Der Jahreskalender der kuriosen Feiertage listet den 5. Mai als nationalen Astronauten-Tag in den USA. Im Jahr 2016 wurde dieser Tag vom Raumfahrtunternehmen Uniphi Space Agency ins Leben gerufen, um den ersten US-Amerikaner im Weltraum zu ehren. Alan Bartlett Shepard Jr. startete am 5. Mai 1961 mit der Mercury-Raumkapsel MR-3 einen suborbitalen Flug und wasserte das Raumschiff nach einer erreichten Flughöhe von 187 Kilometern und einer Zeit von 15 Minuten und 22 Sekunden sicher im atlantischen Ozean. Nach dem russischen Kosmonauten Juri Gagarin war er somit der zweite Mensch im Weltall und Teil eines enormen Fortschritts in der Geschichte der bemannten Raumfahrt.
Frauen in der Raumfahrt
Seit den 60er-Jahren hat sich in der Welt der Raumfahrt vieles weiterentwickelt. Auch Frauen konnten sich im Bereich STEM (=Science, Technology, Engineering and Maths) öffentlich bemerkbarer machen und somit junge Mädchen dazu animieren, eine Karriere in dieser Richtung anzustreben.
©Amber Styles – Jack Kent Cooke Foundation
Katya Echazarreta schloss 2019 ihr Elektrotechnik-Studium an der University of California, Los Angeles (UCLA) ab. Seitdem arbeitet Katya für eine NASA-Forschungsstätte in Los Angeles an Geräten für die Bodenunterstützung des sogenannten Europa Clipper Raumschiffes. Schon mit sieben Jahren träumte die in Mexiko geborene Elektrotechnikerin davon, einmal bei der NASA zu arbeiten. Durch diverse Auszeichnungen und Stipendien konnte sie sich schlussendlich ihren Traum erfüllen. Sie hält regelmäßig Reden an amerikanischen Schulen und Universitäten, vor allem, um auf Ausbildungsmöglichkeiten im STEM-Bereich für Minderheiten und Frauen aufmerksam zu machen.

©Smithsonian National Air and Space Museum – Wall of Honor
Alyssa Carson schafft auf diversen sozialen Plattformen ein Bewusstsein für Möglichkeiten, sich in der Weiterentwicklung der Raumfahrt zu engagieren. Sie erzählt, wie sie als dreijähriges Mädchen durch einen Cartoon auf den Planeten Mars und eine mögliche Raumfahrt dorthin aufmerksam geworden ist. Seither wollte Alyssa Astronautin werden und als erste Person den Mars erkunden. Durch die Unterstützung ihres Vaters konnte sie bereits in jungen Jahren an vielen NASA-Trainingscamps auf der ganzen Welt teilnehmen und Zusatztrainings – wie etwa Sporttauchen, Mikroschwerkraftflüge oder Dekompressionstrainings – in Anspruch nehmen. Heute, im Alter von 19 Jahren, besucht sie ein amerikanisches College und versucht in TEDx-Talks, Menschen für die Mars-Mission zu begeistern. Alyssa ist
nämlich fest davon überzeugt, in den 2030er-Jahren die erste
bemannte Marsmission anzutreten.
Einmal zum Mars bitte!
Der jährlich stattfindende International Astronautical Congress (IAC) fand zuletzt im Oktober 2019 in Washington statt. Dort gab der NASA-Administrator Jim Bridenstine bekannt, dass die Raumfahrtbehörde bereits 2035 Menschen zum Mars schicken wolle. Er betonte allerdings, dass es wichtig sei, eine mögliche zweite Mondlandung schon 2024 durchzuführen, um so auch eine erfolgreiche Landung auf dem Planeten Mars beschleunigen zu können. Eine unabhängige Studie vom März 2019 berechnete die Kosten eines bemannten Fluges und einer Landung auf dem Mars. Sie kam zu dem Schluss, dass ein bemannter Flug frühestens im Jahr 2037 möglich wäre. Eine Landung sei dabei noch nicht angedacht.
Für 20 Millionen US-Dollar ins All
Einige Menschen hegen den ausgeprägten Wunsch, noch zu Lebzeiten ins Weltall zu fliegen. Der darauffolgende Ausbau des Raumfahrttourismus könnte sich als essentiell für die Weiterentwicklung der Raumfahrt erweisen. In den Jahren 2001 und 2002 reisten die ersten beiden „Weltraumtouristen“ für jeweils circa 20 Millionen US-Dollar mit einem russischen Raumschiff zur ISS. Insgesamt gab es bisher sieben Weltraumtouristen – wobei einer von ihnen sogar zweimal ins All startete – die alle von der Firma Space Adventures vermittelt wurden. Die Firma Virgin Galactic und das US-Raumfahrtunternehmen Blue Origin wurden beide explizit für den Weltraumtourismus gegründet. Außerdem gab es bereits Ideen für ein sogenanntes Weltraumhotel, zum Beispiel von der technischen Universität Darmstadt. Realisiert wurde diese Überlegungen allerdings bisher nicht.
Noch mag es unrealistisch erscheinen, eine Marsexpedition oder einen Weltraumurlaub schon bald persönlich zu erfahren. Fakt ist, dass viele Menschen, Unternehmen und Regierungen an fundierten Möglichkeiten arbeiten, genau das zu ermöglichen. Am 5. Mai den Tag der Astronauten zu feiern, ist ein guter Weg, um diese Pionierarbeit zu würdigen. Ob wir allerdings, wie Alyssa Carson betont, die Mars Generation sind, steht noch in den Sternen.