht) und habe eine Mappe mit verschiedenen Möglichkeiten vorbereitet, also zum Beispiel welche Schulen in Frage kommen. Die Entscheidung fiel dann auf den Kreativzweig der polytechnischen Schule. Der dauert ein Jahr, und dann gibt es für die Lehre verschiedene Optionen. Zum Beispiel könnte sich Hidaio für eine Lehrstelle zur Schneiderin bewerben.</p>
<p><strong>Was habt ihr außer der Zukunftsplanung zusammen gemacht?</strong></p>
<p><strong>Annabell</strong>: Ich bin auf die Idee gekommen, zu jedem Treffen ein Stück Modegeschichte mitzubringen. So haben wir wichtige Ikonen besprochen, von Coco Chanel damals bis Iris van Herpen heute. Schritt für Schritt haben wir Steckbriefe von Designern zusammengestellt, bei fast jedem Treffen kam jemand dazu.</p>
<p>Wenn in der Schule ein Referat oder Test angestanden hat, habe ich bei der Vorbereitung, soweit es ging, geholfen. Wir waren aber auch mal im Kino oder was essen. Mein Highlight war, als mich Hidaio zu einem Tanzauftritt eingeladen hat, bei dem verschiedene Schulen aus Innsbruck ihre Choreografien präsentiert haben. Da saß ich im Publikum und Hidaio war Tänzerin auf der Bühne.</p>
<p><strong>Gab es Herausforderungen im Mentoring-Prozess?</strong></p>
<p><strong>Hidaio</strong>: Bei mir gibt es da nichts, mir hat alles supergut gefallen.</p>
<p><strong>Annabell</strong>: Wie bei jeder menschlichen Beziehung muss man sich erstmal kennenlernen und herausfinden, wie der andere so ist. Aber ich würde sagen, dass wir das Eis schnell gebrochen haben (schaut zu Hidaio und beide lachen).</p>
<p><strong>Habt ihr euch mit anderen Mentoren und Mentees ausgetauscht? An wen hättet ihr euch wenden können, falls es Probleme gegeben hätte?</strong></p>
<p><strong>Hidaio</strong>: Von den anderen Mentees habe ich nicht so viel mitbekommen. Ich war mit einer Ansprechperson von Sindbad in Kontakt, da hätte ich Probleme ansprechen können.</p>
<p><strong><img decoding="async" loading="lazy" class=" wp-image-19817 alignright" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/sindbad_3-300x225.jpg" alt="" width="339" height="254" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/sindbad_3-300x225.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/sindbad_3-1024x768.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/sindbad_3-768x576.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/sindbad_3-1170x878.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/sindbad_3-585x439.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/sindbad_3.jpg 1280w" sizes="(max-width: 339px) 100vw, 339px" />Annabell</strong>: Ich finde den Rückhalt, den man von Sindbad bekommt, super. Ich hatte ebenfalls eine Kontaktperson. In der Supervision haben wir Mentoren uns ausgetauscht und gegenseitig geholfen. Nicht bei allen läuft es so reibungslos. Manche Eltern haben Schwierigkeiten, das Konzept von Sindbad zu verstehen, und sind skeptisch, wenn ihr Kind allein zu den Treffen geht. Außerdem kommen Mentor und Mentee oft aus einem ganz anderen Umfeld, das kann den Beziehungsaufbau erschweren. Wir beide haben schon ein bisschen Glück gehabt, dass wir uns so gut verstehen (die beiden lächeln).</p>
<p><strong>Was waren eure größten Erfolge?</strong></p>
<p><strong>Annabell</strong>: Hidaio hat jetzt ein eigenes Portfolio! Das haben wir gemeinsam erarbeitet. Sie zeichnet super viel und gern. Die schönsten Zeichnungen haben wir gelayoutet und mit diesem Portfolio hat sie sich schon für ein Praktikum beworben.</p>
<p><strong>War das Mentoring manchmal zu viel Zeitaufwand für dich?</strong></p>
<p><strong>Annabell</strong>: Ich habe schon sehr viel Zeit hineingesteckt, aber für mich war das kein Problem und ich konnte mir das gut einteilen. Dadurch, dass man das Programm so individuell gestalten kann, kann man aber auch um einiges weniger Zeit aufwenden. Jeder Mentor kann das selbst entscheiden.</p>
<p><strong>Hidaio, was wäre bei deiner Zukunftsplanung ohne Annabell und das Sindbad-Programm anders gewesen?</strong></p>
<p><strong>Hidaio</strong>: Es wäre sehr schwierig gewesen. Wenn dir jemand sagt: „Du schaffst das, mach weiter“, dann geht alles leichter.</p>
<p><strong>Annabell, was hast du durch Sindbad gelernt?</strong></p>
<p><strong>Annabell</strong>: Ich habe viel über K-Pop und koreanische Serien gelernt (lacht). Und dass nicht jeder von demselben Punkt startet, wenn es um Bildung und Möglichkeiten geht. Ich habe auch gelernt, dass man als Mentor viel bewirken kann. Oft helfen schon Kleinigkeiten, wie Selbstvertrauen mitzugeben oder den Tipp, beim E-Mail-Postfach in den Spamordner zu schauen, wenn man auf eine Antwort wartet. Außerdem habe ich mitbekommen, was Jugendliche heute beschäftigt. Das sind viel globalere Themen als bei mir damals. Ich finde das sehr beeindruckend und mir gefällt es, dass die Entwicklung in diese Richtung geht.</p>
<p><strong>Wie geht es jetzt weiter im Mentoring-Programm?</strong></p>
<p><strong>Annabell</strong>: Bald ist das offizielle Ende der Staffel, aber wir werden bestimmt in Kontakt bleiben. In einem Jahr geht es schließlich darum, nach Lehrstellen zu schauen. Bei uns beiden ist es auf jeden Fall eine Beziehung, die nicht mit dem Datum aufhört, an dem das Programm zu Ende ist (lächelt).</p>
<p><strong>Vielen Dank für das Interview.</strong></p>
<p><strong>Annabell</strong>: Hidaio, gehen wir noch ein Eis essen?</p>
<p><strong>Hidaio</strong>: Ja!</p>
<h3>Das Sindbad-Programm</h3>
<p>Wer zwischen 20 und 35 Jahre alt ist, kann sich bei Sindbad als ehrenamtlicher Mentor oder Mentorin engagieren. Die Mentees sind zwischen 13 und 19 Jahre alt und suchen nach der Pflichtschule eine weiterführende Schule oder Lehre. Ziel des Mentoring-Programms ist, für mehr Chancengerechtigkeit in Österreich zu sorgen und unterschiedliche Lebenswelten in Verbindung zu bringen.</p>
<div class="bildunterschrift"><img decoding="async" loading="lazy" class=" wp-image-19814 alignleft" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/sindbad_logo-300x193.jpg" alt="" width="225" height="145" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/sindbad_logo-300x193.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/sindbad_logo-768x495.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/sindbad_logo-585x377.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/10/sindbad_logo.jpg 866w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></div>
<p>Infoabende zu Sindbad finden bis Mitte November in der Bäckerei statt. Die Termine sind <a href="https://www.sindbad.co.at/standorte_uebersicht/innsbruck">hier</a> zu finden, allgemeine Informationen zu Sindbad sind auf deren <a href="https://www.sindbad.co.at/">Website</a> zusammengestellt.</p>
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		<title>Pretty Privilege: Wer schön ist, wird bevorzugt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Embacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 May 2023 10:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ob in der Schule, im Job, in der Politik – sogar vor Gericht: Schöne Menschen bekommen überall eine Art Bonus für ihr Aussehen. Das ist ungerecht. Doch zum Glück gibt&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="s3 subtitle_up">Ob in der Schule, im Job, in der Politik – sogar vor Gericht: Schöne Menschen bekommen überall eine Art Bonus für ihr Aussehen. Das ist ungerecht. Doch zum Glück gibt es einige Ansätze, die das „Privileg“ einschränken.</div>
<p><span id="more-19300"></span></p>
<p class="s3"><span class="s2">Der Hashtag #</span><span class="s2">prettyprivilege</span><span class="s2"> ist mit 361 Millionen Views zurzeit sehr beliebt auf TikTok. Einige </span><span class="s2">Influencerinnen</span><span class="s2"> zeigen dort, wie ihnen Drinks ausgegeben und Reisen bezahlt werden, weil sie „schön” sind. Andere berichten von ihrem sogenannten „Glow-up“, also einer Transformation von „hässlich“ zu „schön“. Die Creatorin Mina erzählt, was Nasen-Op, Aknebehandlung und Gewichtsverlust in ihrem Leben verändert haben: </span><span class="s2">„Vorher habe ich meine Hässlichkeit kompensiert, indem ich super sozial, kontaktfreudig, laut und einfach nur nervig war. Je schöner ich wurde, desto weniger ängstlich wurde ich, mehr Leute kamen auf mich zu und wollten mit mir reden. </span><span class="s2">Ich</span><span class="s2"> habe sogar einen Job als Moderatorin bekommen.“</span></p>
<p class="s3"><span class="s2">Der Begriff „Pretty Privilege“ wurde vor etwa einem halben Jahr auf TikTok groß, die Forschung kennt das Phänomen aber schon seit den </span><span class="s2">Siebzigerjahren.</span><span class="s2"> Für eine Studie aus dem Jahr 1972 an der Universität Minnesota bekamen Studierende Fotos von Gleichaltrigen zu sehen. Bei den als attraktiv eingeschätzten Personen glaubten die Studierenden eher, dass </span><span class="s2">diese</span><span class="s2"> einmal einen angesehenen Beruf ergreifen und glücklicher in ihrem beruflichen und sozialen Leben sein würden. Die als weniger attraktiv eingeschätzten Personen wurden als weniger sozial erwünscht wahrgenommen. Die Studierenden sahen bei ihnen eine geringere Wahrscheinlichkeit, dass sie einmal heiraten, glückliche Ehen führen und „kompetente Ehegatten“ sein würden.</span></p>
<h2 class="s3"><span class="s2">Wie ein Heiligenschein</span></h2>
<p class="s3"><span class="s2">Die Ergebnisse lassen sich anhand des Halo-Effekts erklären: Sehen wir bei jemandem eine bestimmte Eigenschaft, so strahlt diese wie bei einem Heiligenschein auf dessen ganze Persönlichkeit. Woraufhin wir automatisch auf weitere Eigenschaften schließen. Befinden wir also eine Person als schön, gehen wir eher davon aus, dass sie vertrauenswürdig, erfolgreich und glücklich ist. Wir nehmen sie als positiv wahr und gewähren unbewusst oder bewusst Vorteile – das Pretty Privilege.</span></p>
<p class="s3"><span class="s2">Das erscheint so ungerecht, dass Forscher sich lange nicht an die Untersuchung des Phänomens wagten. </span><span class="s2">So sagte einst der Psychologe Elliot Aronson:</span><span class="s2">„Es könnte sein, dass wir es überhaupt nicht mögen würden, Beweise dafür zu finden, dass schöne Frauen mehr gemocht werden als unansehnliche – das erscheint uns irgendwie </span><span class="s2">undemokratisch. In einer</span><span class="s2">Demokratie möchten wir gerne glauben, dass eine Person mit harter Arbeit und einer guten Portion Motivation fast alles erreichen kann.“</span></p>
<h2 class="s3">Schöne Menschen haben es leicht</h2>
<p class="s3"><span class="s2">Inzwischen wurden allerdings viele Studien zum Pretty Privilege durchgeführt. Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2000 zeigt zum Beispiel, dass Kinder, die als attraktiver eingestuft werden, beliebter sind, bei Intelligenztests besser abschneiden und bessere Noten in der Schule bekommen. Im Erwachsenenalter korreliert ein höheres Maß an Attraktivität mit größerem Erfolg am Arbeitsplatz sowie bei der Partnersuche, mehr sexueller Erfahrung, besserer körperlicher und geistiger Gesundheit, höherem Selbstvertrauen, einer positiveren Selbstwahrnehmung und besseren sozialen Fähigkeiten. </span></p>
<p class="s3"><span class="s2">Auch gibt es Belege, dass Angeklagte vor Gericht häufiger verurteilt werden und längere Strafen bekommen, wenn sie weniger schön sind. Und bei politischen Wahlen haben es schöne Kandidaten ebenfalls leichter: Sie bekommen mehr Stimmen und Skandale werden ihnen eher vergeben.</span></p>
<p class="s3"><span class="s2">Man könnte also meinen, schöne Menschen hätten es im Leben immer leichter. Doch das stimmt nicht ganz. In manchen Fällen wird Schönheit mit negativen Eigenschaften verknüpft. So fand die Studie aus Minnesota, dass die Versuchspersonen den schönen Menschen geringere Fähigkeiten als Eltern zusprechen. In der Meta-Analyse „What is beautiful is good, but…” von 1991 fanden die Autoren, dass schöne Menschen eher als eitel und weniger bescheiden eingeschätzt werden. Auch kommen sie zum Schluss, dass Pretty Privilege insgesamt nur einen moderaten Effekt hat. Es würden irreführend oft Studien zitiert, die unrichtig eindeutige Ergebnisse vorweisen. </span></p>
<h2 class="s3"><span class="s2">Verschiedene Arten der Diskriminierung</span></h2>
<p class="s3"><span class="s2">Bei der Thematisierung von Privilegien und Ungerechtigkeit sollte man außerdem nicht die Intersektionalität außer Acht lassen. Heißt: die Überlappung von verschieden Arten der Diskriminierung, sodass sich für jede Einzelperson eine einzigartige Lebenswirklichkeit ergibt. Eine lesbische weiße Frau aus Tirol wird Ungerechtigkeit in Österreich anders wahrnehmen als ein schwuler Mann mit türkischen Wurzeln, obwohl beide homosexuell sind. Wie wir eine Person wahrnehmen und aufgrund dessen </span><span class="s2">behandeln,</span><span class="s2"> hängt also nicht nur von ihrer Attraktivität ab. Biologisches und soziales Geschlecht, Hautfarbe, soziale Klasse und weitere Kontexte spielen ebenfalls eine Rolle.</span></p>
<p class="s3"><span class="s2">Dieses</span><span class="s2"> Phänomen untersuchte Kelsey Yonce im Rahmen ihrer Masterarbeit und kam zum Schluss, dass die </span><span class="s2">verschiedensten</span><span class="s2"> Aspekte unsere Wahrnehmung von Schönheit beeinflussen. So werden Menschen, die alt sind, eine Behinderung haben oder einen niedrigen sozialen Status, als weniger attraktiv </span><span class="s2">bewertet.</span><span class="s2"> Im Bezug auf das Geschlecht scheint die äußere Erscheinung bei Frauen eine größere Rolle zu spielen als bei Männern. Bei Facebook-Profilen von Frauen schauen Menschen länger auf </span><span class="s2">deren</span><span class="s2"> Bilder, bei Männern länger auf </span><span class="s2">deren</span><span class="s2">Likes und Interessen. Das setzt sie wiederum unter Druck: Frauen vergleichen sich eher mit Personen, die attraktiver sind als sie selbst, </span><span class="s2">und sind tendenziell </span><span class="s2">kritischer mit ihrer eigenen Erscheinung.</span></p>
<h2 class="s3">Die dunkle Seite der Schönheit</h2>
<p class="s3"><span class="s2">In ihrer Publikation „The dark side of being pretty” untersuchen Forscher Stephen Marson und Joanne Hessmiller Erfahrungsberichte von Frauen, die früher an Schönheitswettbewerben teilgenommen hatten, mittlerweile aber studiert hatten und im Berufsleben angekommen waren. Sie berichten von dem Gefühl, in ihrem professionellen Umfeld nicht ernst genommen zu werden, von anderen Frauen abgelehnt zu werden, und dem Vorurteil, sie hätten ihre Erfolge nur ihrem Aussehen zu verdanken.</span></p>
<p class="s3"><span class="s2">Außerdem wäre es denkbar, dass attraktive Frauen häufiger Catcalling ausgesetzt sind. Eine Studie von 2021 nennt als die am häufigsten angegebene Motivation von Männern für Catcalling den Ausdruck von sexuellem Interesse – und dieses ist bei attraktiven Frauen erwartungsgemäß höher.  </span></p>
<p class="s3"><span class="s2">Attraktive</span><span class="s2"> Menschen profitieren von Pretty Privilege, doch v</span><span class="s2">or allem Frauen haben in manchen Kontexten auch mit einer „Beauty-Penalty“ zu kämpfen. </span><span class="s2">So oder so führt die Wahrnehmung von Attraktivität zu Ungleichbehandlung – und das ist ungerecht. </span><span class="s2">Aber können wir uns überhaupt anders verhalten? Ist die positive Haltung gegenüber Schönheit nicht in uns einprogrammiert? Zum Teil ja. Studien zeigen, dass Babys bevorzugt Gesichter anschauen, die von Erwachsenen als schön bezeichnet werden. Ebenso gibt es Hinweise, dass sich Menschen über Kulturen, Altersstufen und Geschlechter hinweg einigermaßen einig über die Beurteilung von Schönheit sind. Aus </span><span class="s2">evolutiver</span><span class="s2"> Perspektive ergibt das durchaus Sinn: Schönheit steht im Zusammenhang mit unserem Alter, unserer Gesundheit und unserem Gesichtsausdruck. Wenn wir nicht mehr Informationen zur Verfügung haben, ist sie der beste Indikator dafür, ob wir Freund oder Feind vor uns haben. </span></p>
<h2 class="s3">Lookism als Beauty-Penalty</h2>
<p class="s3"><span class="s2">Sehen wir eine Person zum ersten Mal, können wir uns diesem Eindruck nicht entziehen. Wir haben es aber in der Hand, wie viel Bedeutung wir ihm beimessen. So können wir das Pretty Privilege bestimmt nicht abschaffen, aber zumindest abschwächen. Eine Studie aus dem Jahr 2011 fand, dass die Objektifizierung von Frauen aufgrund ihrer Schönheit abnimmt, wenn Beweise für ihre Kompetenzen präsentiert werden. Ähnlich dazu spielt bei Wahlen das Aussehen eines Kandidaten nur eine Rolle, wenn die Wähler kaum über </span><span class="s2">diesen</span><span class="s2"> informiert sind. </span></p>
<p class="s3"><span class="s2">Um dieses Mittel gegen das Pretty Privilege populärer zu machen, müsste erst einmal der Begriff selbst bekannter werden. Und zwar nicht rein positiv konnotiert wie auf TikTok, sondern kritisch beäugt und diskutiert. Dazu gehören auch mehr Studien – vor allem zur Intersektionalität der Thematik. Außerdem dürfen wir die Beauty-Penalty nicht außer Acht lassen. Es wäre deswegen sinnvoll, einen allgemeinen Begriff für die Ungerechtigkeit auf Grund des Aussehens einer Person zu verwenden. Zum Beispiel: Lookism (in Anlehnung an andere Diskriminierungsformen wie Racism, Sexism oder Ableism). </span></p>
<p class="s3"><span class="s2">Neuere Studien weisen zudem darauf hin, dass unsere Kriterien für Attraktivität wie Symmetrie und Jugendlichkeit doch nicht so fix sind, wie gedacht: Setzt man Versuchsteilnehmer wiederholt </span><span class="s2">verzerrten</span><span class="s2">Gerichten aus, so werden diese als attraktiver wahrgenommen. Auch historisch haben sich Schönheitsbilder gewandelt, und so liegt der Gedanke nahe, dass wir das als schön empfinden, was wir am häufigsten sehen. Wenn wir also viel Zeit damit verbringen, die operierten Nasen auf Instagram und die mit Filtern überlagerten Gesichter auf TikTok zu betrachten, ändert sich schon jetzt unser Bild von Schönheit erneut. Und somit auch, wer von Pretty Privilege profitiert.</span></p>
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		<title>ChatGPT, wer bist du?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Embacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Apr 2023 10:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ob Smartphones, Social Media oder das Internet: Neue Technologien stellen unsere Welt auf den Kopf. Das fällt uns mit der Zeit gar nicht mehr auf. Jetzt kommt die künstliche Intelligenz&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Ob Smartphones, Social Media oder das Internet: Neue Technologien stellen unsere Welt auf den Kopf. Das fällt uns mit der Zeit gar nicht mehr auf. Jetzt kommt die künstliche Intelligenz ChatGPT – und könnte wieder alles verändern.</div>
<p><span id="more-18810"></span></p>
<p>Kannst du dich noch erinnern? Daran, als irgendwann in der Schulzeit das erste Tastenhandy kam und prompt das Prepaid-Guthaben mit haufenweise Emoji-Nachrichten an die beste Freundin verballert wurde? Und dann, als die ersten Samsung Galaxies und iPhones auf dem Pausenhof auftauchten, ging es so richtig los: Whatsapp-Gruppen (mit vielen Emojis und geistreichen Abkürzungen im Titel), verwaschene Spiegel-Selfies und Doodle-Jump. Mit jeder Generation wurden die Handys schneller, die Kameras besser und der Speicherplatz größer. Und heute? Da ändert sich beim neuen iPhone nur noch die Position der Kamera oder der Preis, der wohl noch nicht hoch genug ist. Heute gibt es außerdem etwas, das weit mehr Aufsehen erregt als neueste iPhone-Modell: Die künstliche Intelligenz ChatGPT. Jeder kann sie benutzen: Einfach auf openai.com ein Konto erstellen und schon kann man mit der künstlichen Intelligenz chatten:</p>
<p><strong>Hallo ChatGPT, wer bist du?</strong></p>
<blockquote><p>Hallo! Ich bin ChatGPT, ein großes Sprachmodell, das von OpenAI entwickelt wurde. Ich wurde darauf trainiert, menschenähnliche Konversationen zu führen und auf eine Vielzahl von Fragen und Themen zu antworten. Wie kann ich dir heute helfen?</p></blockquote>
<p><strong>Ich würde gerne Folgendes wissen: Warum sprechen gerade so viele Leute über dich?</strong></p>
<blockquote><p>Das könnte daran liegen, dass ich ein relativ neues und fortschrittliches Sprachmodell bin. Viele Leute sind neugierig auf meine Fähigkeiten und wie ich ihnen bei verschiedenen Aufgaben helfen kann. Ich werde auch von Forschern, Unternehmen und anderen Organisationen verwendet, um die natürliche Sprachverarbeitung und künstliche Intelligenz voranzutreiben.</p></blockquote>
<p>Inzwischen ist also ein regelrechter Hype um ChatGPT ausgebrochen. Von der Tiroler Tageszeitung bis zur New York Times wird berichtet, in der richtigen YouTube-Blase regnet es nur so Tutorials zur Verwendung von ChatGPT. Auch in Discord-Channeln und Subreddits diskutieren die Nutzer, von denen es Ende Januar, nur zwei Monate nach dem Release, bereits über 100 Millionen gab.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter wp-image-18817 size-large" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/chatgpt_logo-e1679260821186-1024x412.jpg" alt="" width="1024" height="412" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/chatgpt_logo-e1679260821186-1024x412.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/chatgpt_logo-e1679260821186-300x121.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/chatgpt_logo-e1679260821186-768x309.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/chatgpt_logo-e1679260821186-1170x471.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/chatgpt_logo-e1679260821186-585x235.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/chatgpt_logo-e1679260821186.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p>Wie bei fast jeder neuen Technologie, vom Smartphone bis zum Staubsauger, wird sich ChatGPT nach einer S-förmigen Kurve entwickeln. Zu Beginn gibt eine kleine Zahl an Nutzern, die sogenannten Early Adopters. Bei den ersten Smartphones sind das Businessleute und Tech-Enthusiasten, die Mitte der 2000er in die Tasten der ersten Blackberrys hacken. Dann beginnt der Hype und die Zahl der Nutzer steigt rasant an: 2007 kommt das erste iPhone auf den Markt. Inzwischen sind Smartphones in der breiten Masse angekommen und die Anzahl an neuen Nutzern stagniert. Selbst viele unserer Großeltern besitzen heute eins (und erfreuen den Familienchat mit Fotos von den Hauskatzen oder sonnigen Grüßen von Omi).</p>
<p>Die große Frage ist nun: Wo stehen wir bei ChatGPT? Eine mögliche Antwort wäre, dass der Hype bereits vorbei ist und schon bald noch kaum noch neue Nutzer oder nennenswerte Weiterentwicklungen hinzukommen werden. Die künstliche Intelligenz bleibt dann ein Werkzeug, das für manche Anwendungen sinnvoll ist und für manche eben nicht.</p>
<p>Eine andere Antwort wäre, dass wir noch ganz am Anfang stehen, ganz unten auf der Kurve. In diesem Fall, wenn die Nutzerzahlen und damit der Einfluss von ChatGPT unaufhaltsam steigen, kann alles passieren. Die Art, wie wir Nachrichten konsumieren und Informationen finden, könnte sich revolutionieren. Wir könnten ganz neue Wege finden, zu kommunizieren, zu arbeiten und unsere Freizeit zu gestalten. In der Wirtschaft könnten ganze Branchen wegbrechen und gleichzeitig neue entstehen, vielleicht ändern wir unser Einkaufsverhalten oder unsere Kindererziehung. Und keiner kann sagen, wie die Politik reagiert. Klingt unwahrscheinlich? Dann sei nur noch einmal an die S-Kurve erinnert und an die Sache mit den Smartphones. Zusammen mit dem Internet, das sich ähnlich schnell und unreguliert entwickelt hat, haben sie unser Leben umgekrempelt.</p>
<p><strong>Chat GPT, warum fällt uns gar nicht mehr auf, wie sehr Smartphones und das Internet unser Leben verändert haben?</strong></p>
<blockquote><p>Ein Grund dafür, dass es uns nicht mehr so bewusst ist, wie sehr Smartphones und das Internet unser Leben verändert haben, ist, dass diese Technologien so allgegenwärtig geworden sind. Viele von uns nutzen sie täglich, um uns zu informieren, zu unterhalten, zu kommunizieren und sogar zu arbeiten. Es ist so selbstverständlich geworden, dass wir uns oft nicht daran erinnern, wie wir ohne sie gelebt haben.</p>
<p>Ein weiterer Grund könnte sein, dass die Veränderungen, die durch Smartphones und das Internet ausgelöst wurden, allmählich und subtil waren, anstatt dramatisch und sofort spürbar zu sein. Zum Beispiel haben wir uns allmählich daran gewöhnt, immer und überall erreichbar zu sein und sofortigen Zugang zu Informationen und Unterhaltung zu haben. Diese Veränderungen waren nicht unbedingt negativ, aber sie haben unsere Art zu leben und zu kommunizieren grundlegend verändert.</p></blockquote>
<p>Ähnlich subtil ist ChatGPT schon jetzt fester Bestandteil unserer Lebenswelt. Zum Beispiel an der Uni: Lisa, die an in Innsbruck Geografie studiert, erzählt uns von einem Professor, der in der letzten Klausur einen von ChatGPT verfassten Text präsentierte. Die künstliche Intelligenz erklärt darin, wie sich eine Schneedecke durch Umwelteinflüsse über die Zeit verändert. Die Studierenden sollten im Text markieren, welche Fehler ChatGPT in seiner Beschreibung macht und was stimmt. Das Fazit von Lisa: ChatGPT bringt in der Antwort einiges durcheinander, sogar der Großteil des Fachwissens, das die KI von sich gibt, ist falsch.</p>
<p>Beat, der Physik an der Uni Innsbruck studiert, verwendet zum Programmieren oft ChatGPT. Er beschreibt, wie er ein bestehendes Programm mit Hilfe der künstlichen Intelligenz in eine andere Programmiersprache übersetzt hat. „Was ChatGPT da geleistet hat, ist schon erstaunlich“, meint er. „Ohne die künstliche Intelligenz hätte ich Stunden länger für diese Aufgabe gebraucht. Andererseits waren auch ein paar kleinere Fehler in dem von ChatGPT übersetzten Programm. Um die zu korrigieren, habe ich dann schon mein Programmier-Wissen gebraucht.“</p>
<p>So nützlich ChatGPT ist und so vielseitig die Anwendungen, die künstlich Intelligenz liegt bei ihren Antworttexten (noch) oft daneben. Konkrete Quellenangaben gibt sie selbst auf Nachfrage nicht.</p>
<p>ChatGPT, woher beziehst du deine Informationen? Warum sind manche deiner Antworten falsch?</p>
<blockquote><p>Ich beziehe meine Informationen aus einer Vielzahl von Quellen, einschließlich Online-Enzyklopädien, Nachrichtenartikeln, akademischen Publikationen, Büchern und anderen zuverlässigen Informationsquellen. Es kann verschiedene Gründe geben, warum manche meiner Antworten falsch sein könnten. Als Computerprogramm bin ich auf Daten und Informationen angewiesen, die in meiner Datenbank verfügbar sind, und manchmal kann es vorkommen, dass die Informationen unvollständig, ungenau oder veraltet sind.</p>
<p>Ein weiterer Grund dafür, dass meine Antworten falsch sein können, ist, dass ich auf Wahrscheinlichkeiten basiere. Wenn ich beispielsweise eine Frage erhalte, auf die es keine klare oder eindeutige Antwort gibt, kann es vorkommen, dass ich eine Antwort generiere, die möglicherweise falsch oder nicht vollständig ist.</p>
<p>Es ist auch möglich, dass ich die Frage nicht vollständig verstehe oder dass meine Algorithmen oder Modelle nicht für eine bestimmte Art von Fragen optimiert sind. In diesen Fällen ist es immer ratsam, weitere Recherchen durchzuführen und andere Quellen zu konsultieren, um sicherzustellen, dass die Informationen korrekt und aktuell sind.</p></blockquote>
<p>Im Moment muss man sich also gut überlegen, für was man ChatGPT verwenden kann. Mit den richtig formulierten Fragen lässt sich aber schon jetzt manches Problem im Alltag, im Studium oder im Beruf vereinfachen. Die Zukunft könnte noch viel mehr bringen, bis hin zu Dimensionen der Veränderung, wie sie das Internet hervorgebracht hat.</p>
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		<title>Der UNIpress Mensatest</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Embacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Mar 2023 11:34:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Campus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mensaessen soll leistbar sein, satt machen und gut schmecken. Wir kosten uns durch, klären, in welchen Mensen Innsbrucks das gelingt – und stoßen auf beträchtliche Unterschiede. Technik: Terrasse top, Essen&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Mensaessen soll leistbar sein, satt machen und gut schmecken. Wir kosten uns durch, klären, in welchen Mensen Innsbrucks das gelingt – und stoßen auf beträchtliche Unterschiede.<span id="more-18619"></span></div>
<h3>Technik: Terrasse top, Essen flop</h3>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="alignright wp-image-18628" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/technik2-e1678004404870-300x277.png" alt="" width="285" height="263" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/technik2-e1678004404870-300x277.png 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/technik2-e1678004404870-1024x944.png 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/technik2-e1678004404870-768x708.png 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/technik2-e1678004404870-1536x1417.png 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/technik2-e1678004404870-1170x1079.png 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/technik2-e1678004404870-585x540.png 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/technik2-e1678004404870.png 1736w" sizes="(max-width: 285px) 100vw, 285px" /></p>
<p>Das Wetter ist vorzüglich, als wir die Technik-Mensa an einem sonnigen Oktobertag testen – das Essen leider nicht so. Der Verzehr des Kartoffel-Zucchini-Gratins (vegetarisch) stellt uns vor besondere Herausforderungen: Schaffst du es, die passende Komposition aus versalzener Waldpilzsoße, zu harten Kartoffeln und matschiger Zucchini auf eine Gabel zu laden? Wenn ja, dann gleichen sich die einzelnen Verfehlungen in der Kochkunst so einigermaßen aus und man erhält ein ganz passables Gericht.</p>
<p>Aber Achtung, wer von einer Zutat zu viel oder zu wenig erwischt, bereut schnell, gerade 5,70 Euro für sein Essen ausgegeben zu haben. Diese Kombinationsaufgabe der verschiedenen Essenskomponenten stellt für manche Mathestudierenden vielleicht ein spannendes Optimierungsproblem dar. Denjenigen, die einfach nur Mittagessen wollen, ist dieses Gericht aber <strong>eher nicht zu empfehlen</strong>.</p>
<div id="attachment_18627" style="width: 1930px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-18627" decoding="async" loading="lazy" class="size-full wp-image-18627" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/technik-scaled-e1678001808971.jpg" alt="" width="1920" height="1219" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/technik-scaled-e1678001808971.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/technik-scaled-e1678001808971-300x190.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/technik-scaled-e1678001808971-1024x650.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/technik-scaled-e1678001808971-768x488.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/technik-scaled-e1678001808971-1536x975.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/technik-scaled-e1678001808971-1170x743.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/technik-scaled-e1678001808971-585x371.jpg 585w" sizes="(max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /><p id="caption-attachment-18627" class="wp-caption-text">Foto: Sarah Embacher und Tobias Jakober</p></div>
<div class="bildunterschrift">Die Terrasse ist leider das einzig Verlockende an der Technik-Mensa</div>
<p>Ähnlich sieht es bei der zweiten Option auf dem Tagesmenü aus: Das Champignon-Gulasch mit Semmelknödel (vegetarisch) für 5,70 Euro ist zwar ganz nett angerichtet, aber die Soße hat diesen unverwechselbaren Geschmack von Fertigessen. Mit der Konsistenz des Knödels fangen wir lieber gar nicht erst an, sondern trösten uns mit Sonnenstrahlen und Bergblick auf der Mensa-Terrasse. Wenn man nicht gerade im Innenbereich sitzen muss, gibt es zumindest am Ambiente nichts auszusetzen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>CCB: Charmantes Curry mit Basmatireis</h3>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="alignleft wp-image-18624" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/CCB2-e1678004308851-300x277.png" alt="" width="285" height="263" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/CCB2-e1678004308851-300x277.png 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/CCB2-e1678004308851-1024x947.png 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/CCB2-e1678004308851-768x710.png 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/CCB2-e1678004308851-1536x1420.png 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/CCB2-e1678004308851-1170x1082.png 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/CCB2-e1678004308851-585x541.png 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/CCB2-e1678004308851.png 1736w" sizes="(max-width: 285px) 100vw, 285px" /></p>
<p>Im <strong>„Café 80/82</strong>“, wie die CCB-Mensa offiziell heißt, fallen sofort großzügige Glasfenster, schicke Sitzplätze auf Barhockern und frische Farben ins Auge. Passend zum modernen Interieur stehen hier oft vegane und asiatische Gerichte auf dem Menü. Wir testen das Süßkartoffel-Curry mit Zucchini und Basmatireis (vegan) für 5,70 Euro sowie das Massaman-Beef-Curry mit Basmatireis für 6,40 Euro und sind sehr zufrieden: Die Portionen sind recht groß, mit frischem Gemüse und schmecken gut.</p>
<p>Nur die Nudeln mit Paprika-Pesto (vegan) für 5,30 Euro sind eine Enttäuschung. Man könnte meinen, bei so einem Gericht wäre es schwer, etwas falsch zu machen. Doch leider besteht das Pesto nur aus ein paar roten Schnipseln, die optisch und geschmacklich kaum zu erkennen sind. Die angebotene frische Petersilie und den gemahlenen Parmesan darüber zu streuen, sorgt zwar für mehr Geschmack, macht das Gericht aber auch etwas trocken und nicht-vegan. Fazit: Bei Nudeln mit Pesto kann jeder Studierende mit weniger Budget für ein spektakuläreres kulinarisches Erlebnis sorgen, die anderen Gerichte und das Ambiente überzeugen uns jedoch.</p>
<div id="attachment_18623" style="width: 2570px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-18623" decoding="async" loading="lazy" class="size-full wp-image-18623" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/CCB-scaled-e1678001120405.jpg" alt="" width="2560" height="1548" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/CCB-scaled-e1678001120405.jpg 2560w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/CCB-scaled-e1678001120405-300x181.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/CCB-scaled-e1678001120405-1024x619.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/CCB-scaled-e1678001120405-768x464.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/CCB-scaled-e1678001120405-1536x929.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/CCB-scaled-e1678001120405-2048x1238.jpg 2048w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/CCB-scaled-e1678001120405-1920x1161.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/CCB-scaled-e1678001120405-1170x707.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/CCB-scaled-e1678001120405-585x354.jpg 585w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><p id="caption-attachment-18623" class="wp-caption-text">Foto: Sarah Embacher und Tobias Jakober</p></div>
<div class="bildunterschrift">Gemütliches Ambiente im Café 80/82</div>
<p>&nbsp;</p>
<h3>USI: Kulinarischer Sieger – aber wo bleibt der Mensa-Bon?</h3>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="alignright wp-image-18632" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/usi2-e1678003328482-300x277.png" alt="" width="285" height="263" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/usi2-e1678003328482-300x277.png 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/usi2-e1678003328482-1024x947.png 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/usi2-e1678003328482-768x710.png 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/usi2-e1678003328482-1536x1420.png 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/usi2-e1678003328482-1170x1082.png 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/usi2-e1678003328482-585x541.png 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/usi2-e1678003328482.png 1736w" sizes="(max-width: 285px) 100vw, 285px" /></p>
<p>Das Universitäts-Sportinstitut tanzt im Mensa-Angebot Innsbrucks aus der Reihe. Hier ist nämlich nicht mehr die “Mensen-Betriebsgesellschaft” der Pächter, sondern die Uni selbst – und das merkt man! Nur hier hat das Essen wirklich frisch zubereitet und eben nicht nach typischem Mensa-Essen geschmeckt. Das Hühnergeschnetzelte mit Champignons, Gemüserahm und Spätzle ist köstlich, ebenso die mediterrane Hummus-Bowl mit Quinoa, Grillgemüse, Salat und Falafeln, die in einem schicken Einmachglas serviert wird.</p>
<p>Weniger schick ist dagegen die Inneneinrichtung, die mit eng zusammenstehenden Tischen, Fliesenboden und Plastikvertäfelung an den Wänden wohl keinen Designpreis gewinnen würde. Die Mensa ist aber angenehm klein und es herrscht eine entspannte, unaufgeregte Stimmung. Alles in allem stören wir uns hauptsächlich am Preis für die Gerichte, denn wir zahlen ohne ÖH-Rabatt für das Geschnetzelte den vollen Preis von 6,50 Euro und für die Bowl 6,90 Euro. Das ist für die meisten Studierenden wohl zu teuer und es bleibt zu wünschen, dass auch hier der ÖH-Mensabon gilt.</p>
<div id="attachment_18631" style="width: 2570px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-18631" decoding="async" loading="lazy" class="size-full wp-image-18631" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/usi1-scaled-e1678001232343.jpg" alt="" width="2560" height="1529" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/usi1-scaled-e1678001232343.jpg 2560w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/usi1-scaled-e1678001232343-300x179.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/usi1-scaled-e1678001232343-1024x612.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/usi1-scaled-e1678001232343-768x459.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/usi1-scaled-e1678001232343-1536x917.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/usi1-scaled-e1678001232343-2048x1223.jpg 2048w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/usi1-scaled-e1678001232343-1920x1147.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/usi1-scaled-e1678001232343-1170x699.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/usi1-scaled-e1678001232343-585x349.jpg 585w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><p id="caption-attachment-18631" class="wp-caption-text">Foto: Sarah Embacher und Tobias Jakober</p></div>
<div class="bildunterschrift">Etwas eng geht es in der Mensa am Campus Sport zu</div>
<p>&nbsp;</p>
<h3>SoWi: Braten oder gebraten werden</h3>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="alignleft wp-image-18626" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/SoWi2-e1678003987811-300x277.png" alt="" width="285" height="263" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/SoWi2-e1678003987811-300x277.png 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/SoWi2-e1678003987811-1024x944.png 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/SoWi2-e1678003987811-768x708.png 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/SoWi2-e1678003987811-1536x1417.png 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/SoWi2-e1678003987811-1170x1079.png 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/SoWi2-e1678003987811-585x540.png 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/SoWi2-e1678003987811.png 1736w" sizes="(max-width: 285px) 100vw, 285px" /></p>
<p>Die Sonne macht den Backöfen in der SoWi-Lounge Konkurrenz. Wie auch in der Bibliothek unmittelbar darüber, kommt man beim Essen im Sonnenschein an warmen Tagen ganz schön ins Schwitzen. Der Innenhof bietet zu solchen Gelegenheiten aber auch einen sehr netten Ausblick und eine ruhige Atmosphäre. Sonnig ist auch die Laune der Kassiererin, die trotz des vielen Betriebes ihre Freundlichkeit bewahrt.</p>
<div id="attachment_18625" style="width: 2570px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-18625" decoding="async" loading="lazy" class="size-full wp-image-18625" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/sowi-scaled-e1678001141541.jpg" alt="" width="2560" height="1529" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/sowi-scaled-e1678001141541.jpg 2560w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/sowi-scaled-e1678001141541-300x179.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/sowi-scaled-e1678001141541-1024x612.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/sowi-scaled-e1678001141541-768x459.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/sowi-scaled-e1678001141541-1536x917.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/sowi-scaled-e1678001141541-2048x1223.jpg 2048w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/sowi-scaled-e1678001141541-1920x1147.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/sowi-scaled-e1678001141541-1170x699.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/sowi-scaled-e1678001141541-585x349.jpg 585w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><p id="caption-attachment-18625" class="wp-caption-text">Foto: Sarah Embacher und Tobias Jakober</p></div>
<div class="bildunterschrift">Ein Platz an der Sonne: die SoWi-Lounge</div>
<p>Es gibt hier gleich zwei vegetarische Alternativen – das Kichererbsen-Ragout mit Bulgur und einen Gemüsestrudel, beides für unter 6 Euro. Der Burger mit Pommes um 7,90 Euro macht einem die Wahl diesmal nicht schwer. Satt wird man auch von den nicht zu kleinen anderen Gerichten, beim Anrichten gibt es noch Luft nach oben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>UBI-Chat: Der Lernplatz als Mittagstisch</h3>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-18630 alignright" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/Ubichat2-e1678003616513-300x277.png" alt="" width="285" height="263" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/Ubichat2-e1678003616513-300x277.png 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/Ubichat2-e1678003616513-1024x944.png 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/Ubichat2-e1678003616513-768x708.png 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/Ubichat2-e1678003616513-1536x1417.png 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/Ubichat2-e1678003616513-1170x1079.png 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/Ubichat2-e1678003616513-585x540.png 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/Ubichat2-e1678003616513.png 1736w" sizes="(max-width: 285px) 100vw, 285px" /></p>
<p>Die Neue Mensa am Herzog-Siegmund-Ufer hat wegen Personalmangels nun schon seit geraumer Zeit geschlossen – bleibt das UBI-Chat im Bruno-Sander-Haus am Campus Innrain. Wohl auch wegen des Wegfalls des Standorts auf der anderen Straßenseite ist es recht voll an den Tischen des UBI-Chat. Die Sitzmöglichkeiten draußen liegen im Schatten des Unigebäudes und laden einen daher wohl nur in den warmen Monaten des Jahres zum Verweilen ein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_18629" style="width: 2570px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-18629" decoding="async" loading="lazy" class="size-full wp-image-18629" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/ubichat1-scaled-e1678001395829.jpg" alt="" width="2560" height="1657" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/ubichat1-scaled-e1678001395829.jpg 2560w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/ubichat1-scaled-e1678001395829-300x194.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/ubichat1-scaled-e1678001395829-1024x663.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/ubichat1-scaled-e1678001395829-768x497.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/ubichat1-scaled-e1678001395829-1536x994.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/ubichat1-scaled-e1678001395829-2048x1326.jpg 2048w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/ubichat1-scaled-e1678001395829-1920x1243.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/ubichat1-scaled-e1678001395829-1170x757.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/03/ubichat1-scaled-e1678001395829-585x379.jpg 585w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><p id="caption-attachment-18629" class="wp-caption-text">Foto: Sarah Embacher und Tobias Jakober</p></div>
<div class="bildunterschrift">Die Eifrigen breiten sogar auf den Plätzen der Mensa ihre Bücher und Tablets aus</div>
<p>Drinnen ist die Atmosphäre ebenfalls etwas unterkühlt – Tische und Stühle sind völlig in Weiß gehalten, von den Lernplätzen trennt einen bloß eine dünne Glaswand. Gemütlichkeit kommt so keine auf. Das schwache Ambiente macht man hier aber mit einer tollen Optik der Gerichte wett – die Nudeln, einmal mit Gemüse (5,70 Euro), einmal mit süß-mariniertem Hühnerfleisch (6,50 Euro), kommen in netten Keramikschüsseln daher. Das Fleischgericht kann hier absolut überzeugen, die Pasta mit Wokgemüse lässt den Wunsch nach etwas mehr Soße übrig.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Dieser Artikel erschien erstmals in der <a href="https://www.unipress.at/ueber-uns/archiv/jaenner-2023/">Jänner-Ausgabe 2023</a>.</em></p>
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		<title>„Die Erde zwischen Millionen von Sternen sehen“</title>
		<link>https://www.unipress.at/wissenschaft/die-erde-zwischen-millionen-von-sternen-sehen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Embacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2023 11:30:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Ende November ist Carmen Possnig Mitglied der ESA-Astronautenreserve. Im Interview erzählt sie von der Faszination des Alls, kosmischen Strahlen und was bei einer Weltraummission mit ins Gepäck muss. Als&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Seit Ende November ist Carmen Possnig Mitglied der ESA-Astronautenreserve. Im Interview erzählt sie von der Faszination des Alls, kosmischen Strahlen und was bei einer Weltraummission mit ins Gepäck muss.</div>
<p><span id="more-18374"></span></p>
<p>Als die Europäische Weltraumorganisation ESA im Februar 2021 ankündigt, auf der Suche nach neuen Astronauten zu sein, geht eine Flut an über 22.000 Bewerbungen ein. Ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren beginnt, an dessen Ende ein neues 17-köpfiges Astronautenteam feststeht. Neben fünf Karriereastronauten, die sofort mit dem Training starten, wurden ein Astronaut mit Behinderung und elf Mitglieder für die Astronautenreserve ausgewählt. Eine von ihnen ist die Kärntnerin Carmen Possnig, die zurzeit an der Uni Innsbruck ihren Doktor macht. An einem Dienstagmorgen erscheint sie mit freundlichem Lächeln und markanter roter Brille zum Interview.</p>
<p><strong>UNIpress: Als Reserveastronautin für die ESA könntest du die erste Österreicherin im All sein. Stehen bei dir also schon die gepackten Koffer im Flur bereit, falls es bald losgeht?</strong></p>
<p>Carmen Possnig: So schnell würde das nicht gehen – es ist ja nicht so, dass die ESA einen Anruf bekommt, dass da mal eben ein Platz bei einem Flug ins All frei geworden ist (lacht).  Weltraummissionen werden über Jahre geplant, deswegen gibt es da auch lange Vorlaufzeiten für die Astronauten. Sollte jemand aus dem Reserveteam für eine Mission ausgewählt werden, muss man erst die Grundausbildung durchlaufen.</p>
<p><strong>UP: Und wie läuft diese Grundausbildung dann konkret ab?</strong></p>
<p>CP: Die findet größtenteils im EAC, dem Europäische Astronautenzentrum der ESA in Köln, statt. Zusätzlich trainieren die Astronauten in Houston bei der NASA und in Japan, da ein Modul der Internationalen Raumstation ISS dort gebaut wurde. Früher hat man auch viel in Russland trainiert, vor allem die Steuerung der Sojus-Rakete. Inzwischen fällt das aber weg, da die meisten Flüge mit SpaceX stattfinden. Und je nachdem, an welchen Experimenten man später im All arbeitet, besucht man noch verschiedene Forschungsteams, um sich vorzubereiten. Man ist also wirklich auf der ganzen Welt unterwegs!</p>
<p><strong>UP: Für wie wahrscheinlich hältst du es, für eine Mission ausgewählt zu werden?</strong></p>
<p>CP: Kurzfristig wird das sicher nichts werden. Die ESA hat fünf Karriereastronauten ausgewählt und deren erster Flug wird nicht vor 2026 sein. Dann gibt es noch die frühere Astronautenklasse aus sechs aktiven Leuten, die ja auch noch fliegen wollen (lacht). Im Moment gibt es also genug Astronauten bei der ESA, gleichzeitig passiert aber auch viel in der Weltraumforschung. Zum Beispiel wurde die Falcon-Rakete von SpaceX unglaublich schnell entwickelt und konnte schon nach ein paar Jahren Astronauten transportieren. Die ESA hätte bekanntlich auch gerne ihr eigenes bemanntes Raumschiff – also ergibt sich da vielleicht in Zukunft etwas.</p>
<p><strong>UP: Warst du nicht ein bisschen enttäuscht, als du erfahren hast, dass du „nur“ Mitglied der Reserve bist?</strong></p>
<p>CP: Wir haben erst einen Anruf bekommen mit der Information, dass wir im Astronautenkorps der ESA aufgenommen werden. Da war ich natürlich überglücklich, wusste aber noch nicht, ob ich Reserve- oder Karriereastronautin bin. Als ich dann zwei Wochen später erfahren habe, dass ich in der Reserve bin, war ich im ersten Moment schon ein bisschen enttäuscht. Gleichzeitig war ich schon auf diese Nachricht vorbereitet, da Österreich ein eher kleines Land ist, das nicht so viel in die Weltraumforschung investiert. Deswegen war ich dann doch erstaunt, dass ich es überhaupt so weit geschafft habe (lacht). Für Enttäuschung war auch gar nicht viel Raum, weil ich natürlich voller Adrenalin war und auch die Bekanntgabe der ESA zur Vorstellung des neuen Astronautenteams anstand.</p>
<p><strong>UP: Wie hast du die diese Zeit erlebt? War der Medienrummel nicht total anstrengend?</strong></p>
<p>CP: Es war spannend, im Vorfeld die anderen Astronauten bei der ESA kennen zu lernen. Wir haben auch ein Medientraining erhalten und die ESA hat die Interviews für uns gemanagt. Das hat sehr geholfen, weil wir zeitlich gar nicht alle Anfragen annehmen konnten. Direkt nach der Bekanntgabe des Astronautenteams war schon sehr viel los. Aber es war für mich auch echt schön zu sehen, wie die Journalisten, Leser und Hörerinnen an dem Thema interessiert sind und sich dafür begeistern.</p>
<p><strong>UP: Wie ist es für dich, so im Mittelpunkt zu stehen?</strong></p>
<p>CP: Die Situation war schon sehr gewöhnungsbedürftig für mich, da ich kein Mensch bin, der sich gerne in den Vordergrund drängt. Man muss schon darauf achten, dass man noch Zeit für sich selbst hat. Eine Zeit lang habe ich nichts anderes gemacht, als zu arbeiten und Interviews zu geben. Als Reserveastronauten sollen wir aber auch Sport machen und es wäre auch nicht schlecht, mental gesund zu bleiben (lacht). Inzwischen habe ich aber wieder meinen Ausgleich und diese zwei Stunden am Abend nur für mich, in denen ich abschalten kann.</p>
<div id="attachment_18381" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img aria-describedby="caption-attachment-18381" decoding="async" loading="lazy" class="size-medium wp-image-18381" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/01/Carmen-Possnig-am-Fotografieren-300x300.jpeg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/01/Carmen-Possnig-am-Fotografieren-300x300.jpeg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/01/Carmen-Possnig-am-Fotografieren-150x150.jpeg 150w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/01/Carmen-Possnig-am-Fotografieren.jpeg 512w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-18381" class="wp-caption-text">© Paulette Chheav</p></div>
<p><strong>UP: Seit 2020 machst du deinen Doktor am Institut der Sportwissenschaften der Uni Innsbruck. Woran forschst du genau?</strong></p>
<p>CP: Wir untersuchen, welchen Einfluss die Schwerelosigkeit im All auf das Herz-Kreislauf-System des Menschen hat. Mein Fokus liegt dabei auf der Frage, ob sich der Blutfluss im Gehirn und in den Augen verändert. In Bettruhe-Studien auf der Erde hat sich nämlich gezeigt, dass sich der Blutfluss ins Gehirn schon nach wenigen Stunden verlangsamt. Die Frage ist nun, ob das in der Schwerelosigkeit auch so ist und welche Auswirkungen das auf die Astronauten hat. Der Blutfluss bringt schließlich Sauerstoff und Glukose ins Gehirn, um unsere kognitiven Fähigkeiten aufrecht zu erhalten. Wir möchten herausfinden, ob eine Verlangsamung des Blutflusses das Denkvermögen, die Konzentrations- und Merkfähigkeit oder auch die Sehfähigkeit von Astronauten beeinträchtigt.</p>
<p><strong>UP: Wie kann man sich diese Bettruhe-Studien vorstellen? Finden die auch an der USI statt?</strong></p>
<p>CP: Die Bettruhe-Studien dienen dazu, die Schwerelosigkeit auf der Erde zu simulieren. Die physiologischen Veränderungen bei Versuchspersonen, die über Tage, Wochen und Monate liegen, sind ganz ähnlich wie in der Schwerelosigkeit. In Innsbruck haben wir schon einige Vorstudien gemacht, bei denen wir verschiedenste Körperpositionen ausprobiert haben und beobachtet haben, wie sich der Blutfluss verändert. Gerade sind wir dabei, eine Studie zu planen, bei der die Versuchspersonen zwei Tage lang im Bett liegen werden. Wenn jemand Lust hat – wir suchen Probanden! (lacht)</p>
<p><strong>UP: Hast du als Mitglied der Reserve auch noch andere Forschungsaufgaben im Auftrag der ESA?</strong></p>
<p>CP: Die ESA betreibt viele verschiedene Experimente, zum Beispiel Parabelflüge, bei denen für ein paar Sekunden Schwerelosigkeit herrscht, oder auch eine 60-tägige Bettruhe-Studie, die beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR durchgeführt wird. Die ESA kann uns dann einladen, an ihrer Forschung mitzuarbeiten oder als Probanden teilzunehmen.</p>
<p><strong>UP: Nebenbei musst du auch noch körperlich fit bleiben. Was sind da die Anforderungen?</strong></p>
<p>Schon im Bewerbungsverfahren war eine Woche nur unserer körperlichen Gesundheit gewidmet und ab jetzt müssen wir jedes Jahr erneut einen Gesundheitstest bestehen. Da ist die Fitness ein wichtiger Aspekt: Im All bauen Knochen und Muskeln ab, weil sie weniger belastet werden. Um dem entgegenzuwirken, machen die Astronauten auf der ISS täglich zwei Stunden Sport. Man sollte also eine gewisse Sportlichkeit mitbringen, um sich für das Training motivieren zu können. Grundsätzlich muss man aber kein Profi-Athlet oder Olympiamedaillen-Gewinner sein, eine gewisse Basisfitness und Freude am Sport reichen aus. Mein persönliches Sportprogramm besteht aus Laufen und Yoga, dazu gehe ich mit den Kollegen aus der Sportwissenschaft als kleine Pause zu Mittag gerne ins Fitnessstudio. Vor Kurzem habe ich noch mit Schwimmen angefangen – ich habe gar nicht gewusst, wie viel man da falsch machen kann! (lacht)</p>
<p><strong>UP: Was sind die größten Gefahren für den Körper, wenn man ins All fliegt? Geht das ohne bleibende Schäden?</strong></p>
<p>CP: Das kommt sehr darauf an, wohin man fliegt. Bei einem Flug zum Mars gibt es eine erst kürzlich entdeckte Gefahr für die Augen. Die Anatomie des Auges verändert sich nämlich in der Schwerelosigkeit, sodass einige Astronauten weitsichtig werden. Diese Erkenntnisse stammen von Aufenthalten auf der ISS, die maximal ein halbes Jahr lang dauern. Bei einer Marsmission wäre man aber vermutlich mehr als drei Jahre lang im All. Die Frage ist, ob sich die Augen dann immer weiter verändern und man irgendwann gar nichts mehr sieht – das wäre natürlich schlimm. Dieses Thema stellt aktuell eines der Hauptprobleme für Langzeitmissionen dar und die Weltraumorganisationen versuchen, das zu erforschen und besser zu verstehen.</p>
<p>Zusätzlich kommt im All die kosmische Strahlung hinzu, die beim Menschen Krebs – und Schlimmeres – verursachen kann. Auf der ISS sind wir vom Magnetfeld der Erde noch gut geschützt, aber bei einem Flug zum Mars wären die Astronauten der kosmischen Strahlung und der Strahlung der Sonne über einen sehr langen Zeitraum ausgesetzt. Bis jetzt wissen wir noch nicht, wie wir ein Raumschiff so konstruieren können, dass es noch leicht genug ist und die Astronauten gleichzeitig vor der Strahlung schützt.</p>
<p><strong>UP: Neben den körperlichen Faktoren kommt die psychische Belastung einer Weltraummission hinzu.</strong></p>
<p>CP: Genau, besonders bei einem Flug zum Mars können wir die schwer einschätzen. Wir wissen nicht, wie es sich anfühlt, wenn die Erde als kleiner Punkt zwischen Millionen von Sternen verschwindet. Es ist sicher spannend zu erfahren, aber auch keine einfache Situation. Ein kleines Team von vier bis sechs Astronauten wäre in vielen Situationen völlig auf sich allein gestellt: Bei der Kommunikation mit der Erde gäbe es einen Zeitversatz von bis zu 20 Minuten.</p>
<p><strong>UP: Was wäre für dich persönlich die größten Schwierigkeiten? Du hast ja in der Antarktis schon Erfahrungen gesammelt, als du über ein Jahr zusammen mit 13 anderen Forschern dort verbracht hast.</strong></p>
<div id="attachment_18377" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img aria-describedby="caption-attachment-18377" decoding="async" loading="lazy" class="size-medium wp-image-18377" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/01/Carmen-Possnig-in-der-Antarktis-300x201.jpeg" alt="" width="300" height="201" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/01/Carmen-Possnig-in-der-Antarktis-300x201.jpeg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/01/Carmen-Possnig-in-der-Antarktis-1024x685.jpeg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/01/Carmen-Possnig-in-der-Antarktis-768x514.jpeg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/01/Carmen-Possnig-in-der-Antarktis-1536x1028.jpeg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/01/Carmen-Possnig-in-der-Antarktis-2048x1371.jpeg 2048w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/01/Carmen-Possnig-in-der-Antarktis-1920x1285.jpeg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/01/Carmen-Possnig-in-der-Antarktis-1170x783.jpeg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/01/Carmen-Possnig-in-der-Antarktis-585x392.jpeg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2023/01/Carmen-Possnig-in-der-Antarktis-263x175.jpeg 263w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-18377" class="wp-caption-text">© Carmen Possnig &amp; Cyprien Verseux &#8211; ESA/IPEV/PNRA</p></div>
<p>CP: Der menschliche Faktor ist sicher ein schwieriger, weil man ja nie genau weiß, wie die Leute im Team auf Stressfaktoren reagieren. Anderseits denke ich, dass das Team bereits vor der Mission sehr gut aufeinander eingestellt sein wird und weiß, wie Konflikte untereinander vermieden werden können – anders in der Antarktis, wo wir uns vorher noch nicht so gut gekannt haben. Menschen, die zusammen zum Mars fliegen würden, hätten auch ein gemeinsames Ziel: diesen Planeten erforschen, vielleicht Leben finden und erfahren, wie es ist, als Mensch auf einem fremden Planeten zu stehen. Diese gemeinsame Motivation ist sehr wichtig für den Teamgeist.</p>
<p><strong>UP: Was fasziniert dich am meisten an dem Gedanken, ins Weltall zu fliegen?</strong></p>
<p>CP: Es ist vor allem dieser Perspektivenwechsel, die Idee, die Erde einmal von oben zu sehen. Ich würde diese Erfahrung dann auch gerne weitergeben und vermitteln, wie schützenswert unser Planet ist. Mich reizt aber auch dieses Expeditionsgefühl: eine kleine Crew zu sein, die auf sich allein gestellt und aufeinander angewiesen ist, um zu überleben. Ich habe bereits in der Antarktis erlebt, dass eine solche Situation Menschen zusammenschweißt und ein sehr schönes Gemeinschaftsgefühl erzeugt.</p>
<p><strong>UP: Wie wurde im Auswahlverfahren der ESA die psychische Eignung getestet? Bei einem Bürojob kann man im Assessmentcenter fast alle Situationen aus dem Arbeitsleben simulieren – für Astronauten ist das schwierig.</strong></p>
<p>CP: Einerseits hatten wir persönliche Gespräche mit Psychologen. Die Gespräche waren eigentlich sehr entspannt, aber ich nehme an, dass sie sehr viel aus unseren Antworten herauslesen konnten (lacht). Dann mussten wir in Teams unter Zeitstress Aufgaben lösen. Es gab auch Aufgaben, die gar keine Lösung hatten, aber das wussten wir natürlich nicht. Es wurde dann beobachtet, ob wir uns plötzlich egoistisch verhalten, um mehr Punkte zu bekommen, oder ob wir anfangen zu streiten, wer denn nun mit seiner Lösung Recht hätte.</p>
<p><strong>UP: Hattest du während des Bewerbungsverfahrens manchmal Zweifel, ob es wirklich das Richtige für dich ist?</strong></p>
<p>CP: Ich habe in den verschieden Auswahlstufen viele Menschen getroffen, die auch so begeistert vom Weltraum sind wie ich. Das hat mich sehr motiviert, sodass ich nie Zweifel hatte. Es ist ja auch ein Kindheitstraum, der mir da in Erfüllung geht!</p>
<p><strong>UP: Wenn du einmal deine Koffer für eine Weltraummission packen wirst, was nimmst du auf jeden Fall mit?</strong></p>
<p>CP: Sicher eine gute Kamera, um schöne Fotos zu machen. Ein paar Gesellschaftsspiele zum Zeitvertreib dürfen auch nicht fehlen. Ich spiele sehr gerne Klavier, aber das ist wahrscheinlich etwas zu sperrig für ein Raumschiff (lacht). Ich habe noch eine kleine Ukulele, die würde ich dann wohl stattdessen dort oben spielen.</p>
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		<title>Die Entdeckung der kosmischen Strahlung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Embacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jun 2022 10:30:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Viktor Franz Hess gilt als der Entdecker der kosmischen Strahlung, doch der Weg dorthin war lang. Was eine Frauenhand, der Eiffelturm und das Hafelekar über Innsbruck mit seiner Geschichte zu&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Viktor Franz Hess gilt als der Entdecker der kosmischen Strahlung, doch der Weg dorthin war lang. Was eine Frauenhand, der Eiffelturm und das Hafelekar über Innsbruck mit seiner Geschichte zu tun haben.<span id="more-16915"></span></div>
<p>Es ist ein beschaulicher Freitagabend im November 1895, die Räume des physikalisch-technischen Instituts der Universität Würzburg sind verlassen. Nur in einem eigens abgedunkelten Zimmer tüftelt der Physiker Wilhelm Röntgen vor sich hin. Er experimentiert an einem Gerät, das ein unerklärliches Leuchten von sich gibt. Röntgen weiß noch nicht, dass in der Kathodenstrahlröhre, die er da vor sich hat, geladene Teilchen, genauer gesagt Elektronen, beschleunigt werden. Die strahlen das Licht ab, das er beobachtet. Doch nicht nur das: Auch wenn Röntgen das sichtbare Licht abdeckt, leuchtet ein mit Fluoreszenzfarbe beschichtetes Blatt Papier. Das kann nur eines heißen: Es muss noch eine andere, unsichtbare Art von Strahlung im Spiel sein. Der Physiker findet schnell heraus,<img decoding="async" loading="lazy" class="size-medium wp-image-16919 alignright" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/06/roentgenaufnahme-300x176.jpg" alt="" width="300" height="176" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/06/roentgenaufnahme-300x176.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/06/roentgenaufnahme.jpg 510w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /> dass diese Strahlung Fotoplatten belichtet und nimmt das erste Röntgenbild der Geschichte auf.  Das Motiv: Die Hand seiner Frau Bertha. Während sich Wilhelm über die gelungene Aufnahme freut, zeigt sich Bertha entsetzt beim Anblick ihrer eigenen Knochen: „Ich habe meinen Tod gesehen.“ Die beiden ahnen jedoch nicht, dass diese Aufnahme indirekt zu einer weiteren bahnbrechenden Entdeckung führt.</p>
<p>Der französische Physiker Antoine Henri Bequerel macht sich im Jahr 1896 daran, die Röntgenstrahlung besser zu verstehen. Bei seinen Experimenten verwendet er ebenfalls Fotoplatten, auf denen er eines Tages durch Zufall ein Stück Uransalz liegen lässt, das prompt die Platten schwärzt – die Radioaktivität ist entdeckt. Dem Physikerpaar Pierre und Marie Curie gelingt es, die radioaktive Strahlung genauer zu untersuchen. Dazu nutzen sie ein sogenanntes Elektrometer, also ein Gerät, das die Leitfähigkeit von Luft misst. Wenn ein radioaktiver Zerfall stattfindet, haben die umliegenden Luftteilchen nämlich nichts zu lachen: Wegen der enormen Energie, die bei dem Zerfall frei wird, kann den Atomen ein Elektron aus der Hülle gerissen werden. Im Physiker-Jargon spricht man dabei vom „Ionisieren“. Die ionisierten Luftmoleküle können dann elektrischen Strom leiten und genau das wird von einem Elektrometer erfasst.</p>
<p>Das Elektrometer bringt uns nun zum eigentlichen Rätsel, dessen Lösung viele lange Jahre, hitzige Debatten und schwindelerregende Ballonfahrten kosten wird. Die deutschen Physiker Elster und Geitel wagen im Jahr 1900 nämlich etwas, das man dem Klischee nach eher nicht von Physikern erwarten würde: Sie wagen sich aus dem Labor in die Außenwelt, das Elektrometer im Gepäck. Was sie messen: Die Luft ist an allen möglichen Orten auf der Erde ionisiert, egal ob eisiges Spitzbergen oder sonniges Capri. In Kellern und Höhlen ist die Ionisierung jedoch deutlich höher, da in der Erdkruste radioaktive Elemente wie Radon und Radium enthalten sind. Somit scheint die Sache erstmal klar: Die Strahlung, die die Luft ionisiert, stammt allein von der natürlichen Radioaktivität der Erde.</p>
<h3>Zum Greifen nah</h3>
<p>Doch stimmt diese Theorie wirklich? Falls die Strahlung ausschließlich vom Erdboden stammt, müsste die Ionisierung der Luft immer weiter abnehmen, je weiter man sich vom Erdboden entfernt. Ist nicht so, muss es noch eine andere Strahlungsquelle geben. Man könnte meinen, dass man so etwas doch einfach nachprüfen könnte, tatsächlich gestalten sich die Messungen aber schwierig.</p>
<p>Der Physiker und Jesuitenpriester Theodor Wulf kommt auf die Idee, den Eiffelturm zu besteigen und dabei die Ionisierung der Luft mit einem Elektrometer zu verfolgen. Et voilà: Je weiter er sich vom Erdboden entfernt, desto geringer der gemessene Wert. Aber die Abnahme ist viel langsamer als erwartet! Wulfs Veröffentlichung in der Physikalischen Zeitschrift wird jedoch kaum beachtet, da seine Daten nicht belastbar erscheinen.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-16920 alignright" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/06/pacini.jpg" alt="" width="426" height="309" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/06/pacini.jpg 1200w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/06/pacini-300x218.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/06/pacini-1024x742.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/06/pacini-768x557.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/06/pacini-1170x848.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/06/pacini-585x424.jpg 585w" sizes="(max-width: 426px) 100vw, 426px" /></p>
<p>Ein weiteres Indiz liefert der italienische Meteorologe Domenico Pacini. Egal ob er seine Messungen weit draußen auf dem Meer, direkt an der Küste oder unter der Wasseroberfläche vornimmt – die radioaktive Strahlung der Landmassen kann seine Ergebnisse nicht erklären. Pacini ist sich sicher: „In der Atmosphäre existiert ein beträchtlicher Verursacher von Ionisierung, eine durchdringende Strahlung, die unabhängig von der direkten Aktivität von radioaktiven Substanzen in der Erdkruste ist.“ Pacinis Ergebnisse sind deutlich, doch sie werden in der Fachwelt nicht wirklich gewürdigt. Dennoch, der Beweis für eine Strahlungsquelle, die weit über unseren Köpfen liegt, ist zum Greifen nah.</p>
<p>Der deutsche Meteorologe Franz Linke hat diesen Beweis in den Jahren 1900 bis 1903 eigentlich schon längst gefunden, doch er traut seinen eigenen Ergebnissen nicht. Linke unternimmt Ballonfahrten, bei denen er ab einer Höhe von 5km eine vierfache Zunahme der Strahlung im Vergleich zum Boden misst. Doch der junge PhD-Student rudert zurück: „Die Unsicherheiten in den Messungen erlauben nur die Schlussfolgerung, dass die Ursache für die Ionisierung in der Erde liegt.“</p>
<p>Weitere unglückliche Ereignisse verzögern den Durchbruch: Bei Ballonfahrten des Physikers Karl Bergwitz wird das Elektrometer beschädigt, auch der Schweizer Meteorologe Alfred Gockel hat Messprobleme und kann keine belastbaren Daten liefern. Bis Viktor Franz Hess die Bühne der Ionisierungmessungen betritt.</p>
<h3>Hoch hinaus</h3>
<p>Der in der Steiermark geborene Physiker hatte 1906 in Graz promoviert und war gerade an der Hochschule Wien tätig. Dort taugt es ihm, die Zeit in Wien bezeichnet Viktor Franz Hess als die „schönste und glücklichste“ seines Lebens. Und er will hoch hinaus: Hess plant eine Reihe an Ballonfahrten, die endlich eindeutige Antworten liefern sollen. Am 7. August 1912 findet die entscheidende Reise statt, die sich jedoch nicht gerade als Kaffeefahrt gestaltet. Um sechs Uhr früh quetscht sich Hess zusammen mit dem Ballonführer Hoffory, dem Meteorologen Wolf, drei großen Sauerstofflaschen, Handgepäck und seinen Messinstrumenten in den Ballonkorb. „Die Platzfrage gestaltete sich recht schwierig“, notiert er später. Der Ballon startet in Aussig, Tschechien, und überquert bald in der Nähe von Dresden die Grenze nach Deutschland.<img decoding="async" loading="lazy" class="alignright wp-image-16921 " src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/06/hess_ballon.jpg" alt="" width="290" height="337" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/06/hess_ballon.jpg 876w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/06/hess_ballon-258x300.jpg 258w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/06/hess_ballon-768x892.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/06/hess_ballon-585x680.jpg 585w" sizes="(max-width: 290px) 100vw, 290px" /> Um 9.15 Uhr steigen die drei Herren auf über 4km Höhe, und Hess greift zur Sauerstoffflasche. Dennoch leidet er unter Höhenkrankheit und hält fest: „Um 10.45 Uhr hatten wir 5350 m erreicht. Trotz Sauerstoff fühlte ich mich so schwach, dass ich nur noch mit Anstrengung an zwei Apparaten die Ablesungen ausführen konnte, die dritte Ablesung misslang.“ So entscheidet er, früher als geplant um 12.15 Uhr etwa 50km östlich von Berlin zu landen. Trotz aller Schwierigkeiten ist Hess mit seinen Ergebnissen zufrieden. Seine Daten zeigen deutlich, dass ionisierende Strahlung von oben auf die Atmosphäre treffen muss, und werden von Werner Kohlhörster bestätigt. Es scheint endlich erwiesen zu sein: Die Strahlung stammt nicht ausschließlich von radioaktiven Elementen am Boden, sondern ist in größer Höhe extraterrestrischen Ursprungs. Doch erneut sollen Zweifel an dieser Theorie keimen.</p>
<h3>Millikan‘scher Strahlung?</h3>
<p>Die wohl prominenteste Kritik an Hess‘ Entdeckung äußert der amerikanische Physiker Robert Millikan. Als Nobelpreisträger hat seine Stimme ein entsprechendes Gewicht, noch dazu haben es deutsche und österreichische Physiker nach dem Ersten Weltkrieg nicht leicht. Zu Kriegsbeginn hatten viele deutsche Wissenschaftler, darunter auch Wilhelm Röntgen, das Manifest der 93 unterzeichnet, das die Verantwortung Deutschlands für den Kriegsausbruch leugnet.  Nach Kriegsende wurden die Zentralmächte, darunter Deutschland und Österreich, systematisch aus der Wissenschaft ausgeschlossen.</p>
<p>Millikan will die Messungen von Hess und Kohlhörster also widerlegen und führt einige Untersuchungen in Bergseen durch. Doch er muss seine Meinung ändern, denn auch seine Daten lassen nur einen Schluss zu: Die Strahlung kommt von oberhalb der Atmosphäre. In seiner Veröffentlichung 1926 beansprucht er die Entdeckung der kosmischen Strahlung dann kurzerhand für sich, in amerikanischen Zeitschriften ist schon von „Millikan’sche Strahlung“ die Rede. Hess und Kohlhörster protestierten heftig: „Diese Benennung muss als zweifelhaft und ungerechtfertigt abgewiesen werden“, wettert Hess. Millikan beschreibt im Nachhinein ein „Klima der Unfreundlichkeit und Verdächtigungen.“</p>
<h3>Der Nobelpreisträger auf dem Hafelekar</h3>
<p>Erst 1936, fast ein Vierteljahrhundert nach seinen spektakulären Ballonflügen, erhält Hess den Nobelpreis für die Entdeckung der kosmischen Strahlung. Doch indirekt ist auch sein Kontrahent Millikan beteiligt: Zum einen teilt sich Hess den Preis mit Carl Anderson, einem Schüler Millikans. Zum anderen hat sich der Begriff „Millikan’sche Strahlung“ zwar nicht durchgesetzt, die Bezeichnung „kosmische Strahlung“ <img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-16922 alignright" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/06/hess_haferlekar.jpg" alt="" width="427" height="285" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/06/hess_haferlekar.jpg 1280w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/06/hess_haferlekar-300x200.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/06/hess_haferlekar-1024x682.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/06/hess_haferlekar-768x512.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/06/hess_haferlekar-1170x780.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/06/hess_haferlekar-585x390.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/06/hess_haferlekar-263x175.jpg 263w" sizes="(max-width: 427px) 100vw, 427px" />stammt allerdings ebenfalls aus der Feder Millikans. Viktor Franz Hess wird mit dem Nobelpreis nach langen Zweifeln an seiner Entdeckung endlich für seine Arbeit gewürdigt. Auch hier in Innsbruck hinterlässt er seine Spuren: Von 1931-1937 ist er Professor in Innsbruck und errichtet eine Messstation auf dem Hafelekar, mit der er zur weiteren Erforschung der kosmischen Strahlen beiträgt. Doch seine Biografie nimmt eine unglückliche Wendung, da er als politischer Gegner unter den Nazis entlassen und gezwungen wird, seine Nobelpreisdotation, welche er in Schweden angelegt hatte, nach Deutschland zurückzuholen. Von einem befreundeten Gestapo-Offizier gewarnt, entgeht er nur knapp der Verhaftung und emigriert 1938 in die USA, wo er bis zu seinem Tod 1964 lebt.</p>
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