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	<title>Johanna Korell, Autor bei</title>
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	<description>Das offizielle Magazin der ÖH Innsbruck</description>
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		<title>Bleiben oder gehen? Warum Beziehungen heute neu verhandelt werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Johanna Korell]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jul 2026 11:50:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zum Glück sind Beziehungen heute mehr Wahl als Pflicht – aber Verantwortung bleibt. Zwischen Social-Media-Idealen, Tinder-Swipes und alten Rollenerwartungen müssen wir entscheiden, was Liebe bedeutet und was wir bereit sind,&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up"><span style="font-weight: 400;">Zum Glück sind Beziehungen heute mehr Wahl als Pflicht – aber Verantwortung bleibt. Zwischen Social-Media-Idealen, Tinder-Swipes und alten Rollenerwartungen müssen wir entscheiden, was Liebe bedeutet und was wir bereit sind, zu bereuen.</span></div>
<p><span id="more-22291"></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Eine Beziehung ist so individuell wie die jeweiligen Personen selbst. Medien, von Hollywood bis Social Media, prägen jedoch weiterhin  gesellschaftliche Vorstellungen davon, wie eine Beziehung auszusehen hat. Das setzt viele unter Druck, obwohl Menschen heute freier denn je sind, ihr Liebesleben selbst zu gestalten. Je nach Sexualität und Präferenz gibt es sehr viele verschiedene Beziehungsformen, die weit über die klassische monogame Zweierbeziehung hinausgehen. Besonders Frauen haben in Österreich erstmals historisch betrachtet echte Wahlmöglichkeiten: Sie müssen nicht mehr jung heiraten, sind wirtschaftlich unabhängiger und können sich bewusst für oder gegen eine Beziehung entscheiden. Genau darin liegt jedoch auch eine Kehrtwende. Denn wenn Beziehung keine Notwendigkeit mehr ist, wird sie zur Entscheidung.</span></p>
<h3>Wenn Liebe keine Pflicht mehr ist</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Heterosexuelle Beziehungen erscheinen für viele Frauen zunehmend unattraktiv. Während Männer statistisch gesehen länger leben, wenn sie verheiratet sind, profitieren Frauen gesundheitlich deutlich weniger. Gleichzeitig zeigt sich eine unbequeme Realität: Ein großer Teil geschlechtsspezifischer Gewalt findet im eigenen Zuhause statt – durch aktuelle oder ehemalige Partner. Laut EU-Erhebungen hat nahezu jede fünfte Frau, auch in Österreich rund 17 Prozent, im Laufe ihres Lebens körperliche oder sexuelle Gewalt durch einen Intimpartner erlebt. Polizeiliche Kriminalstatistiken dokumentieren zudem über 300 Tötungsdelikte und bis zu 400 Mordversuche an Frauen innerhalb eines Jahrzehnts in Österreich, wobei in neun von zehn Fällen Männer als Tatverdächtige geführt werden. Beziehungen sind damit nicht nur Orte von Nähe und Sicherheit, sondern für viele Frauen auch Räume realer Gefährdung.</span></p>
<h3>&#8220;Nicht alle Männer&#8221; – und trotzdem ein strukturelles Problem</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Und genau hier entsteht oft ein Missverständnis. Sobald über solche Zahlen gesprochen wird, folgt schnell der Einwand: „Nicht alle Männer.“ Natürlich nicht. Feministische Kritik richtet sich nicht gegen einzelne Männer, sondern gegen die gesellschaftliche Prägung dessen, was als „Mann“ gilt – gegen Beziehungsmuster, Erwartungen und Machtverhältnisse, die historisch gewachsen sind.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Es gibt keine klar getrennten Kategorien von guten oder bösen Männern. Vielmehr bewegen sich Männer auf einem Spektrum, häufig auch unbewusst. Wer über misogyne Witze lacht oder nichts sagt, handelt nicht zwangsläufig aus Bosheit, aber eben auch nicht feministisch. Wer Täter verteidigt, schweigt oder Frauen nur als potenzielle Partnerinnen wahrnimmt, trägt dazu bei, bestehende Muster fortzuschreiben.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Es geht dabei weniger um individuelle Schuld als um geteilte Verantwortung. Beziehungen neu zu denken, bedeutet auch für Männer, sich zu fragen, welche Rollenbilder sie übernommen haben und welche sie vielleicht gar nicht mehr leben wollen.</span></p>
<h3>Neue Freiheit, neue Unsicherheit</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Denn auch Männer verlieren Orientierung. In einer aufgeklärteren Gesellschaft existiert plötzlich keine klare Anleitung mehr dafür, wie Beziehung „richtig“ funktioniert. Alte Rollen tragen nicht mehr, neue sind noch nicht selbstverständlich. Freiheit bringt Möglichkeiten, aber auch Unsicherheit.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Vorstellung, Beziehungen hätten früher besser funktioniert, weil sie länger hielten, erweist sich oft als trügerisch. Viele Beziehungen hielten nicht aus romantischer Erfüllung, sondern aus fehlenden Alternativen und Abhängigkeiten. Romantische Liebe kann damit auch ein Ideal sein, das Menschen länger in Beziehungen hält, die ihnen nicht guttun. Wie lange können anfängliche „Schmetterlinge im Bauch“ ein unglückliches Leben rechtfertigen?</span></p>
<h3>Männer dezentralisieren – nicht Beziehungen abschaffen</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Das Modemagazin </span><i><span style="font-weight: 400;">Vogue </span></i><span style="font-weight: 400;">sorgte zuletzt mit der Aussage für Diskussionen, es sei mittlerweile „peinlich“, einen Boyfriend zu haben. Hinter der Provokation steckt weniger eine Ablehnung von Beziehungen als ein Perspektivenwechsel: Partner sollen nicht mehr das Zentrum des eigenen Lebens sein. Auf Social Media wird unter Hashtags wie #DecentralizingMen oder #DecenterMen genau darüber gesprochen. Gemeint ist nicht Männerfeindlichkeit, sondern die Erinnerung an Frauen –</span> <span style="font-weight: 400;">und letztlich an alle, die in Beziehungen dazu neigen, sich selbst hinten anzustellen </span><b>–</b><span style="font-weight: 400;"> das eigene Leben wieder stärker ins Zentrum zu rücken und romantische sowie männliche Bestätigung nicht zum alleinigen Maßstab von Erfüllung zu machen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die aktuelle Debatte fordert also nicht, dass alle Beziehungen beendet werden sollten. Sie stellt vielmehr die Frage: </span><i><span style="font-weight: 400;">Wie</span></i><span style="font-weight: 400;"> wollen wir Beziehungen führen?</span></p>
<h3>Dating zwischen Auswahl und Entscheidungsangst</h3>
<p><span style="font-weight: 400;"><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-22292 alignnone" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/07/pexels-markus-winkler-1430818-184650041.jpg" alt="" width="311" height="207" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/07/pexels-markus-winkler-1430818-184650041.jpg 1919w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/07/pexels-markus-winkler-1430818-184650041-300x200.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/07/pexels-markus-winkler-1430818-184650041-1024x683.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/07/pexels-markus-winkler-1430818-184650041-768x512.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/07/pexels-markus-winkler-1430818-184650041-1536x1025.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/07/pexels-markus-winkler-1430818-184650041-1170x780.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/07/pexels-markus-winkler-1430818-184650041-780x516.jpg 780w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/07/pexels-markus-winkler-1430818-184650041-585x390.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/07/pexels-markus-winkler-1430818-184650041-263x175.jpg 263w" sizes="(max-width: 311px) 100vw, 311px" /></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Noch nie war es so leicht, jemanden kennenzulernen und gleichzeitig so schwer, sich festzulegen. Dating-Apps versprechen unbegrenzte Auswahl und erzeugen zugleich das Gefühl, dass hinter dem nächsten Swipe vielleicht die bessere Entscheidung wartet. Statt klarer Anfangs- oder Endpunkte entstehen „Situationships“: Beziehungen, die nie ganz beginnen und nie eindeutig enden. Schluss gemacht wird selten, stattdessen wird geghostet – nicht unbedingt aus Gleichgültigkeit, sondern häufig aus Entscheidungsangst.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Denn Trennen bedeutet Verantwortung. Bleiben ebenso.</span></p>
<h3>Reden, bevor es zu spät ist</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Gerade deshalb kann es sinnvoll sein, Beziehungen nicht erst dann zu hinterfragen, wenn sie scheitern. Eine Beziehungs- oder Paarberatung ist oft kostenlos über öffentliche Stellen wie psychosoziale Beratungszentren oder Familienberatungsstellen verfügbar, wird jedoch noch immer als letzter Ausweg verstanden. Dabei kann sie auch ein Raum sein, gemeinsam herauszufinden, ob man zusammen weitergehen möchte oder respektvoll auseinander.</span></p>
<h3><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-22293 aligncenter" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/07/pexels-ron-lach-106779621-scaled.jpg" alt="" width="248" height="372" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/07/pexels-ron-lach-106779621-scaled.jpg 1707w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/07/pexels-ron-lach-106779621-200x300.jpg 200w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/07/pexels-ron-lach-106779621-683x1024.jpg 683w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/07/pexels-ron-lach-106779621-768x1152.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/07/pexels-ron-lach-106779621-1024x1536.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/07/pexels-ron-lach-106779621-1365x2048.jpg 1365w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/07/pexels-ron-lach-106779621-1920x2880.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/07/pexels-ron-lach-106779621-1170x1755.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/07/pexels-ron-lach-106779621-585x878.jpg 585w" sizes="(max-width: 248px) 100vw, 248px" /></h3>
<h3>Liebe ist mehr als Romantik</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Vielleicht liegt ein Teil des Problems auch darin, dass „Liebe“ gesellschaftlich fast ausschließlich als romantische oder sexuelle Liebe verstanden wird. Freundschaften gelten emotional oft als zweitrangig, obwohl sie für viele Menschen die stabilsten Beziehungen in ihrem Leben darstellen. Warum sollten die beste Freundin oder der beste Freund nicht ebenso Lebenspartner sein können?</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Autorin Beatrice Frasl stellt genau diese Fragen, wenn sie traditionelle Liebesvorstellungen hinterfragt und Alternativen sichtbar macht. Wahlfamilien, Freundschaftsnetzwerke oder gemeinschaftliche Lebensmodelle zeigen, dass Nähe nicht zwingend romantisch sein muss, um bedeutsam zu sein. Bei einer Diskussionsrunde am 19. Jänner 2026 im Literaturhaus am Inn zu ihrem Buch „Entromantisiert euch! Ein Weckruf“ formulierte sie einen Gedanken, der die aktuelle Debatte gut zusammenfasst: Die Liebe ist nicht tot – wir suchen nur an den falschen Orten.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ob eine Beziehung – oder gerade eure Beziehung – die richtige ist, kann letztlich niemand von außen beantworten. Vielleicht geht es weniger darum, ob man zusammenbleibt oder sich trennt, sondern darum, das eigene Leben nicht ausschließlich an romantische Partnerschaft zu knüpfen. Freundschaften, Familie, Gemeinschaft und Selbstverwirklichung verdienen denselben Stellenwert.</span></p>
<h3>Die Entscheidung ohne Garantie</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Um zwischen den inneren Ankreuzfeldern Ja / Nein / Vielleicht zu entscheiden, lohnt sich ein Blick zurück. Der dänische Philosoph Søren Kierkegaard schrieb im 19. Jahrhundert in „Entweder – Oder“:</span></p>
<p><strong>„Verheirate dich, du wirst es bereuen; verheirate dich nicht, du wirst es auch bereuen. Heirate oder heirate nicht, du wirst beides bereuen. […] Hänge dich auf, du wirst es bereuen; hänge dich nicht auf, beides wird dich gereuen. […]“</strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Kierkegaards Provokation wirkt heute überraschend aktuell. Vielleicht besteht das Problem moderner Beziehungen nicht darin, dass Menschen falsche Entscheidungen treffen, sondern dass sie glauben, es müsse eine Entscheidung ohne Reue geben.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Egal, für welches Leben ihr euch entscheidet – mit Beziehung, ohne oder irgendwo dazwischen – es bleiben am Ende vielleicht nur ehrliche Fragen: Was möchte ich wirklich? Und welche Form von Reue bin ich bereit zu akzeptieren?</span></p>
<p><br style="font-weight: 400;" /><br style="font-weight: 400;" /></p>
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			</item>
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		<title>Der Zyklus des Schweigens: 100 Jahre Menstruieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Johanna Korell]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2026 14:29:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Rund 1,9 Milliarden Menschen menstruieren. Trotz moderner Produkte bleibt die Periode eines der größten Tabus – und der Umgang damit hat sich in 100 Jahren erstaunlich wenig verändert. Jeden Tag&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up"><span style="font-weight: 400;">Rund 1,9 Milliarden Menschen menstruieren. Trotz moderner Produkte bleibt die Periode eines der größten Tabus – und der Umgang damit hat sich in 100 Jahren erstaunlich wenig verändert.</span></div>
<p><span id="more-22185"></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Jeden Tag menstruieren etwa 300 Millionen Menschen weltweit. Monat für Monat, über Jahrzehnte hinweg – im Schnitt rund 500 Mal im Leben. Das sind insgesamt sieben bis acht Jahre. Trotzdem bleibt die Periode ein tabubehaftetes Körperphänomen. Ein Blick zurück zeigt: Die Produkte wurden moderner, das Schweigen kaum leiser. Die Menstruation ist einer der zentralen biologischen Prozesse des Menschen und völlig normal. Selbst wer nie selbst blutet – Männer, trans Personen, nicht-menstruierende Frauen – lebt in Familien, Partnerschaften, Teams oder Gesellschaften, in denen Menstruation Einfluss hat: auf Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Schulbildung, Sport und Arbeit.</span></p>
<h3>Am Anfang ist die Blutung</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Biologisch ist der Ablauf klar: In vier zyklischen Phasen baut der Körper eine Schleimhaut in der Gebärmutter auf, bereitet sich auf eine mögliche Schwangerschaft vor, stößt diese Schleimhaut bei Ausbleiben der Befruchtung ab und beginnt dann von vorn. Der hormonelle Ablauf ist ein fein abgestimmtes System, das den gesamten Organismus beeinflusst – von Energielevel über Stoffwechsel bis zur Stimmung.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;"><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-22186 alignnone" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/Bildschirmfoto-2026-05-12-um-22.10.51-e1778617055381.png" alt="" width="560" height="289" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/Bildschirmfoto-2026-05-12-um-22.10.51-e1778617055381.png 946w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/Bildschirmfoto-2026-05-12-um-22.10.51-e1778617055381-300x155.png 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/Bildschirmfoto-2026-05-12-um-22.10.51-e1778617055381-768x396.png 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/Bildschirmfoto-2026-05-12-um-22.10.51-e1778617055381-585x302.png 585w" sizes="(max-width: 560px) 100vw, 560px" /></span></p>
<div class="bildunterschrift">Die vier Jahreszeiten im Zyklus. Grafik: Eigene Darstellung</div>
<p><span style="font-weight: 400;">Und doch: Während die Physiologie gleich geblieben ist, variiert das Wissen darüber enorm. Viele wissen erstaunlich wenig über einen Vorgang, der unser Leben prägt – egal ob wir menstruieren oder nicht. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Dass der männliche Zyklus im Vergleich hormonell meist jeden Tag gleich verläuft, ist auch einer der Gründe, warum weibliche Körper nur ungern für wissenschaftliche Tests ausgewählt wurden. Bis weit in die 1990er war es Standard, Frauen aufgrund ihres Zyklus auszuschließen und Medikamente anhand männlicher Pharmakokinetik zu entwickeln.</span></p>
<h3>Aufklärung ist nicht selbstverständlich</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Damals wie heute ist es nicht garantiert, dass junge Menschen – oder ihr Umfeld – wissen, was während der Periode eigentlich passiert. Schulen sollten diese Lücke schließen, doch Straßenumfragen zeigen: Die Wissensdefizite sind groß. Fragen wie „Kann man mit Tampon auf die Toilette gehen?“ oder „Verliert man nicht einen Liter Blut?“ sind keine Seltenheit. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Zu den Fakten: Die erste Periode beginnt meist zwischen zehn und 14 Jahren, der Zyklus dauert durchschnittlich 28 Tage und die Blutung drei bis sieben Tage. Binden werden in den Slip geklebt, Tampons und Menstruationstassen werden in die Scheide eingeführt. Harnröhre und Blase haben einen eigenen Ausgang. Insgesamt verliert man pro Periode rund 20 bis 60 Milliliter Blut – etwa ein bis zwei kleine Espressotassen. Enden tut dieser Lebensabschnitt in den Wechseljahren, meist zwischen 45 und 55 Jahren. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wie groß die Unsicherheit rund um Menstruation bleibt, zeigen nicht nur Passant:innen, sondern auch historische Beispiele: 1983 fragte die NASA Astronautin Sally Ride, ob 100 Tampons für eine Woche ausreichen würden. Realistisch sind – je nach Blutungsstärke – etwa drei bis fünf Tampons pro Tag, also rund 20 pro Woche. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Auch das Produkt </span><i><span style="font-weight: 400;">Pinky Gloves</span></i><span style="font-weight: 400;"> zeigte, wie schnell alte Stigmata reproduziert werden: 2021 präsentierten zwei Gründer in „Die Höhle der Löwen“ rosa Einweghandschuhe zur „diskreten“ Entsorgung von Periodenprodukten. Die Kritik an der unnötigen Dramatisierung von Menstruationsblut war massiv; kurz darauf wurde das Produkt wieder eingestellt.</span></p>
<h3>Zykluswissen ist elementar <b>– im Alltag und im Spitzensport</b></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">In den letzten Jahren entdecken Forschung und Sportwissenschaft, wie stark der Zyklus Körper und Leistung beeinflusst. Energielevel, Muskelkraft, Ausdauer, Schmerzempfinden – alles schwankt hormonabhängig. Athletinnen berichten, dass intensives Training oft zu Zyklusstörungen führt – ein medizinisches Warnsignal, kein Zeichen von „Leistung“. Dass dies früher als normal galt, zeigt, wie tief das körperliche Schweigen verwurzelt war.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Spitzensportlerinnen trainieren jetzt zunehmend „zyklusgerecht“: intensive Einheiten in der Follikelphase (Frühling), Regeneration in der Lutealphase (Herbst). Das Wissen darüber war lange nicht vorhanden – oder wurde ignoriert.</span></p>
<h3><br style="font-weight: 400;" />Bluten wir heute anders?</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Ein Jahrhundert Periodenprodukte erzählt ein Jahrhundert gesellschaftlicher Vorstellungen. In den 1920ern nähten viele ihre Binden selbst aus Baumwolle, wuschen sie im Geheimen aus. Wohlhabendere Frauen kauften die ersten Wegwerfprodukte. Tampons gab es zwar schon in den 1930ern, aber der Gedanke, sich „etwas einzuführen“, war für viele unvorstellbar. Dementsprechend war man früher während der Periode meist krank und blieb zuhause. Arbeiten, Sport, Schwimmen – das alles wurde für Mädchen und Frauen mit starker Periode erst mit der Schambefreiung von Tampons in den 50ern möglich.</span></p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-22187 alignleft" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/menstruation-7574211_1280.jpg" alt="" width="223" height="318" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/menstruation-7574211_1280.jpg 896w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/menstruation-7574211_1280-210x300.jpg 210w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/menstruation-7574211_1280-717x1024.jpg 717w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/menstruation-7574211_1280-768x1097.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/menstruation-7574211_1280-585x836.jpg 585w" sizes="(max-width: 223px) 100vw, 223px" /></p>
<p><span style="font-weight: 400;">In der Werbung wurde Menstruation jahrzehntelang verfremdet: Statt rotem Blut benutzten die Unternehmen blaue Flüssigkeit – ein Symbol der Reinheit, die das Thema möglichst körperlos halten sollte. In Filmen war es stets normal blutige Szenen zu sehen, aber Periodenblut galt weiterhin als verpönt. Erst 2016 traute sich eine britische Marke zum ersten Mal weltweit, rotes Blut zu zeigen. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Heute gibt es eine kaum überschaubare Auswahl: Menstruationstassen – das sind wiederverwendbare Silikonformen, die sich gefaltet einsetzen lassen; Periodenunterwäsche – ihre modernen Textilschichten ermöglichen Trockenheit und Wiederverwendbarkeit; biologische Baumwolltampons statt behandelter Watte; und Apps, die Zyklusbeschwerden tracken. Trotz all dieser Fortschritte gilt: Die Technologie hat sich schneller weiterentwickelt als das gesellschaftliche Sprechen über die Periode.  </span></p>
<h3><br style="font-weight: 400;" />Stigmatisiert und unterschätzt: Menstruationsblut</h3>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class=" wp-image-22188 alignright" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/pexels-jillyjillystudio-34282681-scaled.jpg" alt="" width="201" height="302" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/pexels-jillyjillystudio-34282681-scaled.jpg 1703w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/pexels-jillyjillystudio-34282681-200x300.jpg 200w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/pexels-jillyjillystudio-34282681-681x1024.jpg 681w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/pexels-jillyjillystudio-34282681-768x1154.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/pexels-jillyjillystudio-34282681-1022x1536.jpg 1022w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/pexels-jillyjillystudio-34282681-1363x2048.jpg 1363w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/pexels-jillyjillystudio-34282681-1920x2885.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/pexels-jillyjillystudio-34282681-1170x1758.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/pexels-jillyjillystudio-34282681-585x879.jpg 585w" sizes="(max-width: 201px) 100vw, 201px" /></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Das alte Stigma der „Unreinheit“ hält sich hartnäckig. In vielen Kulturen dürfen menstruierende Personen nicht kochen, nicht in Tempel gehen, nicht schwimmen, nicht einmal dieselben Betten benutzen wie nicht-menstruierende. Der Gedanke, Menstruationsblut sei eklig oder gefährlich, ist kein Randphänomen, sondern global verbreitet. Dieser Mythos hält sich seit der Antike und wurde 1919 vom Wiener Arzt Béla Schick weiter geschürt. Er beobachtete, dass seine menstruierende Haushälterin Rosen in eine Vase stellte und diese </span><span style="font-weight: 400;">schnell verwelkten, was er auf ihre Periode zurückführte. Seine Forschung wurde zwar widerlegt, Periodenblut ist völlig harmlos, das Bild blieb jedoch.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Moderne Forschung zeigt: Menstruationsblut ist medizinisch ausgesprochen interessant. Es enthält Stammzellen, die sich schnell vermehren, sowie Immunzellen mit besonderen regenerativen Eigenschaften. Einige Forschungsgruppen untersuchen Menstruationsblut sogar als potenzielle Quelle für regenerative Therapien – also das genaue Gegenteil des alten Vorurteils.</span></p>
<h3><b>„</b>Schmerzen müssen in der <b>Regel nicht sein“ – aber Millionen haben sie</b></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Das größte Problem bleibt die Normalisierung von Schmerzen. Viele menstruierende Menschen berichten Monat für Monat von Übelkeit, Krämpfen, Rückenschmerzen oder Kreislaufproblemen – und gehen trotzdem zur Schule, zur Arbeit, ins Training.</span></p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-22189 alignleft" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/woman-6080984_1280.jpg" alt="" width="324" height="216" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/woman-6080984_1280.jpg 1280w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/woman-6080984_1280-300x200.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/woman-6080984_1280-1024x682.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/woman-6080984_1280-768x512.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/woman-6080984_1280-1170x780.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/woman-6080984_1280-585x390.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/05/woman-6080984_1280-263x175.jpg 263w" sizes="(max-width: 324px) 100vw, 324px" /></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Doch Schmerzen und vor allem starke Schmerzen sind nicht normal. Krankheiten wie Endometriose, Adenomyose oder hormonelle Dysbalancen sind weit verbreitet. Endometriose betrifft weltweit rund zehn bis 15 Prozent aller menstruierenden Personen – etwa 190 Millionen Menschen. Damit ist sie eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen. Trotzdem dauert es oft sieben bis zehn Jahre, bis Betroffene eine Diagnose erhalten. Endometriose ist eine chronische und schmerzhafte Erkrankung, bei der die Gebärmutterschleimhaut an anderen Stellen im Körper auftritt. Jedoch ist sie bisher wenig erforscht, weshalb es nur Vermutungen zu möglichen Ursachen gibt. So ist eine familiäre Häufung der Erkrankung aufgefallen, die auf eine genetische Komponente hinweist. Eine Heilung gibt es bislang nicht; die Beschwerden lassen sich nur lindern und der Verlauf kontrollieren.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Je weniger über Menstruation gesprochen wird, desto länger bleibt Leiden unsichtbar.</span></p>
<h3><br style="font-weight: 400;" />Oma, Mama, Freundin: Was wir sie nie fragen</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Wie viel offener wäre die Welt, wenn jede Person einmal ihre Mutter, Oma, Schwester, Partnerin oder Freundinnen fragen würde: Wie geht es dir eigentlich mit deiner Periode? </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Antworten wären vermutlich vielfältig: </span></p>
<ul>
<li style="font-weight: 400;" aria-level="1"><span style="font-weight: 400;">Die Großmutter erzählt vom Auskochen der Stoffbinden oder vielleicht sogar von der Entfernung ihrer Gebärmutter nach der letzten Geburt.</span></li>
<li style="font-weight: 400;" aria-level="1"><span style="font-weight: 400;">Die Mutter vom ersten Tampon oder von den schlimmen Periodenkrämpfen bis zum Übergeben.</span></li>
<li style="font-weight: 400;" aria-level="1"><span style="font-weight: 400;">Die Freundin von PMS (Prämenstruelles Syndrom – Unwohlsein vor der Periode), App-Tracking oder Periodenunterwäsche.</span></li>
</ul>
<p><span style="font-weight: 400;">Ein Gespräch verändert kein Hormonsystem – aber es verändert, wie wir miteinander leben. Wisst ihr über diesen Teil eurer Familie und Freunde Bescheid?</span></p>
<h3><br style="font-weight: 400;" />Ein Jahrhundert später: Wissen, reden, enttabuisieren</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Die menstruierende Hälfte der Weltbevölkerung trägt Monat für Monat körperliche Lasten, aber auch gesellschaftliche. Ein Jahrhundert nach den „goldenen Zwanzigern“ haben wir die Produkte modernisiert – aber die Kultur nur halb erneuert. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die nächsten 100 Jahre könnten anders sein: wissenschaftlich informierter, politisch engagierter, sozial offener. Die Periode ist kein privates Geheimnis, sondern ein kollektives Thema. Je besser wir verstehen, desto gerechter leben wir. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Vielleicht beginnt der Fortschritt nicht mit einer neuen Tasse oder einer besseren App, sondern mit einem Satz, der so einfach ist wie revolutionär:</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">„Wie geht’s dir eigentlich damit?“</span></p>
<p><br style="font-weight: 400;" /><br style="font-weight: 400;" /></p>
<p><br style="font-weight: 400;" /><br style="font-weight: 400;" /></p>
<p><br style="font-weight: 400;" /><br style="font-weight: 400;" /></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wenn wir Gewalt ablehnen, warum unterstützen wir sie dann? – Die kognitive Dissonanz auf unserem Teller</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Johanna Korell]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2026 12:31:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwischen moralischem Anspruch und alltäglicher Gewohnheit klafft oft eine Lücke. Dieser Meinungsartikel stellt die Frage, wie konsequent unsere Werte tatsächlich gelebt werden – im Spannungsfeld von Feminismus, Tierethik und Ernährung.&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Zwischen moralischem Anspruch und alltäglicher Gewohnheit klafft oft eine Lücke. Dieser Meinungsartikel stellt die Frage, wie konsequent unsere Werte tatsächlich gelebt werden – im Spannungsfeld von Feminismus, Tierethik und Ernährung.</div>
<div></div>
<p><span id="more-22150"></span></p>
<p>„Wie kann man feministisch, links oder pazifistisch sein – und gleichzeitig jeden Tag ein System unterstützen, das auf Ausbeutung und Gewalt basiert?“ Diese Frage begegnet mir in letzter Zeit immer häufiger in feministischen Foren, in Tierschutzkreisen und linken Gruppen und ich finde, wir sollten darüber reden, auch wenn es ungemütlich ist.</p>
<p>Bevor jetzt jemand direkt innerlich aussteigt, sobald das Wort Veganismus fällt: Es geht mir nicht darum, irgendwem das Schnitzel oder die Milch im Kaffee zu verbieten. Ich möchte niemanden verurteilen. Mir geht es darum, ehrlich darüber zu sprechen, wo unsere Lebensmittel herkommen und was wir mit unseren Entscheidungen jeden Tag unterstützen. Und ob das eigentlich zu dem passt, was wir von uns selbst glauben: Nämlich progressiv, tierlieb und feministisch zu sein. Denn genau das ist die kognitive Dissonanz auf unserem Teller. Das unangenehme Spannungsgefühl, das entsteht, wenn die eigenen moralischen Werte nicht mit dem tatsächlichen Handeln übereinstimmen. Um diesen inneren Konflikt schnell und einfach zu lösen, werden oft Rechtfertigungen oder Besänftigungen von uns herangezogen, die das eigene Verhalten vor sich selbst legitimieren.</p>
<blockquote><p>„Das haben wir schon immer so gemacht.“</p></blockquote>
<p>Viele Dinge, die wir heute als unvorstellbare Ungerechtigkeit empfinden – dass Frauen nicht wählen durften oder rechtlich ihrem Ehemann unterstellt waren – wurden damals mit genau derselben Begründung verteidigt: „Das haben wir schon immer so gemacht.“</p>
<h3><b>Tierschutz und Feminismus haben dasselbe Anliegen</b></h3>
<p>Feminismus bedeutet, sich gegen Unterdrückung, Ausbeutung und Gewalt zu stellen, vor allem an Frauen. Es geht darum, Machtstrukturen sichtbar zu machen und zu hinterfragen – und sich für Gleichberechtigung einzusetzen. Genau deshalb stellte sich für mich irgendwann eine Frage, die ich lange ausgeblendet habe: Warum endet dieser Anspruch bei Tieren? Warum analysieren wir strukturelle Gewalt und akzeptieren gleichzeitig ein System, in dem fühlende Lebewesen als Produktionsmittel existieren? Nicht, weil wir darauf angewiesen wären, sondern weil wir es gewohnt sind.</p>
<h3><b>Die Gewalt trifft vor allem weibliche Körper</b></h3>
<p>Besonders deutlich wird dieser Widerspruch bei den weiblichen Körpern in der Tierindustrie. Eine Milchkuh ist vor allem eines: Eine Mutter. Eine Kuh gibt nämlich nicht einfach Milch. Sie muss dafür wie jedes Säugetier schwanger sein, immer wieder, also wird sie durchgehend besamt. Ihr Kind wird ihr kurz nach der Geburt weggenommen, damit die Muttermilch verkauft werden kann. Jede Kuh trägt eine Ohrmarke, eine Nummer. Kein Name, kein Individuum, sondern Teil eines Systems. Ist das Kind männlich, wird es oft sehr früh getötet oder verkauft, meist ins Ausland. Ist es weiblich, beginnt der gleiche Kreislauf.</p>
<blockquote><p>Eine Milchkuh ist vor allem eines: Eine Mutter.</p></blockquote>
<p>Auch in der Schweineindustrie sind es die Mütter, deren Körper kontrolliert werden. Sie stehen oder liegen in <a href="https://youtu.be/L4XFCuFbiOY?si=Q3pZiXIIR6PNHdA4">engen Metallkäfigen</a>, so klein, dass sie sich nicht einmal umdrehen können. Sie können kein Strohnest bauen, sich kaum um ihre Jungen kümmern – Dinge, die eigentlich zu ihrem natürlichen Verhalten gehören.</p>
<p>Bei Hühnern zeigt sich das Prinzip anders, aber nicht weniger drastisch. Ein Huhn legt zur Fortpflanzung etwa 20 bis 30 Eier im Jahr. Die für den menschlichen Verzehr qual-gezüchtete „Legerasse“ legt heutzutage mehr als das Zehnfache – nämlich <a href="https://www.peta.de/themen/eier/">über 300 Eier im Jahr.</a> Das führt zu massiven Entzündungen und qualvollen Schmerzen für die Tiere und zum frühen Tod. Auch hier gilt: Nur weibliche Tiere sind „nützlich“. Die anderen werden aussortiert.</p>
<h3><b>Diese Realität existiert unabhängig davon, ob wir sie sehen wollen</b></h3>
<p>Und während all das passiert, haben viele von uns ein ganz anderes Bild im Kopf: Kühe auf grünen Wiesen, Hühner im Freien, eine Art „heile Welt“, wie man sie aus der Werbung kennt. So stellen wir es uns vor.</p>
<p>Doch die Realität in der industriellen Tierhaltung sieht oft anders aus. Viele Tiere leben in engen Ställen, auf harten Böden, mit kaum Zugang zu Tageslicht. Und wenn ihre Leistung nicht mehr genügt, werden sie geschlachtet. Vielleicht funktioniert dieses System auch deshalb so gut, weil wir diese Diskrepanz selten wirklich sehen.</p>
<h3><b>Von „Aww süß“ zu „Hmm lecker“</b></h3>
<p>Diese Widersprüche zeigen sich auch darin, wie wir Tiere einteilen. Wir unterscheiden ganz selbstverständlich zwischen „Haustieren“ und „Nutztieren“. Wir halten an, um einen verletzten Igel von der Straße zu tragen. Wir empören uns über Tierquälerei, unterschreiben Petitionen, teilen Beiträge. Die Tötungsstationen für Hunde und Katzen in Kroatien? Skandal! Und gleichzeitig bestellen wir uns abends eine Käse-Salami-Pizza.</p>
<p>Ein Hund ist ein Familienmitglied. Wenn er stirbt, wird er betrauert, manchmal sogar beerdigt. Andere Tiere essen wir. Der Unterschied liegt nicht in ihnen, sondern in der Rolle, die wir ihnen geben. Die aus unserer Sicht hübschen, süßen und intelligenten Tiere schützen wir, alle anderen sind egal. Diese Unterscheidung nennt sich Speziesismus.</p>
<h3><b>„Aber Bio!“ – und andere Beruhigungsgeschichten</b></h3>
<p>Oft beruhigen wir uns mit dem Gedanken, dass es „okay“ sei, Tiere zu essen, solange sie ein gutes Leben hatten. Aber würde dieses Prinzip irgendwo anders für uns funktionieren? Eine geliebte Katze, die ein schönes Leben hatte, wird nicht am Ende getötet und gegessen. Warum also andere Tiere? Die Frage ist nicht nur, wie ein Leben verläuft, sondern auch, wie es endet – und ob dieses Ende notwendig ist. Gibt es überhaupt Ausbeutung, die respektvoll sein kann?</p>
<p>Auch wenn man jetzt als Vegetarier:in denkt: „Für mich stirbt zumindest kein Tier“ – leidet es trotzdem ein Leben lang qualvoll für den eigenen Genuss. Bei genauerem Hinsehen bleibt nämlich die systemische Nutzung bestehen, denn auch für Milch und Eier werden Körper beansprucht und Lebenszyklen fremdbestimmt. Es ist erneut eine Frage der kulturellen Prägung: Würden wir Eier von Raben essen oder Milch von Hunden trinken?</p>
<blockquote><p>Die Würde eines Lebewesens sollte unabhängig von seiner Leistung sein.</p></blockquote>
<p>Während wir für uns selbst das Recht auf körperliche Selbstbestimmung beanspruchen, ignorieren wir es bei Tieren. Als Frau kann man sich entscheiden Mutter zu sein, eine Kuh in der Milchindustrie kann das nicht. Es geht im Kern darum, ob wir die Existenz eines Lebewesens nur dann anerkennen, wenn es uns einen Nutzen bringt. Bei schutzbedürftigen Menschen wie Kindern oder Menschen mit Behinderung haben wir uns längst darauf geeinigt, dass ihre Würde unabhängig von ihrer Leistung ist – Veganismus versucht diesen ethischen Kreis konsequent zu erweitern.</p>
<h3><b>Ich war selbst zehn Jahre stolze Vegetarierin</b></h3>
<p>Ich schreibe das nicht, weil ich selbst immer konsequent gewesen wäre. Im Gegenteil. Ich erkenne mich in vielen dieser Widersprüche selbst wieder. Ich habe mich lange als tierlieb verstanden und gleichzeitig Produkte konsumiert, für die Tiere leiden und sterben. Ich bin erst seit einem Jahr vegan und ich weiß, wie schwer diese Entscheidung sein kann. Gerade weil Dinge wie Käse oder Milch einfach gut schmecken. Das ist nichts, was man ehrlich leugnen kann. Es ist nämlich keine Frage des Geschmacks, sondern der Moral. Ich könnte kein Tier selbst töten oder ausbeuten, deshalb möchte ich auch niemanden dafür bezahlen, das zu tun.</p>
<blockquote><p>Keine Frage des Geschmacks, sondern der Moral.</p></blockquote>
<p>Meine Entscheidung war kein großer Moment. Eher ein Prozess. Ein langsames Unbehagen, das sich irgendwann nicht mehr ignorieren ließ. Je mehr ich wusste, desto angeekelter wurde ich. Und irgendwann habe ich einfach angefangen. Ohne großes Statement, ohne Ankündigung. Aber plötzlich war es überall Thema: Beim Essen mit Freund:innen, auf einer Feier mit Buffet und immer, wenn im Alltag jemand etwas anbietet. Mir ist erst da wirklich bewusst geworden, wie normalisiert Tierausbeutung eigentlich ist und dass es weniger eine Ernährungsumstellung als eine soziale und moralische Entscheidung ist, vegan zu leben. Das Thema ist so aufgeladen, weil es unser inneres Wertesystem angreift.</p>
<h3><b>Veganismus und Männlichkeit</b></h3>
<p>In unserer Gesellschaft ist erstaunlich vieles entlang von Geschlechterrollen organisiert – selbst das, was wir essen. Fleisch gilt oft noch als Symbol für Stärke, für Wohlstand, für Männlichkeit. Das Bild ist vertraut: der Mann am Grill, die Frau, die den Salat vorbereitet. Vor diesem Hintergrund überrascht es kaum, dass gerade Männer ihren Fleischkonsum besonders vehement verteidigen.</p>
<blockquote><p>Tofu ist feministisch.</p></blockquote>
<p>Veganismus passt nicht in dieses Bild. Pflanzliche Ernährung wird häufig als „weich“, „verzichtend“ oder sogar als unmännlich gelesen – Stichwort Tofu. Wie absurd diese Abwehrreaktionen sein können, zeigt ein Beispiel aus der Gaming-Kultur: Als ein Spiel nur eine nicht-sexualisierte weibliche Hauptfigur hatte, folgte ein sexistischer Aufschrei von Männern. Eine echte Immersion – ein ‚Eintauchen‘ in die Welt des Spiels – sei dadurch nicht möglich, hieß es. Dass die Entwickler daraufhin fast schon satirisch <a href="https://www.watson.de/leben/meinung/974585453-gaming-gezeter-um-frauen-honcho-reagiert-mit-tofublock">einen Tofublock </a>als zweiten spielbaren Charakter alternativ anboten, verdeutlicht die Schnittstelle. Sowohl die Abkehr von Geschlechterklischees als auch der Griff zum Tofu rütteln an patriarchal geprägten Machtstrukturen. In diesem Sinne ist Tofu tatsächlich feministisch.</p>
<p>Es ist bezeichnend, dass „Testosteron-Gurus“ im Netz Mythen streuen, Soja würde Brüste wachsen lassen oder impotent machen. <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s00092-024-6250-0">Obwohl die Wissenschaft dies längst widerlegt hat</a>, halten sich diese Ängste hartnäckig. Sie zeigen, wie eng das klassische Männlichkeitsbild mit Angst vor Weiblichkeit, Härte und der Kontrolle über „schwächere“ Lebewesen verknüpft ist.</p>
<p>Dabei hat Veganismus nichts mit Geschlecht zu tun. Er fordert etwas, das im klassischen Männlichkeitsbild lange keinen Platz hatte: Empathie. Die Bereitschaft, Leid wahrzunehmen und das eigene Verhalten daran auszurichten. Und genau das scheint für manche irritierend zu sein.</p>
<h3><b>Ein häufiges Gegenargument: Die Nährstoffversorgung</b></h3>
<p>Grundsätzlich kann jede Ernährungsform gesund oder unausgewogen sein. Eine gut geplante pflanzliche Ernährung ist oft mit gesundheitlichen Vorteilen verbunden, da sie häufig mit mehr Gemüse und unverarbeiteten Lebensmitteln einhergeht.</p>
<p>Vitamin B12 ist der meistgenannte Punkt als Argument gegen eine pflanzliche Ernährung, da es supplementiert werden sollte. Was viele nicht wissen: B12 wird weder von Tieren, Pflanzen oder Menschen selbst produziert – sondern von Mikroorganismen. Studien zeigen, dass sich B12 an <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1340354014000102">Pilzen</a>, <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/2380647/">Fermentiertem</a> und auch an <a href="https://www.cell.com/current-biology/fulltext/S0960-9822(16)30129-4">Algen</a> findet. Früher nahmen Menschen es meist über ungewaschene Rohkost auf, durch Bakterien aus dem Boden. Ein Weg, der heute aufgrund von Pestiziden und Hygienestandards weder möglich noch ratsam ist.</p>
<blockquote><p>Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft, aber fordern „Natürlichkeit“.</p></blockquote>
<p>Der Clou an der Sache: Durch die moderne Massentierhaltung und den fehlenden Kontakt zu natürlichen Böden leiden die Tiere in Betrieben (auch Bio) heute selbst unter akutem B12-Mangel. Deshalb werden dem Tierfutter und der Milch in der konventionellen Industrie Vitamine und Zusätze beigemischt. Wer tierisch isst, supplementiert also auch – nur eben indirekt über den Umweg Tierkörper. In der pflanzlichen Ernährung wird dieser Prozess lediglich abgekürzt und das Vitamin direkt eingenommen. Es ist keine Frage der „Natürlichkeit“. Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft, genießen moderne Medizin und Technologie, aber pochen bei der Ernährung weiterhin auf alte Strukturen, die nicht haltbar sind.</p>
<h3><b>Landwirt:innen bei der Debatte nicht vergessen</b></h3>
<p>Ein oft vernachlässigter Aspekt ist der Blick zu den Betrieben selbst. Dabei geht es nicht um individuelle Schuld. Viele Landwirt:innen arbeiten in Strukturen, die historisch gewachsen sind und in denen echte Alternativen oft fehlen. Tierhaltung ist für viele kein abstraktes „Entscheiden“, sondern wirtschaftliche Realität und Teil eines Systems, das sich über Jahrzehnte stabilisiert hat.</p>
<p>Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass es andere Wege geben kann: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=jpIDRPr2zfQ">erste Umstellungen</a>, <a href="https://youtu.be/-ZyvBI7qEFw?si=27Lbm81-6Dd_w4D1">Lebenshöfe</a> und Sanctuaries, in denen Tiere nicht mehr als Produktionsmittel, sondern als Lebewesen betrachtet werden. Landwirt:innen, die ihre Betriebe umstellen, zeigen, dass Veränderung möglich ist. Das verändert nicht sofort das ganze System, aber es zeigt, dass Landwirtschaft nicht zwangsläufig an Ausbeutung gebunden sein muss.</p>
<h3><b>Ehrlichkeit statt Perfektionismus</b></h3>
<p>Dabei ist klar: Veganismus ist in unserer Gesellschaft auch eine Frage von Privilegien – vor allem zeitlichen. Wer zwischen Jobs und Care-Arbeit rotiert, hat keine Kapazität für selbstgemachten Cashew-Käse. Ethik muss man sich zeitlich leisten können. Doch genau hier liegt der Punkt: Es geht nicht darum, das Leben komplizierter zu machen, sondern im Rahmen der eigenen Möglichkeiten umzudenken.</p>
<h3><b>Einfach klein anfangen</b></h3>
<p>Heute ist es nämlich so einfach wie noch nie, klein anzufangen. Man muss keine Zutatenlisten studieren, um öfter mal zur Mandelmilch oder zum Linseneintopf zu greifen. Es gibt immer mehr pflanzliche Alternativen, immer mehr Menschen setzen sich damit auseinander, und vieles, was früher kompliziert wirkte, ist längst mit dem Vegan-Label im Alltag angekommen. Es geht auch gar nicht darum, alles sofort perfekt zu machen, sondern überhaupt anzufangen – Dinge auszuprobieren, Gewohnheiten zu hinterfragen und sich Schritt für Schritt heranzutasten.</p>
<blockquote><p>Jeder Schritt verschiebt etwas.</p></blockquote>
<p>Dass eine pflanzliche Ernährung nebenbei <a href="https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2841450">positive Effekte auch auf das Klima</a> hat, ist kein Geheimnis mehr. Und trotzdem bleibt die eigentliche Frage eine andere: nicht, was wir gewinnen, sondern was wir bereit sind zu hinterfragen. Denn oft scheitert Veränderung nicht an Möglichkeiten, sondern an Routinen, an Bequemlichkeit, an dem Gefühl, dass es „jetzt auch keinen Unterschied mehr macht“. Aber das stimmt nicht. Jeder Schritt verschiebt etwas. Und es ist nie zu spät, damit anzufangen.</p>
<p>Ich habe selbst lange gebraucht, um meine eigenen Widersprüche zu erkennen. Nicht, weil die Informationen gefehlt hätten, sondern weil es einfacher war, sie zu ignorieren. Tiere haben keine Stimme, sie können sich nicht wehren. Gerade deshalb liegt es an uns, hinzusehen. Sie leben mit uns, nicht für uns. Und vielleicht geht es am Ende genau darum, sich ehrlich zu fragen, ob wir Gewalt an anderen Lebewesen wirklich ablehnen – oder nur dann, wenn sie uns nicht betrifft.</p>
<blockquote><p>Tiere leben mit uns, nicht für uns.</p></blockquote>
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			</item>
		<item>
		<title>15 Low-Budget-Ideen für deinen Frühling in Innsbruck</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Johanna Korell]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 21:07:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es wird Zeit für Live-Laugh-Love! Von Kulturabenden bis Frühlingsmarkt – hier sind 15 Tipps, wie du die ersten sonnigen Tage in Innsbruck verbringen kannst. Die ersten Sonnenstrahlen, blauer Himmel, 17&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Es wird Zeit für Live-Laugh-Love! Von Kulturabenden bis Frühlingsmarkt – hier sind 15 Tipps, wie du die ersten sonnigen Tage in Innsbruck verbringen kannst.</div>
<p><span id="more-22122"></span></p>
<p>Die ersten Sonnenstrahlen, blauer Himmel, 17 Grad. Auf Social Media haben kürzlich viele geteilt, was wir uns alle denken: Tschüss Winterblues, Sommer wir kommen! Das gute Wetter schreit danach, genutzt zu werden – aber was tun in Innsbruck, solange die Almen noch nicht offen haben?</p>
<ol>
<li aria-level="1"><b>Mittagspausen-Glow-up.</b> In der Pause raus. Sofort. Draußen chillen und Sonne tanken! Sei es im Hofgarten, Rapoldipark, Botanischen Garten oder am Innufer. Falls ihr das Klischee als Studierende leben wollt: Campuswiesen beim Ágnes-Heller-Haus oder bei der Sowi. Sonnenbrille auf, Lernunterlagen demonstrativ neben euch platzieren, effektiv aber maximal sieben Minuten hineinschauen.</li>
<li aria-level="1"><b>Spaziergang, aber mit Plot.</b> Innsbruck Tourismus hat verschiedene „<a href="https://www.innsbruck.info/sehenswuerdigkeiten/d/walks-to-explore.html">Walks to explore</a>“ für Innsbruck und die Region zusammengestellt. Dazu gibt es kostenlose Audio-Guides via App. Beim „Walk 2“ führt es euch von der Triumphpforte durch die Sillschlucht und beim „Walk 3“ könnt ihr den Habsburgern durch die Altstadt auf die Spur gehen. Einfach Walk auswählen und Wetter genießen!</li>
<li aria-level="1"><b>Urban Sketching ausprobieren.</b> Skizzenbuch schnappen, in die Maria-Theresien-Straße oder an den Inn setzen und einfach draufloszeichnen. Talent ist optional – Hauptsache, man schaut sich seine Umgebung bewusst an. Dazu ein Eis?</li>
<li aria-level="1"><b>Sich neu erfinden beim Trommeln. </b>Die Free Beat Company bietet kostenloses gemeinsames Trommeln für alle an. Getrommelt wird überall: In der Free Beat Zentrale in der Matthias-Schmid-Straße 10, aber auch auf verschiedenen öffentlichen Plätzen in der Stadt. In der Zentrale findet das gemeinsame Trommeln Montag bis Samstag jeweils um 20 Uhr statt – samstags zusätzlich auch um 17 Uhr.</li>
<li aria-level="1"><b>Treibhaus-Abende oder Theater statt Netflix.</b> Leider wird es abends immer noch früh dunkel und kalt, aber das lässt sich aushalten: Im <a href="https://treibhaus.at/programm">Treibhaus</a> warten spannende Konzerte am Abend. Ebenfalls gibt es immer ein Abendprogramm im Tiroler Landestheater. Aktuell wird „Schwanensee“, ein Tanzstück mit Musik von Pjotr I. Tschaikowski, und „Die Gerechten“, ein Schauspiel von Albert Camus, aufgeführt. Es gibt günstige U27-Tickets und manchmal auch Tickets um 10 Euro an der Abendkassa eine halbe Stunde vor Beginn.</li>
<li aria-level="1"><b>Literaturfrühling leben. </b>Die „<a href="https://igautorinnenautorentirol.at/woche-der-tiroler-literatur/">Woche der Tiroler Literatur</a>“ vom <b>16. März bis 22. März</b> <b>2026 </b>lädt zu Lesungen ein. Zum Semesterstart gibt es außerdem viele Open-Mics und Poetry-Slam-Veranstaltungen. Im <a href="https://literaturtirol.at/kalender">Literaturkalender</a> werden kreative Köpfe und Literaturbegeisterte fündig. Geheimtipp: Die „Offline-Ausgaben“ enthalten immer Insider-Veranstaltungen. Dafür am besten die Augen offen halten nach Broschüren in Bars und Cafés.</li>
<li aria-level="1"><b>Semester Opening. </b>Der Party-Klassiker zum Semesterstart findet auch diesen Frühling statt. Am Mittwoch, den <b>18. März 2026, </b>von 21 bis 4 Uhr im Congress Innsbruck geht’s auf den Dancefloor mit Karaoke Floor und einer gratis Fotobox. Tickets bekommt ihr <a href="https://www.eventim-light.com/at/a/611611c89b80760ede22825c/e/6992f754352c9522ce70639b?lang=en">hier</a>.</li>
<li aria-level="1"><b>Frühlingsmarkt mit Repair Café in Wilten</b>. Am <b>21. März 2026</b> von 14 bis 18 Uhr werden im Stadtteiltreff Wilten (Leopoldstraße 33a) ein buntes Buffet, Selbstgemachtes und Second-hand-Artikel angeboten, die zum Austausch und zur Begegnung einladen. Zudem könnt ihr selbst kreativ werden in der Häkel- und Upcyclingecke. Egal, ob kaputte Kaffeemaschine oder platte Fahrradreifen: Gemeinsam werden kostenlos eure Lieblingsstücke repariert. Unterstützung gibt es an der Nähmaschine, beim Fahrrad, in Sachen Elektronik und Wolle.</li>
<li aria-level="1"><b>Ostermarkt-Atmosphäre inhalieren.</b> Am Marktplatz findet vom <b>27. März bis 6. April 2026</b> von 11 bis 20 Uhr der Ostermarkt statt und lädt zum Bummeln, Entdecken und Genießen Tiroler Ostertraditionen ein.</li>
<li aria-level="1"><b>Umwelt- und Bewegungsfest am Marktplatz Innsbruck.</b> Am <b>11. April</b> <b>2026</b> gibt es von 10 bis 18 Uhr Live-Musik sowie Info- und Snackstände. Die Polizei präsentiert zum Beispiel die Initiative „SICHER am (E-)Bike“.</li>
<li aria-level="1"><b>Sommer-Vibe catchen bei Tropenausstellung.</b> Vom <b>5. März bis zum 16. April 2026</b> eröffnet im <a href="https://www.uibk.ac.at/de/botany/botanical-garden/news-und-veranstaltungen/la-gamba/">Botanischen Garten</a> die „Foto-Ausstellung 30 Jahre Tropenstation La Gamba in Costa Rica“. Öffnungszeiten: 13 bis 15:30 Uhr. Freier Eintritt!</li>
<li aria-level="1"><b>Lange Nacht der Forschung. </b>Am <b>24. April 2026 </b>kann man in Innsbruck von 17 bis 23 Uhr wieder an diversen Standorten Forschung hautnah erleben. Es gibt ein vielfältiges Programm mit Mitmach-Stationen, Experimenten und Vorträgen. Stände wird es unter anderem beim Hauptgebäude der Universität Innsbruck am Innrain, bei der Medizinischen Universität und beim CCB geben.</li>
<li aria-level="1"><b>Tag der offenen Tür in der Musikschule. </b>Um den Vögeln draußen Konkurrenz zu machen: Wie wär’s mit einem neuen Musikinstrument? Alle Musikinteressierten sind zum Tag der offenen Tür eingeladen, um Instrumente kennenzulernen und auszuprobieren. Er findet am Dienstag,<b> 28. April 2026</b> von 14 bis 18 Uhr in der Musikschule (Innrain 5) statt. Perfekt, wenn ihr schon immer wissen wolltet, ob Geige oder Hackbrett euer Ding sein könnte.</li>
<li aria-level="1"><b>Frühlingsluft schnuppern mit Hund. </b>Das Tierheim am Mentlberg freut sich immer über ehrenamtliche Unterstützung. Es gibt die Möglichkeit, auf den verschiedenen Tierstationen zu helfen und beim <a href="https://www.tierschutzverein-tirol.at/ehrenamtlich-mithelfen/gassigeh-programm/">Gassi-Programm</a> mitzumachen. Ihr könnt euch über das Online-Formular zu einer Gassi-Geh-Schulung anmelden, um zukünftig Spaziergänge mit einem Hund zu vereinbaren.</li>
<li aria-level="1"><b>Flohmärkte gehen immer.</b> Für neues WG-Interior oder einfach zum Stöbern im Freien bieten sich jeden</li>
</ol>
<ul>
<li><b>Samstag:</b> Flohmarkt am Tivoli (6 bis 12 Uhr)</li>
<li><b>Sonntag:</b> Greifmarkt beim Greifcenter (5:30 bis 13 Uhr)</li>
</ul>
<p>Falls du jetzt denkst: „Ja eh, klingt alles nett, aber ich bleib trotzdem lieber im Bett“ – fair. Der Winter war lang. Aber der Frühling in Innsbruck ist kurz. Vielleicht bist du zumindest bei einem dieser Punkte am Start. Wer weiß – vielleicht wird dieser Frühling dann ein bisschen mehr Live, ein bisschen mehr Laugh und überraschend viel Love.</p>
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		<title>Wie wird man Autor:in? – Der Innsbrucker Literaturagent Felix Schreiner im Gespräch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Johanna Korell]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Feb 2026 14:34:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Weg vom Manuskript zur Veröffentlichung ist selten geradlinig und führt durch einen Literaturbetrieb, dessen Strukturen vielen Schreibenden zunächst verborgen bleiben. Gerade in den ersten Monaten des Jahres widmen sich&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Der Weg vom Manuskript zur Veröffentlichung ist selten geradlinig und führt durch einen Literaturbetrieb, dessen Strukturen vielen Schreibenden zunächst verborgen bleiben.</div>
<p><span id="more-22040"></span></p>
<div>
<p>Gerade in den ersten Monaten des Jahres widmen sich viele der Umsetzung ihrer Neujahrsvorsätze. Dazu kann auch gehören, sich endlich den Traum vom eigenen Buch zu erfüllen. Egal, ob ein Roman, Gedichtband oder Sachbuch in der Schublade liegt – die Frage stellt sich früher oder später: Wie kommen die eigenen Worte in die Welt?</p>
<p>Zwischen Manuskript und Buchhandlung liegen nämlich unzählige Hürden, die kaum jemand kennt. Während der Traum in vielen Köpfen präsent ist, scheitert es oft an der Unkenntnis darüber, wie der Buchmarkt funktioniert. Wie gelingt also der Einstieg in den Literaturbetrieb? Und welche Rolle spielen Literaturagent:innen dabei? Darüber sprach UNIpress mit Felix Schreiner, dem derzeit einzigen Literaturagenten in Tirol. Seine Agentur in Innsbruck ist eine von nur drei in ganz Österreich.</p>
<h3>Zwischen Text und Netzwerk</h3>
<p>Felix Schreiner ist kein Autor, sondern jemand, der Texte sichtbar macht. Als Literaturagent vertritt er Autor:innen gegenüber Verlagen, prüft und vermittelt Manuskripte, verhandelt Verträge und begleitet Bücher vom Entwurf bis zur Veröffentlichung. Seine Agentur besteht erst seit August 2025, doch Schreiner bewegt sich bereits seit einigen Jahren in der Branche.</p>
<p>Nach einem Bachelorstudium der Literaturwissenschaft in Erfurt folgte ein Volontariat bei der renommierten Literaturagentur Kossack in Hamburg. Danach studierte er im Master in Innsbruck, arbeitete parallel als studentische Hilfskraft bei Kossack, war später dort Junioragent und sammelte darüber hinaus durch Praktika Erfahrung im Verlagsbetrieb – unter anderem beim Verlag DuMont in Köln. Zudem studierte er in Istanbul und Limerick.</p>
<h3>Traumberuf Literaturagent?</h3>
<p>Ob Literaturagent schon immer sein Traumberuf war? „Nein, nicht im klassischen Sinne“, sagt Schreiner. Literaturagent:in ist ein klarer Nischenberuf, für den es keine traditionelle Ausbildung gibt. Er erfordert viel Expertise, langjährige Erfahrung, ein großes Netzwerk – und in Schreiners Fall den Mut, sich selbstständig zu machen.</p>
<p>„Es gibt viele spannende Agenturen im deutschsprachigen Raum und es war eine tolle Zeit in Hamburg, doch habe ich irgendwann gemerkt, dass es ein großer Wunsch von mir ist, meine eigene Agentur zu gründen“, so Schreiner. „Das war natürlich ein Prozess, der über Monate in mir stattfand. Am Ende stand jedoch der Entschluss, dass ich mit meinen eigenen Ideen und Ansätzen versuchen möchte, eine erfolgreiche und angesehene Literaturagentur aufzubauen.“</p>
<h3>Connections sind das A und O</h3>
<p>Wie in vielen Bereichen ist auch im Literaturbetrieb das sogenannte „Vitamin B“ – also persönliche Beziehungen <b>– </b>entscheidend: „Alles läuft über persönliche Verbindungen im Literaturbetrieb. So kannte mein damaliger Chef die heutige Verlegerin des Piper Verlags Felicitas von Lovenberg beispielsweise noch aus dem Studium“, sagt Schreiner und fügt schmunzelnd hinzu: „Ich bin schon gespannt, welche Kommiliton:innen ich später wiedertreffen darf!“</p>
<p>Ebenso wie der Weg zum Literaturagenten funktioniert auch der Weg für Autor:innen nur über Kontakte. Gespräche auf Buchmessen, Empfehlungen, Literaturveranstaltungen und eine Portion Glück spielen eine große Rolle. Gerade das persönliche Vernetzen mit Literatur-Hubs in seinem eigenen regionalen Umfeld kann entscheidend sein.</p>
<p>Für angehende Autor:innen bedeutet das: Lesungen besuchen, Literaturhäuser nutzen und Wettbewerbe wahrnehmen. Eine hilfreiche Ressource dafür ist die Plattform Literaturport (<a href="https://www.literaturport.de/">https://www.literaturport.de/</a>), auf der aktuelle Ausschreibungen, Wettbewerbe und Stipendien gesammelt werden. Ein gewonnener Wettbewerb oder ein Stipendium können als erste literarische Erfolge dabei helfen, sich in der Szene zu etablieren.</p>
<p>Auch Schreibwerkstätten können hilfreich sein, um das eigene Handwerk zu schulen. Weitere Anlaufstellen wären kleinere Literaturzeitschriften oder regionale Verlage – sie bieten erste Möglichkeiten, sichtbar zu werden.</p>
<h3>„Ein Manuskript gilt schnell als verbrannt“</h3>
<p>Eine der zentralen Empfehlungen von Schreiner für angehende Autor:innen ist, sich zuerst bei einer Agentur zu bewerben, dann bei Verlagen – Selfpublishing erst ganz am Ende, falls nichts klappt.</p>
<p>Besonders für Debütant:innen könne ein vorschneller direkter Kontakt zu Verlagen problematisch sein, so Schreiner. „Ein Manuskript gilt schnell als verbrannt. So werden allgemein Manuskripte genannt, die schon eine große Verlagsrunde gedreht haben, also vielen Verlagen angeboten wurden, und keinen Erfolg hatten.“ Wird es unvorbereitet eingereicht und abgelehnt, bleibe dieser Eindruck oft bestehen. „Wenn ein Verlag ein Manuskript bereits vorliegen hatte und ablehnt, wird es für mich schwer, es später erneut zu pitchen.“</p>
<p>Zudem werden Verlage – insbesondere renommierte – mit Einsendungen überflutet, von denen viele ungelesen aussortiert werden. Ohne persönliche Kontakte zu Lektor:innen oder Verlagen ist es heute deutlich schwieriger, im Literaturbetrieb Fuß zu fassen.</p>
<h3>Warum Agenturen der wichtigste Zugang zu Verlagen sind</h3>
<p>Literaturagent:innen fungieren als Filter und Fürsprecher. Sie kennen die Programme der Verlage, wissen, welche Lektor:innen wofür offen sind, und platzieren Texte gezielt. „Im Grunde bin ich wie ein Anwalt“, sagt Schreiner. „Ich gewährleiste durch meine Arbeit, dass Autor:innen sich nur aufs Schreiben konzentrieren können. Konkret kümmere ich mich dabei um die Verlagsverträge, Honorare und rechtlichen Angelegenheiten. Als Partner vermittle ich natürlich grundlegend die Interessen meiner Autor:innen, jedoch habe ich das Anliegen, im besten Fall eine gute Lösung für beide Seiten zu finden, also Autor:in und Verlag. Das erfordert manchmal auch ein wenig diplomatisches Geschick.“ Bestes Beispiel seien die Konflikte rund ums Cover-Design.</p>
<p>Agenturen arbeiten auf Provisionsbasis: In der Regel erhalten sie 15 Prozent der Einnahmen aus einem erfolgreichen Verlagsvertrag. Verdient wird also nur dann, wenn auch die Autor:innen verdienen. „Wenn eine Agentur im Vorhinein Geld verlangt, ist das sehr unseriös. Davon würde ich jedem abraten“, betont Schreiner. Grundsätzlich bedeute eine Ablehnung durch eine Agentur nicht, dass ein Manuskript schlecht ist – sondern lediglich, dass es die Agentur nicht vollends für eine Zusammenarbeit überzeugen konnte. „Es kann sehr lange dauern, bis ein Manuskript verkauft ist, und nicht selten wird es nie verkauft“, berichtet Schreiner. „Deswegen ist es umso wichtiger für die Agenturen, Manuskripte zu vertreten, die sie wirklich begeistern und für verkäuflich halten.“</p>
<h3>Was macht ein gutes Manuskript aus?</h3>
<p>Auf die Frage nach dem „perfekten“ Manuskript reagiert Schreiner nüchtern. „Das ist extrem subjektiv.“ Entscheidend sei zum einen die Stilistik – also Schreibstil, Satzbau und Wortwahl –, aber auch die Geschichte müsse interessant sein. Eine entscheidende Rolle hinsichtlich der Bewertung spielt das Genre des Manuskripts. So liegt im Bereich der Gegenwartsliteratur das Hauptaugenmerk natürlich deutlich mehr auf der Sprache, als es beispielsweise bei einem Krimi der Fall ist. Dort ist der Plot entscheidender. Bei Biografien funktionieren laut Schreiner grundsätzlich nur zwei Arten von Geschichten: Lebensgeschichten bekannter Persönlichkeiten, zum Beispiel von Politiker:innen oder Schauspieler:innen, oder Erzählungen von außergewöhnlichen Schicksalen, wie etwa Menschen, die dramatische Krisen oder extreme Abenteuer überstanden haben.</p>
<p>Nicht empfehlen würde Schreiner, nach dem Markt zu schreiben. Wer versuche, Trends hinterherzulaufen, schneide sich oft „ins eigene Fleisch“. Schreiben brauche Leidenschaft und einen langen Atem. „Der Angebots- und Lektoratsprozess kann sich über Monate erstrecken. Die Geschichte sollte einem selbst wirklich wichtig sein.“</p>
<p>Vor einer Einreichung empfiehlt es sich, den Text von Freund:innen oder vertrauten Leser:innen Korrektur lesen zu lassen. Flüchtigkeitsfehler, unfertige Stellen oder unklare Strukturen wirken unprofessionell – und können einen die Chance kosten.</p>
<h3>So kontaktiert man eine Agentur richtig</h3>
<p>Wer eine Literaturagentur anschreiben möchte, sollte strukturiert und respektvoll vorgehen. Schreiner empfiehlt:</p>
<ul>
<li aria-level="1">eine persönlich adressierte E-Mail (keine Massenmails),</li>
<li aria-level="1">ein Exposé,</li>
<li aria-level="1">eine Leseprobe von etwa 30–50 Seiten (vom Anfang des Textes),</li>
<li aria-level="1">sowie eine Kurzvita, idealerweise mit ersten literarischen Erfolgen.</li>
</ul>
<p>Das komplette Manuskript sollte nicht ungefragt mitgeschickt werden. „Prüfer:innen haben am Anfang nicht die Zeit, sich das ganze Manuskript durchzulesen. Es ist Standard, nur eine Leseprobe der ersten Seiten zu senden.“ Nicht empfehlenswert sei, aus der Mitte des Romans „tolle Kapitel“ auszuwählen, da dadurch leicht der Eindruck entstehen könne, der Anfang sei nicht gelungen.</p>
<p>Geduld ist ebenfalls essenziell: Antworten können Wochen oder Monate dauern. Zudem sollten sich Autor:innen genau informieren, welche Agenturen sie anschreiben. Meist ist auf den Webseiten angegeben, welche Genres vertreten werden. Schreiner beispielsweise sagt: „Ich vertrete Belletristik und Sachbücher aller Genres ausgenommen Fantasy, Science-Fiction sowie Kinder- und Jugendbücher. Zudem betreue ich keine Lyrik.“ Diese Abgrenzung sei bewusst gewählt, da es sich beispielsweise bei Fantasy und Kinder- und Jugendbuch um eigenständige Märkte handle, mit eigenen Verlagen.</p>
<h3>Absagen und Frust gehören dazu</h3>
<p>Zu den häufigsten Problemen bei Nachwuchsautor:innen zählt Schreiner nicht mangelndes Talent, sondern zu wenig Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen. Absagen seien Teil des Prozesses und auch Teil des Berufsalltags von Agenturen, was viele Autor:innen oftmals vergessen. „Frustration und Traurigkeit gehören dazu, aber es sollte einen nicht davon abbringen, an sich zu glauben. Eine Absage zu erhalten ist nichts Schönes, und auch mir tut es weh, wenn ein Verlag nicht dieselbe Begeisterung für ein Manuskript empfindet wie ich. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass das Manuskript nicht gut ist. Gleiches gilt natürlich auch für Autor:innen, die sich bei Agenturen bewerben.“ Auch prominente Beispiele zeigen, dass Zurückweisungen zum Literaturbetrieb gehören – etwa J. K. Rowling, deren Manuskript zu <i>Harry Potter</i> zwölfmal abgelehnt wurde.</p>
<h3>Keine klassische Geschäftsbeziehung</h3>
<p>Schreiner betont, dass es auch menschlich zwischen Autor:in und Agent:in passen muss. „Schreiben ist für viele Menschen etwas sehr Intimes, gerade das Teilen eines Manuskripts. Mir ist wichtig, damit wertschätzend umzugehen.“ Gerade, weil es beim Geschriebenen oft um persönliche Erlebnisse geht, entsteht eine enge Partnerschaft, die nicht leichtfertig eingegangen werden sollte. Besprechungen über Korrekturen und Überarbeitungen zu Gunsten des Textes müssen möglich sein.</p>
<h3>Neue Stimmen gesucht</h3>
<p>Dass Schreiner mit UNIpress spricht, ist kein Zufall. Der Austausch mit Studierenden liegt ihm am Herzen. „Universitäten sind Orte, an denen neue Stimmen entstehen“, sagt er. Gerade junge Autor:innen möchte er ermutigen, ihre Werke bei Literaturagenturen einzureichen. „Gute Geschichten werden immer gesucht. Die Welt braucht junge Stimmen. Ich bin auf der Suche nach Geschichten, die faszinieren, und möchte mich dafür einsetzen, dass diese auch gehört werden.“</p>
<p>Autor:in zu werden bedeutet mehr als nur zu schreiben: Es heißt, sich in einem komplexen System zu bewegen – und die richtigen Verbündeten zu finden.</p>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Hoch hinaus, tief verbunden: Literatur in Innsbruck erleben</title>
		<link>https://www.unipress.at/kultur/hoch-hinaus-tief-verbunden-literatur-in-innsbruck-erleben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Johanna Korell]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Oct 2025 10:30:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wo lebt die Literatur in Innsbruck? Das Literaturhaus am Inn und der Turmbund laden zu kostenlosen Veranstaltungen ein und öffnen Türen zu einer Gemeinschaft voller Herz und inspirierender Worte. Dieser&#8230;</p>
<p>The post <a rel="nofollow" href="https://www.unipress.at/kultur/hoch-hinaus-tief-verbunden-literatur-in-innsbruck-erleben/">Hoch hinaus, tief verbunden: Literatur in Innsbruck erleben</a> appeared first on <a rel="nofollow" href="https://www.unipress.at">UNIpress</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Wo lebt die Literatur in Innsbruck? Das Literaturhaus am Inn und der Turmbund laden zu kostenlosen Veranstaltungen ein und öffnen Türen zu einer Gemeinschaft voller Herz und inspirierender Worte.</div>
<p><span id="more-21762"></span></p>
<p><strong><em>Dieser Artikel erschien ursprünglich in unserer Printausgabe </em>Zusammen-Sein<em> im Sommersemester 2025.</em></strong></p>
<p>In Innsbruck gibt es zahlreiche Veranstaltungsorte, die Literatur Raum geben: von lokalen Buchhandlungen über das Theater praesent bis hin zur Bäckerei und dem BRUX Theater. Vielleicht weniger bekannt sind das Literaturhaus am Inn und der Turmbund – Gesellschaft für Literatur und Kunst. Versteckt in ihrer Unscheinbarkeit, bleiben sie ohne Empfehlung oft unentdeckt – und genau darin liegt ihr Charme als wahrer Geheimtipp. Das Literaturhaus sowie der Literaturverein Turmbund schaffen offene, wertfreie Räume für Diskurs, Literatur und Kunst. Es sind Orte, die man besuchen sollte, um die vielfältigen kostenlosen Angeboten und Möglichkeiten zu erleben.</p>
<h3>Ganz oben: Das Literaturhaus am Inn</h3>
<p>Im 10. Stock der Josef-Hirn-Straße 5, gleich neben der Hauptuniversität, liegt das Literaturhaus am Inn. Dort trifft man auf Dr. Maria Piok, die Leiterin des Hauses. Sie ist außerdem wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsinstitut Brenner-Archiv.</p>
<div class="bildunterschrift"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone wp-image-21771 size-large" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/IMG_0327-1024x683.jpg" alt="" width="1024" height="683" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/IMG_0327-1024x683.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/IMG_0327-300x200.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/IMG_0327-768x512.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/IMG_0327-1536x1024.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/IMG_0327-2048x1365.jpg 2048w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/IMG_0327-1920x1280.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/IMG_0327-1170x780.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/IMG_0327-585x390.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/IMG_0327-263x175.jpg 263w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" />Dr. Maria Piok, Leiterin des Literaturhauses und wissenschaftliche Mitarbeiterin des Brenner-Archivs. Foto: Johanna Korell</div>
<div></div>
<div></div>
<p>Piok beschreibt das Haus als einen Ort, der weit mehr als nur Bücher bietet: „Wir wollen Literatur und Themen präsentieren, die Diskussionen anregen und Gedanken aufbrechen. Kunst soll aus der Bahn werfen und stören, Denken verändern, verwirren. Literatur, die wir hier präsentieren, ist oft ungemütlich.“ Doch trotz der unbequemen Themen lädt der behagliche Raum zum Verweilen ein, begleitet von wechselnden Ausstellungen, unter anderem vom renommierten Brenner-Archiv – einem Forschungsinstitut der Universität Innsbruck. Es verwahrt derzeit über 300 Nachlässe, Vorlässe und Teilnachlässe, vor allem von Schriftsteller:innen.</p>
<h3>Ein Raum zum Einbringen</h3>
<p>In den Räumlichkeiten haben bis zu 80 Literaturinteressierte Platz. Nicht immer reicht das: „Als Monika Helfer bei uns zu Besuch war, mussten wir Leute wegschicken“, sagt Piok. Das Literaturhaus empfängt regelmäßig Gegenwartsliteraten. Neben Helfer waren auch schon Michael Köhlmeyer, Stefanie Sargnagel und vor kurzem erst Kurt Palm zu Besuch. Piok empfiehlt gerade bei bekannten Autor:innen, einen Platz per Mail zu reservieren.</p>
<p>Das Literaturhaus am Inn hat neben Lesungen aber auch viele andere Formate. Ein Leseforum, literarische Spaziergänge, eine Schreibwerkstatt für 12–19 Jährige und vieles mehr. Ein Buchkreis für Studierende wurde letztes Jahr schon mal organisiert und ist wieder in Planung. Auch ein Open-Mic sei geplant. „Wenn jemand Ideen für ein Format hat, Wünsche, Anregungen: Wir sind für alles offen! Einfach eine Mail schreiben, wir freuen uns!“, so Piok. Denn: „Das Literaturhaus ist für alle da.“</p>
<h3>Aktuelle Herausforderung: Die Finanzen</h3>
<p>Piok betont: „Unser größtes Problem ist das Geld.“ Das Literaturhaus wird (ebenso wie der Turmbund) von Bund, Land und der Stadt finanziert, aber die letzten Jahre wurden zunehmend Gelder für den Kulturbetrieb gekürzt beziehungsweise nicht an die Inflation angepasst. „Wir haben das Glück, dass uns die Universität Innsbruck die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt und meine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin übernimmt. Das Literaturhaus bietet somit einen Raum zur Verbindung von Literatur, Kultur und Wissenschaft.“ Für Werbung reiche es nicht mehr. Früher hätten sie mal eine Agentur beauftragt, heute fahren die Mitarbeiterinnen die Flyer selber mit dem Fahrrad aus in nahegelegene Cafés. Sie wollen das Geld ausschließlich dem vielfältigen Programm zu Gute kommen lassen. „Bei 1000 Euro kommen wir jedoch an unsere Schmerzgrenze“, sagt Piok. Die Summe könne schnell mal für aktuell relevante Literaten verlangt werden. „Da müssen wir immer abwägen, ob wir einen großen Namen einladen, aber dafür auf zwei kleinere Veranstaltungen verzichten“, so Piok.</p>
<h3>Mit Genuss, Gedanken und Kipferln</h3>
<p>Eine empfehlenswerte Veranstaltung des Literaturhauses stellt das Format <b>Montagsfrühstück. Forum für strategische Langsamkeit</b> dar. Das Literaturhaus bietet einmal im Monat den perfekten Start in die Woche mit anregenden Diskussionsthemen von Wissenschaftler:innen und Künstler:innen sowie kostenlosen Kipferln und Kaffee. Piok sagt: „Manche kommen nur wegen der Kipferln zum Montagsfrühstück, aber das finde ich auch völlig in Ordnung. Wir freuen uns, wenn jeder etwas mitnehmen kann, und sei es nur ein Kipferl. Ich muss ehrlich sagen, für mich ist auch nicht jede Veranstaltung was, einige Bücher haben mir gar nicht gefallen – aber Literatur ist einfach Geschmackssache, daher auch unser vielfältiges Programm!“</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong>Worte über Innsbruck: Der Turmbund</strong></h3>
<h3><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-21781 alignright" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/stadtturm-208x300.jpg" alt="" width="205" height="295" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/stadtturm-208x300.jpg 208w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/stadtturm.jpg 568w" sizes="(max-width: 205px) 100vw, 205px" /></h3>
<p>Der Turmbund ist einer der ältesten Literaturvereine Tirols und wurde bereits 1951 gegründet. Seinen Namen verdankt er den ersten Treffen hoch oben im Innsbrucker Stadtturm, wo sich die Gründungsmitglieder in einer kleinen „Turmstube“ versammelten – einem Raum, der maximal zehn Personen Platz bietet.</p>
<p>Heute hat der Verein seinen Hauptsitz ausgeweitet auf eine gemütliche Drei-Zimmer-Wohnung in der Müllerstraße 3, unweit der Annasäule. Zwischen hohen Bücherregalen finden hier bis zu 30 Menschen Platz, um bei Kaffee, Kuchen und Orangensaft über Literatur und Kunst zu sprechen. Die Treffen sind geprägt von einer familiären Atmosphäre, die neue Besucher:innen herzlich willkommen heißt.</p>
<h3>Fördern, vernetzen, gemeinsam wachsen – offline, wie früher</h3>
<p>Der Turmbund hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schreibtalente zu fördern und kreative Räume zu schaffen. Bereits seit 76 Jahren bietet der Verein Schreibworkshops, Stimmtrainings, Lesungen und Veröffentlichungsmöglichkeiten an. Schreibkenntnisse sind keine Voraussetzung – im Vordergrund steht die Freude an der Literatur. Auch Künstler:innen haben die Möglichkeit, ihre Werke auszustellen.</p>
<p>Bei der Vernetzung läuft es noch eher oldschool: Am besten wird man über ihre Veranstaltungen via Post oder Mail-Newsletter informiert. Anmeldungen für Events mit begrenzter Personenanzahl werden via Telefonanruf entgegengenommen. Man versucht aber auch, mit den Veränderungen des Zeitgeists Schritt zu halten: Der Turmbund hat auch eine Webseite (<a href="http://www.turmbund.org">www.turmbund.org</a>) und einen Facebook-Account. Während der Corona-Zeit gab es auch Videoformate auf Youtube.</p>
<div class="bildunterschrift"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone size-large wp-image-21765" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/IMG_0339-1024x683.jpg" alt="" width="1024" height="683" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/IMG_0339-1024x683.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/IMG_0339-300x200.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/IMG_0339-768x512.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/IMG_0339-1536x1024.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/IMG_0339-2048x1365.jpg 2048w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/IMG_0339-1920x1280.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/IMG_0339-1170x780.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/IMG_0339-585x390.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/IMG_0339-263x175.jpg 263w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" />Vorstandsmitglieder des Turmbundes: Josef Beneder (links), Jenny Zeiß (mitte), Christine Oberauer mit Wasti (rechts). Foto: Johanna Korell</div>
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<p>„Wir sind wie eine Familie“, sagt Christine Oberauer, die selbst mit 18 Jahren zum Turmbund fand. „Manche kommen einmal und nie wieder, andere bleiben ein Leben lang. Unsere Arme sind ganz weit offen – wir freuen uns über jeden, der sich auch für Literatur, Kunst und Kultur interessiert und uns besuchen mag! Wir haben immer ein offenes Ohr.“</p>
<p>„Hier kommt man aus der Vereinzelung, die Lesen und Schreiben bedingt. Wir machen uns gegenseitig Mut, damit Worte ein Gehör finden“, sagt Jenny Zeiß.</p>
<h3>Turnbund? Nein, Turmbund! Hä? Mit M!</h3>
<p>„Nervt euch eigentlich die Verwechslungsgefahr mit einem <b>Turn</b>verein?“, frage ich. „Nervt total“, sagt Josef Beneder, Präsident des Vereins. „Das hören wir immer wieder. Es gab da auch mal ein Missverständnis am Telefon. Wirklich, das hat über 10 Minuten gedauert, bis dann das Stichwort Yogamatte fiel. Wir hatten ja auch mal eine Namensänderung überlegt, aber unser Name hat ja nun mal perfekten Bezug zu unserer Geschichte.“</p>
<h3>Aktuelle Herausforderung: Verjüngung</h3>
<p>Beim Turmbund heißt es vordergründig: „Uns fehlen junge Leit.“ Beide Einrichtungen, das Literaturhaus wie der Turmbund, stehen vor der Herausforderung, junge Menschen für Literatur zu begeistern. „Für junge Menschen sind Poetry Slams wie ein Sogfenster, dabei gibt es uns als Literatursparte auch noch“, sagt Jenny Zeiß. Poetry Slams sind Dichterwettstreite, bei denen die Teilnehmer:innen in direkter Konkurrenz stehen und das Publikum einen Siegertext bestimmt. Bei Literaturtreffen oder Open Mics hingegen, wie der Turmbund sie anbietet, geht es nicht um Wetteifern. Dort stehen die Worte im Fokus, ohne den Druck, gewinnen zu müssen. „Jeder Text ist so einzigartig und individuell. Literatur erhebt keinen Anspruch auf Massentauglichkeit – solange ein Text auch nur eine Person berührt, hat sie einen Wert“, sagt Christine.</p>
<p>Wasti ist das jüngste Mitglied des Vereins. Mit vier Jahren ist der literaturinteressierte Yorkshire Terrier auch „Stammbesucher“ und Liebling des Literaturhauses. „Er senkt definitiv unseren Altersdurchschnitt“, sagt Christine. „Kommen wir mit Ü50 hin? Ach, das kann ich doch nicht sagen, dann kommt doch keiner von den jungen Leuten.“ „Aber es ist so, da müssen wir schon bei der Wahrheit bleiben“, meint Jenny.</p>
<div><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone wp-image-21777" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/Wasti-Oberauer-cropped-min-300x200.jpg" alt="" width="713" height="475" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/Wasti-Oberauer-cropped-min-300x200.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/Wasti-Oberauer-cropped-min-1024x683.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/Wasti-Oberauer-cropped-min-768x512.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/Wasti-Oberauer-cropped-min-1536x1024.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/Wasti-Oberauer-cropped-min-2048x1365.jpg 2048w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/Wasti-Oberauer-cropped-min-1920x1280.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/Wasti-Oberauer-cropped-min-1170x780.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/Wasti-Oberauer-cropped-min-585x390.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/Wasti-Oberauer-cropped-min-263x175.jpg 263w" sizes="(max-width: 713px) 100vw, 713px" /></div>
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<div class="bildunterschrift">Wasti, der Liebling der Innsbrucker Literaturszene, kommt ursprünglich aus einem bayerischen Tierheim. Foto: Johanna Korell</div>
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<h3>Einladung zum Teilen und Inspirieren</h3>
<p>Dabei bietet der Turmbund kostenlose Programme und offene Formate an, die auch jüngere Menschen ansprechen. Neben regelmäßigen Vorträgen zu unterschiedlichsten Themen – zuletzt etwa ein Beitrag eines Philosophieprofessors zum Weltethos – gibt es das <b>Literaturcafé – offenes Leseforum</b>. Es findet im Turmbund immer am letzten Freitag im Monat statt und bietet Austausch für eigene Texte und Literaturinteressierte mit kostenlosen Snacks und Kaffee. Ein ähnliches Format gibt es auch in der Turmstube des Innsbrucker Stadtturms.</p>
<p>Der Turmbund teilt nicht nur gerne Literatur, sondern auch Pizza. „Zu uns meinte mal jemand, wir wären ja eigentlich nur ein Verein, der sich grundlegend zum Pizzaessen trifft und nebenbei über Literatur spricht. Da ist schon was Wahres dran“, sagt Christine. Nach so gut wie jedem Treffen verschlägt es die Literaten nämlich in die nächstgelegene Pizzeria, wo sie die Diskussionen ausklingen lassen. „Das ist irgendwie zu unserer Tradition geworden.“</p>
<h3>Lesetipps von den Profis</h3>
<p>Welche Bücher die Innsbrucker Literaturprofis empfehlen? „Schwierig, es gibt so viele gute Bücher! Aber wenn ich jetzt ein aktuelles auswählen müsste, hat mir das Buch von Saša Stanišić (<i>Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne</i>) am besten gefallen! Einfach ein großartiges Leseerlebnis, voller Witz und Charme“, sagt Maria Piok vom Literaturhaus. Der Erzählband wurde auch bei Ö1 in der literarischen Soiree diskutiert, die live aus dem Literaturhaus am Inn übertragen wurde. Unter dem Formatnamen “Literatur ist der Rede Wert!” kann die Folge vom 29.11.2024 beim ORF online nachgehört werden.</p>
<p>Die Vorstandsmitglieder vom Turmbund sind als Poeten große Lyrikliebhaber:innen. Neben Nietzsche würden sie die neue Ausgabe „Menschlichkeit. Die Poesie der Nähe“ von <i>Das Gedicht, Zeitschrift für Lyrik, Essay und Kritik</i> empfehlen. „Einer der besten Lyrikbände!“, sagt Josef. „Der Redakteur war letztens sogar zu Besuch bei uns.“</p>
<h3>Literatur in Innsbruck erleben und Gemeinschaft finden</h3>
<p>Literatur verbindet: Obwohl Leser:innen und Autor:innen oft allein sind, schaffen Orte wie das Literaturhaus und der Turmbund Möglichkeiten für Begegnungen. Ob bei Lesungen, Schreibworkshops oder Gesprächsrunden – die Freude an der Sprache steht immer im Vordergrund. Wer bereit ist, in die Räume der Innsbrucker Literaturszene zu schauen, findet hier nicht nur Inspiration, sondern auch Gemeinschaft und jede Menge Geschichten.</p>
<p>Ein zentraler Wegweiser durch die Literaturlandschaft ist der <b>Literaturkalender Tirol,</b> der alle zwei Monate aktuelle Veranstaltungen in der Region bündelt. Online ist er unter <a href="http://www.literaturtirol.at">www.literaturtirol.at</a> verfügbar, Broschüren liegen an vielen Orten in Innsbruck aus. Dennoch lohnt es sich, zusätzlich die Webseiten der Veranstalter zu checken, da nicht immer alles erfasst wird.</p>
<p><b>Kontakt:</b></p>
<p><b>Literaturhaus am Inn – Lieben, Sprechen, Fühlen, Genießen</b><br />
Josef-Hirn-Straße 5, 10. Stock, A-6020 Innsbruck<br />
Tel.: +43 512 507-45014<br />
E-Mail: <a href="mailto:literaturhaus@uibk.ac.at">literaturhaus@uibk.ac.at</a><br />
Webseite: <a href="https://www.literaturhaus-am-inn.at/">https://www.literaturhaus-am-inn.at/</a><br />
Instagram: <a href="https://www.google.com/url?sa=t&amp;source=web&amp;rct=j&amp;opi=89978449&amp;url=https://www.instagram.com/literaturhaus_am_inn/%3Fhl%3Den&amp;ved=2ahUKEwiUo-fO3NCQAxX2SPEDHTDcDoEQFnoECBkQAQ&amp;usg=AOvVaw3kG0OSxN437jP_eCKnWItS">@literaturhaus_am_inn</a></p>
<p><b>Turmbund – Gesellschaft für Literatur und Kunst</b><br />
Müllerstraße 3, 1. Stock, A-6020 Innsbruck<br />
Tel./Fax: +43/(0)512/58 38 52<br />
E-Mail: <a href="mailto:turmbund@gmail.com">turmbund@gmail.com</a><br />
Webseite: <a href="https://www.turmbund.org/">https://www.turmbund.org/</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Entschleunigung im Herbst: Embrace the Granny Lifestyle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Johanna Korell]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Oct 2025 09:37:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vielleicht ist Stille genau das, was uns fehlt. Foto: Pixabay. 15 Ideen, wie ihr den Herbst in Innsbruck entspannt und cozy genießen könnt – ganz im Granny-Style. Während der Lebkuchen&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="bildunterschrift">Vielleicht ist Stille genau das, was uns fehlt. Foto: Pixabay.</div>
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<div class="subtitle_up">15 Ideen, wie ihr den Herbst in Innsbruck entspannt und cozy genießen könnt – ganz im Granny-Style.</div>
<p><span id="more-21711"></span></p>
<p>Während der Lebkuchen im Supermarkt schon Winterstimmung verkündet, geht das Hier und Jetzt oft verloren: der Herbst! Mit seinen bunten Blättern, goldenem Licht und dem Geruch von feuchter Erde lädt gerade diese Jahreszeit zum Stehenbleiben und Romantisieren ein. Zwischen Semesterstart, Zeitgeist-Hektik und Alltagsstress kommt das jedoch meist zu kurz. Der Griff zum Smartphone ist vorprogrammiert – denn was kann man im Herbst schon groß unternehmen?</p>
<p>Dabei können wir gerade von der älteren Generation einiges lernen. Gegen Doom-Scrolling und Herbstblues hilft manchmal einfach ein bisschen <i>Granny Energy</i>. Hier kommen 15 Ideen für eure Relaxing-Fall-Granny-Era in Innsbruck:</p>
<ol>
<li><b>Alles mit Kürbissen!</b> Sie haben jetzt Saison und sind günstig zu haben. Zum Beispiel direkt regional beim Karlhof in Rum oder in der Markthalle. Kürbissuppe mit Kartoffeln, Ofenkürbis mit Rosmarin oder Kürbis schnitzen für Halloween – ob allein oder mit Freund:innen, genießt die Farben und Formen!</li>
<li><b></b>   <b>Kastanien sammeln</b> als simple, kostenlose Herbstdeko. Egal ob auf dem WG-Esstisch oder am Fensterbrett – Natur macht sich immer gut.</li>
<li><b></b>   <b>Bunte Blätter pressen</b> und für euren nächsten Liebesbrief oder ein Herbst-Journal aufbewahren.</li>
<li><b></b>   <b>Herbstspaziergang</b> durch den Hofgarten, den Botanischen Garten oder entlang des Innufers – mit Thermobecher, Decke im Rucksack und Strickmütze inklusive.</li>
<li><b></b>   <b>Häkeln oder Stricken lernen!</b> YouTube ist voll mit einfachen Tutorials. Wer jetzt anfängt, hat zu Weihnachten schon selbstgemachte Geschenke parat.</li>
<li><b></b>   <b>Kaffeehaus-Date mit dir selbst:</b> Apfelstrudel, Melange, vielleicht ein bisschen Tagebuchschreiben – klingt nach perfektem Sonntagnachmittag.</li>
<li><b></b>   <b>Serienmarathon</b>, aber mit Stil: Wollsocken, Kerze, Suppe auf dem Herd.</li>
<li><b></b>   <b>Tee trinken – viel Tee!</b> Ingwer, Zimt, Kurkuma oder Holunderblüte – stärkt Immunsystem und Seele.</li>
<li><b></b>   <b>Endlich das Buch lesen</b>, das schon ewig auf deinem Nachttisch liegt. (Und ja, Hörbücher zählen auch.) Ansonsten: auf zur nächsten Buchhandlung deines Vertrauens! Auch bei Wams, Ho&amp;Ruck und dem Antiquariat Gallus findet ihr günstig gebrauchte Wörterschätze.</li>
<li><b></b> <b>Cinnamon-Rolls backen!</b> Vegan mit Apfelmus werden sie besonders saftig. Dazu ein Podcast deiner Wahl?</li>
<li><b></b> <b>Ein Instrument lernen</b>, vielleicht sogar Ukulele – klingt nach „Wohnzimmerkonzert mit Freunden“. Über Willhaben euer Wahlinstrument suchen und dann mit YouTube starten – günstig möglich!</li>
<li><b>Tanzkurs oder Tanzparty besuchen:</b> Ob Standard, Lindy Hop oder Salsa – Hauptsache Spaß! In Innsbruck gibt es viele Angebote. So beispielsweise von der Bäckerei – die Kulturbackstube oder von Salsa Libre. Sie laden regelmäßig zu entspannten Abenden ein, mit freiem Eintritt.</li>
<li><b>Ein neues Hobby starten. Werdet crafty!</b> In jedem von uns schlummern versteckte Talente und Interessen. Und Granny-Hobbys punkten gerade im Herbst: Brot backen, Kerzen gießen, Schmuck basteln, Nähen, Malen/Zeichnen, Sticken oder Keramikmalen. In Innsbruck wirst du fündig in Bastelläden und bei Müller. Für mehr Anleitung oder gemeinsames Basteln gibt es z. B. Pennello – ein Keramikmalstudio – oder Papelier – ein Raum für Grafik &amp; Kreatives. Wann hattet ihr schon das letzte Mal einen Tuschkasten im Einsatz?</li>
<li><b>Flohmarkt, Kultur &amp; Cozy-Ausflüge! </b>Der Herbst ist Flohmarktzeit! Entrümpeln, stöbern oder einfach bummeln durch Innsbruck – dabei entdeckt man Schätze mit Geschichte. Flohmarkt-Highlights:</li>
</ol>
<ul>
<li aria-level="1">Markt am Tivoli – jeden Samstagvormittag (5–12 Uhr), Stadionstraße 1</li>
<li aria-level="1">Greifmarkt – sonntags (5:30–13 Uhr), Andechsstraße 85</li>
<li aria-level="1">Flohmarkt Völs (CYTA) – sonntags, 7–14 Uhr, überdacht im Parkhaus</li>
<li aria-level="1">Abend-Flohmarkt Hall in Tirol – freitags, 24. &amp; 31. Oktober, 18–21 Uhr</li>
</ul>
<p>Und wenn’s draußen regnet: Kultur geht immer! Checkt Treibhaus, Leokino, Cineplexx oder Literaturhaus am Inn für Lesungen, Filme und Konzerte. Im Veranstaltungskalender Innsbruck findet ihr online aktuelle Tipps.</p>
<ol start="15">
<li><b></b> <strong>Granny-Wellness &amp; Slow Selfcare!</strong> Oma würde sagen: <i>„Kind, zieh ein Unterhemd an!“</i> – und sie hat recht. Der Zwiebel-Look rettet euch durch kühle Tage. Außerdem darf Vitamin D in der dunkleren Jahreszeit nicht fehlen. Abschließend kommen daher die Profi-Granny-Tipps für Alltags-Wellness im Herbst:</li>
</ol>
<ul>
<li aria-level="1">Ein warmes Bad mit Lavendel oder Zirbe wirkt Wunder.</li>
<li aria-level="1">Macht aus eurer Abendroutine ein Ritual: Kerze, Tee, Tagebuch, kein Handy.</li>
<li aria-level="1">Power-Naps! Mittagsschläfchen sind keine Faulheit, sondern Wellness des Rentner-Lifestyles.</li>
<li aria-level="1">Esst bunt und saisonal: Wurzelgemüse, Brokkoli, Äpfel – vor allem regelmäßige Mahlzeiten dreimal am Tag.</li>
<li aria-level="1">Licht tanken, sobald die Sonne sich blicken lässt – ob beim Gang zur Uni oder auf dem Balkon.</li>
</ul>
<p>Der Herbst ist keine Jahreszeit des Verzichts, sondern des Ankommens. Vielleicht wussten unsere Omas es schon: Ruhe, Wärme und Zeit für sich selbst – die Basics! Manchmal reicht ein Tee, ein Spaziergang oder einfach der Duft von Apfelstrudel.</p>
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