Immer mehr Schulabgehende entschließen sich dazu, ein Studium zu beginnen. Oft spielt bei dieser wichtigen Entscheidung nicht unbedingt die Wahl des Studiengangs die ausschlaggebendste Rolle. Vielmehr geht es den Erstis um ihre zukünftige Unistadt. Ob ruhig, pulsierend, naturnah oder inspirierend: Die meisten haben genaue Vorstellungen davon, wie sie aussehen soll. Dabei ist Innsbruck weit über die österreichischen Grenzen bekannt und lockt nicht nur die nahen Nachbarn an, wie Italien oder Deutschland, sondern auch Studierende aus der Ferne.
Über 350 Jahre hat die Uni Innsbruck bereits auf dem Buckel. Allerdings ist die Leopold-Franzens-Universität, 1669 gegründet, alles andere als altmodisch. Frischen Wind bringen vor allem die zahlreichen junge Menschen mit, die Jahr für Jahr ihretwegen in die Hauptstadt Tirols strömen. Innsbruck ist – mit ihren 130.000 Einwohnern – die fünftgrößte Stadt Österreichs. Davon sind rund 25.000 LFU-Studenten und Studentinnen.
Als eine Uni, die Brücken baut, bietet sie Raum für Entfaltungsmöglichkeiten wie kaum eine andere. Die Auswahl an Studiengängen ist beachtlich – man hat die Qual der Wahl zwischen 170 Studien- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Es werden einzigartige Schwerpunktsetzungen angeboten, so zum Beispiel das Studium der Erziehungswissenschaft mit Fokus auf Psychoanalyse/Psychotherapie. Studiengänge gibt es wie Sand am Meer. Für manche zahlt es sich besonders aus nach Innsbruck zu ziehen – unter anderem für Geologen. In kaum einer anderen Universität ist man dem Alpenraum so nahe. Auch die juridische Fakultät ist hoch angesehen. Außerdem sind die Standorte der verschiedenen Fakultäten weit über die Stadt verteilt, somit kommt man nicht umhin, die Stadt in all ihren unzähligen Facetten kennenzulernen.
Auf nach Österreich
An der Uni Innsbruck ist jeder willkommen. Das macht sich bemerkbar. In kaum einem Studiengang sind ausschließlich Österreicher anzutreffen und auf den Unigängen wird nicht nur Deutsch gesprochen. Das Studieren in Österreich erweist sich im Vergleich zu anderen Ländern als unkomplizierter, der Zugang ist beispielsweise um ein Vielfaches einfacher als in Deutschland. Hier sind die meisten Studiengänge zulassungsfrei, es gibt keine Studiengebühren und keinen Numerus Clausus. Auch in Innsbruck ermöglicht die Universität jedem, mit wenigen Ausnahmen, was die Zugangsbeschränkungen betrifft, zu studieren.
Diese Grundvoraussetzungen erleichtern zumindest die Entscheidung für das Studienland oft ungemein. Der vereinfachte Zugang bedeutet aber keineswegs, dass das Studium weniger anspruchsvoll oder nützlich ist. Ganz im Gegenteil sticht die LFU Innsbruck häufig durch ihre Qualitäten heraus. Die Uni ist “regional verankert und weltweit vernetzt“. Das zeigt sich im internationalen Ranking. Immer wieder beweist die Universität Innsbruck, dass sie zu einer der herausragendsten Forschungs- und Bildungseinrichtungen zählt. 2020/2021 belegte sie unter anderem weiterhin den 30. Platz im “International Outlook“ – Betonung auf “weltweit”.

Vielseitigkeit, die sich sehen lassen kann
Der österreichische Westen zieht viele an – auch Österreicher:innen selbst bevorzugen gegenüber Wien und Salzburg öfter mal Tirols Hauptstadt. Zwar ist nicht zu bestreiten, dass hier der niedrigste Durchschnittslohn auf die höchsten Mietpreise trifft – nirgendwo in Österreich ist das Wohnen so teuer wie in Innsbruck – aber die Stadt bietet dennoch etliche Gründe, sie auszuwählen. Die Universität selbst wirbt auf ihrer Homepage mit zehn Gründen. Dazu zählt unter anderem natürlich auch die Lage – die Stadt ist bei weitem keine Metropole, aber genau das hat oft seinen Reiz. “Warum gerade Innsbruck?”, frage ich meine Kommilitoninnen. Yola ist aus Luxemburg, ihr stehen alle Türen offen: Frankreich, Deutschland oder über die europäischen Grenzen hinaus. Doch Innsbruck zog sie irgendwie an. Hier will sie bleiben, hier kann ihr Zuhause werden und hier merkt sie, dass sie bei der Wahl der Studienstadt die richtige Entscheidung getroffen hat. So ergeht es nicht nur ihr; auch Victoria, ursprünglich aus der Nähe von Stuttgart, ist von der Stadt angetan – ein einziger Besuch hat ausgereicht, um sie zu überzeugen: „Wegen der Berge, was sonst?“
Ob Wandern, Skifahren, Klettern: Ein unermessliches Angebot an Sportaktivitäten zieht junge Menschen an. Sportbegeisterten geht in Innsbruck das Herz auf, die Nordkette ist aber auch vom Fuße aus sehenswert und auch Kulturinteressierte kommen in Innsbruck nicht zu kurz! Es gibt immer wieder unterschiedlichste Events. Ob Konzerte im p.m.k, Kabarett im Treibhaus oder ein Abend im Stadttheater – für jeden ist etwas dabei.
Weiße Nächte
Schließlich kommen Studierende nicht nur zum Lernen nach Innsbruck – das Nachtleben darf also auch nicht zu kurz kommen. Für Nachtschwärmende hat die Stadt einiges zu bieten. Sogar Mittwochabends stößt man in der Altstadt, an den Ufern des Inns oder auch unter den Zuggleisen auf zahlreiche Studierende. In den Bögen reihen sich die unterschiedlichsten Bars und Clubs aneinander.
Innsbruck ist das, was viele suchen – eine Stadt mit Abwechslung, in der man die Menschen auch kennt. „In Berlin würde man untergehen, hier geh ich abends weg und erkenne bekannte Gesichter, die ich in der Uni schon gesehen hab“, sagt Yola. Innsbruck sei klein, man laufe sich ständig über den Weg und fühle sich wohler. “Du bist nicht nur einer unter vielen, nicht nur eine Zahl. Hier gehörst du dazu”.
Es gibt unzählige gute Gründe, warum man Innsbruck als seine Studentenstadt auswählen soll. Neben den praktischen, wie die Nähe zur Heimat oder der perfekte Studiengang, der einen erwartet, ist es schlussendlich ausschlaggebend, seine eigenen Gründe zu finden. Ob das nun das Nachtleben, die Berge, die Ruhe, die Leute oder die Sprache sind, ist jedem selbst überlassen. Klar ist, hier kann man sich wohlfühlen und irgendwann wehmütig auf die sonnigen Studientage zurückblicken. Das hoffen auch Victoria und Yola. Weit weg von der Heimat liegen zwischen ihnen und den Bergen unzählige andere Unis, aber die sind nicht von Bedeutung. Hier haben die beiden, wie so viele andere Studierende auch, ihren Platz gefunden.
Dieser Artikel erschien erstmals in der Mai/Juni-Ausgabe 2022.