Krawall für die Kultur – Der Tiroler Krawallmusikverein

von Magdalena Altmiks
Lesezeit: 2 min
Verschärfte Maßnahmen, steigende Infektionszahlen und ein Lockdown. Eine Berufsgruppe, die unter diesen Einschränkungen besonders leidet, sind die Kulturschaffenden. Der Tiroler Krawallmusikverein macht auf ihre Probleme aufmerksam.

Die Geschichte des Vereins beginnt am 01. Oktober, dem Welttag der internationalen Musik. Gegründet wurde er, um Forderungen zu stellen, aber auch, um bereits existierende Initiativen gutzuheißen, wie beispielsweise „Tirol zualosen“ – eine Sonderförderung, die geschaffen wurde, um Volksmusikanten und Gastwirte zu unterstützen. Der Verein sieht sich selbst als eine Art Schnittstelle zwischen Musik und Politik und füllt, wie der hohe Zuspruch zeigt, eine wichtige Nische. So sind mittlerweile fast 80 Bands und Musiker aus allen Musikrichtungen an sie herangetreten.

 

Marco Frei, Ottó Horváth und Linja Meller vom Tiroler Krawallmusikverein

Krawallmusik macht auf die Realität im Arbeitsalltag von Musikschaffenden, aber auch von Menschen aus anderen künstlerischen Gebieten aufmerksam. Die Liste an Aufgaben, die vor einem Auftritt erfüllt werden müssen, ist lang und hinter einem einstündigen Konzert stecken oft viele Stunden Arbeit. Marco Frei vergleicht dies mit einem Eisberg, von dem man nur die Spitze sieht und macht darauf aufmerksam, dass eine Beispielsgage von 350 Euro für einen einstündigen Auftritt auf diesen Zeitaufwand gerechnet schnell ziemlich wenig wird. 

Ziel ist es, einen Kollektivvertrag für alle Kulturschaffenden, also auch für Schauspieler, Künstler oder Schriftsteller auszuhandeln. Musikern soll ein Rahmen geboten werden, in dem musiziert werden kann und Mühen entsprechend finanziell belohnt und wertgeschätzt werden. Gleichzeitig sollen aber auch die Bevölkerung und die Gastwirte zu mehr Offenheit bezüglich der Musikauswahl angeregt werden, um auch Subkulturen zu erhalten. Doch warum braucht es Kultur? Ottó Horváth hat dazu eine klare Meinung:

Kultur ist ein bisschen so wie Salz, es ist eh immer da, es schmeckt immer super und wenn es mal nicht da ist, dann fällt auf, dass alles ziemlich fad schmeckt.

Diese hohe Bedeutung der Kultur wird nach Ansicht des Vereins unterschätzt. So spielten viele Musiker im vergangenen Lockdown kostenlos und stellten „Wohnzimmer-Konzerte“ online. Der Verein rät bei diesem Lockdown davon ab, um aufzuzeigen, wie still es ohne die Kultur wäre und dass es diese zu erhalten gilt. Offen steht der Krawallmusikverein Musikern aus allen Genres.

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