Anleitung zum Glücklichsein

von UNIpress
Lesezeit: 3 min
Wer sind eigentlich die glücklichsten Lebewesen auf dieser Erde und was können wir von ihnen lernen?

Beginnen wir beim Haustier Nummer 1, dem Hund. Hunde sind verdammt glückliche Viecher. Ihr Leben ähnelt dem eines Königs oder zumindest dem eines Prinzen. Egal ob als Hund einer alten Dame, als Familienhund oder als bester Buddy eines Mitzwanzigers, als Hund hat man es einfach gut. Rund um die Uhr wird man versorgt und unterhalten. Das Essensprogramm ist mindestens auf Vollpensions-Niveau, das Animationsprogramm spielt in der Magic Life Liga. Wer untertags brav war, was nicht bedeutet einer geregelten Arbeitszeit nachgegangen zu sein, sondern nicht in die eigene Wohnung gekackt zu haben, darf mit etwas Glück sogar in Frauchens oder Herrchens Bettchen. Gibt es ein süßeres Leben? Selbst wenn in der Nacht böse Träume lauern (Anm. Katzen!!!) kann man sich sicher fühlen. Und spätestens am nächsten Morgen wird man Bauchkraulend geweckt. Zum Schwanzwedeln so ein Leben mit einem Gefährten, oder? Und wenn gerade mal kein Gefährte zugegen ist, lebt es sich als Streuner erst recht ganz ungeniert.

Auch vom Haustier Nummer 2 kann man sich viel abschauen. Katzen wissen, was gutes Leben bedeutet. Und bonne miVIEau hat viel mit Eigensinn zu tun. Das darf man auf keinen Fall mit Egoismus verwechseln. Eine Katze kennt ihre Bedürfnisse und äußert diese klar und deutlich. Im einen Augenblick ist Streicheln voll ok, im anderen will man seine Ruhe haben. Intimität, Gesellschaftsfähigkeit und Freiraum gehören in ein ausgewogenes Verhältnis, anders funktioniert das nicht. Auch beim Essen unterscheiden sich Katzen von ihren kläffenden Haustiergenossen. Wer einer Katze minderwertigen Fraß vorsetzt, wird bestimmt nicht glücklich werden. Was oben reinkommt hat großen Einfluss auf das Wohlbefinden. Da kann man sich schon einmal lautstark wehren, bevor das nach hinten losgeht. Katzen können „Nein sagen“. Und? Bist du schon einmal auf eure Katze sauer gewesen? Eben!

© Eleanor/Unsplash

Katzen wissen, was gutes Leben bedeutet.

Selbst Nicht-Vierbeiner haben Tipps parat. Die Welt eines Goldfisches beschränkt sich ja auf die Großzügigkeit seines Besitzers. Je größer das Portemonnaie, desto größer der Lebensraum. Bis vor Kurzem hieß es immer, dass der handelsübliche Goldfisch selbst im kargen 1,5-Literglas keine Einbußen seines Glücklich-Levels erleiden muss. Mit einem 3-Sekunden Gedächtnis wird selbst ein Reagenzglas zu Seaworld. Dass das nicht ganz stimmen kann, hat übrigens unlängst ein britischer Forscher herausgefunden. Der hat Goldfischen beigebracht einen Hebel zu bewegen, um an ihr Futter zu gelangen. Vielleicht war ja eines der Schuppentiere besonders begabt und sozial bemüht, verhungert ist jedenfalls keiner der Goldfische. Bis zu drei Monate soll demnach das Gedächtnis eines Goldfisches reichen. Hey, alle drei Monate in eine neue Bude umziehen. Wenn das mal kein Grund zum Glücklichsein ist.

Zu guter Letzt präsentiere ich euch noch das glücklichste aller glücklichen Lebewesen, das Schwein. Das wird zwar meist irgendwann geschlachtet und kann aus anatomischen Gründen nicht zum Himmel blicken. Aber wer bei 30-minütigen Orgasmen keinen Dauergrinser hat, hat den Sinn des Lebens ohnehin nicht verstanden. Es geht um die Liebe! Ferkel hin oder her. Kommen wir zur Moral von der Geschichte. Was braucht es nun zum Glücklichsein? Ab und an eine Auszeit, in der man sinnlose Tiergeschichten liest und für fünf Minuten seine Alltagssorgen vergisst. Keep smiling!

Dieser Artikel erschien erstmals in der November-Ausgabe 2016.

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