Die besten Orte in Innsbruck, um den Sommer allein zu verbringen

von Annalena Haller
Lesezeit: 4 min
Eine Studentenstadt außerhalb des Semesters. Schon mal erlebt? Dabei könnte Innsbruck keine schöneren Orte für unvergessliche Sommergeschichten zu bieten haben.

Wildes Getümmel nach jeder Vorlesung am Inn und laute Musik von Hauspartys, die aus der einen oder anderen Wohnung in seiner Straße ertönt. So kennt und liebt man Innsbruck – doch sobald die letzen Prüfungen geschrieben sind, die letzten Schwechater geleert wurden und die letzten Schneehäufchen auf der Nordkette elendiglich geschmolzen sind, wird es plötzlich ganz still in der sonst so turbulenten Stadt…
Pünktlich zu Semesterschluss machen sich die Studenten in Heeren aus dem Staub und auf den Weg in die sehnsüchtig erwartete Sommerfrische. Ob ein Sommer zuhause oder im Urlaub: Die To-Do- (oder besser: To-Go-) Liste ist lang. Darauf zu finden ist jeder erdenkliche Ort, außer jener, wo man ja so oder so das ganze Semester über weilt. 

Doch es gibt sie, die Ausnahmen, die mutig genug sind, sich von Innsbruck auch nach Semesterende nicht abzuwenden.  Muss man aber bangen, dass im Sommer außer den leeren Bierdosen am Sonnendeck und einer Geisterstadt, ganz für sich allein, nichts mehr übrig bleibt?
Auf keinen Fall! Diese Stadt erfüllt viel mehr als nur das Klischee vom temporären Zuhause vieler Studenten.  In einem Sommer allein in Innsbruck kann man allerhand erleben, denn hier verbergen sich unzählige Orte, die die heißen Monate genauso unvergesslich machen wie sonst irgendwo auch.

Aus der Komfortzone des Unicampus ausbrechen

Als zweitbeliebteste Studentenstadt Österreichs mangelt es unter dem Semester nicht an Angeboten, zum Beispiel zahlreichen USI-Kurse, die das Studieren schmackhafter machen. Die Stadt hat jedoch so viel mehr zu bieten als nur den Unicampus und die ein oder andere Stammkneipe. Es ist durchaus nachvollziehbar, dass man unter dem Semester da keine Zeit hat, ins Museum zu gehen, geschweige denn ein neues Hobby anzufangen. Dafür bleibt aber im Sommer ganz viel Zeit und Innsbruck macht es dir da sehr leicht, denn das sportliche und kulturelle Angebot könnte nicht vielfältiger sein. Spannende Museen, wie der Kunstraum oder das AUDIOVERSUM, erfreuen nicht nur die Kulturbegeisterten, sondern schaffen es auch, den größten Kulturbanausen mal anzulocken. Und wenn sowohl Körper als auch Geist ausgepowert sind, ergibt das eine gute Möglichkeit, neue Cafés und kleine Restaurants in den Seitengassen der Innenstadt zu entdecken, um diese dann als Insider-Tipps den Mitstudenten im Herbst anzupreisen.

Wo was los ist

Auch wenn es im Sommer deutlich ruhiger zugeht, an Events und Programm mangelt es trotzdem nicht. Das erste, große Event lässt nicht lange auf sich warten. Vom 21. bis 24. Juli 2022 findet am Landhausplatz das New Orleans Festival statt. Am besten schnappt man sich dafür ein paar Freunde und stürzt sich ins Getümmel.
Der brandneue Trend der Silent Disco ist mittlerweile in Innsbruck angekommen und auch das Ö3 Silent Cinema macht wieder halt in einigen Orten der Stadt. Beide Events versprechen unvergessliche Erlebnisse und sollten Teil jeder Sommer-Bucket-List sein. Zudem sind es auch noch super Gelegenheiten, mit anderen Leuten zu quatschen, die wahrscheinlich im gleichen Boot wie du sitzen und den Sommer in Innsbruck genießen.

Eine Stadt, mitten in den Alpen

Dem klassischen Studenten passiert es schnell mal, dass man vor lauter Berge die Alpen nicht sieht. Wo anders kommt man in den Genuss einer Stadt, die die Ausgangspunkte vieler Wanderungen direkt auf dem Silbertablett serviert? Endlose Bergwiesen mit frischer Bergluft sind der perfekte Ort, einfach mal die Seele baumeln zu lassen – und sind meistens nur einen Katzensprung entfernt. Klappt auch ganz gut mal alleine. Unter anderen lassen sich viele Ausgangspunkte von Wanderungen auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht erreichen. Wer im Besitz des Freizeittickets ist, kann sich nicht nur im Winter in den Skigebieten austoben, sondern genießt auch im Sommer viele Vorteile. Unter anderem den Luxus der freien Nutzung vieler Bergbahnen. Diese laufen das ganze Jahr über und machen auch dem faulsten Bergsteiger jede Wanderung schmackhaft. 

Für einen wunderschönen Sonnenaufgang und einen kleinen Marmeladenglasmoment eignet sich besonders gut die Nockspitze bei der Axamer Lizum. Die Morgenmuffel unter den Abenteurern bevorzugen da aber eher einen Sonnenuntergang am Patscherkofel. Wenn die Sonne aber hoch am Himmel steht, eignen sich kleinere Wanderungen gut, wie beispielsweise Höttinger Alm oder mit der Hungerburgbahn rauf auf die Nordkette.

Die kleinen Freuden…

…verbergen sich bekanntlich in den banalen Dingen des Lebens. Und die findet man schon ohne großen Aufwand. Grillen mit Freunden in Kranebitten, ein Spaziergang am Inn (die wenigen Male, wo man diesen leer vorfindet, sollte man auch mal ausnutzen) oder den Hitzewellen des Sommers beim Baggersee entfliehen: Ein Abenteuer findet man an jeder Ecke, und ist es auch noch so klein.

Und wenn einem dann wirklich mal die Ideen ausgehen sollten, setzt man sich,  ausgestattet mit der Sonnenbrille, einem guten Buch oder einer spannenden Zeitung ( die neuesten UNIpress-Ausgabe „Das Bergvolk – Leben, Leute und Lernen in Tirol“ würde sich da übrigens auch sehr gut eignen) in sein neues Lieblingscafé, das vielleicht erst im Sommer frisch entdeckt wurde, und lässt die Zeit einfach mal an sich vorüberziehen.

Der Sommer ist dafür da, unvergessliche Geschichten zu schreiben. Für diese muss man nicht zwingend weit wegfahren!  Innsbruck ist der beste Beweis dafür. Man sollte ruhig mal die Gelegenheit nutzen und die Stadt und alles drumherum für sich alleine genießen, bis die Blätter Ende September langsam wieder ins goldgelb übergehen, die Sehnsucht nach Innsbruck die Studenten langsam wieder her treibt und den Straßen der Stadt wieder neues Leben eingehaucht wird.

 

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