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	<title>Stefan Gasser, Autor bei</title>
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	<description>Das offizielle Magazin der ÖH Innsbruck</description>
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		<title>In eine Glück-liche Zukunft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stefan Gasser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Jan 2021 11:38:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit der Verleihung des Nobelpreises für Literatur an die amerikanische Poetin Louise Glück stellt sich eine der zentraleren Fragen der jüngeren Literaturgeschichte. Wer liest denn überhaupt noch Gedichte? Für die&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Mit der Verleihung des Nobelpreises für Literatur an die amerikanische Poetin Louise Glück stellt sich eine der zentraleren Fragen der jüngeren Literaturgeschichte. Wer liest denn überhaupt noch Gedichte?</div>
<p><span id="more-8292"></span></p>
<p>Für die meisten Menschen heute haben sich Gedichte nach der Oberstufe erledigt. Der letzte Berührungspunkt mit Dichtung ist oft nur noch der Anflug von Verzweiflung, wenn man sich irgendwelche hohlen Phrasen über Goethes <em>Zauberlehrling</em> oder die <em>Ode an die Freude </em>von Schiller in einer Deutschschularbeit aus der Nase zieht. Nun hat aber die Amerikanerin mit dem bezaubernden Namen Glück für ihr Gesamtwerk die höchste Auszeichnung erhalten, die einer Dichterin zuteil werden kann. Die Entscheidung des Komitees stieß zuerst nicht nur auf Zustimmung. Doch die Wahl, ob es sich bei der Vielzahl an Gedichten tatsächlich um Weltkultur oder einfach nur um Kitsch handelt, soll anderen überlassen werden. Die Nobelpreisverleihung hat nämlich auch eine andere Debatte angestoßen: Wer liest überhaupt noch Gedichte, oder auch viel mehr, wer schreibt sie noch? Und passt das Medium Gedicht überhaupt noch in die moderne Zeit der Massenmedien und schnellen Unterhaltung?</p>
<p>Auf diese Fragen gibt es verschiedene und auch jeweils sehr eindeutige Antworten. Viele können der Kunstform nicht wirklich etwas abgewinnen; es handle sich um ein Produkt der langsam verrottenden Vergangenheit. Für andere sind Gedichte Allheilmittel und eine Art persönliche Erlösung. Alle, die das anders sehen seien nur &#8216;ungebildete Barbaren*&#8217; – hier verschwimmen die Grenzen zwischen Kulturelitismus und Ignoranz. Doch so individuell der persönliche Geschmack auch sein mag, gibt es tatsächliche und direkte Anwendungsgebiete für Poesie, auch heute noch. Immerhin zeigt auch der kommerzielle Erfolg von zeitgenössischen Poet*innen, wie Glück, dass durchaus noch Interesse an Dichtung besteht.</p>
<h3><strong>Die Poetry Pharmacy</strong></h3>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone wp-image-8511 size-full" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/12/Consulting-Room.jpg" alt="" width="600" height="662" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/12/Consulting-Room.jpg 600w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/12/Consulting-Room-272x300.jpg 272w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/12/Consulting-Room-585x645.jpg 585w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></p>
<p>Ein Beispiel für die praktische Relevanz von Gedichten und Dichtung heute ist die &#8216;Poetry Pharmacy&#8217;. Dabei handelt es sich um ein Projekt von Deborah Alma und Dr James Sheard. In der Vergangenheit tingelten die Beiden mit einem alten Krankenwagen durch England, um dort Menschen gegen kleinere und größere seelische Wehwehchen Gedichte zu &#8216;verschreiben&#8217;. Das Sortiment der &#8216;Arznei&#8217; reicht von Herzschmerz bis Lethargie – sucht jede Gefühlslage abzudecken, um Trost in einer schweren Stunde oder auch einfach nur Zerstreuung der Langeweile zu spenden. Was ursprünglich als ein Nebenprojekt gedacht war, um Menschen Gedichte und Dichtung wieder näherzubringen, führte für die Beiden zum Erfolg. Heute kann man sogar in der kleinen, malerischen Stadt Bishop’s Castle an der Grenze zu Wales zur &#8216;Sprechstunde&#8217; erscheinen, um sich vor Ort ein &#8216;Rezept&#8217; für das richtige &#8216;Medikament&#8217; zu holen. Auch Online-Konsultationen sind möglich. Wenn man sich für eine etwas weniger umständliche Alternative entscheiden will, ist das &#8216;Poetic First Aid Kit&#8217; in Buchhandlungen und auch online erhältlich.</p>
<h3><strong>Ein Gedicht ist ein Gedicht ist ein Gedicht</strong></h3>
<p>Aktionen, wie die &#8216;Poetry Library&#8217; versuchen die Barrieren, die viele Menschen gegenüber Gedichten haben, einzureißen. Einen neuen Zugang zu schaffen, der viel Freude, Farbe und Erleichterung in ein Leben bringen kann. Oft beruht der Unwille sich mit Gedichten auseinanderzusetzen auch auf der Art wie diese vermittelt werden. Vergleichbar mit mathematischen Aufgaben oder linearen, grammatischen Übungen werden Werke auf Stilmittel reduziert und zerrupft bis eigentlich nicht mehr viel der ursprünglichen Botschaft übrig bleibt. Dabei ist das Wichtigste, dass bei Lyrik und Poesie im Allgemeinen beachtet werden sollte, dass ein Gedicht nicht unbedingt etwas Unnahbares und absolut Abstraktes sein muss. Es gibt Gedichte, die sich mit der wundervollen und banalen Belanglosigkeit des Lebens auseinandersetzen und kaum einen tieferen Sinn haben als die reine Faszination eines kunstvollen Reims, einer schönen Metapher oder dem Ausdruck eines speziellen Gefühls. Und doch hat man dann immer noch die Möglichkeit die einzelnen Bausteine eines Gedichts genau zu untersuchen, um auch die letzte, versteckte Bedeutung daraus hervorzukitzeln.</p>
<h3><strong>Gedichte über Covid, Populismus und Klimaschutz</strong></h3>
<p>Wenn man sich aktuelle lyrische Neuerscheinungen ansieht, finden sich in Produktionen auch einige Referenzen zu aktuellen Geschehnissen. Trends und Stimmungen bilden sich oft in Literatur und Dichtung ab und zeigen auf, dass man oft mit den eigenen Problemen und Ängsten nicht alleine ist. T.S. Eliot hat einst gesagt, dass das Lesen eines Gedichtes die Vereinigung eines Moments mit der Unendlichkeit ist. Was er aber nicht bedacht hat, ist, dass ein Gedicht auch manchmal nur eine schöne Idee sein kann, ohne einen komplexen und versteckten Sinn. Das wunderbare an der Dichtung ist, dass sie allgemeine Gegensätze in sich vereint. Manchmal ist alles was nötig ist ein wenig Mut um vielleicht auch nach Jahren der Entfremdung wieder einmal einen Gedichtband in die Hand zu nehmen. Wer weiß, vielleicht kann das ja sogar der Beginn einer wunderbaren Reise sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wer mal bei der Poetry Pharmacy reinschauen will:</p>
<p><a href="https://www.poetrypharmacy.co.uk">https://www.poetrypharmacy.co.uk</a></p>
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="MLq4kqkt8Y"><p><a href="https://www.poetrypharmacy.co.uk/">Home</a></p></blockquote>
<p><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted" title="&#8220;Home&#8221; &#8212; Poetry Pharmacy" src="https://www.poetrypharmacy.co.uk/embed/#?secret=MLq4kqkt8Y" data-secret="MLq4kqkt8Y" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
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		<title>Zeughaus – Vom Waffenarsenal zur Kulturhochburg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stefan Gasser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Dec 2020 11:42:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Museumsguide]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Museen sperren wieder auf – der Fortsetzung unseres Museumsguides steht nichts mehr im Wege. Dieses Mal geht es um das Zeughaus. Redakteur Stefan Gasser hat die Ausstellung für euch&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Die Museen sperren wieder auf – der Fortsetzung unseres Museumsguides steht nichts mehr im Wege. Dieses Mal geht es um das Zeughaus. Redakteur Stefan Gasser hat die Ausstellung für euch unter die Lupe genommen.</div>
<p><span id="more-8268"></span></p>
<p>Entweder mit dem F direkt von der Hauptuni aus oder mit der 1er von der Haltestelle Terminal Marktplatz ist man in jeweils ungefähr 10-15 Minuten in direkter Umgebung des Innsbrucker Zeughauses. Im Innenhof des rechteckigen Gebäudes wurden früher Kanonen und Munition gelagert. Heute dient es als Museum, in dem Exponate von der Bronzezeit bis zum zweiten Weltkrieg ausgestellt werden, die sich mit der Geschichte und Entwicklung Tirols beschäftigen. Außerdem finden im Sommer immer wieder Freiluftvorstellungen verschiedener Filme in den ehrwürdigen Mauern des früheren Waffendepots statt. Besonders Menschen, die sich entweder mit der Vergangenheit ihrer Wahlheimat auseinandersetzen wollen, oder den eigenen Volksschulbesuch im Zeughaus nostalgisch wiedererleben möchten (wie ich selbst), kann man einen Besuch im Zeughaus nur ans Herz legen.</p>
<h3>Historischer Rundgang</h3>
<p>Das Grundkonstrukt des Gebäudes stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist selbst von besonderer geschichtlicher Bedeutung (die Konstruktionsweise ist Thema einer kleinen baugeschichtlichen Nebenausstellung, die man für einen kleinen Aufpreis extra besuchen kann). Die Hauptausstellung des Museums ist modern arrangiert und steht in einem fast schon künstlerischen Kontrast zur Bausubstanz. In Form eines Rundgangs zieht man durch das Obergeschoss des Museums, um die geschichtliche und politische Entwicklung Tirols nachzuvollziehen, die anhand bestimmter Meilensteine, wie etwa den Bauernaufständen unter Andreas Hofer, dargestellt ist. Dabei stößt man auf die eine oder andere Kuriosität (wie Teile von Hofers Lederhose) und erhält einen Einblick in die etwas verschrobene Volksseele der durchaus eigenbrötlerischen Urtiroler*innen.</p>
<h3>Zwischen Brutalität und Prosperität</h3>
<p>Wenn man sich für die lokale Geschichte begeistern kann, wird man oft eine widersprüchliche Beziehung von Tradition und Entwicklung vorfinden. Tirol war auf der einen Seite Zentrum des Handels und der Münzprägung im Spätmittelalter, andererseits aber auch Hochburg der Hexenverfolgung – einige der damals gängigen Folterinstrumente können im Zeughaus begutachtet werden. Auch die Einstellung vieler Tiroler*innen, den anderen österreichischen Bundesländern gegenüber, hat sich nicht über Nacht entwickelt. Bereits im 17. Jahrhundert brauchten diese stets eine ‚Extrawurscht‘ – wie man am Sonderstatus Tirols unter den anderen österreichischen Provinzen sehen kann, der von Kaiser Maximilian festgelegt wurde und immerhin bis ins 19. Jahrhundert aufrecht erhalten blieb. Erst mit den Niederlagen gegen Bayern und Napoleon um 1810 verlor Tirol seine besonderen Rechte. Natürlich widmet sich die Ausstellung auch ausführlich der jüngeren Geschichte, die ebenfalls eine kuriose wie eine sehr dunkle Seite vorzuweisen hat. Anhand vergilbter Plakate, Eintrittskarten, Prospekte und Souvenirs kann man Zeitzeugen der schon mehr als 100 Jahre bestehenden Tourismus- und Winterurlaubtradition bestaunen, für die das westliche Bundesland besonders in Deutschland immer noch bekannt und beliebt ist. Doch nur wenige Schritte entfernt, werden die fröhlichen Werbungen für den Arlberg und St. Moritz gegen Propaganda von Schuschnigg, Dollfuß und später auch der NSDAP eingetauscht, die sich auch in Tirol besonderer Beliebtheit erfreut hat.</p>
<p>Für einen Besuch sollte man sich etwa eineinhalb Stunden Zeit nehmen. Es ist auch wichtig mit der richtigen Erwartungshaltung hinzugehen. Natürlich kann das kleine Museum kaum mit Wiener oder Münchner Größen wie dem kunsthistorischen Museum oder dem Haus des Meeres mithalten. Nichtsdestotrotz hat das Zeughaus eine kleine, aber feine Ausstellung zu bieten, die die Wolken eines verregneten Samstagnachmittags vertreiben kann – besonders, wenn man aus Rücksicht auf Andere die gängigen ‚Coronahotspots‘ vermeiden will, aber keine Lust hat zuhause zu versauern.</p>
<p><em>Weitere Informationen:</em></p>
<p>Der Eintrittspreis für Studierende liegt bei 8 Euro (+1 Euro für die Nebenausstellung)</p>
<p><a href="https://www.tiroler-landesmuseen.at/haeuser/zeughaus-in-innsbruck/">Zeughaus</a></p>
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		<title>Nah ist das neue Fern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stefan Gasser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jun 2020 12:45:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Malle, Izmir, Thailand und Co. werden diesen Sommer wohl eher weniger besucht. Urlaubsalternativen gibt es aber direkt vor der eigenen Haustür. Im Vordergrund einer Reise sollte das Verantwortungsbewusstsein stehen. Die&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Malle, Izmir, Thailand und Co. werden diesen Sommer wohl eher weniger besucht. Urlaubsalternativen gibt es aber direkt vor der eigenen Haustür.</div>
<p><span id="more-4647"></span></p>
<p>Im Vordergrund einer Reise sollte das Verantwortungsbewusstsein stehen. Die Empfehlungen der WHO bleiben aktuell: große Menschenmassen sind zu vermeiden, ein gebührlicher Sicherheitsabstand muss eingehalten werden und auch nicht jedes Reiseziel, das wieder erlaubt ist, ist eine gute Wahl. Viele klassische Destinationen für die Sommermonate sind aufgrund mangelnder Flüge nicht mehr zu erreichen und auch Festivals und größere Kulturveranstaltungen sind noch auf unbestimmte Zeit untersagt. Neben einem gesundheitlichen Risiko ergibt sich beim Reisen auch noch eine finanzielle Gefahr. Wer nämlich ohne triftigen Grund eine Reisewarnung ignoriert und dann auf Rückholung angewiesen ist, sieht sich saftigen Konsequenzen ausgesetzt. Behörden können in diesem Fall bis zu 10.000 Euro pro Person für eine Rückholung einfordern. Doch wie so oft ergeben sich aus vermeintlichen Schwierigkeiten ungeahnte Möglichkeiten. Man kann die Pandemie als Anlass nehmen, seinen Horizont auch in der Nähe zu erweitern.</p>
<div>
<div id="attachment_4648" style="width: 810px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-4648" decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-4648 size-full" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/Nordkette.jpg" alt="Nordkette Innsbruck" width="800" height="600" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/Nordkette.jpg 800w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/Nordkette-300x225.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/Nordkette-768x576.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/Nordkette-585x439.jpg 585w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p id="caption-attachment-4648" class="wp-caption-text">www.innsbruck.info</p></div>
</div>
<p>Die naheliegendste Lösung, im wahrsten Sinne des Wortes, scheint nicht weit von der eigenen Haustüre entfernt. Denn auch in Österreich gibt es schöne Orte, die es zu entdecken lohnt. Nicht ohne Grund werden die Regionen Österreichs jährlich von hunderttausenden Tourist*innen heimgesucht. Wenn nun die Besucher*innenzahlen ausbleiben, kann das eine gute Möglichkeit sein, um selbst die Bergspitzen, Seen und Wälder der (Wahl-)Heimat zu erkunden.  Stellvertretend für die vielen schönen Fleckchen Erde in den neun Bundesländern seien hier zwei Beispiele genannt.</p>
<h3>Das Salzburger Saalachtal</h3>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone wp-image-4649 size-full" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/Saalachtal.jpg" alt="" width="800" height="279" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/Saalachtal.jpg 800w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/Saalachtal-300x105.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/Saalachtal-768x268.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/Saalachtal-585x204.jpg 585w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" />Das Salzburger Saalachtal lockt mit vielen atemberaubenden Naturphänomenen, kristallklaren Bergseen und alpiner Flora und Fauna. Man kann hier verschiedenen sportlichen Aktivitäten nachgehen, aber auch einfach nur nach einem anstrengenden Semester voller &#8216;Distance-Learning&#8217; und Beschränkung auf die eigenen vier Wände ausspannen und die Weite genießen. Ob mit dem Zelt oder ins Hotel – hier ist für jede Preiskategorie etwas dabei und den Ausblick gibt es quasi umsonst obendrauf.</p>
<h3>Nationalpark Neusiedl am See</h3>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone wp-image-4658 size-large" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/lake-2662958_1920-1024x768.jpg" alt="" width="1024" height="768" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/lake-2662958_1920-1024x768.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/lake-2662958_1920-300x225.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/lake-2662958_1920-768x576.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/lake-2662958_1920-1536x1152.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/lake-2662958_1920-1170x878.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/lake-2662958_1920-585x439.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/lake-2662958_1920.jpg 1920w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" />Wenn man den Bergen aber doch einmal für eine gewisse Zeit ausweichen möchte, bietet sich das Burgenland an. Rund um den Nationalpark Neusiedl am See findet man im österreichischen Osten Ruhe, Beschaulichkeit, Burgen, Wein und vor allem viel Sonne. Weit weg vom Trubel des Uni-Stresses kann man eine Vielzahl an Seen besuchen, um dort einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Das ist vielleicht nicht so exotisch wie das australische Outback oder die thailändische Full-Moon Party, doch auf seine eigene Weise ganz anders als der Alltag.</p>
<h3><span style="font-family: Raleway, sans-serif; font-size: 22px; letter-spacing: 0px;">Weitwanderwege</span></h3>
<p>Eine andere Alternative, die besonders geldbeutelschonend ist, sind Weitwanderwege. Ein berühmtes Beispiel dafür ist der Jakobsweg, der auch in Tirol verläuft. Man kann mit Rucksack und Zelt bewaffnet direkt vom Alltag aus ins Abenteuer springen. Ein weiterer Vorteil dieser Urlaubsvariante ist die Klimaneutralität – mit dem „Zehentaxi“ in die Ferne, eine grüne Reisealternative, auch wenn die Grenzen wieder unbedenklich überquert werden können.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="size-medium wp-image-4652 alignleft" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/Jakobsweg-Pfeil-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/Jakobsweg-Pfeil-300x200.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/Jakobsweg-Pfeil-768x512.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/Jakobsweg-Pfeil-585x390.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/Jakobsweg-Pfeil-263x175.jpg 263w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/06/Jakobsweg-Pfeil.jpg 900w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>Wie bei einer Schnitzeljagd folgt man den gelben Pfeilen quer durch Tirol, besucht Orte, an denen man vielleicht noch nie zuvor war. Dabei muss man für diese Art der Reise eigentlich nicht besonders religiös sein, man hat Zeit zum Nachdenken und geht einfach. Darin liegt ihr Charme.</p>
<p>Die Mühen einer Weitwanderung darf man aber auch nicht unterschätzen. Eine gewisse Vorbereitung, gutes Schuhwerk und Vorliebe für entschleunigtes Vorwärtskommen sind empfohlen.</p>
<p>In Europa gibt es ein ganzes Netz aus verschiedenen Weitwanderwegen. Manche führen nach Rom, andere nach Santiago de Compostela in Spanien. Man kann Monate auf einer derartigen Reise zubringen.</p>
<p>Auf einer solchen Wanderung bekommt man teilweise tiefe Einblicke in die Leben der Mitreisenden, verrückte Geschichten und abenteuerliche Erlebnisse sind quasi vorprogrammiert. Je nach finanziellen Möglichkeiten kann man natürlich anstatt der Jugend- und Pilgerherbergen auch im Hotel übernachten, wahre Abenteurer*innen entscheiden sich aber vielleicht für ein Zelt oder eine Hängematte im Freien. Doch hierbei ist Vorsicht geboten, denn in vielen Ländern, wie auch in Österreich, ist Wildcampen rechtlich nicht erlaubt.</p>
<h3>Eine etwas andere Art von Urlaub</h3>
<p>Wer eine Alternative zum klassischen „Wegfahren“ ausprobieren will, kann sich auch sozial betätigen. Es gibt in Innsbruck und Tirol einige Einrichtungen, die sich immer über freiwillige Unterstützung freuen. Der Lohn sind unvergessliche Erinnerungen und die Gewissheit, etwas Gutes und Altruistisches getan zu haben – eine besondere Art der Erholung, die mitunter erfüllender sein kann als eine Weltreise (in jedem Fall günstiger).</p>
<p>Dabei ist soziale Betätigung oft nicht mal mit großen Mühen oder Entbehrungen verbunden. Auch die gute Tat im Kleinen kann eine große Wirkung auf andere Menschen haben. So sucht zum Beispiel das <a href="https://www.slw.at/was/slw-innsbruck/was-wir-bieten/freiwilligenarbeit-zivildienst-innsbruck">Seraphische Liebeswerk</a> (SLW) oft Freiwillige, die mit behinderten Menschen mal auf einen Kaffee gehen, oder eine Runde durch den Park drehen – ein Stück Normalität auf eine ganz neue Weise, die doch den Zauber besitzt, den eigenen Augen eine andere Perspektive zu erlauben. Doch auch in anderen Gesellschaftsbereichen sind Engagement und Hilfe durchaus willkommen, so sucht zum Beispiel der <a href="https://www.naturpark-tiroler-lech.at/naturpark-tiroler-lech/jobs-im-naturpark.html">Naturpark Lech</a> nach Motivierten, um dem schädlichen Springkraut an den Kragen zu gehen – ein nobler Dienst an der Tiroler Vegetation, durch die es sich dann wieder mit gutem Bewusstsein wandern lässt.</p>
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		<title>Sucht und Quarantäne</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stefan Gasser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 May 2020 12:14:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Leben mit einer Suchterkrankung ist ohnehin schwierig, doch aufgrund des Corona-Lockdowns ergeben sich für Betroffene weitere Probleme. Die Corona-Krise hat für verschiedene Menschen unterschiedliche Auswirkungen. Für manche war es das&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Leben mit einer Suchterkrankung ist ohnehin schwierig, doch aufgrund des Corona-Lockdowns ergeben sich für Betroffene weitere Probleme.</div>
<p><span id="more-2607"></span></p>
<p>Die Corona-Krise hat für verschiedene Menschen unterschiedliche Auswirkungen. Für manche war es das Maximum der Unbequemlichkeit, auf einige Quadratmeter Wohnfläche beschränkt zu sein, abgeschnitten von sozialen Kontakten und Aktivitäten im Freien, die einzige Abwechslung der Supermarktbesuch und das <i>Bingen</i> einer Serie nach der anderen. Für einige hat die Corona-Pandemie aber schwerwiegendere Auswirkungen, ob gesundheitlicher oder wirtschaftlicher Natur. Was die schönen Frühlingstage zu verdunkeln schien, war insbesondere die Unsicherheit der Bevölkerung und der Regierung, wie sich die Lage weiterentwickeln würde. Jegliche Voraussage blieb nur Spekulation. Doch es gibt auch Menschen, die sich den Luxus der Panik nicht wirklich leisten können: Menschen am Rande der Gesellschaft. Wie verändert sich das ohnehin schwere Leben von Obdachlosen und Suchterkrankten, von Menschen, die nicht einfach zwei Wochen in den eigenen vier Wänden verbringen können? Für österreichische Verhältnisse gibt es in Tirol einige sehr fortschrittliche Angebote und Aktionen, die Menschen in erschwerten Umständen zur Seite stehen sollen: Soziale Einrichtungen wie das Z6 Innsbruck oder die Mentlvilla in der Nähe des Innsbrucker Hauptbahnhofs. Doch welche Auswirkungen hat Corona auf den Betrieb der sozialen Einrichtungen und was bedeutet das eventuell verminderte Angebot für Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind?</p>
<h3>Tageszentrum und Notschlafstelle</h3>
<div id="attachment_2643" style="width: 780px" class="wp-caption alignnone"><img aria-describedby="caption-attachment-2643" decoding="async" loading="lazy" class="size-full wp-image-2643" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/04/csm_15_11_Mentlvilla-Eroeffnung_32eff973d6.jpg" alt="Die Mentlvilla am Hauptbahnhof" width="770" height="578" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/04/csm_15_11_Mentlvilla-Eroeffnung_32eff973d6.jpg 770w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/04/csm_15_11_Mentlvilla-Eroeffnung_32eff973d6-300x225.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/04/csm_15_11_Mentlvilla-Eroeffnung_32eff973d6-768x576.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/04/csm_15_11_Mentlvilla-Eroeffnung_32eff973d6-585x439.jpg 585w" sizes="(max-width: 770px) 100vw, 770px" /><p id="caption-attachment-2643" class="wp-caption-text">Die Mentlvilla am Hauptbahnhof</p></div>
<p>Die Mentlvilla ist ein modernes Gebäude, mit Glasfront und einem Vorbau in der Mentlgasse, finanziert und betreut durch die CARITAS Tirol. Das Tageszentrum der Einrichtung ist für vier Tage pro Woche von 11-14 Uhr geöffnet. Dann versammeln sich Leute, um das vielfältige Angebot zu nutzen. Dieses reicht von Beratung und Seelsorge bis zum „Komfüdro“, dem Spritzentausch oder der Möglichkeit zu duschen und zu waschen. Für viele steht aber die Gemeinschaft im Vordergrund: Sich austauschen, Beziehungen aufbauen, sich gegenseitig Halt bieten. Das Tageszentrum kann als die Frontlinie der Drogenarbeit gesehen werden, wo Kontakt zwischen Sozialarbeiter*innen und Suchterkrankten hergestellt wird. Der Leitsatz ist, „die Menschen anzunehmen, wie sie sind“ und sie in jeder Lage nach bestem Wissen und Gewissen zu unterstützen. Gesundheit bedeutet eben nicht allein physisches Wohlbefinden. Die integrierte Notschlafstelle soll jenen, die nicht mehr wissen wohin, einen Rückzugsort bieten, ohne Bedingungen zu stellen.</p>
<h3>Der erste Schritt heißt „Harm-Reduction“</h3>
<p>Da nicht immer Schaden abgewendet werden kann, soll dieser zumindest so gering wie möglich gehalten werden. Hilfesuchende werden nicht abgewiesen, auch wenn die Bereitschaft zum Entzug noch nicht gegeben ist. Es handelt sich hier um einen Ansatz, der erst kleine Fortschritte ermöglichen soll, bevor man den Sprung in ein suchtfreies Leben wagen kann. Priorität hat, die Menschen von der Straße und weg von der Dealerszene zu bringen. Wenn das geschafft ist, kann man über einen weiterführenden Entzug nachdenken. Die Notschlafstelle ist dauerhaft besetzt und steht vorurteilsfrei für alle ab dem 18. Lebensjahr offen. Seit dem Beginn der Panik um das Corona-Virus haben sich auch einige Veränderungen in der Mentlvilla eingestellt, obwohl die Mitarbeiter*innen der Einrichtung ihr Möglichstes tun, um die Angebote und Hilfestellung so gut wie möglich aufrechtzuerhalten. Während der Spritzentausch und die Notschlafstelle weitestgehend in Betrieb bleiben konnten, mussten gruppentherapeutische Maßnahmen und persönliche, psychosoziale Beratungen reduziert werden. Ein starker Rückgang der Inanspruchnahme von Angeboten der Drogenhilfe und Behandlung macht sich bemerkbar. Teilweise kam es zu ungewöhnlichen Veränderungen im Konsumverhalten der Klient*innen der Mentlvilla, doch auch hier scheint es individuell manche schwerer und andere weniger zu betreffen. Man kann davon ausgehen, dass die zusätzliche Belastung und die grassierende Ungewissheit besonders bei Menschen mit psychiatrischen Vorerkrankungen zu verstärktem Konsum und Rückzug führen kann, was eine Erschwerung der sozialen Arbeit in diesem Bereich bedeutet.</p>
<h3>Drogen- und Jugendarbeit Z6 Innsbruck</h3>
<p>Die Drogenarbeit Z6 Innsbruck hat sich auf ein jüngeres Klientel spezialisiert, als die Mentlvilla. Im Fokus stehen Jugendliche und junge Erwachsene bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres. Auch hier wird der Konsum nicht moralisch bewertet und „Safer Use“ wird propagiert. Zusammen mit den Klient*innen soll über den Konsum reflektiert werden, um risikoreiches oder problematisches Verhalten zu kontrollieren. Dem liegt der Gedanke zugrunde, dass der Konsum bestimmter Substanzen ohnehin stattfinden wird, es aber die Möglichkeit gibt, potentiellen Schaden zu verringern. In dem bunt bemalten, mehrstöckigen Haus gegenüber der Dreiheiligenkirche kann man sich als Konsument*in rechtlich, gesundheitlich oder psychosozial beraten lassen, Substanzen auf ihre Reinheit oder gesundheitsschädliche Streckmittel hin überprüfen und Informationen zum Thema Konsum sammeln. Das Motiv der „Harm-Reduction“ gilt auch hier: Durch das Umfeld des Drug-Checking soll zusätzlich die Konsumkompetenz und Veränderungsmotivation der Konsument*innen gefördert werden. Zudem betreiben die Mitarbeiter*innen der Drogenarbeit Z6 ausgiebige Jugendarbeit oder betreuen (Groß-)Veranstaltungen im Rahmen des „MDA-Basecamp“. Hierzu werden auf Partys Informationen und Warnungen ausgegeben, sowie„Safer-Use Kits“ verteilt, die diverse Artikel wie Kondome oder Aktivkohlefilter enthalten.</p>
<div id="attachment_2644" style="width: 1034px" class="wp-caption alignnone"><img aria-describedby="caption-attachment-2644" decoding="async" loading="lazy" class="size-full wp-image-2644" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/04/Harm-Reduction-Set-16566.jpg" alt="Harm Reduction Set" width="1024" height="768" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/04/Harm-Reduction-Set-16566.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/04/Harm-Reduction-Set-16566-300x225.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/04/Harm-Reduction-Set-16566-768x576.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/04/Harm-Reduction-Set-16566-585x439.jpg 585w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-2644" class="wp-caption-text">Harm-Reduction Set, ausgegeben von der Drogenarbeit Z6</p></div>
<p>Aufgrund von Corona sind Partys und Großveranstaltungen prinzipiell auf Eis gelegt und Versorgungswege sind durch Grenzschließungen blockiert. Welche Auswirkungen das hat, ist bis dato noch unklar. Es könnte zu einer Verlagerung von Konsum und Sucht führen, wobei die Verfügbarkeit von legalen und illegalen Substanzen eine tragende Rolle spielt. Auch die Mitarbeiter*innen der Drogenarbeit Z6 mussten sich den Umständen anpassen, face-to-face Beratungen fielen weg, die Einrichtung ist offiziell für die Öffentlichkeit geschlossen. Stattdessen werden Online- und Telefonberatungen (die es bereits vor Corona gab) häufiger und umfangreicher angeboten. Da Konsument*innen auf Veranstaltungen momentan nicht erreicht werden können, versendet Z6 auf Wunsch „Safer-Use Kits“ anonym und diskret. Mit dem vierten Mai (nach momentanem Wissensstand) hat die Drogenberatung und -testung in der Dreiheiligenstraße jedoch offiziell und persönlich ihre Pforten erneut geöffnet.</p>
<h3>Facetten des Konsums</h3>
<p>Abschließend lässt sich sagen, dass Sucht und Konsum sehr faktorenreiche und individuelle Phänomene sind, die schwerlich genau definiert werden können. Die Entstehung von Sucht ist bedingt durch die jeweilige Substanz (Abhängigkeitspotential, gesellschaftliche Akzeptanz), durch den/die Konsument*in selbst (Alter, Geschlecht, Sozialisation) und durch die Reaktion des sozialen Umfelds, beispielsweise durch Substanzenkonsum von Freund*innen. Krisen und Bedrohungen wie Corona können weitere Stressfaktoren sein, in Form von Ausgangsbeschränkungen, Strukturlosigkeit und Langeweile, oder Engpässen bestimmter Substanzen.</p>
<p>All das kann sich auf das Konsumverhalten auswirken. Menschen haben unterschiedliche Strategien, um mit Problemen umzugehen und wie auch immer sie sich entscheiden – Es ist gut zu wissen, dass es Institutionen wie die Mentlvilla und die Drogenarbeit Z6 gibt, die sie dabei unterstützen. Besonders mit Seitenblick auf Hamsterkäufe und Untergangsprophet*innen ist es besonders wichtig, in solchen Zeiten nicht den Kopf zu verlieren und sich bewusst zu machen, wie glücklich man sich schätzen kann, wenn das größte Problem „extra quality time“ mit der Familie ist.</p>
<p><em>Weiterführende Links:</em></p>
<p>Drogenarbeit Z6 Innsbruck: <a href="https://www.drogenarbeitz6.at/">https://www.drogenarbeitz6.at/</a><br />
Tageszentrum Mentlvilla Innsbruck: <a href="https://www.caritas-tirol.at/hilfe-angebote/menschen-mit-suchterkrankungen/mentlvilla-tageszentrum/">https://www.caritas-tirol.at/hilfe-angebote/menschen-mit-suchterkrankungen/mentlvilla-tageszentrum/</a> /<br />
Notschlafstelle Mentlvilla Innsbruck: <a href="https://www.caritas-tirol.at/hilfe-angebote/menschen-mit-suchterkrankungen/mentlvilla-notschlafstelle/">https://www.caritas-tirol.at/hilfe-angebote/menschen-mit-suchterkrankungen/mentlvilla-notschlafstelle/</a></p>
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