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	<title>Erfahrungsbericht Archives - UNIpress</title>
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	<description>Das offizielle Magazin der ÖH Innsbruck</description>
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		<title>Real Talk &#8211; Raus aus Insta?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Elena Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Dec 2024 12:17:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsbericht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn ich an Instagram denke, sehe ich ein Meer aus bunten Bildern, Beiträgen, Best-Ofs. Ein Meer an Möglichkeiten, in dem man jedoch versinken kann und unter der Oberfläche mit tieferen&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Wenn ich an Instagram denke, <span style="font-weight: 400;">sehe ich ein Meer aus bunten Bildern, Beiträgen, Best-Ofs. Ein Meer an Möglichkeiten, in dem man jedoch versinken kann und unter der Oberfläche mit tieferen Konsequenzen konfrontiert wird. Treiben lassen oder ganz hinaus ans Ufer der Realität? Erfahrungsberichte.</span></div>
<p><span id="more-21058"></span></p>
<p>Juli 2023: <span style="font-weight: 400;">Ich habe seit einigen Jahren eine digitale Identität. Sie trägt meinen Namen, aber verhält sich ganz anders. Ihr Zuhause: Instagram. Ich möchte ein schönes Bild nach außen tragen. Akribisch analysiere ich meine Fotos, überprüfe Likes. Kann ich mich gerade nicht anderweitig beschäftigen, begebe ich mich in die digitale Parallelwelt, die nur einen Klick entfernt ist. Meine Bildschirmzeiten interessieren mich nicht und an Best-Tagen fordert die App-Nutzung mehrere Stunden. Immer wieder scrolle ich durch die Beiträge der anderen und vergleiche mich unterbewusst. Nicht selten werden dadurch persönliche Zweifel verstärkt. </span></p>
<h3>„Instagram hat mich unglücklich gemacht“</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Dieser Konflikt zwischen der inszenierten, digitalen Welt und der Wirklichkeit ist nicht nur mein persönlicher. Auch Leute aus meinem Bekanntenkreis berichten von ähnlichen Erfahrungen und haben letztlich ihr Instagram-Konto gelöscht. So empfand meine Cousine (28) das Posten von Inhalten als immer weniger erfüllend. „<em>Ich habe Dinge sehr oft für andere festgehalten und dadurch immer mehr den Fokus auf mein eigenes Leben verloren</em>“, erklärte sie. Und merkte an, dass die digitale Welt für sie keinen Mehrwert brachte: „<em>Diese ganzen Fotos und Videos haben mich überreizt. Mit der Zeit war klar, dass die App eher zur Belastung als zur Bereicherung geworden ist. Sie hat mich unglücklich gemacht.</em>“ Diese Aussage höre ich nicht nur einmal. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Eine Studie der University of Pennsylvania (2018) von Melissa G. Hunt zeigt: Instagram kann das Wohlbefinden seiner Nutzer:innen beeinträchtigen. Idealisierte und ästhetisch ansprechende Inhalte stehen häufig im Vordergrund und führen zu Vergleichen, sodass das eigene Leben oft als unzureichend erscheint. Gleichzeitig verstärkt der Fokus auf Likes und Kommentare den sozialen Druck, Anerkennung von anderen zu erhalten. Das Gefühl, ständig bewertet zu werden, fördert Unsicherheiten. Für viele wirkt das belastend und kann langfristig auch die mentale Gesundheit beeinträchtigen. Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass es helfen kann, die eigene Nutzung bewusst zu reduzieren.</span></p>
<h3>Ein langsames Erwachen</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Januar 2024: Ich habe keine Zeit, sage ich mir. Der Studienalltag ist fordernd, doch auf meinem Schreibtisch liegen nicht nur Lernunterlagen, sondern auch mein Smartphone ist stets griffbereit. Mein Fokus driftet ab, sobald ich die Instagram-App öffne. Glücklich macht mich die digitale Ablenkung nicht, vielmehr überwiegt das Gefühl, nichts verpassen zu dürfen: Ein klarer Fall von FOMO („Fear of missing out“). Ich setze mir Zeitlimits, merke aber, wie schnell aus dem „Nur noch eine Minute&#8221; viele kleine und große Online-Ausflüge werden können. Manchmal hadere ich mit der Frage nach dem Sinn des Scrollens. Doch es wird Monate brauchen, bis ich mein Konsumverhalten aktiv zu hinterfragen beginne. </span></p>
<h3>Aus Nutzung wird Produkt</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Eine der häufigsten Aussagen, die mir im Austausch mit ehemaligen Nutzer:innen begegnet, ist, dass die App eine enorme Zeitverschwendung gewesen sei. „<em>In der Zeit, die ich insgesamt auf Insta verbracht habe, hätte ich wahrscheinlich den Großteil meiner Bachelorarbeit machen können</em>“, so mein Kommilitone (23), der sein Instagram-Konto vor einem Jahr löschte. Davor versuchte er bereits, seine Nutzung zu reduzieren, „entfolgte“ etwa Profilen, die ständig seine Aufmerksamkeit forderten. Dennoch: „<em>Ich konnte ja trotzdem noch im Newsfeed weiterscrollen und habe das dann auch weiterhin getan, ich konnte einfach nicht aufhören.</em>“ Die Unterhaltung, die uns die App bietet, hat ihren Preis. Wir bezahlen dafür nicht mit Geld, sondern mit unserer Zeit, unserer Aufmerksamkeit und unseren Daten.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Der Algorithmus ist der unsichtbare Akteur dieses Geschäftsmodells: Er präsentiert den Nutzer:innen Inhalte basierend auf Vorlieben und Interaktionen, sodass sie noch länger online bleiben. Instagram profitiert von den Nutzerdaten und schaltet gezielte Werbung. Der Journalist Andrew Lewis formulierte bereits 2010 auf der Website </span><i><span style="font-weight: 400;">MetaFilter</span></i><span style="font-weight: 400;">: „</span><i><span style="font-weight: 400;">If you are not paying for it, you&#8217;re not the customer; you&#8217;re the product being sold.</span></i><span style="font-weight: 400;">“ Nutzer:innen sind also nicht die Kunden, sondern ihre Daten werden an Werbetreibende verkauft – klare Lücken im Datenschutz.</span></p>
<h3>„Social“ Media?</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Aus Perspektive der Unternehmen ist Instagram somit eine Chance zur Markenbildung und Kundenansprache, da sie gezielt Inhalte und Werbeanzeigen schalten können. Nur was wird uns, den Nutzer:innen, im Gegenzug dafür geboten? Besonders die hohe Reichweite der Plattform kann helfen, Inhalte einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Damit kann auch Aufmerksamkeit für wichtige gesellschaftliche und soziale Thematiken generiert werden. Die visuelle Ausrichtung fördert zudem den kreativen Austausch und ermöglicht es, Gemeinschaften rund um gemeinsame Interessen zu bilden. Das können etwa Fan-Gemeinschaften sein, die digitale Nähe zu ihren Idolen finden. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Doch was, wenn die Anzahl digitaler „Freunde“ überfordert und Posts eher Neid als Inspiration wecken? Ist es überhaupt Freundschaft, jemanden nur durch geteilte Momentaufnahmen und das „Folgen“ auf Instagram zu kennen? Wie viel Zeit und Energie verdienen solche Beziehungen, die oft oberflächlich bleiben? Hinzu kommt der Punkt, ob alles, was uns andere auf einer Social-Media-Plattform wie Instagram zeigen, der Wahrheit und der Realität entspricht. Natürlich gibt es Menschen, die etwa ungeschönte Momente verstärkt vor die Kamera holen oder über aktuelle Themen aufklären. Doch daneben ist „Fake it till you make it“ zu einem Slogan für ein grundlegendes Problem der digitalen Welt geworden, in der #nofilter keine Selbstverständlichkeit ist. </span></p>
<div id="attachment_21060" style="width: 2010px" class="wp-caption alignnone"><img aria-describedby="caption-attachment-21060" decoding="async" class="size-full wp-image-21060" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/love-1195987.png" alt="" width="2000" height="1600" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/love-1195987.png 2000w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/love-1195987-300x240.png 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/love-1195987-1024x819.png 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/love-1195987-768x614.png 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/love-1195987-1536x1229.png 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/love-1195987-1920x1536.png 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/love-1195987-1170x936.png 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/11/love-1195987-585x468.png 585w" sizes="(max-width: 2000px) 100vw, 2000px" /><p id="caption-attachment-21060" class="wp-caption-text">Bild: Pixabay</p></div>
<p><span style="font-weight: 400;">Auch stellt sich die Frage, inwieweit Plattformen wie Instagram wirklich essenziell für den Fortbestand von zwischenmenschlichen Beziehungen sind. Die App bietet zwar die Möglichkeit, mit anderen in Verbindung zu bleiben und an deren Leben teilzuhaben, doch es gibt zahlreiche Alternativen, um gute Kontakte auch außerhalb dieser digitalen Welt zu pflegen. Besonders persönliche Begegnungen gewinnen in einer Zeit, in der vieles virtuell abläuft, zunehmend an Wert. Wie es eine ehemalige Nutzerin aus meinem Bekanntenkreis treffend formuliert: „<em>Man hält an den Leuten fest, die auch in der Realität wichtig sind.</em>“ Zwar führte der Abschied von Instagram in diesem Fall dazu, dass „<em>man weniger mitbekommt, was so in der Gegend passiert</em>“, doch letztlich überwiegt die persönliche Erkenntnis: „<em>Ich vermisse Instagram nicht.</em>“</span></p>
<h3>Vom Rechnen und Abrechnen</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">November 2024: Wenn ich an Instagram denke, tue ich das mit einer gewissen Vorsicht. Die Zeit, die ich der App geschenkt habe, kann ich nicht mehr gegen reale Momente eintauschen. Aber ich kann und möchte mich mittlerweile mehr von dieser Parallelwelt distanzieren. Ich priorisiere echte Wertschätzung über Likes, ein persönliches Gespräch über Posts, Augenblicke der Stille über Scrollen. Manchmal weckt noch Langeweile den Wunsch nach der digitalen Ablenkung. Doch ich merke, wie ich in alltäglichen Situationen geduldiger werde und meine Aufmerksamkeitsspanne wieder wächst. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Aufmerksamkeit reichte irgendwann, meinen vergangenen Instagram-Konsum auch mathematisch unter die Lupe zu nehmen. Denn bisher hatte ich meine Bildschirmzeiten völlig ignoriert. Über mehrere Monate hinweg verbrachte ich täglich im Durchschnitt etwa eine Stunde ausschließlich auf dieser App. Hochgerechnet also bis zu 31 Stunden im Monat – macht jährlich über 15 Tage. Ziehe ich als Zwanzigjährige dieselbe Nutzung die kommenden 60 Jahre meines Lebens durch, haben circa 2,5 Jahre dieser Zeit rein auf Instagram stattgefunden. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Für einige Wochen deinstallierte ich schließlich die App, reduzierte danach mein Profil auf ein Minimum. Je weniger Bilder ich vorgesetzt bekomme, desto seltener vergleiche ich mich. Gleichzeitig verspüre ich nicht mehr den Impuls, Momente für andere auf Instagram festzuhalten. Ob ich es dabei belasse oder einen Schritt weitergehe? Die Zukunft meiner digitalen Identität ist jedenfalls noch ungewiss, doch ich fühle mich nicht länger von ihr abhängig. Gelegentlich bleibt nur die Angst, etwas Wichtiges zu verpassen. Sie schrumpft, wenn ich mir eine Aussage meiner Cousine ins Gewissen rufe: „<em>Verpasse ich lieber das Leben anderer, oft fremder Leute – oder mein eigenes?</em>“</span></p>
<h3>#Statement zum Schluss?</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Paradoxerweise wird dieser Artikel auch auf Instagram geteilt. Das verdeutlicht, wie tief die Plattform bereits in unserer digitalen Gesellschaft verwurzelt ist. Für viele ist sie unverzichtbar, sei es als berufliches Werkzeug, Inspirationsquelle oder als Mittel zur Pflege sozialer Kontakte. Gleichzeitig zeigt ein Blick hinter die Fassade, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Nicht jede Verbindung, die auf Instagram besteht, trägt zum persönlichen Wohlbefinden bei. Angesichts dessen rückt die Idee einer bewussten und verantwortungsvollen Nutzung immer stärker in den Vordergrund. Es stellt sich die Frage: Bringt die aktive Präsenz auf Instagram einen echten Mehrwert, oder könnte ein bewusster Abstand langfristig zu mehr Zufriedenheit führen? Die Antwort darauf ist höchst individuell und setzt eine ehrliche Auseinandersetzung mit den eigenen Bedürfnissen und Prioritäten voraus. Fest steht: Manchmal lohnt es sich durchaus, innezuhalten, aufs Meer der bunten Bilder zu blicken – und zu entscheiden, ob man weiter treibt oder ans Ufer schwimmt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Bad Choices Make Good Stories</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sofie Hofer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jul 2020 10:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsbericht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bad Choices Make Good Stories Ein Artikel über komische Menschen und komische Erfahrungen Das klingt jetzt vielleicht absurd, aber ich mag komische Dinge, komische Menschen, komische Kleidung, komische Erfahrungen. Denn&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up"><strong>Bad Choices Make Good Stories</strong></div>
<h3>Ein Artikel über komische Menschen und komische Erfahrungen</h3>
<p>Das klingt jetzt vielleicht absurd, aber ich mag komische Dinge, komische Menschen, komische Kleidung, komische Erfahrungen. Denn wenn man komische Menschen trifft oder komische Dinge macht, entstehen dadurch meistens noch viel komischere Geschichten, die man dann erzählen kann. Mit 18 habe ich mir mein erstes Tattoo stechen lassen: „Seek Discomfort“ auf meinem Unterarm. Ein Spruch von einer Gruppe Youtubern mit dem Namen „Yes Theory“. Man soll sich quasi dem ungemütlichen Aussetzen, um daraus zu lernen und nicht in seiner Komfortzone bleiben. Das Tattoo habe ich mir während meinem ersten Solo Backpacking Trip in Schottland stechen lassen, um eine Erinnerung daran zu haben. Jedoch hätte ich mir nicht gedacht, dass dieses Tattoo doch so viel Einfluss auf verschiedenste Entscheidungen in meinem Leben haben würde. Oftmals ist es der Grund, dass ich bei einer Entscheidung einfach „fuck it“ sage und meinen Plan so durchziehe, wie ich will, auch, wenn es vielleicht nicht immer die beste Entscheidung war. Aber wie heißt es so schön? Schlechte Entscheidungen führen zu guten Geschichten. Ich habe mich dazu entschlossen, einige dieser schrägen Geschichten zu teilen.</p>
<h3><strong>Schweizer Sugar-Daddys</strong><strong> im Ghost Tower</strong></h3>
<p>Vor circa einem Jahr war ich alleine in Thailand unterwegs. Insgesamt war ich einen Monat dort und am letzten Tag wollte ich mir noch einmal einen ordentlichen Adrenalinkick geben. Ich habe mich in die U-Bahn begeben (wo man immer ziemlich schräg angesehen wird, wenn man eine europäische, kasweiße 1,80 cm große Frau ist) und bin zum besagten Ghost Tower gefahren. Ein 50-stöckiges, verlassenes Hochhaus mitten in Bangkok. Außerdem habe ich noch versucht, mich über Couchsurfing mit zwei Typen zu verabreden, die mit mir auf den Turm klettern würden. Zwei riesige, ziemlich durchtrainierte Türken warteten dann dort auf mich. Ich erklärte ihnen dann, wie wir dort reinkommen würden, und, dass wir alle 50 Stockwerke zu Fuß besteigen mussten. Leider verstanden sie mich nicht, weil sie nicht so gut Englisch konnten; und als sie den Turm gesehen hatten, sahen sie mich nur entgeistert an und sagten mir, dass ihnen das zu gruselig sei. Also war ich dann doch wieder alleine. In dem Moment kam ein Brite zwischen dem Zaun herausgekrochen. Ich fragte ihn, ob ich mich denn trauen sollte, allein raufzugehen. Er erklärte mir, dass es möglich – aber in seinen Worten „fucking stupid“ wäre. Ich habe es trotzdem gemacht (weil Tattoo, natürlich). Ich musste dann den Thai Security Guard mit 20 Euro bestechen und er brachte mich zum Stiegenhaus, das hinter mir mit einer Eisentür verschlossen wurde. Die nächsten 50 Stockwerke waren das Unheimlichste, das ich je erlebt habe: Ich dachte, ich würde in jedem Stockwerk ermordet werden (zu viele Horrorfilme gesehen). Als ich endlich oben angekommen bin, traf ich einen Deutschen, der dann aber wieder runterging. Wenig später kamen zwei Schweizer, mit denen ich mich unterhielt. Zwei Geschäftsmänner, wie sie sagten. Ich erzählte ihnen unter anderem auch, dass ich morgen wieder nach Hause fliegen würde und 16 Stunden Layover in Qatar haben würde. Der eine wollte mir sofort 2000 Baht (ca. 60€) in die Hand drücken, damit ich mir ein Hotel buche, der andere war am Handy und versuchte, mir dort ein Hotel zu buchen. Gott sei Dank war alles ausgebucht. Sie versuchten dann noch, mir anders Geld zu geben, aber das war mir dann alles etwas zu konfus. Ich bin mit ihnen dann wieder nach unten gegangen und sie sind ohne Verabschiedung in das Getümmel von Bangkok verschwunden.</p>
<h3><strong>Zufälle über Zufälle</strong></h3>
<p>Als ich 17 war, hatten wir mit meiner damaligen Schule für drei Wochen ein Auslandspraktikum in Schweden. Aus meiner Klasse gingen alle nach Florenz, aber ich entschied mich für Schweden. Ich war dann mit neun anderen aus meiner Parallelklasse in Schweden, eine ziemlich eingeschweißte Truppe, die sich hauptsächlich für Shopping interessierte. Nach ein paar Tagen habe ich mich abgekapselt und bin auf eigene Faust in die nächstgelegene Stadt, Helsingborg. Ich ging etwas herum und musste dann einen Typen nach dem Weg fragen. Wir kamen ins Gespräch und landeten daraufhin in einem Café. So langsam begannen sich immer mehr Zufälle herauszustellen, seine Mutter war Österreicherin, hatte den gleichen Namen wie meine, er war Kindergärtner, gleich wie ich und wir hatten dazu noch am gleichen Tag Geburtstag, der in wenigen Tagen war. Wirklich komisch. In den nächsten Tagen wollte ich noch einmal nach Kopenhagen und er sagte, dass er selber schon lange nicht mehr dort war, also lud ich ihn ein, gemeinsam dorthin zu fahren. Es mag absurd sein, einem fremden Menschen so zu vertrauen, aber ich kann mich meistens sehr gut auf mein Bauchgefühl verlassen. Wir verbrachten einen wahnsinnig schönen Tag in der Stadt und er zeigte mir einige Geheimplätze. So konnte ich die Stadt viel besser kennenlernen. Am Rückweg in Schweden trafen wir noch sein Fußballteam, mit denen wir bowlen gingen. Eine Reihe von Zufällen und ein komischer Trip führte zu einer lehrreichen Begegnung.</p>
<h3><strong>American Boy plus Mama</strong></h3>
<p>Ich bin mir sicher, dass ihr alle Tinder kennt. An sich eine schon sehr schräge und oberflächliche Plattform, die ich persönlich viel zu lange genutzt habe. Jedoch trifft man manchmal auch einige Leute, die ganz ok &#8211; oder aber eben auch sehr komisch sind. Grundsätzlich kann ich behaupten, dass mich Tinder schon in so einige unangenehme Situationen gebracht hat. Die, die ich jetzt jedoch beschreiben werde, schlägt bei weitem alles. Wie viele von euch wissen, kann man auf Tinder die Location verstellen. So kam es, dass ich mit einem Typen aus den USA gematcht habe. Er hat mir dann erzählt, dass er in ein paar Wochen nach Innsbruck kommen wird und er hat mich gefragt, ob ich ihm die Stadt zeigen könnte. Da ich generell öfters Couchsurfer bei mir zuhause habe und ich das immer sehr gerne mache, habe ich eingewilligt. Die nächsten Wochen gingen die Nachrichten hin und her, die Sympathie war vorhanden. Ein paar Tage vor dem Treffen kam dann die Nachricht „If you go to dinner with me and my mom, she would allow me to stay in Innsbruck for the night.” Als ich die Nachricht das erste Mal gelesen hatte, musste ich erst mal laut lachen. Der Typ war 23. Aber weil ich diese Frage sowas von absurd und absolut witzig fand, willigte ich auch auf das Essen ein. Einen Tag vor dem Essen bekam ich dann noch ein Briefing, ich musste seine Mutter anlügen, dass ich Grafikdesign studiere. Anscheinend war das ein Kriterium, dass man als erwachsener Mann alleine in einer Stadt bleiben darf. Wie auch immer, der Tag war gekommen, ich kleidete mich in meine besten Hipsterklamotten, um besonders abzuschrecken. Ich wartete erst mal so eine halbe Stunde und dachte, sie hätten mich sitzen lassen, doch sie sind dann beide tatsächlich aufgetaucht. Die Mutter klein und etwas schrullig gekleidet, der Typ ein Riese und ziemlich awkward. Das Essen war ganz okay, die Gespräche sehr unangenehm. Ich versuchte den Abend irgendwie rumzubringen. Am nächsten Tag holte ihn dann seine Mami ab. Muss ich noch mehr dazu sagen?</p>
<h3><strong>Emir von Dubai fast umgefahren</strong></h3>
<p>Als ich 17 war habe ich in einem sehr renommierten Hotel ein Praktikum gemacht. In diesem Hotel hielten sich immer sehr hohe Tiere auf, da vor ein paar Jahren auch Persönlichkeiten wie Obama, Merkel usw. dort residiert haben. Ich arbeitete dort als Sports- und Adventure Kids – Entertainerin und machte quasi Programme mit den Rich Kids der Gäste. Einer meiner Kollegen war ein Kanadier, mit dem ich mich sehr gut verstand. Er erzählte mir immer wieder witzige Stories über interessante Gäste und von deren außergewöhnlichen Wünschen, doch so richtig vorstellen konnte ich mir das Ganze nicht. So kam es eines Tages, dass der Emir von Dubai zum Hotel angereist ist, ohne irgendetwas zu reservieren. Das Hotelmanagement räumte daraufhin einen ganzen Stock für ihn und seine riesige Familie. Der Emir von Dubai besitzt quasi ganz Dubai, aber er sieht definitiv nicht so aus. Er ist klein, hat ein freundliches Gesicht mit Turban am Kopf und einen dicken Bauch. Das Hotelgebiet war sehr groß und einmal mussten wir mit einem Golfcart etwas holen. Mein kanadischer Kollege kutschierte mich herum und wir fuhren dann mit Höchstgeschwindigkeit über eine hügelige Wiese. Vor uns war ein etwas größerer Hügel, hinter den wir nicht sehen konnten. Wir rasten darüber und machten einen kleinen Jump in unserem Golfcart. Mid – jump erkannten wir, dass sich der Emir von Dubai dahinter aufhielt. Wir konnten gerade noch so die Kurve kratzen. Gott sei Dank fand er das ziemlich lustig und grinste uns nur an. Ansonsten hätte das wahrscheinlich ziemlich schlecht für uns geendet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es gibt noch einige Geschichten, die ich erzählen könnte, aber einige davon sind dann vielleicht doch etwas zu schräg. Vielleicht konnte ich einige davon überzeugen, manchmal doch „Ja“ zu sagen und öfters komische Dinge zu machen und komische – aber interessante – Leute zu treffen. Manche davon haben einiges zu erzählen und man kann viel von ihnen lernen. Also, „Seek Discomfort“! Lernt was Neues! Lebt Erfahrungen! Oder lest eben nochmal den Artikel.</p>
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