Für ein Wochenende verwandelt sich die Stadt in einen Ort der freien Debatte, des kritischen Denkens, aber auch des internationalen Austauschs von Meinungen. Aktuelle soziale, politische und kulturelle Themen stehen dabei im Mittelpunkt der Veranstaltung. Das Ziel dieses Festivals ist es schließlich, allen Interessierten die Bedeutung von Qualitätsjournalismus in unserer Gesellschaft und Demokratie näherzubringen.
Dies betonte auch Bundespräsident Alexander Van Der Bellen in seinem Grußvideo zum Auftakt des Festivals. Um 10:30 Uhr war es soweit und der Startschuss des ersten Journalismusfestes in Innsbruck fiel. Eröffnet wurde es mit einer Begrüßung der Gründer des Projekts im Treibhaus – unter anderem auch die Festivalzentrale.
Markus Schennach, der langjährige Geschäftsführer des Freien Radios Innsbruck Freirad und Obmann des Verbandes Freier Rundfunk Österreich (VFRÖ) entwickelte gemeinsam mit Benedikt Sauer die Idee für dieses Projekt. Inspirieren ließen sie sich dabei vom Ferrara-Festival, dem Journalismusfestival in Italien.

Foto: Yannick Voithofer
Ein vielfältiges Programm
Qualitativ hochwertiger Journalismus und verlässliche Informationen sind in unserer Welt unerlässlich. Deshalb steht es im Interesse der Veranstalter, mit dem Programm ein möglichst weites Spektrum an Publikum anzusprechen und ihnen die Bedeutung des Journalismus in der heutigen Zeit näherzubringen.
Rund 50, großteils kostenfreie Veranstaltungen breiten sich in der ganzen Innenstadt aus. Rund 111 Mitwirkende aus 21 Ländern nahmen die Reise nach Tirol auf sich, sie kommen bei Lesungen oder Buchvorstellungen zu Wort und geben hautnahe Einblicke in ihre Tätigkeiten. So werden relevante Punkte, wie der neue internationalen Schutzschirm für verfolgte Journalistinnen und Journalisten, in spannenden Diskussionsrunden aufgegriffen. Weitere Thematiken, die in Form von Filmen, Ausstellungen, Debatten oder Audiofeatures dargestellt werden, handeln beispielsweise von den Herausforderungen für die Pressefreiheit in Ungarn, Tschechien und Rumänien, die erneut bedrohliche Situation für Frauen in Afghanistan unter den Taliban oder auch die Demokratiebewegung 2020 in Belarus.
Wer zwischen den Veranstaltungen durch die Maria-Theresien-Straße schlendert, findet dort auch zahlreiche Infostände von landesweit bekannten Zeitungen, wie die “taz” aus Deutschland, “Reportagen” aus der Schweiz, “Tiroler Tageszeitung” und dem “Standard” aus Wien und zwischendrin auch Innsbrucks Studierendenmagazine UNIpress und die Zeitlos.
Es erwarten uns auf alle Fälle noch zwei weitere spannende Tage einer noch spannenderen Veranstaltung. Ziel sei es, das Festival künftig jährlich auf die Beine zu stellen. Dies bleibt natürlich vorerst nur zu hoffen, die Anteilnahme und das große Interesse spricht aber schon sehr dafür.