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	<title>Elena Rieger, Autor bei</title>
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	<description>Das offizielle Magazin der ÖH Innsbruck</description>
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		<title>One click to community?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Elena Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Nov 2025 11:30:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir sind ständig vernetzt – doch sind wir wirklich verbunden? Immer wieder stellt sich die Frage, ob Social Media tatsächlich Gemeinschaft schaffen kann. Wie schmal der Grat zwischen digitaler Nähe&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up"><span style="font-weight: 400;">Wir sind ständig vernetzt – doch sind wir wirklich verbunden? Immer wieder stellt sich die Frage, ob Social Media tatsächlich Gemeinschaft schaffen kann. Wie schmal der Grat zwischen digitaler Nähe und realer Distanz sein kann, erklärt die Soziologin Lisa Waldenburger.</span></div>
<p><span id="more-21789"></span></p>
<p><strong><em>Dieser Artikel erschien ursprünglich in unserer Printausgabe </em>Zusammen-Sein<em> im Sommersemester 2025.</em></strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">In meinem individuellen Umgang mit Instagram habe ich erlebt, wie sich aus spontanen Blicken in den Feed oft ein Gefühl der Isolation und Unzufriedenheit entwickelte. Die App bot ein Meer an digitalen Kontakten, doch irgendwann fragte ich mich, ob sie mir mehr nahm, als sie mir gab: Selbstwert, persönliches Glück und vor allem Zeit.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Soziale Medien bringen Freunde und Fremde zusammen und bieten Raum für Austausch. Doch sie verändern auch, wie wir uns selbst darstellen und was wir als echte Verbundenheit empfinden. Likes und Kommentare schaffen Nähe auf Knopfdruck – aber wie viel davon ist echt? Lisa Waldenburger, Soziologin an der Universität Innsbruck, forscht zu dieser Thematik. Ihre Fachgebiete umfassen unter anderem digitale Kultur, Mediensoziologie und aktuelle Gesellschaftstheorien. Sie betrachtet kritisch, wie soziale Medien unser Verständnis von Beziehungen formen und betont: In der Welt von Social Media zählt oft mehr der Schein als das Sein.</span></p>
<h3><span style="font-weight: 400;"><strong><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-21798 alignnone" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/Lisa-Waldenburger-Soziologin-an-der-Universitaet-scaled.jpg" alt="" width="531" height="354" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/Lisa-Waldenburger-Soziologin-an-der-Universitaet-scaled.jpg 2560w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/Lisa-Waldenburger-Soziologin-an-der-Universitaet-300x200.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/Lisa-Waldenburger-Soziologin-an-der-Universitaet-1024x683.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/Lisa-Waldenburger-Soziologin-an-der-Universitaet-768x512.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/Lisa-Waldenburger-Soziologin-an-der-Universitaet-1536x1024.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/Lisa-Waldenburger-Soziologin-an-der-Universitaet-2048x1365.jpg 2048w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/Lisa-Waldenburger-Soziologin-an-der-Universitaet-1920x1280.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/Lisa-Waldenburger-Soziologin-an-der-Universitaet-1170x780.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/Lisa-Waldenburger-Soziologin-an-der-Universitaet-585x390.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/Lisa-Waldenburger-Soziologin-an-der-Universitaet-263x175.jpg 263w" sizes="(max-width: 531px) 100vw, 531px" /></strong></span></h3>
<div class="bildunterschrift">
<p class="p1">Lisa Waldenburger, Soziologin an der Universität Innsbruck. Foto: Lisa Waldenburger</p>
</div>
<h3><span style="font-weight: 400;"><strong>Gemeinschaft im Wandel</strong> </span></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">In der Soziologie bezeichnet der Gemeinschaftsbegriff allgemein das menschliche Zusammenleben in engen, vertrauten Beziehungen – sei es innerhalb von Familien, Freundeskreisen oder Nachbarschaften. Eigenschaften wie Nähe, Solidarität und gegenseitige Unterstützung stehen im Zentrum. Das hat sich auch durch die Digitalisierung nicht geändert. Stark verändert hat sich jedoch die Rolle, die Gemeinschaften in unserem Alltag spielen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">„Unser Leben hat sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend beschleunigt“, erklärt Lisa Waldenburger und verweist auf den Soziologen Hartmut Rosa. Mehr Möglichkeiten, Kontakte und Alternativen – auch durch Social Media. Der Kaffee mit einer Freundin konkurriert plötzlich mit zahllosen digitalen Optionen. Gleichzeitig entstehen ganz neue Formen der Gemeinschaft, etwa Fan-Communities, deren Mitglieder sich ausschließlich online kennen. „Es spricht nichts dagegen, diese digitalen Gemeinschaften als echte Gemeinschaften zu betrachten“, so die Soziologin. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Doch verändern digitale Plattformen wie Instagram unser Gefühl von Zugehörigkeit? Sicher ist: Zeit, die wir online verbringen, fehlt uns offline. Ein Spaziergang mit dem Handy in der Hand führt selten zu neuen Begegnungen. Gleichzeitig können Verbindungen entstehen, die ohne digitale Kommunikation nicht möglich wären – besonders für Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder Stigmata. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die klare Trennung zwischen online und offline hält Waldenburger für unzeitgemäß. „Viele unserer sozialen Beziehungen finden mittlerweile in beiden Räumen statt.“ Ein Videoanruf kann genauso verbinden wie ein Gespräch im gleichen Raum. Aber: Soziale Medien sind weniger verbindlich. Ghosting, also plötzlicher Kontaktabbruch ohne Erklärung, ist hier keine Seltenheit – und die sozialen Sanktionen sind gering.</span></p>
<h3><strong>Schein und Schattenseiten</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Das Design von Instagram verstärkt das Gefühl, immer auf dem Laufenden sein zu müssen – und dabei dennoch zu <img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-21802 alignright" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/mobile-2598295.jpg" alt="" width="330" height="330" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/mobile-2598295.jpg 2448w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/mobile-2598295-300x300.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/mobile-2598295-1024x1024.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/mobile-2598295-150x150.jpg 150w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/mobile-2598295-768x768.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/mobile-2598295-1536x1536.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/mobile-2598295-2048x2048.jpg 2048w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/mobile-2598295-1920x1920.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/mobile-2598295-1170x1170.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/mobile-2598295-585x585.jpg 585w" sizes="(max-width: 330px) 100vw, 330px" />verpassen, was wirklich wichtig ist. Studien zeigen, dass kuratierte Inhalte oft den Eindruck hinterlassen, nicht genug zu sein: nicht abenteuerlustig oder erfolgreich genug. Lisa Waldenburger verweist dabei auch auf ihre eigene Forschung: „Die Nutzung sozialer Medien führt bei vielen zu digitalem Stress und der Erfahrung der Entfremdung.”</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Während soziale Medien oft zu Entfremdung führen, können sie auch bestehende Beziehungen stützen. Likes und Follower schaffen keine echte Stabilität, doch sie können Verbundenheit signalisieren. Ein Like kann Anerkennung ausdrücken, das Folgen enger Freunde hält sie im Alltag präsent. Entscheidend ist dabei nicht die Anzahl der Follower, sondern wer dazugehört. So kann Instagram den Austausch erleichtern und Nähe fördern – ohne jedoch persönliche Begegnungen zu ersetzen.</span></p>
<h3><strong>Gemeinschaft oder Bühne?</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Besonders komplex ist die Frage, ob Social Media primär Gemeinschaften stärkt oder Selbstdarstellung fördert. Plattformen wie Facebook boten früher mehr Möglichkeiten für den Austausch in Gruppen. Heute steht bei Instagram oft die individuelle Inszenierung im Vordergrund. Doch gerade in politisch bewegten Zeiten zeigen sich auch die gemeinschaftsstiftenden Potenziale sozialer Medien: Aktivismus, geteilte Überzeugungen, Protestbewegungen – das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Doch was bedeuten soziale Medien für unsere langfristigen Beziehungen? Eine intensive Nutzung digitaler Plattformen kann echte Begegnungen verdrängen. Man trifft sich nicht mehr, weil man das Wochenende der anderen bereits über Stories verfolgt hat. Waldenburger warnt: „Menschen sind soziale Wesen. Die Zeit mit Freunden und Familie ist eine der wichtigsten Resonanzquellen im Alltag.“ </span></p>
<h3><strong>Digital verbunden, aber wirklich nah?</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Eine Frage, die noch unklar ist: Können soziale Medien so gestaltet werden, dass sie Gemeinschaft fördern, ohne die mentale Gesundheit der Nutzer:innen zu gefährden? Derzeit sind viele Beiträge von Hass und Beschimpfungen geprägt, was sowohl für direkt Betroffene als auch für die gesamte Community belastend ist. Zusätzlich fördern süchtig machende Funktionen wie der Algorithmus bei Instagram eine verstärkte Nutzung.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wichtiger als nur von den Plattformen Lösungen zu erwarten, sei es laut der Soziologin aber, den eigenen Umgang mit Social Media kritisch zu reflektieren. Persönliches Bewusstsein, das Reflektieren der eigenen Nutzung und das Setzen klarer Grenzen können helfen, digitalen Stress zu reduzieren. „Wenn wir wissen, was wir von den sozialen Medien erwarten und bewusst entscheiden, wie und wann wir sie nutzen, können wir sie besser für unsere Bedürfnisse einsetzen“, so Waldenburger. Die Frage ist letztlich nicht, ob Social Media uns verbindet – sondern wie wir es schaffen, diese Verbindungen im echten Leben zu spüren.</span></p>
<p><br style="font-weight: 400;" /><br style="font-weight: 400;" /></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>„Es zählt der Weg, den man gemeinsam geht“: Gemeinschaft auf Gipfeltour </title>
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		<dc:creator><![CDATA[Elena Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Jun 2025 10:42:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den Bergen hält mehr als nur das Seil eine Gruppe zusammen. Vertrauen, Kommunikation und kluge Entscheidungen sind die wahren Sicherungen. Einblicke in die Erfahrungen eines Bergführers. Der Fels ist&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up"><span style="font-weight: 400;">In den Bergen hält mehr als nur das Seil eine Gruppe zusammen. Vertrauen, Kommunikation und kluge Entscheidungen sind die wahren Sicherungen. Einblicke in die Erfahrungen eines Bergführers.</span></div>
<p><span style="font-weight: 400;">Der Fels ist rau, die Luft dünn, die Schritte müssen sitzen. Wer sich in eine Seilschaft begibt, gibt Verantwortung ab – und nimmt sie gleichzeitig an. Eine solche Gruppe von Bergsteigern ist durch ein Seil miteinander verbunden und sichert sich im Fall eines Fehltrittes gegenseitig ab. Roland Mayrhofer, staatlich geprüfter Berg- und Skiführer, weiß, wie gute Gemeinschaft am Berg funktioniert. Seit 2012 führt er Gruppen sicher durch alpine Herausforderungen – und hat dabei einiges über das Zusammenspiel in einer Seilschaft gelernt. Oft hängt der Erfolg einer Tour weniger vom technischen Können Einzelner ab, sondern vielmehr davon, wie gut die Einheit aller Beteiligten funktioniert. Es ist diese Dynamik, die das Bergsteigen zu einer besonderen Form der Zusammenarbeit macht – eine Zusammenarbeit, in der das gemeinsame Ziel nur erreicht werden kann, wenn alle an einem Strang ziehen.</span></p>
<p><strong>UNIpress: Herr Mayrhofer, was macht für Sie eine gute Seilgemeinschaft aus?</strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;"><em>Roland Mayrhofer</em>: Das muss man aus zwei Sichtweisen betrachten. Aus beruflicher Perspektive ist eine gute Seilgemeinschaft, dass ich über die Fähigkeiten aller Gäste Bescheid weiß, diese sich wohlfühlen und ich sie sicher durch den Tag bringe. Im Kontext meiner Freunde und Kletterpartner braucht es für eine gute Seilgemeinschaft immer eine Vertrauensbasis – und natürlich auch eine gewisse Routine. Man kennt sich gut, man hat die Abläufe im Kopf und man ist ein sehr eingespieltes Team.</span></p>
<div id="attachment_21605" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><img aria-describedby="caption-attachment-21605" decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-21605 size-full" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/06/Roland-Mayrhofer-ist-seit-2012-als-Bergfuehrer-.-1-1.jpg" alt="" width="600" height="701" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/06/Roland-Mayrhofer-ist-seit-2012-als-Bergfuehrer-.-1-1.jpg 600w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/06/Roland-Mayrhofer-ist-seit-2012-als-Bergfuehrer-.-1-1-257x300.jpg 257w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/06/Roland-Mayrhofer-ist-seit-2012-als-Bergfuehrer-.-1-1-585x683.jpg 585w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><p id="caption-attachment-21605" class="wp-caption-text">Roland Mayrhofer ist seit 2012 als Bergführer aktiv. Foto: Roland Mayrhofer</p></div>
<p><strong>Wie geht man als Bergführer mit Konflikten oder Unsicherheiten in der Gruppe um?</strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wenn ich merke, dass eine Stresssituation auftritt, versuche ich immer, erst zehn Sekunden in mich zu gehen, die Situation zu erfassen und danach in die Entscheidungsphase zu wechseln. Wichtig ist, zuerst einmal zu überlegen: Was kann man jetzt machen und wie kann man die Situation lösen? Was sind externe Einflussfaktoren und was kann ich als Bergführer ändern? Aber mir hilft es immer, mich kurz selbst zurückzunehmen, nicht in Stress zu verfallen oder irgendwelche Aktionen zu starten, die unüberlegt sind. </span></p>
<p><strong>Haben Sie Strategien, um eine motivierende Atmosphäre in der Gruppe zu schaffen?</strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ein ganz wichtiges Thema ist Kommunikation. Man muss die Leute abholen an dem Punkt, an dem sie sich gerade befinden. Man muss herausfinden, was ihre Wünsche und Bedürfnisse sind und was sie brauchen. Ich glaube, allen Beteiligten ist es sehr wichtig, dass sie mündig behandelt werden und man als Bergführer nicht davon ausgeht: „Die laufen hinter mir her und es ist ihnen eh alles egal.“ Ich versuche, den Leuten gezielt zu vermitteln, warum ich Entscheidungen treffe. Außerdem auch ruhig zu bleiben und der Gruppe zu verdeutlichen, dass sie gut aufgehoben ist.</span></p>
<p><strong>Wie bereitet man die Teilnehmenden auch mental auf herausfordernde Situationen vor?</strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Das macht man am besten, indem man ganz klar sagt, wie die Situation ist. Wo sind gewisse Schlüsselstellen? Wo könnten Gefahrenstellen liegen? Wo muss man besonders gut aufpassen? Das ist meine Aufgabe als Bergführer. Bei gewissen Touren, speziell wenn man an das Klettern oder 4000er denkt, bleibt einfach ein gewisses Risiko. Dieses versucht man zwar immer möglichst zu vermeiden, aber man muss darüber aufklären. Das schafft dann eine Basis, mit der man als Gemeinschaft in die Tour geht.</span></p>
<p><strong>Was haben Sie persönlich im Laufe der Jahre über Gemeinschaft gelernt?</strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Mehr auf das Bauchgefühl zu hören und dass es wichtig ist, viel miteinander zu reden. Wir haben es oft in unserem Freundeskreis erlebt, dass man irgendwie das Gefühl hatte, dass die Situation nicht passt oder man nicht darüber gesprochen hat. Dann ist man am Gipfel und hat sich gedacht: „Hm, das war heute aber irgendwie komisch.“ Mir kommt immer vor, dass es wichtig ist, sich vorher genau untereinander abzustimmen. Das ist schon ein Learning im Alpinismus. Auch, dass man sich einmal zurücknimmt und bewusst sagt: „Heute brechen wir ab.“</span></p>
<p><strong>Stichwort moralische Dilemmas im Gebirge: Wie gehen Sie damit um?</strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Das ist besonders ein Thema, wenn man heterogene Gruppen hat. Es kommt vor, dass ich merke: „Es geht nicht.“ Vielleicht muss ich dann mein Ziel ein bisschen anpassen oder die Tour überhaupt abbrechen. In diesem Fall richtet man sich immer nach dem schwächsten Glied. Wenn man sieht, dass jemand den Herausforderungen überhaupt nicht gewachsen ist und sich falsch eingeschätzt hat, dann muss man ehrlich sein. So etwas geht einfach zu Lasten der restlichen Seilschaft. Es ist sehr individuell, wie man so eine Situation gestaltet, aber es ist wichtig, irgendeine Lösung oder einen Kompromiss für alle zu finden.</span></p>
<p><strong>Inwiefern haben gemeinsame Herausforderungen in den Bergen das Potential, Menschen enger zusammenzuschweißen?</strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wenn man gemeinsam unterwegs ist, ist dieses Potential immer gegeben. Man hat beim Bergsteigen einfach sehr starke Erlebnisse, oft viele Emotionen, und man rückt im Gebirge nah zusammen. Das, was uns im Alltag, vielleicht im urbanen Raum, oft nicht so ganz gelingen will, ist in einer Seilschaft unerlässlich. Hier ist man nicht bloß für sich. Man ist voneinander abhängig und darauf muss man sich einlassen. Es entsteht relativ schnell eine gewisse Nähe und man lernt als Bergführer auch viel über sich und die Gruppe.</span></p>
<p><strong>Gab es im Laufe der Jahre mal eine besonders prägende Erfahrung in einer Seilschaft?</strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Über die Jahre erlebt man natürlich allerhand Dinge. Wenn man viel unterwegs ist, gibt es auch immer wieder Situationen, die brenzlig sind. Ganz einschneidend war bei mir sicher am Anfang von meinem Bergsteigen ein Lawinenunfall, bei dem ich aber glimpflich davongekommen bin. Das war dann ausschlaggebend, dass ich mehr über mein Tun nachgedacht und mich auch in diese Richtung weitergebildet habe. Ich glaube, am Ende zählt weniger das Erreichen des Gipfels, sondern der Weg, den man gemeinsam geht. Und dieser Weg, so herausfordernd er auch ist, verbindet stärker als jedes Seil.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>From Basel with (wasted) love</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Elena Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 May 2025 10:30:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Großereignis wie immer &#8211; nur ganz anders. Der ESC 2025 brachte Musik, Meinung und Mitfiebern auf eine Bühne, die auch Spannungen sichtbar machte. Basel dirigierte, die Welt stimmte ab. Und&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Großereignis wie immer &#8211; nur ganz anders. Der ESC 2025 brachte Musik, Meinung und Mitfiebern auf eine Bühne, die auch Spannungen sichtbar machte. Basel dirigierte, die Welt stimmte ab. Und Österreich? Trägt jetzt mehr als nur den Pokal.</div>
<p><span id="more-21557"></span></p>
<p>Drei Shows, ein Sieger, viele Fragezeichen. Der 69. Eurovision Song Contest ließ Basel glänzen, präsentieren, organisieren. Zwischen neutralem Bühnenlicht und globaler Aufmerksamkeit zeigte sich der ESC erneut als Ereignis mit Ebenen: musikalisch laut, politisch aufgeladen, stimmungsvoll bis zum Schlussakkord. Österreich holte den Titel – und mit ihm die Verantwortung, Europas größte Musikbühne im kommenden Jahr zu bespielen. Wo, wie, mit wem? Auch Gewinner Johannes Pietsch aka JJ trug zur Debatte bei, noch bevor der Applaus verklungen war.</p>
<p><!--StartFragment--></p>
<h3 class="MsoNormal">Best of Basel</h3>
<p class="MsoNormal">Es begann mit einem Griff nach der Vergangenheit: Nemo, Vorjahressieger mit <em>The Code</em>, wollte im Eröffnungsvideo die Trophäe anfassen – die eigene hatte Nemo damals in Malmö zerbrochen – Moderatorin Sandra Studer lächelte und schnitt Nemo trocken den Weg ab: „You – don’t touch.“ Die Botschaft: Wir erinnern uns, wir lachen mit. Und dann ging es los. Basel, sonst eher Bühne für Kunstmessen und Kulturfestivals, wurde zur ESC-Metropole – verbunden durch ein Motto, das den Takt vorgab: <em>United by Music</em>. Drei Liveshows, 37 Nationen, über 160 Millionen Zuschauer – inszeniert mit jener schweizerischen Mischung aus Effizienz, Gastfreundschaft und Diskretion, mit der man sonst Weltwirtschaftsforen abwickelt.</p>
<p class="MsoNormal">35 Millionen Franken kostete das Event, etwa 95<span style="font-family: 'Arial',sans-serif;"> </span>Prozent der Hotelbetten waren belegt, und zwischen Altstadt und Messegelände wurde Basel zum Knotenpunkt europäischer Popkultur. Die Stadt organisierte mit ruhiger Hand: ein Eurovision Village im Messequartier, Kulturangebote quer durch die Innenstadt, Sicherheit sichtbar, Stimmung meist entspannt. Auch die Show selbst war durchdacht – mit kleinen Pointen zwischen den großen Auftritten. Der charmante Einspieler <em>Made in Switzerland</em>, eine musikalische Liebeserklärung an nationale Eigenheiten, blieb dabei besonders hängen. Basel versuchte nicht, größer zu wirken, als es ist – sondern zeigte, wie man ein Millionenpublikum empfängt, ohne sich zu verbiegen.</p>
<div id="attachment_21563" style="width: 2570px" class="wp-caption alignnone"><img aria-describedby="caption-attachment-21563" decoding="async" loading="lazy" class="size-full wp-image-21563" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/250512_Corinne-Cumming_EBU_01287-scaled.jpg" alt="" width="2560" height="1707" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/250512_Corinne-Cumming_EBU_01287-scaled.jpg 2560w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/250512_Corinne-Cumming_EBU_01287-300x200.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/250512_Corinne-Cumming_EBU_01287-1024x683.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/250512_Corinne-Cumming_EBU_01287-768x512.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/250512_Corinne-Cumming_EBU_01287-1536x1024.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/250512_Corinne-Cumming_EBU_01287-2048x1365.jpg 2048w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/250512_Corinne-Cumming_EBU_01287-1920x1280.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/250512_Corinne-Cumming_EBU_01287-1170x780.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/250512_Corinne-Cumming_EBU_01287-585x390.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/250512_Corinne-Cumming_EBU_01287-263x175.jpg 263w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><p id="caption-attachment-21563" class="wp-caption-text">© EBU/Corinne Cumming</p></div>
<h3 class="MsoNormal">Politik auf der Playlist</h3>
<p class="MsoNormal">Die Bühne unpolitisch, der Austragungsort offiziell neutral – doch der ESC 2025 blieb nicht unberührt vom Weltgeschehen. Israels Teilnahme prägte die Tage vor dem Finale: begleitet von pro-palästinensischen Protesten, erhöhter Sicherheit und spürbarer Anspannung. Vor der Halle wurde geschwiegen, gestört, gefilmt – drinnen blieb der Krieg im Gazastreifen zwar außerhalb der Songtexte, aber nicht außerhalb der Wahrnehmung. Auch das Voting stand in der Kritik: In sozialen Medien war von organisierten Kampagnen die Rede, die das Televoting zugunsten Israels beeinflusst haben könnten. Im Mittelpunkt: <em>New Day Will Rise</em>, gesungen von Yuval Raphael, einer Überlebenden des Hamas-Anschlags. Ein schlichter Auftritt, der bewegte – das Publikum reagierte emotional, die Jurys reserviert. Israels zweiter Platz zeigte, wie eng Emotion, Erinnerung und Bewertung beieinander liegen.</p>
<p class="MsoNormal">Auch der Sieger JJ bezog nach dem Finale öffentlich Stellung. In einem Interview äußerte er Unverständnis über die Teilnahme Israels und forderte Konsequenz – analog zum Ausschluss Russlands nach dem Angriff auf die Ukraine. Diese Wortmeldung sorgte für ein breites Medienecho: Während vereinzelt Zustimmung kam, überwogen in der öffentlichen Reaktion kritische Stimmen – teils mit deutlicher Schärfe. Der ORF distanzierte sich, die EBU verwies auf ihre Rolle als unpolitische Plattform. JJ stellte später klar, seine Kritik richte sich gegen die israelische Regierung, nicht gegen die Bevölkerung. Die Debatte zeigte: Der ESC ist längst mehr als ein Musikwettbewerb – er ist Resonanzraum globaler Konflikte. Und dennoch: Basel blieb auch inmitten der Spannungen eine Bühne für gelebte Diversität. Performances, Stimmen, Geschichten – so unterschiedlich wie die Länder, die sie schickten. Raum für Komplexität war weiterhin vorhanden.</p>
<h3 class="MsoNormal">Kraft, Klischees und Koffein</h3>
<p class="MsoNormal">Auch sprachlich war das Grand Finale ein Flickenteppich: Finnisch, Griechisch, Ukrainisch, Französisch, Schwedisch, &#8230; – doch Englisch blieb das Rückgrat. Estland tanzte sich mit <em>Espresso Macchiato</em> durch die Nacht, ein Shot zwischen Italo-Beat und Herzrasen. Schweden schwitzte kollektiv im Takt – Aufguss zum Mitsingen. Spanien fächerte sich mit <em>Esa Diva</em> souverän durch Glitzer und Gesten, während Finnland auf den Punkt kam, laut und lasziv. Albanien flüsterte sich durch ein einziges Wort: <em>Zjerm</em>, als Echo, Frage, Loop. Armenien blieb dynamisch, Malta bunt. Italien streichelte die Kamera, Litauen sang sich in Trance, Frankreich hielt mit <em>Maman</em> leise dagegen.</p>
<p class="MsoNormal">Griechenlands Dramatik, Deutschlands Donner und niederländische Leichtigkeit blieben sichtbar, aber nicht siegfähig. Im letzten Drittel des Abends begann sich das Feld zu sortieren, unter Spannung schoben sich Favoriten nach vorn, andere rutschten leise ab. Das Juryvoting brachte Österreich an die Spitze, das Publikum ließ Israel kurz hoffen – bis die letzte Punktezahl fiel und alles klar war. <em>Wasted Love</em> holte den Sieg mit schwarz-weißem Seesturm, stoischer Präsenz und kontrollierter Erschütterung. Und Countertenor JJ? Der schien trotz emotionaler Achterbahn ein Stück Gelassenheit zu bewahren. „Jetzt hamma den Schas gwonnen.“</p>
<div id="attachment_21562" style="width: 1610px" class="wp-caption alignnone"><img aria-describedby="caption-attachment-21562" decoding="async" loading="lazy" class="size-full wp-image-21562" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/2505017_Sarah-Louise-Bennett_EBU_52132.jpg" alt="" width="1600" height="1067" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/2505017_Sarah-Louise-Bennett_EBU_52132.jpg 1600w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/2505017_Sarah-Louise-Bennett_EBU_52132-300x200.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/2505017_Sarah-Louise-Bennett_EBU_52132-1024x683.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/2505017_Sarah-Louise-Bennett_EBU_52132-768x512.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/2505017_Sarah-Louise-Bennett_EBU_52132-1536x1024.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/2505017_Sarah-Louise-Bennett_EBU_52132-1170x780.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/2505017_Sarah-Louise-Bennett_EBU_52132-585x390.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/2505017_Sarah-Louise-Bennett_EBU_52132-263x175.jpg 263w" sizes="(max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /><p id="caption-attachment-21562" class="wp-caption-text">© EBU/Sarah Louise Bennett</p></div>
<h3 class="MsoNormal">#ESC26 – Austria calling!</h3>
<p class="MsoNormal">Was nun? Nach Triumph und Trophäe geht es nicht länger um Punkte, sondern um Millionen. Mindestens 30 davon stehen im Raum, und während das Feuerwerk in Basel kaum verraucht ist, beginnt in Österreich die Planungsphase. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk spricht von einer „finanzpolitischen Herausforderung“ – Ressourcen müssen gebündelt, Prioritäten gesetzt werden. Salzburg und Klagenfurt haben sich bereits aus der rot-weiß-roten Runde der Gastgeber-Kanditaten verabschiedet, der Aufwand sei für beide Städte schlicht nicht tragbar.</p>
<p class="MsoNormal">Gleichzeitig formiert sich das Bewerberfeld: Wiens Erfahrung trifft auf Linzer Offenheit, Wels hat Ambitionen, Graz hält sich im Gespräch, Oberwart überrascht – und auch Innsbruck demonstriert Panorama und Potenzial. Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Der ESC ist längst mehr als ein musikalisches Megaevent – er bietet Städten die Möglichkeit, sich touristisch und kulturell in Szene zu setzen. Zwischen Stephansdom und Seegrube wird sich nicht nur entscheiden, wo Europas Bühne 2026 steht, sondern auch, welche Kulisse Österreich der Welt zeigen will. Auftritt für Aufmerksamkeit, Anziehungskraft und Außenwirkung. Bühne frei für Spekulationen.</p>
<p><!--EndFragment--></p>
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		<title>Eine Zugfahrt, die ist &#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Elena Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Apr 2025 10:30:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Menschen steigen ein, steigen aus, stehen im Gang. Zwischen Abfahrt und Ankunft liegt ein Mikrokosmos der Kuriositäten – mal still, mal schrill, stets leicht entgleist.  Es beginnt wie immer: Man&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Menschen steigen ein, steigen aus, stehen im Gang. <span style="font-weight: 400;">Zwischen Abfahrt und Ankunft liegt ein Mikrokosmos der Kuriositäten – mal still, mal schrill, stets leicht entgleist. </span></div>
<p><span id="more-21309"></span></p>
<div>
<p><span style="font-weight: 400;">Es beginnt wie immer: Man kommt zum Bahnhof. Im Gepäck die leise Ahnung, dass die Reise durchaus bahnbrechend werden könnte – im Guten wie im weniger Guten. Zugfahren ist nicht nur Mobilität: Es ist Improvisation auf Schienen, ein Theaterstück ohne Probe, ein Crashkurs in Toleranz. Zwischen Durchsagen, Zwischenstopps und Zwischenmenschlichem verschwimmen Pläne, Persönlichkeiten und der Glaube an die Pünktlichkeit. Wer hier mitfährt, braucht mehr als ein Ticket – nämlich Haltung. Und ein Faible für so manche Kopfschüttelmomente in der </span><span style="font-weight: 400;">Narration</span><span style="font-weight: 400;"> des Alltäglichen.</span></p>
<h3>Gleise und Gefühle</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Eine Zugfahrt, die ist verheißungsvoll. Zumindest in der Theorie. Die App verspricht eine durchgetaktete Reise, vielleicht sogar einen Sitzplatz mit funktionierender Steckdose. Am Bahnsteig herrscht stille Entschlossenheit, gemischt mit Auf-die-Uhr-Blicken und zögerlichem Optimismus. Vielleicht läuft heute mal alles glatt. Der Masterplan: Komfortnische am Fenster, Cappuccino aus dem Bordbistro, konzentrierte Lektüre. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Der Zug fährt ein. Schwer atmend, schief sortiert, überfüllt wie das E-Mail-Postfach am Wochenstart. Sobald sich die Türen öffnen, ist auch jeglicher Idealismus abgefahren. Das Einsteigen wird zur Choreografie aus Rollkoffern und Rollkragenpullovern, Menschen schieben sich wie Puzzlestücke, die nicht zusammenpassen, durch zu schmale Türen. Wer am Zug sein will, braucht Ellbogen und innere Kapitulation. Dann, die Realität: Sitzplatz belegt, Kaffeeautomat streikt, Buch bleibt im Rucksack.</span></p>
<h3>Nebengeräusche der Normalität</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Eine Zugfahrt, die ist bunt. Im Abteil präsentiert sich ein akustischer Flickenteppich: Kindergeschrei, Tastaturgeklapper, Voicemails in Hörbuchlänge über Dinge, die man nie wissen wollte. Dazwischen der Duft von Döner to go, das Knacken von Nackenkissen und das Rascheln philosophischer Zeitschriften, die nicht mal Philosophen lesen. Die Menschheit entfaltet sich in voller Pracht: schlafend, tippend, laut telefonierend, schweigend demonstrierend. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Jede Sitzreihe fährt zweigleisig: Hier Arbeit, dort Urlaub, dazwischen ein Leben in der Schwebe. Man teilt sich Raum, Atemluft und gelegentlich das höflich unterdrückte Augenrollen. Während draußen Land und Leute vorbeiziehen, wird klar: Die Welt ist auch hier drinnen da – nur eben auf knapp 50 Quadratmetern –, in Jogginghose, mit Jumpsuit, mit Thermobecher und Tunnelblick.</span></p>
<h3>Zerreiß den Zeitplan!</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Eine Zugfahrt, die ist unberechenbar. Der Fahrplan ist ein freundlicher Vorschlag, keine Garantie. „Wir bitten um Ihr Verständnis …“ – eine Floskel, so wohlklingend wie wirkungslos, so sicher wie ein festes RituaI. Denn sobald der Zug drei Minuten steht, ist das Kopfkino in vollem Gange: Wurde der Lokführer entführt? Ist eine Kuh aufs Gleis gefallen? Reflektiert der Railjet gerade über seine Reiseroute? Was auch immer es ist – die Welt bleibt erstaunlich stoisch.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Man sitzt, man wartet, man googelt: „Wie viel Verspätung ist normal?“ Irgendwann ist der Akku leer und man beginnt, in Haltestellen zu denken oder den Boden unter dem Sitz zu zählen. Vielleicht ist das die neue Spiritualität: Entschleunigung durch fehlende Logik. Denn am Ende weiß meist niemand, warum genau der Zug stand. Stattdessen Zucken mit den Schultern, ein kollektives Nicken, das sagt: Wir haben verstanden – nämlich nur Bahnhof.</span></p>
<div id="attachment_21312" style="width: 2570px" class="wp-caption alignnone"><img aria-describedby="caption-attachment-21312" decoding="async" loading="lazy" class="size-full wp-image-21312" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/04/IMG_0064-scaled.jpg" alt="" width="2560" height="1946" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/04/IMG_0064-scaled.jpg 2560w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/04/IMG_0064-300x228.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/04/IMG_0064-1024x778.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/04/IMG_0064-768x584.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/04/IMG_0064-1536x1167.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/04/IMG_0064-2048x1557.jpg 2048w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/04/IMG_0064-1920x1459.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/04/IMG_0064-1170x889.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/04/IMG_0064-585x445.jpg 585w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><p id="caption-attachment-21312" class="wp-caption-text">Bild: Elena Rieger</p></div>
<h3>Der große Gleichmacher</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Eine Zugfahrt, die ist lehrreich. Hierarchie löst sich auf wie der Schaum auf dem Automatenkaffee (im Falle eines funktionierenden Kaffeeautomaten). Die Businessfrau teilt sich die Armlehne mit dem Backpacker, die Pendlerin debattiert mit dem Pensionisten, der Anwalt fragt den Schüler nach dem WLAN-Code. Jeder wird hier zurückgeworfen auf das, was letztlich zählt: Geduld, Gelassenheit, gelegentliche Selbstironie.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Man lernt, sich zu arrangieren – mit fremden Füßen unter dem Sitz, mit dem Geräuschspektrum zwischen Gähnen und Grollen, mit der Tatsache, dass der hochmotivierte Schaffner immer genau dann erscheint, wenn man gerade eingenickt ist. Der Hund fiept, das Handy pingt und plingt, der Sitznachbar schweigt – am lautesten. Zugfahren macht nicht demütig, aber es dämpft den Geltungsdrang.</span></p>
<h3>Endstation Erkenntnis</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Eine Zugfahrt, die ist vergänglich. Kaum hat man sich mit dem Rhythmus der Schienen versöhnt und sich eingenistet – körperlich und geistig –, rollt die persönliche Endstation ins Blickfeld wie ein Termin, den man zu lange ignoriert hat. Ausstieg in Fahrtrichtung links. Menschen springen auf, falten sich zurück in ihre Rollen, greifen nach Taschen und Restwürde. Kurze Verwirrung, als jemand rechts aussteigen will. Dann fährt der Zug weiter, als hätte er mit alldem nichts zu tun gehabt.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Zurück bleibt eine leicht eingedrückte Sitzfläche und dieses merkwürdige Gefühl, kurz Teil von etwas geworden zu sein, das weder planbar noch wiederholbar ist. Vielleicht ähnelt das Leben genau solchen Fahrten: keine endgültige Route, Zwischenhalte voller Fragezeichen, gelegentlich den Anschluss verpasst – aber immerhin in Bewegung. Manchmal reicht es nämlich schon, unterwegs gewesen zu sein. Zwischen Wehmut und Weiter.</span></p>
</div>
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		<title>Illusion Perfektion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Elena Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Mar 2025 13:25:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Perfektionismus: ein treuer Begleiter, der antreibt, aber auch ausbremst. Wer in der heutigen Leistungsgesellschaft glänzen will, gerät schnell in einen Strudel aus Selbstoptimierung und Selbstdruck. Doch ist Perfektion wirklich das&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Perfektionismus: <span style="font-weight: 400;">ein treuer Begleiter, der antreibt, aber auch ausbremst. Wer in der heutigen Leistungsgesellschaft glänzen will, gerät schnell in einen Strudel aus Selbstoptimierung und Selbstdruck. Doch ist Perfektion wirklich das Maß aller Dinge – oder bloß eine Illusion?</span></div>
<p><span id="more-21227"></span></p>
<div>
<p>Perfektionismus ist ein stiller Taktgeber. Er schleicht sich ein, unbemerkt und doch bestimmend. In der Schule zählt die Bestnote, im Job die makellose Präsentation, im Privatleben das vorbildliche Auftreten. Wer sich selbst zu hohe Maßstäbe setzt, läuft Gefahr, nie zufrieden zu sein – egal, wie viel erreicht wird. Die Grenze zwischen Antrieb und Belastung ist fließend. Was als Motivation beginnt, kann sich in lähmenden Druck verwandeln. Wer sich vor Fehlern fürchtet, riskiert, gar nicht erst anzufangen.</p>
<h3><strong>Glanz &amp; Glasbruch</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">An der Oberfläche wirkt Perfektionismus wie ein Erfolgsrezept. Disziplin, hohe Standards, ein unermüdlicher Antrieb – all das klingt erst einmal positiv. Perfektionisten sind detailverliebt, verlässlich, engagiert. Wer etwas anpackt, will es richtig machen, und genau das bringt viele voran. In einem Meer von Mittelmaß sorgen sie für Präzision und Qualität. Doch hinter dem glänzenden Image steckt oft eine unsichtbare Last. Der Drang zur Perfektion kann lähmen, statt zu motivieren.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Brianna Wiest, Autorin des Buches </span><i><span style="font-weight: 400;">The Mountain Is You</span></i><span style="font-weight: 400;">, beschreibt Perfektionismus als Trugbild: „Perfectionism isn&#8217;t actually wanting everything to be right. It&#8217;s a hindering thing, because it sets up unrealistic expectations about what we are capable of.“ Wie eine Fata Morgana rückt das unerreichbare Ideal immer weiter in die Ferne. Doch nicht das Streben nach Qualität bremst aus, sondern die Angst vor dem Scheitern.</span></p>
<h3><strong>Der Optimierungswahn</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Diese Angst wird durch die moderne Gesellschaft verstärkt. Produktiver arbeiten, gesünder essen, effektiver trainieren – das Streben nach der besten Version seiner selbst ist allgegenwärtig. Apps tracken Schlafzyklen, Bücher versprechen Erfolg in zehn Schritten, Social Media zeigt perfekte Morgenroutinen. Wer stillsteht, hat verloren. Doch wenn Selbstoptimierung zum Selbstzweck wird, bleibt die Frage: Wann ist es genug?</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Obsession mit Selbstverbesserung ist ein Hamsterrad, das sich immer schneller dreht. Wer sich optimiert, entdeckt ständig neue Baustellen und Schwächen, die es auszumerzen gilt. Nicht die eigene Leistung wird zum Maßstab, sondern die vermeintlich noch bessere Version, die irgendwo da draußen existiert. Zufriedenheit rückt in die Ferne, weil das Ziel sich ständig verschiebt – und an dieser Stelle beginnt sich der Druck zu manifestieren, der vom Perfektionismus ausgelöst wird.</span></p>
<h3><strong>Die unsichtbare Last</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Perfektionismus verspricht Kontrolle, doch in Wahrheit erzeugt er ein endloses Ringen um Fehlervermeidung – und oft führt genau das zu Prokrastination. Wer darauf wartet, dass der perfekte Moment kommt, um loszulegen, wartet oft vergeblich. Statt Fortschritt entsteht Stillstand, weil alles erst „perfekt” sein muss, bevor es das Licht der Welt erblickt. Die Angst, nicht zu genügen, wird zur Selbstsabotage. Maßstäbe werden unerreichbar hoch gesetzt, bis der eigene Anspruch zum Hindernis wird.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">„Perfectionism holds us back from showing up and trying“, so Wiest. Wer fürchtet, Fehler zu machen, riskiert, Chancen verstreichen zu lassen – aus Angst, sie nicht perfekt zu nutzen. Doch Fehler sind kein Scheitern, sondern ein natürlicher Teil des Prozesses. Jeder Musiker hat einmal schiefe Töne gespielt, jeder Autor erste Sätze wieder verworfen. Exzellenz entsteht nicht durch makellose Planung, sondern durch Ausprobieren, Lernen und Wachsen.</span></p>
<div id="attachment_21229" style="width: 2570px" class="wp-caption alignnone"><img aria-describedby="caption-attachment-21229" decoding="async" loading="lazy" class="size-full wp-image-21229" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/03/puzzle-3223941-scaled.jpg" alt="" width="2560" height="1552" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/03/puzzle-3223941-scaled.jpg 2560w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/03/puzzle-3223941-300x182.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/03/puzzle-3223941-1024x621.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/03/puzzle-3223941-768x466.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/03/puzzle-3223941-1536x931.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/03/puzzle-3223941-2048x1242.jpg 2048w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/03/puzzle-3223941-1920x1164.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/03/puzzle-3223941-1170x709.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/03/puzzle-3223941-585x355.jpg 585w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><p id="caption-attachment-21229" class="wp-caption-text">Bild: Pixabay</p></div>
<h3><strong>Progress over perfection</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Perfektionismus ist nicht nur eine persönliche Herausforderung, sondern auch ein Spiegel der Leistungsgesellschaft. Die Welt feiert Erfolge, nicht Prozesse. Wer scheitert, fällt durchs Raster. Wer langsamer lernt, droht, abgehängt zu werden. In einer Kultur, die Perfektion belohnt, ist es kein Wunder, dass viele lieber gar nicht erst anfangen, aus Angst, mit etwas Unvollständigem oder Fehlerhaftem dazustehen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Brianna Wiest schlägt einen anderen Ansatz vor: „Instead of perfection, focus on progress.“ Es geht nicht darum, mittelmäßige Arbeit abzuliefern, sondern darum, den ersten Schritt zu machen. Statt ewig am perfekten Konzept zu feilen, kann es befreiend sein, einfach loszulegen. Jeder große Erfolg beginnt mit einem ersten, oft fehlerhaften Versuch. Und genau diese Unvollkommenheit macht Wachstum erst möglich.</span></p>
<h3><strong>Mut zur Unvollkommenheit</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Der Weg aus dem Perfektionismus ist keine Revolution, sondern eine bewusste Entscheidung. Es bedeutet, sich selbst die Erlaubnis zu geben, unfertig zu sein. Zu akzeptieren, dass Entwicklung ein Prozess ist und dass Fortschritt wichtiger ist als Fehlerfreiheit. Wer darauf wartet, makellos zu sein, bevor etwas gewagt wird, wird niemals ankommen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Das bedeutet nicht, Standards aufzugeben oder sich mit weniger zufriedenzugeben. Es bedeutet, den Fokus zu verschieben: weg von der Illusion der Perfektion hin zur Realität der Entwicklung. „Don&#8217;t worry about doing it well, just do it“, schreibt Wiest. Die größten Erfolge entstehen nicht aus Angst vor Fehlern, sondern aus der Bereitschaft, Fehler zu machen – und daraus zu lernen.</span></p>
<h3><strong>Abschied vom Trugbild</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Perfektionismus mag ein verlockendes Ideal sein, doch er ist selten ein loyaler Freund. Was nach Ehrgeiz aussieht, kann in Selbstsabotage umschlagen. Wer sich ständig selbst im Weg steht, bleibt stehen, statt voranzugehen. Doch am Ende zählt nicht das fehlerlose Ergebnis, sondern die Bewegung. Denn nur wer ins Tun kommt, kann wirklich wachsen.</span></p>
</div>
<div></div>
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		<title>Zwanzigfünfundzwanzig – Retrospektive einer bewegten Zeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Elena Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Mar 2025 11:30:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Jahreswechsel liegt schon ein Weilchen hinter uns, 2025 nimmt Fahrt auf. Ein Vierteljahrhundert voller Umbrüche, Innovationen und Herausforderungen hat die Welt geformt. Höchste Zeit für einen Blick zurück –&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Der Jahreswechsel <span style="font-weight: 400;">liegt schon ein Weilchen hinter uns, 2025 nimmt Fahrt auf. Ein Vierteljahrhundert voller Umbrüche, Innovationen und Herausforderungen hat die Welt geformt. Höchste Zeit für einen Blick zurück – und nach vorn.</span><span id="more-21232"></span></div>
<p>In den letzten 25 Jahren hat sich nahezu jeder Lebensbereich weiterentwickelt. Die Technik hat das Alltägliche revolutioniert, während der Gesundheitssektor, angetrieben von innovativen Technologien, neue Wege beschreitet. Doch dieser Fortschritt bleibt nicht ohne Folgen: Er wirft komplexe ethische und soziale Fragestellungen auf. Politische und gesellschaftliche Umbrüche prägen die globale Landschaft, und inmitten dieser Veränderungen hat die Digitalisierung nicht nur den Zugang zu Informationen transformiert, sondern auch die Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren, in ein neues Licht gerückt.</p>
<h3><strong>Technik: Von Science-Fiction zur Realität</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Vor 25 Jahren war vieles, was heute selbstverständlich ist, noch reine Fantasie: Smarte Assistenten, Programme, die Aufgaben automatisiert erledigen, oder autonome Fahrzeuge, die selbstständig fahren. Auch künstliche Intelligenz (KI), die es Maschinen ermöglicht, aus Daten zu lernen und Entscheidungen zu treffen, ist am Vormarsch. Doch während diese Fortschritte unser Leben erleichtern, wächst die Sorge vor deren Kontrolle. Was passiert, wenn Maschinen bessere Entscheidungen treffen als Menschen? Der technologische Wandel könnte die menschliche Entscheidungsfindung beeinträchtigen und eine zunehmende Abhängigkeit schaffen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Daneben hat sich die Blockchain-Technologie als sicheres System zur Speicherung von Daten etabliert, das über Kryptowährungen hinausgeht. Sie verändert das Finanzwesen, den Gesundheitssektor und die Logistik. Mit der Einführung von 5G, der fünften Generation mobiler Kommunikation, und dem Internet der Dinge, wo alltägliche Geräte vernetzt sind, entstehen smarte Städte. Sensoren sammeln ständig Daten, die unser Leben verbessern sollen. Doch drängende Fragen bleiben: Wie schützen wir unsere Privatsphäre in einer dermaßen vernetzten Welt und wer profitiert tatsächlich von der digitalen Revolution?</span></p>
<h3><strong>Gesundheit: Von der Pandemie zur Heilung</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Die mRNA-Technologie hat während der COVID-19-Pandemie neue Maßstäbe gesetzt und bietet auch innovative Perspektiven für die Behandlung von Krebs und genetischen Erkrankungen &#8211; so nutzen die mRNA-Impfstoffe genetische Informationen, um eine Immunantwort auszulösen. Zudem ermöglicht CRISPR, eine Technologie zur präzisen Bearbeitung von Genen, bedeutende Fortschritte in der Medizin: Etwa die Möglichkeit, erbliche Krankheiten wie Mukoviszidose oder Sichelzellenanämie zu behandeln. Diese Entwicklungen geschehen jedoch nicht ohne ethische Bedenken: Wie weit dürfen wir in die menschliche DNA eingreifen? Die Debatte um „Designer-Babys“, bei denen Gene gezielt verändert werden, wird zunehmend relevant und könnte gesellschaftliche Normen herausfordern.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Telemedizin, also die Nutzung digitaler Kommunikation für Arztbesuche, hat den Zugang zur Gesundheitsversorgung revolutioniert. Patient:innen können nun Diagnosen per Video-Chat erhalten, während tragbare Technologien Gesundheitsdaten in Echtzeit überwachen. Solche Fortschritte bieten zahlreiche Vorteile, jedoch bleibt offen, ob alle Menschen gleichberechtigt von diesen Entwicklungen profitieren können. Die Gefahr einer ungleichen Verteilung der Gesundheitsressourcen könnte wachsen, wenn innovative Behandlungen nur für Wohlhabende zugänglich sind.</span></p>
<h3><strong>Politik und Gesellschaft: Der Aufstieg der Ungewissheit</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Die letzten 25 Jahre waren geprägt von politischen Umwälzungen, die alte Machtstrukturen ins Wanken gebracht haben. Globale Krisen wie der Klimawandel, Konflikte und die Pandemie haben Gesellschaften weltweit auf die Probe gestellt. Während einige Länder populistischen Bewegungen nachgeben, kämpfen andere um Demokratie und Freiheit. In diesem Kontext spielen digitale Technologien eine zentrale Rolle, indem sie sowohl als Instrumente für Aktivismus als auch als Kanäle für Desinformation dienen. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Zudem hat der Klimawandel nicht nur Auswirkungen auf die Umwelt, sondern auch auf die Politik. Grüne Technologien und nachhaltige Innovationen sind der neue Wettlauf, bei dem es darum geht, wer die Kontrolle über die Energiewende hat. Brennende Fragen wie diese werden in den kommenden Jahren die politischen Diskussionen prägen. Doch angesichts der Unsicherheiten wird vor allem die Fähigkeit der Gesellschaft, sich an neue Gegebenheiten anzupassen, entscheidend dafür sein, Fortschritte zu erzielen und eine gerechtere Zukunft zu gestalten.</span></p>
<h3><strong>Medien: Entstehung der digitalen Informationsgesellschaft</strong></h3>
<p>Der Mediensektor hat sich in den letzten 25 Jahren auf den Kopf gestellt: Digitale Medien revolutionierten die Informationslandschaft und demokratisierten den Zugang zu Nachrichten. Inzwischen kann jede und jeder über soziale Netzwerke und Blogs Informationen verbreiten. Doch mit dieser Freiheit kommen auch Hürden: Fake News und Filterblasen gefährden die Qualität der Informationen und das Vertrauen in die traditionellen Medien. Die Herausforderung besteht mehr und mehr darin, verlässliche Quellen zu finden und den eigenen Informationskonsum kritisch zu hinterfragen.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Auch die Rolle von Influencer:innen hat sich verändert; sie beeinflussen zunehmend, wie Menschen Nachrichten konsumieren. Werbung ist mittlerweile oft kaum noch von journalistischen Inhalten zu unterscheiden, was Zweifel daran aufwirft, inwieweit wir zwischen Wahrheit und Meinung differenzieren können. In einer Ära, in der Algorithmen bestimmen, was wir sehen, muss die Welt lernen, mit dieser Informationsflut umzugehen und Medienkompetenz zu fördern, sodass informierte Entscheidungen getroffen werden können.</span></p>
<h3><strong>Ausblick: Was kommt als Nächstes?</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Das vergangene Vierteljahrhundert war voller Überraschungen – und das nächste verspricht nicht weniger aufregend zu werden. Neurotechnologien, künstliches Leben und vielleicht sogar die Entschlüsselung des bewussten Denkens könnten unsere Definition von Menschsein und Zukunft radikal verändern.</span></p>
<p>Die größte Aufgabe wird es jedoch sein, diese Fortschritte mit Bedacht zu nutzen. Wie können wir Technologie so gestalten, dass sie nicht nur wenigen Privilegierten, sondern der gesamten Gesellschaft zugutekommt? Wie lösen wir die ethischen Dilemmata, die diese Durchbrüche mit sich bringen? Die kommenden 25 Jahre könnten uns in eine Zukunft führen, die heute noch jenseits unserer Vorstellungskraft liegt – doch wir haben die Macht, gemeinsam ihren Kurs zu bestimmen.</p>
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		<title>KI ist keine Magie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Elena Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jan 2025 11:33:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ob in der universitären Lehre, in der Wissenschaft oder im Alltag – KI prägt die Gesellschaft und polarisiert. Wie können wir die Potenziale dieser Technologie nutzen, ohne ihre Risiken zu&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up"><span style="font-weight: 400;">Ob in der universitären Lehre, in der Wissenschaft oder im Alltag – KI prägt die Gesellschaft und polarisiert. Wie können wir die Potenziale dieser Technologie nutzen, ohne ihre Risiken zu ignorieren?</span></div>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Welt ist von einem digitalen Erdbeben erfasst worden. Generative Künstliche Intelligenz (KI), die Grundlage von Tools wie ChatGPT, ist längst kein Science-Fiction-Phänomen mehr und hat sich binnen kürzester Zeit im Leben vieler eingenistet. Auch die Universität Innsbruck ist mit den aufkommenden Chancen und Herausforderungen konfrontiert, erklärt Univ.-Prof. Dr. Andreas Eckhardt im Vortrag „Was ich schon immer wissen wollte über Generative KI“. Wo Sorge und Faszination aufeinandertreffen, tut sich die Frage auf, was diese Technologie letztlich so besonders macht. Spoiler: Nichts.</span></p>
<h3><strong>Maths, not Magic</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Wenn KIs wie ChatGPT scheinbar „intelligente“ Ergebnisse liefern, steckt dahinter kein menschenähnliches Bewusstsein oder Magie, sondern statistische Modelle. Neuronale Netzwerke, ursprünglich in den 1960er Jahren entwickelt, wurden mit immer größeren Datenmengen gefüttert. Diese Systeme lernen auf Basis von Wahrscheinlichkeiten: Wörter, die oft zusammen auftreten, werden auch als zusammengehörig interpretiert. Man nennt diesen Prozess „Token Embedding“: Je häufiger bestimmte Worte miteinander kombiniert vorkommen, desto stärker erkennt die KI eine Verbindung – pure Mathematik. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Im Verlauf eines Dialogs arbeitet KI in einer Abfolge von zahllosen Berechnungen. Reinforcement Learning verbessert das System zusätzlich: Nutzer können Antworten positiv oder negativ bewerten, was der KI hilft, ihre Vorhersagen zu optimieren. Die Mechanik dahinter ist eine stetige Optimierungsfunktion, die nach „Belohnung“ strebt und zunehmend präzisere Antworten generiert. Dennoch bleibt sie fehleranfällig, da Mehrdeutigkeiten und kontextuelle Feinheiten nur für Menschen, nicht aber für Maschinen, leicht zu verstehen sind.</span></p>
<h3><strong>Intelligente Innovation</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Hinter dem Verständnis von KI verbergen sich auch Chancen in der Nutzung. Die Universität Innsbruck hat es sich bereits zur Aufgabe gemacht, die Potenziale von KI in Lehre und Forschung zu untersuchen. Anders als manche Institutionen, die den Einsatz von KI-basierten Tools wie ChatGPT strikt verbieten, setzt man hier auf einen offenen Umgang und fördert eine kritische Auseinandersetzung. So werden Studierende dazu angehalten, sich mit diesen Technologien vertraut zu machen, da ihre Nutzung in vielen Berufen bald zum Alltag gehören wird. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Projekte an der Universität beschäftigen sich zum Beispiel mit den positiven Effekten von KI im Bereich der Nachhaltigkeit. So findet an der Universität Innsbruck die jährliche Woche der Nachhaltigkeit statt, deren Highlight ein Innovationssprint zur Förderung von Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen ist. 2023 arbeiteten über 80 Studierende aus verschiedenen Fachbereichen gemeinsam an Projekten, die sowohl die Universität als auch Institutionen in der Region Tirol einbeziehen. Ziel des Sprints war die Entwicklung kreativer Lösungen zur Energieeffizienz, Minimierung von Umweltauswirkungen und Begrünung städtischer Räume wie Innsbruck. Generative KI spielte dabei eine zentrale Rolle: Sie half dabei, Ideen zu synthetisieren und komplexe Zusammenhänge visuell darzustellen. Besonders in Projekten wie der Planung eines nachhaltigen Mobilitätskonzepts oder der Gestaltung eines grüneren Campus konnte KI die verschiedenen Perspektiven und Visionen der Studierenden bündeln. Obwohl die Kreativität letztlich vom Menschen ausgeht, förderte die KI die Integration und Visualisierung vielfältiger Ansätze. Diese Kombination ermöglicht es, auch durch glückliche Zufälle, neue Lösungen zu finden und komplexe Fragestellungen greifbarer zu machen – eine wertvolle Unterstützung in der nachhaltigen Zukunftsgestaltung.</span></p>
<div id="attachment_21143" style="width: 765px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-21143" decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-21143 size-full" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/01/Nachhaltigkeit.png" alt="" width="755" height="755" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/01/Nachhaltigkeit.png 755w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/01/Nachhaltigkeit-300x300.png 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/01/Nachhaltigkeit-150x150.png 150w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/01/Nachhaltigkeit-585x585.png 585w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><p id="caption-attachment-21143" class="wp-caption-text">KI-generiertes Konzept für die Campusgestaltung im Rahmen der „Woche der Nachhaltigkeit”. Foto: Andreas Eckhardt</p></div>
<h3><strong>Ein ethisches Dilemma</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Doch generative KI bringt nicht nur Fortschritt, sondern auch erhebliche Risiken. Besonders im Bereich der Überwachung und der Manipulation von öffentlichen Meinungen zeigen sich problematische Einsatzfelder. An der Universität läuft ein Forschungsprojekt zu KI-generierten Deep-Fake-Bildern in sozialen Medien, die in aktuellen Konflikten, wie dem Gaza-Krieg, millionenfach geteilt werden. Ein bekanntes Beispiel zeigt einen Vater, der seine Kinder aus Trümmern rettet, ein realistisches, aber komplett KI-generiertes Bild. Solche Bilder verstärken Spannungen, polarisieren und können sogar Hass schüren, statt zum Frieden beizutragen. Die Herausforderung liegt darin, die Authentizität dieser Bilder zu überprüfen, was manuell kaum möglich ist. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Derzeit ist KI oft das einzige Mittel, um KI-basierte Fälschungen zu identifizieren. Doch die Genauigkeit der verfügbaren Tools schwankt enorm, was zu unzuverlässigen Ergebnissen führt und die Verbreitung von Desinformationen fördert. Eine potenzielle Lösung sieht die Entwicklung „hybrider intelligenter Systeme“ vor, bei denen Menschen als „AI Watchdogs“ agieren, um verdächtige Bilder zu erkennen und für Transparenz zu sorgen. Diese Systeme sollen die KI-Ergebnisse kritisch überprüfen und die Glaubwürdigkeit der Inhalte absichern. Das Projekt zeigt: Wir müssen dringend robuste Methoden entwickeln, um die Verbreitung manipulativer Deep Fakes besser kontrollieren zu können und soziale Spannungen nicht weiter anzuheizen.</span></p>
<div id="attachment_21144" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-21144" decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-21144 size-full" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/01/Stadt-1.jpg" alt="" width="1024" height="1024" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/01/Stadt-1.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/01/Stadt-1-300x300.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/01/Stadt-1-150x150.jpg 150w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/01/Stadt-1-768x768.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/01/Stadt-1-585x585.jpg 585w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-21144" class="wp-caption-text">Binnen weniger Sekunden entstand ein gefälschtes Bild einer zerstörten Stadt. Foto: ChatGPT</p></div>
<h3><strong>Mensch bleibt Drahtzieher</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Verantwortung für KI-generierte Inhalte liegt immer noch beim Menschen, der sie nutzt. Künstliche Intelligenz (KI) ist letztlich eine Maschine, die ohne ethisches oder moralisches Verständnis handelt und daher keine Verantwortung für die Qualität ihrer Aussagen übernehmen kann. Sobald ein KI-generierter Text veröffentlicht wird, macht sich der Autor diesen zu eigen, auch wenn die KI darin Fehlinformationen verbreitet. Diese Verantwortung wirft Fragen auf, besonders in Bezug auf die Herkunft der Daten, auf denen KI-Systeme basieren. KI hat Zugang auf alle im Internet frei verfügbaren Informationen und kann diese zu Trainingszwecken nutzen. Das ist jedoch problematisch, da bedenkliche oder verzerrte Inhalte ebenfalls Teil dieser Datenbasis werden können. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">KI-Modelle folgen lediglich mathematischen Algorithmen, ohne den Inhaltliche ihrer Aussagen zu beurteilen. Solange Regulierungen fehlen und die Arbeitsweise dieser Systeme eine Blackbox bleibt, bergen sie erhebliche Risiken. Die Politik ist gefordert, klare gesetzliche Vorgaben zu schaffen, um den Einsatz und die ethischen Grenzen von KI stärker zu kontrollieren. Somit besteht ein hoher Bedarf an Transparenz über die Quellen und das Training solcher Systeme, um sicherzustellen, dass keine problematischen Daten ungefiltert verwendet werden.</span></p>
<h3><strong>KI ist Werkzeug, kein Wunderwerk</strong></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Trotz aller Fortschritte kann KI den kreativen Prozess des Menschen nicht ersetzen. Sie kann Ideen und Daten kombinieren, doch das menschliche Gehirn bleibt der eigentliche Schöpfer. Auch an der Universität Innsbruck zeigt sich, wie wichtig das Zusammenspiel von Mensch und Maschine ist. KI kann Informationen aufbereiten und sogar ungewöhnliche Lösungsansätze finden, doch die letzten Schritte zur Umsetzung bleiben eine menschliche Aufgabe. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">KI-Systeme wie ChatGPT sind mächtige Werkzeuge, doch ohne ein tiefes Verständnis ihrer Funktionsweise und Grenzen kann der Einsatz auch gefährlich werden. Um diese Technologie effektiv und sicher zu nutzen, müssen zukünftige Generationen lernen, mit KI zu arbeiten und sie kritisch zu hinterfragen. Daher ist es entscheidend, dass die Gesellschaft in den Dialog über die Potenziale und Risiken der Technologie eintritt. Nur so kann sichergestellt werden, dass KI nicht als magisches Werkzeug wahrgenommen wird, sondern als das, was sie ist: eine Kombination aus Mathematik und Algorithmen, die verantwortungsvoll genutzt werden muss.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Drei Engel und ein Minimalist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Elena Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Dec 2024 19:55:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alle Jahre wieder läuten die Glocken zum vorweihnachtlichen Konsum. Ab November versperrt eine Schar Schoko-Nikoläuse den Durchgang zu den Lieblingsnudeln, und Angebote türmen sich wie der persönliche Haufen Ugly Christmas Sweaters.&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Alle Jahre wieder<span style="font-weight: 400;"> läuten die Glocken zum vorweihnachtlichen Konsum. Ab November versperrt eine Schar Schoko-Nikoläuse den Durchgang zu den Lieblingsnudeln, und Angebote türmen sich wie der persönliche Haufen </span><i><span style="font-weight: 400;">Ugly Christmas Sweaters</span></i><span style="font-weight: 400;">. Wer Freude will, muss kaufen!</span></div>
<p><span id="more-21075"></span></p>
<p>Mit jedem Tag <span style="font-weight: 400;">wächst in der Vorweihnachtszeit der Druck, Geschenke zu besorgen und das Fest vorzubereiten, während Verlockungen an allen Ecken lauern. Doch mitten in diesem hektischen Treiben taucht er auf: der Minimalist. Eine Gestalt, die wirkt, als sei sie aus der Zeit gefallen. Kein Wagen voller Produkte rollt vor ihm her, keine Berge an Paketen stapeln sich vor seiner Tür. Stattdessen zieht er durchs Leben, begleitet von einem Hauch Zen und der Frage: Wie wenig braucht der Mensch eigentlich, um glücklich zu sein?</span></p>
<h3>Laufen und kaufen</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Oh du fröhliche Zeit des Kaufens – in der Rabattjagd zum inoffiziellen Volkssport wird. Black Friday? Nur das Warm-up! Spätestens ab Dezember startet der Konsummarathon, bei dem Einkaufswägen wie Trophäen durch die Gänge geschoben werden. Wer es bequemer mag, klickt sich durch Onlineshops, als wäre jeder Klick ein Schritt zum Ziel. Die Sieger? Die, die mit vollen Taschen oder vor Bestellbestätigungen strotzenden E-Mail-Postfächern triumphieren und noch genug Luft haben, um über ihre Schnäppchen zu schwärmen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Der Minimalist hingegen betrachtet das Spektakel wie ein Naturforscher: Er sieht ein Rudel Kaufwütige, das von Laden zu Laden hetzt oder sich durch endlose Online-Filter klickt. Das neue Kinderspielzeug, das Freudensprünge verspricht, wird bald ein staubiger Zeuge verfehlter Erwartungen. Menschen stürzen sich auf Angebote, als hinge ihr Glück von der Anzahl der Tüten oder Bestellungen ab. Und in der Luft? Ein Potpourri aus Zimt, gebrannten Mandeln und Angstschweiß.</span></p>
<h3>Drei Engel des Konsums</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Die eigentlichen Heilsbringer der Saison? Werbung, Rabatte und Sofortkauf – die drei Engel des Konsums. Die Werbung trällert: „Dieses Parfüm wird deine Beziehung retten.“ Oder: „Dieses Gadget beendet deine Midlife-Crisis!“ Der Rabatt wiegt einladend den Kopf: „Nur 99 statt 200 Euro!“ Und der Sofortkauf setzt den letzten Stich: „Nur noch drei Stück verfügbar – greif zu, bevor dein Leben in Scherben liegt!“ </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Sie kennen unsere Schwächen und unsere Sehnsüchte. Sie wissen, dass wir glauben </span><i><span style="font-weight: 400;">wollen</span></i><span style="font-weight: 400;">, dass ein teurer Fernseher nicht nur unser Wohnzimmer, sondern unseren gesamten Alltag erleuchtet. Die drei Engel flüstern uns ins Ohr, dass wahres Glück nur eine Bestellung entfernt ist. Wir hören zu, füllen unsere Körbe und wundern uns hinterher, warum sich Leere nicht einfach wegkaufen lässt.</span></p>
<h3>Minimal radikal?</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Der Minimalist hingegen scheint gegen diese Verheißungen gefeit zu sein. Kein gehetztes Wühlen in Prospekten, kein Fiebern vor Rabatt-Tickern. Sein Leben gleicht eher einem stillen Spaziergang als einem hektischen Kaufhausbesuch. Statt neue Dinge anzuhäufen, versucht er es mit Aussortieren. Statt sich fünf LED-Rentierschlitten im Garten zu plazieren, zündet er lieber ein paar Kerzen an – nicht für die Instagram-Story, sondern für sich.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Das bedeutet nicht, dass er Weihnachten verteufelt. Er mag Märkte und Glühwein genauso wie die anderen, und Geschenke sind für ihn nicht grundsätzlich Teufelswerk. Doch er fragt sich: Muss alles immer größer, schneller und teurer werden? Reicht nicht auch ein kleines, durchdachtes Geschenk, das von Herzen kommt – statt des nächsten „Must-haves“, das spätestens im Januar niemand mehr </span><i><span style="font-weight: 400;">haben muss</span></i><span style="font-weight: 400;">?</span></p>
<div id="attachment_21077" style="width: 2570px" class="wp-caption alignnone"><img aria-describedby="caption-attachment-21077" decoding="async" loading="lazy" class="size-full wp-image-21077" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/12/christmas-210289-scaled.jpg" alt="" width="2560" height="1920" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/12/christmas-210289-scaled.jpg 2560w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/12/christmas-210289-300x225.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/12/christmas-210289-1024x768.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/12/christmas-210289-768x576.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/12/christmas-210289-1536x1152.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/12/christmas-210289-2048x1536.jpg 2048w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/12/christmas-210289-1920x1440.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/12/christmas-210289-1170x878.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/12/christmas-210289-585x439.jpg 585w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><p id="caption-attachment-21077" class="wp-caption-text">Bild: Pixabay</p></div>
<h3>Besitz trifft Verlust</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Konsumgesellschaft bietet uns ein Buffet, das nie leer wird. Aber nach jedem Gang liegt uns der Konsum schwerer im Magen. Jeder Kauf verspricht ein Stückchen Glück, doch oft bleibt nach der Euphorie nur der Verlust: von Zeit, von Geld und nicht selten von Nerven.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Der Minimalist hingegen bedient sich nur ungern am Buffet, sondern lebt nach dem simplen Prinzip der Klarheit. Er muss nicht stundenlang nach verlorenen Dingen suchen, weil sein Besitz überschaubar bleibt. Er entgeht dem schlechten Gewissen, das uns bei Fehlkäufen heimsucht, und spart sich die Erschöpfung, die von einem Übermaß an Dingen kommt. Vielleicht ist er deshalb am Ende nicht nur gelassener, sondern tatsächlich zufriedener.</span></p>
<h3>Zurück zu Weihnachten</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Was wäre, wenn wir uns von dieser Gelassenheit ein wenig inspirieren ließen? Was, wenn wir uns nicht fragen, was wir noch kaufen können, sondern, was uns wirklich fehlt? Zeit mit Freunden, die man nicht in glänzendes Papier wickeln muss. Ein Spaziergang im Schnee, der auch ohne Foto für die sozialen Medien magisch ist. Ein Abend ohne Bildschirme, dafür mit einem guten Gespräch.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Der Minimalist kann selbstverständlich auch Weihnachten feiern, aber ohne den Druck, die perfekte Inszenierung abzuliefern. Sein Fest ist still, dafür echt. Während um ihn herum die Welt in Geschenkpapier mit Zimtstern-Motiven verpackt wird, sitzt er da mit einer Tasse Tee und einem Lächeln, das leise sagt: Das Glück, das du suchst, war nie ein Produkt.</span></p>
<h3>Plädoyer für weniger</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Alle Jahre wieder läuten die Glocken zum vorweihnachtlichen Konsum. Kein Wunder, dass uns die drei Engel auch nächstes Jahr begleiten werden. Doch vielleicht sollten wir uns ein Stück ihrer Macht zurückholen. Nicht gleich die Wohnung leerräumen oder nur noch auf Bambusmatten in einer Hütte im Wald schlafen. Aber bewusster schenken, bewusster feiern – und vor allem bewusster leben.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Denn am Ende, wenn die Schoko-Nikoläuse wieder aus den Regalen verschwinden und die letzten Rechnungen bezahlt sind, bleibt eine einfache Tatsache am Boden liegen: Das, was wirklich zählt, hat kein Preisetikett. Und vielleicht, nur vielleicht, könnte der Minimalist eines Tages nicht mehr die Ausnahme sein – sondern mehr der Maßstab.</span></p>
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		<title>Real Talk &#8211; Raus aus Insta?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Elena Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Dec 2024 12:17:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsbericht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn ich an Instagram denke, sehe ich ein Meer aus bunten Bildern, Beiträgen, Best-Ofs. Ein Meer an Möglichkeiten, in dem man jedoch versinken kann und unter der Oberfläche mit tieferen&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Wenn ich an Instagram denke, <span style="font-weight: 400;">sehe ich ein Meer aus bunten Bildern, Beiträgen, Best-Ofs. Ein Meer an Möglichkeiten, in dem man jedoch versinken kann und unter der Oberfläche mit tieferen Konsequenzen konfrontiert wird. Treiben lassen oder ganz hinaus ans Ufer der Realität? Erfahrungsberichte.</span></div>
<p><span id="more-21058"></span></p>
<p>Juli 2023: <span style="font-weight: 400;">Ich habe seit einigen Jahren eine digitale Identität. Sie trägt meinen Namen, aber verhält sich ganz anders. Ihr Zuhause: Instagram. Ich möchte ein schönes Bild nach außen tragen. Akribisch analysiere ich meine Fotos, überprüfe Likes. Kann ich mich gerade nicht anderweitig beschäftigen, begebe ich mich in die digitale Parallelwelt, die nur einen Klick entfernt ist. Meine Bildschirmzeiten interessieren mich nicht und an Best-Tagen fordert die App-Nutzung mehrere Stunden. Immer wieder scrolle ich durch die Beiträge der anderen und vergleiche mich unterbewusst. Nicht selten werden dadurch persönliche Zweifel verstärkt. </span></p>
<h3>„Instagram hat mich unglücklich gemacht“</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Dieser Konflikt zwischen der inszenierten, digitalen Welt und der Wirklichkeit ist nicht nur mein persönlicher. Auch Leute aus meinem Bekanntenkreis berichten von ähnlichen Erfahrungen und haben letztlich ihr Instagram-Konto gelöscht. So empfand meine Cousine (28) das Posten von Inhalten als immer weniger erfüllend. „<em>Ich habe Dinge sehr oft für andere festgehalten und dadurch immer mehr den Fokus auf mein eigenes Leben verloren</em>“, erklärte sie. Und merkte an, dass die digitale Welt für sie keinen Mehrwert brachte: „<em>Diese ganzen Fotos und Videos haben mich überreizt. Mit der Zeit war klar, dass die App eher zur Belastung als zur Bereicherung geworden ist. Sie hat mich unglücklich gemacht.</em>“ Diese Aussage höre ich nicht nur einmal. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Eine Studie der University of Pennsylvania (2018) von Melissa G. Hunt zeigt: Instagram kann das Wohlbefinden seiner Nutzer:innen beeinträchtigen. Idealisierte und ästhetisch ansprechende Inhalte stehen häufig im Vordergrund und führen zu Vergleichen, sodass das eigene Leben oft als unzureichend erscheint. Gleichzeitig verstärkt der Fokus auf Likes und Kommentare den sozialen Druck, Anerkennung von anderen zu erhalten. Das Gefühl, ständig bewertet zu werden, fördert Unsicherheiten. Für viele wirkt das belastend und kann langfristig auch die mentale Gesundheit beeinträchtigen. Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass es helfen kann, die eigene Nutzung bewusst zu reduzieren.</span></p>
<h3>Ein langsames Erwachen</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Januar 2024: Ich habe keine Zeit, sage ich mir. Der Studienalltag ist fordernd, doch auf meinem Schreibtisch liegen nicht nur Lernunterlagen, sondern auch mein Smartphone ist stets griffbereit. Mein Fokus driftet ab, sobald ich die Instagram-App öffne. Glücklich macht mich die digitale Ablenkung nicht, vielmehr überwiegt das Gefühl, nichts verpassen zu dürfen: Ein klarer Fall von FOMO („Fear of missing out“). Ich setze mir Zeitlimits, merke aber, wie schnell aus dem „Nur noch eine Minute&#8221; viele kleine und große Online-Ausflüge werden können. Manchmal hadere ich mit der Frage nach dem Sinn des Scrollens. Doch es wird Monate brauchen, bis ich mein Konsumverhalten aktiv zu hinterfragen beginne. </span></p>
<h3>Aus Nutzung wird Produkt</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Eine der häufigsten Aussagen, die mir im Austausch mit ehemaligen Nutzer:innen begegnet, ist, dass die App eine enorme Zeitverschwendung gewesen sei. „<em>In der Zeit, die ich insgesamt auf Insta verbracht habe, hätte ich wahrscheinlich den Großteil meiner Bachelorarbeit machen können</em>“, so mein Kommilitone (23), der sein Instagram-Konto vor einem Jahr löschte. Davor versuchte er bereits, seine Nutzung zu reduzieren, „entfolgte“ etwa Profilen, die ständig seine Aufmerksamkeit forderten. Dennoch: „<em>Ich konnte ja trotzdem noch im Newsfeed weiterscrollen und habe das dann auch weiterhin getan, ich konnte einfach nicht aufhören.</em>“ Die Unterhaltung, die uns die App bietet, hat ihren Preis. Wir bezahlen dafür nicht mit Geld, sondern mit unserer Zeit, unserer Aufmerksamkeit und unseren Daten.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Der Algorithmus ist der unsichtbare Akteur dieses Geschäftsmodells: Er präsentiert den Nutzer:innen Inhalte basierend auf Vorlieben und Interaktionen, sodass sie noch länger online bleiben. Instagram profitiert von den Nutzerdaten und schaltet gezielte Werbung. Der Journalist Andrew Lewis formulierte bereits 2010 auf der Website </span><i><span style="font-weight: 400;">MetaFilter</span></i><span style="font-weight: 400;">: „</span><i><span style="font-weight: 400;">If you are not paying for it, you&#8217;re not the customer; you&#8217;re the product being sold.</span></i><span style="font-weight: 400;">“ Nutzer:innen sind also nicht die Kunden, sondern ihre Daten werden an Werbetreibende verkauft – klare Lücken im Datenschutz.</span></p>
<h3>„Social“ Media?</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Aus Perspektive der Unternehmen ist Instagram somit eine Chance zur Markenbildung und Kundenansprache, da sie gezielt Inhalte und Werbeanzeigen schalten können. Nur was wird uns, den Nutzer:innen, im Gegenzug dafür geboten? Besonders die hohe Reichweite der Plattform kann helfen, Inhalte einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Damit kann auch Aufmerksamkeit für wichtige gesellschaftliche und soziale Thematiken generiert werden. Die visuelle Ausrichtung fördert zudem den kreativen Austausch und ermöglicht es, Gemeinschaften rund um gemeinsame Interessen zu bilden. Das können etwa Fan-Gemeinschaften sein, die digitale Nähe zu ihren Idolen finden. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Doch was, wenn die Anzahl digitaler „Freunde“ überfordert und Posts eher Neid als Inspiration wecken? Ist es überhaupt Freundschaft, jemanden nur durch geteilte Momentaufnahmen und das „Folgen“ auf Instagram zu kennen? Wie viel Zeit und Energie verdienen solche Beziehungen, die oft oberflächlich bleiben? Hinzu kommt der Punkt, ob alles, was uns andere auf einer Social-Media-Plattform wie Instagram zeigen, der Wahrheit und der Realität entspricht. Natürlich gibt es Menschen, die etwa ungeschönte Momente verstärkt vor die Kamera holen oder über aktuelle Themen aufklären. Doch daneben ist „Fake it till you make it“ zu einem Slogan für ein grundlegendes Problem der digitalen Welt geworden, in der #nofilter keine Selbstverständlichkeit ist. </span></p>
<div id="attachment_21060" style="width: 2010px" class="wp-caption alignnone"><img aria-describedby="caption-attachment-21060" decoding="async" loading="lazy" class="size-full wp-image-21060" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/love-1195987.png" alt="" width="2000" height="1600" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/love-1195987.png 2000w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/love-1195987-300x240.png 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/love-1195987-1024x819.png 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/love-1195987-768x614.png 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/love-1195987-1536x1229.png 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/love-1195987-1920x1536.png 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/love-1195987-1170x936.png 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/love-1195987-585x468.png 585w" sizes="(max-width: 2000px) 100vw, 2000px" /><p id="caption-attachment-21060" class="wp-caption-text">Bild: Pixabay</p></div>
<p><span style="font-weight: 400;">Auch stellt sich die Frage, inwieweit Plattformen wie Instagram wirklich essenziell für den Fortbestand von zwischenmenschlichen Beziehungen sind. Die App bietet zwar die Möglichkeit, mit anderen in Verbindung zu bleiben und an deren Leben teilzuhaben, doch es gibt zahlreiche Alternativen, um gute Kontakte auch außerhalb dieser digitalen Welt zu pflegen. Besonders persönliche Begegnungen gewinnen in einer Zeit, in der vieles virtuell abläuft, zunehmend an Wert. Wie es eine ehemalige Nutzerin aus meinem Bekanntenkreis treffend formuliert: „<em>Man hält an den Leuten fest, die auch in der Realität wichtig sind.</em>“ Zwar führte der Abschied von Instagram in diesem Fall dazu, dass „<em>man weniger mitbekommt, was so in der Gegend passiert</em>“, doch letztlich überwiegt die persönliche Erkenntnis: „<em>Ich vermisse Instagram nicht.</em>“</span></p>
<h3>Vom Rechnen und Abrechnen</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">November 2024: Wenn ich an Instagram denke, tue ich das mit einer gewissen Vorsicht. Die Zeit, die ich der App geschenkt habe, kann ich nicht mehr gegen reale Momente eintauschen. Aber ich kann und möchte mich mittlerweile mehr von dieser Parallelwelt distanzieren. Ich priorisiere echte Wertschätzung über Likes, ein persönliches Gespräch über Posts, Augenblicke der Stille über Scrollen. Manchmal weckt noch Langeweile den Wunsch nach der digitalen Ablenkung. Doch ich merke, wie ich in alltäglichen Situationen geduldiger werde und meine Aufmerksamkeitsspanne wieder wächst. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Aufmerksamkeit reichte irgendwann, meinen vergangenen Instagram-Konsum auch mathematisch unter die Lupe zu nehmen. Denn bisher hatte ich meine Bildschirmzeiten völlig ignoriert. Über mehrere Monate hinweg verbrachte ich täglich im Durchschnitt etwa eine Stunde ausschließlich auf dieser App. Hochgerechnet also bis zu 31 Stunden im Monat – macht jährlich über 15 Tage. Ziehe ich als Zwanzigjährige dieselbe Nutzung die kommenden 60 Jahre meines Lebens durch, haben circa 2,5 Jahre dieser Zeit rein auf Instagram stattgefunden. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Für einige Wochen deinstallierte ich schließlich die App, reduzierte danach mein Profil auf ein Minimum. Je weniger Bilder ich vorgesetzt bekomme, desto seltener vergleiche ich mich. Gleichzeitig verspüre ich nicht mehr den Impuls, Momente für andere auf Instagram festzuhalten. Ob ich es dabei belasse oder einen Schritt weitergehe? Die Zukunft meiner digitalen Identität ist jedenfalls noch ungewiss, doch ich fühle mich nicht länger von ihr abhängig. Gelegentlich bleibt nur die Angst, etwas Wichtiges zu verpassen. Sie schrumpft, wenn ich mir eine Aussage meiner Cousine ins Gewissen rufe: „<em>Verpasse ich lieber das Leben anderer, oft fremder Leute – oder mein eigenes?</em>“</span></p>
<h3>#Statement zum Schluss?</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Paradoxerweise wird dieser Artikel auch auf Instagram geteilt. Das verdeutlicht, wie tief die Plattform bereits in unserer digitalen Gesellschaft verwurzelt ist. Für viele ist sie unverzichtbar, sei es als berufliches Werkzeug, Inspirationsquelle oder als Mittel zur Pflege sozialer Kontakte. Gleichzeitig zeigt ein Blick hinter die Fassade, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Nicht jede Verbindung, die auf Instagram besteht, trägt zum persönlichen Wohlbefinden bei. Angesichts dessen rückt die Idee einer bewussten und verantwortungsvollen Nutzung immer stärker in den Vordergrund. Es stellt sich die Frage: Bringt die aktive Präsenz auf Instagram einen echten Mehrwert, oder könnte ein bewusster Abstand langfristig zu mehr Zufriedenheit führen? Die Antwort darauf ist höchst individuell und setzt eine ehrliche Auseinandersetzung mit den eigenen Bedürfnissen und Prioritäten voraus. Fest steht: Manchmal lohnt es sich durchaus, innezuhalten, aufs Meer der bunten Bilder zu blicken – und zu entscheiden, ob man weiter treibt oder ans Ufer schwimmt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>&#8220;Theater ist ein Labor für Demokratie&#8221;</title>
		<link>https://www.unipress.at/kultur/theater-ist-ein-labor-fuer-demokratie/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Elena Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Nov 2024 11:30:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Spielt das Theater überhaupt noch eine Rolle im Rampenlicht der Gegenwart? Ein Dialog mit Theaterpädagogin Daniela Oberrauch vom Tiroler Landestheater holt die Bühne vor den Vorhang. Kulturkonsum findet zunehmend digital&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Spielt das Theater überhaupt noch eine Rolle im Rampenlicht der Gegenwart? Ein Dialog mit Theaterpädagogin Daniela Oberrauch vom Tiroler Landestheater holt die Bühne vor den Vorhang.</div>
<p><span id="more-21005"></span></p>
<p>Kulturkonsum findet zunehmend digital statt, und das Tiroler Landestheater <span style="font-weight: 400;">ist mit Herausforderungen durch einen Intendantenwechsel und rückläufigen Besucherzahlen konfrontiert. Welchen Wert hat Theater heutzutage noch in der Gesellschaft? Daniela Oberrauch, erfahrene Theaterpädagogin am Landestheater, bietet einen Blick hinter die Kulissen. Sie spricht über aktuelle Entwicklungen, die Lust am Entdecken und darüber, warum das Theater in seiner Form einzigartig ist und bleibt – besonders für junge Leute, die im Spiel auf der Bühne einen lebendigen Bezug zu sich selbst und ihrer Umwelt finden können.</span></p>
<p><b>Frau Oberrauch, Theaterpädagog:innen arbeiten viel mit jungen Menschen. Welche Bedeutung hat das Theater heute noch für diese Gruppe?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ich glaube, dass das Theater ein Labor für Demokratie ist und dass junge Menschen  auch wissen, dass sie sich dort ausprobieren können. Sie können ausprobieren, wie soziale Zusammenhänge funktionieren und wie sie selbst sozial funktionieren. Aber sie können sich auch künstlerisch ausdrücken. Ich glaube, dass die Kinder und Jugendlichen das wissen und danach brennen, an so etwas teilzunehmen. </span></p>
<p><b>Begegnet man in der Arbeit nicht auch manchmal Vorurteilen gegenüber dem Theater als „veraltete“ Institution?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Mit Vorurteilen bin ich eigentlich nie konfrontiert. Es ist vielmehr Neugier und Lust darauf, etwas zu entdecken. Natürlich gibt es noch immer sehr konservatives Theater, was seine Berechtigung hat, weil es noch immer Menschen gefällt und daher funktioniert. Allerdings glaube ich, dass viele junge Leute diesen konservativen Theaterbegriff mancher Erwachsener nicht kennen. Sie denken nicht mehr: „Was bringt mir das?“ Denn an sich geht es im Theater immer um das „Was hat das mit mir zu tun?”</span></p>
<div id="attachment_20999" style="width: 1341px" class="wp-caption alignnone"><img aria-describedby="caption-attachment-20999" decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-20999 size-full" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/Foto_Daniela-Oberrauch_c_privat-e1731478440511.jpg" alt="" width="1331" height="1180" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/Foto_Daniela-Oberrauch_c_privat-e1731478440511.jpg 1331w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/Foto_Daniela-Oberrauch_c_privat-e1731478440511-300x266.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/Foto_Daniela-Oberrauch_c_privat-e1731478440511-1024x908.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/Foto_Daniela-Oberrauch_c_privat-e1731478440511-768x681.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/Foto_Daniela-Oberrauch_c_privat-e1731478440511-1170x1037.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/Foto_Daniela-Oberrauch_c_privat-e1731478440511-585x519.jpg 585w" sizes="(max-width: 1331px) 100vw, 1331px" /><p id="caption-attachment-20999" class="wp-caption-text">Daniela Oberrauch</p></div>
<div class="bildunterschrift">Daniela Oberrauch liegt als Theaterpädagogin die kreative Entfaltung junger Menschen am Herzen. / Bild: Daniela Oberrauch.</div>
<p><b>Besonders für diese junge Generation wird dem Theater oft ein Bildungsauftrag zugeschrieben. Ist das eine realistische Aufgabe des Tiroler Landestheaters?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ja, denn Theater ist eine der wenigen Möglichkeiten, wo einem Bildung nicht unbedingt vorgesetzt wird, sondern ein Anteil von dem ist, was man sieht. Für mich ist das ein wichtiger Anteil, weil es nicht so funktioniert wie Frontalunterricht, wo nur Fakten und Daten gelehrt und erklärt werden, sondern eine Beziehung hergestellt wird. Im Spiel der Schauspieler:innen wird immer eine Beziehung zum Publikum hergestellt. Durch diese Beziehung zum Stoff und den Figuren auf der Bühne, die gesehen und wahrgenommen werden, lernt man etwas über den emotionalen Weg, der total wichtig für uns Menschen und unsere Entwicklung ist. </span></p>
<p><b>Die aktuelle Lage und insbesondere die sinkenden Besucherzahlen werfen jedoch die Frage auf, ob Zielgruppen noch sinnvoll erreicht werden können.</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Es ist völlig normal, dass bei einem Intendantenwechsel die Besucherzahlen zunächst sinken – das ist auch im internationalen Vergleich zu beobachten. Diese Entwicklung ist eine natürliche Reaktion und hat weniger mit Zielgruppen zu tun. Theater funktioniert nur, wenn es sich ständig weiterentwickelt, und das Publikum reagiert darauf auf unterschiedliche Weise. Ich glaube nicht, dass wir inhaltlich an unserem Zielpublikum vorbei arbeiten. Vielmehr verändert sich das Publikumsverhalten ständig. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">In der langen Geschichte des Theaters gibt es immer Phasen, in denen diese Veränderung stagniert, oder in denen sich wieder ein Hype um das Theater entwickelt. Ich bin überzeugt, dass der Weg, den wir als Landestheater einschlagen, der richtige ist – vor allem, weil wir gezielt darauf setzen, auch ein jüngeres Publikum anzusprechen. Gerade durch die aktuellen Debatten fühle ich mich in meiner Arbeit bestärkt und das Feedback von Kindern und Jugendlichen zeigt uns, dass das, was wir ihnen bieten, ihnen sehr guttut.</span></p>
<p><b>Welche Formate kommen da zum Beispiel besonders gut an?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ich glaube, für junge Menschen ist es immer gut, wenn sie selbst aktiv teilnehmen können. Wir veranstalten im Landestheater etwa einen Jugendclub, wo Jugendliche selbst Stücke probieren und auch aufführen. Man sieht über die Jahre, dass aus diesen Gruppen Menschen herauswachsen, die dann auch regelmäßig selbst als Besucher ins Theater gehen und die Position des Publikums einnehmen wollen, weil sie sich dafür interessieren, wie andere auf der Bühne agieren. Das ist sicher ein wirkungsvolles Format. Eine schöne Mischung aus „Ich darf selbst spielen“ und „Es gibt Stücke, die mich politisch oder sozial interessieren und mich dadurch wachsen lassen“.</span></p>
<p><b>Es ist aber nicht unüblich, dass Kulturkonsum vermehrt auf Netflix und Co. statt vor oder auf der Bühne stattfindet. Was bietet das Theater, das solchen Plattformen fehlt?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Der Unterschied ist, dass das meiste, was digital genutzt werden kann, in einer isolierten Einzelsituation stattfindet. Dabei wohnt uns Menschen das Bedürfnis nach Gemeinschaft und Beziehung inne, was das Theater als Format beinhaltet. Dass Menschen sich derzeit gerne isoliert unterhalten lassen, ist vielleicht nur eine wellenhafte Bewegung, die vorbeigehen oder nachlassen wird. Der Mensch sucht grundsätzlich die Gesellschaft, den Austausch mit anderen.</span></p>
<p><b>Wie prägt Sie das Theater in Ihrem Leben?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ich würde sagen, dass ich schon ein Mensch bin, der auch öfter mal Vorurteile hat, aber immer im Diskurs bleibt und sich freut, Neues zu entdecken. Ich liebe es, wenn meine Vorurteile durch Theater widerlegt werden, durch Erfahrungen mit Menschen im Theater oder durch Stücke, die eigentlich 150 Jahre alt sind und immer noch dieselbe Wichtigkeit in der jetzigen Gesellschaft haben. Da denke ich mir: „Super, die Leute haben es damals nicht besser gewusst und wissen es jetzt nicht besser, aber wir dürfen daran arbeiten, es besser wissen zu können.“ Ich sehe auch privat bei meinen Kindern diese extreme Offenheit, die Theater mit sich bringt, auch bei Fragen nach Diversität und Inklusion. </span></p>
<p><b>Wie genau kann man sich diese Offenheit im Theater vorstellen?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wir sind uns einig, dass alles Platz haben darf, und ich habe das Gefühl, dass man als sehr offener Mensch durchs Leben gehen kann, weil man im Theater so viel Offenheit erlebt. Etwa bei Themen, die vielleicht bei Menschen aus anderen Berufsgruppen oder Gegenden nicht so selbstverständlich sind. Wir gehen hier täglich damit um und es ist einfach eine Normalität bei uns, dass Diversität immer schon da war, immer bleiben wird und etwas Gutes ist. Theater wie unseres haben Personal und Mitarbeiter:innen, die aus allen Gegenden der Welt kommen. Bei uns werden verschiedenste Sprachen gesprochen und es gibt zwischenmenschlich keine Probleme, weil wir uns alle gegenseitig schätzen. </span></p>
<div id="attachment_20998" style="width: 1930px" class="wp-caption alignnone"><img aria-describedby="caption-attachment-20998" decoding="async" loading="lazy" class="size-full wp-image-20998" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/tlt_20240213_Semesterferienkurs_WEB_c_andrea_widauer_1920x1080.jpg" alt="" width="1920" height="1080" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/tlt_20240213_Semesterferienkurs_WEB_c_andrea_widauer_1920x1080.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/tlt_20240213_Semesterferienkurs_WEB_c_andrea_widauer_1920x1080-300x169.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/tlt_20240213_Semesterferienkurs_WEB_c_andrea_widauer_1920x1080-1024x576.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/tlt_20240213_Semesterferienkurs_WEB_c_andrea_widauer_1920x1080-768x432.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/tlt_20240213_Semesterferienkurs_WEB_c_andrea_widauer_1920x1080-1536x864.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/tlt_20240213_Semesterferienkurs_WEB_c_andrea_widauer_1920x1080-1170x658.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/tlt_20240213_Semesterferienkurs_WEB_c_andrea_widauer_1920x1080-585x329.jpg 585w" sizes="(max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /><p id="caption-attachment-20998" class="wp-caption-text">Bild: Daniela Oberrauch</p></div>
<div class="bildunterschrift">Junges Theater: Schon Kinder dürfen aktiv auf der Bühne mitwirken.  Bild: Daniela Oberrauch</div>
<p><b>Was würden Sie Leuten, darunter so manchen Studierenden, raten, die noch keinen Bezug zum Theater haben? </b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Erst sollte man es mal ausprobieren und versuchen, es zu entdecken. Es gibt übrigens immer vergünstigte Karten und Angebote für Student:innen. Außerdem, und ich glaube, das ist gleich wie in der Demokratie, kann man immer Dinge verändern. Man kann immer Vorschläge machen, man kann sich immer fragen: „Was ist mein Anteil, was kann ich beitragen?“ Man könnte sich auch überlegen, dass etwas, das es schon mehrere tausend Jahre gibt, vielleicht tatsächlich auch wichtig für uns ist. Vielleicht hat es tatsächlich einen Wert. </span></p>
<p><b>Abschließend:  Wie überzeugen wir diejenigen, die sagen, dass es das Theater nicht mehr braucht, vom Gegenteil?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ich bin mir nicht sicher, inwiefern wir als Theater die Möglichkeit haben, Personen, die das ganz grundsätzlich ablehnen, umzustimmen. Doch vielleicht ist es wie so oft im Leben: Wenn jemand etwas total ablehnt, dann nehme ich die Person bei der Hand und zeige ihr meinen Blick darauf. Manchmal gelingt es, jemandem zu vermitteln, dass da etwas ist, das den- oder diejenige interessiert oder weiterbringt. Ich glaube, der persönliche Bezug ist immer der wichtigste. Urteilt nicht zu schnell und traut euch einfach mal, euch das Theater anzusehen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>The post <a rel="nofollow" href="https://www.unipress.at/kultur/theater-ist-ein-labor-fuer-demokratie/">&#8220;Theater ist ein Labor für Demokratie&#8221;</a> appeared first on <a rel="nofollow" href="https://www.unipress.at">UNIpress</a>.</p>
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