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	<title>Valentina Pisoni, Autor bei</title>
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	<description>Das offizielle Magazin der ÖH Innsbruck</description>
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		<title>Bildungsweg 2.0</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Valentina Pisoni]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Dec 2022 11:30:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Campus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Drei Studierende, die nach ihrer ersten Ausbildung noch einmal an der Uni neu begonnen haben, berichten über die Intentionen hinter ihren Entscheidungen, teilen ihre Erfahrungen und offenbaren auch ihre Schwierigkeiten.&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Drei Studierende, die nach ihrer ersten Ausbildung noch einmal an der Uni neu begonnen haben, berichten über die Intentionen hinter ihren Entscheidungen, teilen ihre Erfahrungen und offenbaren auch ihre Schwierigkeiten.</div>
<p><span id="more-17575"></span></p>
<p>Die drei Personen, die sich zu einer akademischen Ausbildung entschieden haben, heißen Julia, Maria und Raphael. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Berufsbranchen. Julia hat sich für eine Lehre mit Matura entschieden und als Steuerassistentin im Finanzamt gearbeitet. Maria war seit 2001 im Landeskrankenhaus Innsbruck im Zentral-OP tätig und arbeitet parallel zum Studium weiter dort. Raphael hingegen ist gelernter Lebensmitteltechnologe und hat auch schon während der Ausbildungszeit die Matura absolviert. Ihre Hintergründe, Motivationen für ein Studium und Gewohnheiten sind allesamt unterschiedlich, doch sie teilen persönliche Erfahrungen und lassen hinter die Kulissen ihrer Entscheidungen zu einem zweiten Bildungsweg blicken.</p>
<h3>Freude an Steuern und Finanzen</h3>
<p>Julia arbeitete einige Zeit als Steuerassistentin beim Finanzamt, doch ihr sei immer schon klar gewesen, irgendwann an die Uni zu wollen. „Im Berufsleben ist man mit einem Studium einfach gut aufgestellt und man kann definitiv höhere Positionen anstreben“, erklärt die junge Frau, die aber nicht nur deswegen an die Universität gegangen ist. Sie studiert nun Wirtschaftsrecht und ist somit die einzige der drei vorgestellten Personen, die mit ihrem zweiten Bildungsweg in die gleiche inhaltliche Richtung wie mit ihrer Ausbildung geht. Sie möchte so, durch das Studium, das Erlernte vertiefen und festigen, aber natürlich auch Neues dazulernen, wie Julia erläutert.</p>
<p>Als Julia von ihrem Beruf an die Uni wechselte, war sie 21 Jahre alt und landete mitten im Alltag der Pandemie. Im Gegensatz zur Tatsache, dass es in dieser Zeit schwierig war, Anschluss zu Mitstudierenden zu finden, machte ihr das Home-Office weniger zu schaffen. Mehr war sie mit ihrer vielen Freizeit überfordert: „Ich war es gewohnt, zu fixen Zeiten meine Aufgaben zu erledigen, die unregelmäßigen Zeiten an der Uni waren zuerst schwierig für mich“, offenbart die Studentin. Trotzdem hatte die Schwierigkeit auch ihre gute Seite, denn Julia konnte sich so noch einmal im Alltagsleben neu entdecken, wie sie erzählt.</p>
<p>Auch in ihren Erfahrungen aus der Arbeitswelt erkennt die Studentin einige Vorteile für ihr jetziges Studium. Sie könne so das Gelernte gleich umsetzen, bessere Verknüpfungen erkennen und sei so deutlich entspannter als viele andere Kommilitoninnen und Kommilitonen. Negativ sei ihr aufgefallen, dass ihre letzte Phase des Lernens schon einige Zeit vorbei sei und sie sich erst wieder eine Routine finden müsse.</p>
<p>Die Reaktionen aus ihrem Umfeld seien ganz unterschiedlich ausgefallen, wie sich Julia erinnert: „Sehr positiv haben es meine Arbeitskollegen aufgenommen, meine Familie war zuerst sehr baff, aber auch unterstützend.“ Die Vor- und Nachteile müsse jeder für sich abwägen, doch Julia sei froh, den Schritt gewagt zu haben.</p>
<h3>Von der OP-Schwester zur Germanistin</h3>
<p>Maria ist ein wahres Multi-Talent. Schon seit über 20 Jahren arbeitet sie als diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester im Zentral-OP im Krankenhaus Innsbruck. Außerdem unterrichtet sie noch an der FH-Gesundheit und hat zwei Kinder im Alter von 12 und 14 Jahren. Die motivierte Mutter wollte bereits nach ihrer Matura Germanistik studieren, doch ihre Pläne haben sich schließlich in eine andere Richtung entwickelt, wie sie erzählt. „Der Wunsch ist immer stärker geworden und ich habe hin und her überlegt“, berichtet die Tirolerin über ihre Zweifel, doch „ich möchte es im Alter nicht bereuen, es nicht versucht zu haben“, erklärt sie ihre Gedanken.</p>
<p>Als sie sich schließlich für den Studienalltag entschieden hat, war sie 40 Jahre alt. Für Maria war es keine Umstellung, sondern eine Ergänzung zu ihrem Alltag, denn die Arbeit in der Klinik hatte sie deswegen nicht aufgegeben. Logistisch sei die Umstellung sehr aufwendig, aber ihre Chefin unterstütze sie bei ihrem Vorhaben sehr, sagt Maria und ist immer noch sehr glücklich über ihre Entscheidung.</p>
<p>Maria ist sich außerdem sicher, dass ihr ihre Erfahrungen aus der Arbeitswelt einige Vorteile an der Uni verschaffen: „Meine Lebenserfahrungen bringen mir wirklich viel, außerdem bin ich interessiert und manchmal auch zielstrebiger und fokussierter als meine Mitstudierenden.“ Im Nachteil sieht die Germanistik-Studentin ihre zeitlichen Kapazitäten und ihre Computerkenntnisse, doch auch dafür bekomme sie genügend Unterstützung. Auch ihr Umfeld habe ihre Entscheidung, an die Uni zu gehen, durchwegs positiv aufgenommen. Ihr Mann habe sie sehr unterstützt und auch Nachfragen befreundeter Chirurgen aus dem Krankenhaus motivieren sie und machen sie stolz auf sich selbst.</p>
<h3>Vom Labor mitten in die Rechtswissenschaften</h3>
<p>Raphael hat seine Lehre mit Matura bei einem Fruchtsafthersteller zum Lebensmitteltechnologen gemacht. Er war dort in der Abteilung Labor tätig und führte verschiedenste Analysen vom Wareneingang bis zum fertigen Produkt durch. Nach einer Weile gefiel ihm seine Tätigkeit und die Schichtarbeit nicht mehr und er entschloss sich für seinen zweiten Bildungsweg, das Jus-Studium, an der Uni Innsbruck. Als er seine Entscheidung traf, war er 20 Jahre alt und es sei ihm wichtig gewesen, nach dem Studium etwas mit seiner Ausbildung und seinem Wissen anfangen zu können, sagt der Student.</p>
<p>Die Umstellung auf den Studenten-Alltag war sehr groß für Raphael: „Die Zeiten sind viel flexibler und man muss sich alles selbst einteilen. Die Eigenverantwortung ist viel größer, dazu kommt eine neue Stadt und eine eigene Wohnung.“ Nach Abschluss des Studiums werde er sicher froh darüber sein, doch momentan könne er sich nicht vorstellen, noch viele Jahre zu studieren, wie er erzählt.</p>
<p>Über sein großes Allgemeinwissen, das er bereits vor dem Studium hatte, ist er sehr froh und er würde es auch allen weiterempfehlen, die Lehre mit Matura zu absolvieren. Einerseits könne man sich dadurch viele Türen offen halten, andererseits habe man die Möglichkeit, viele Einblicke auch in spezifische Richtungen zu erhalten, ist sich der Vorarlberger sicher. Über seine Entscheidung ist Raphael froh und auch sein Umfeld habe durch die Bank positiv reagiert.</p>
<p><em>Dieser Artikel erschien erstmals in der <a href="https://www.unipress.at/ueber-uns/archiv/oktober-2022/">Oktober-Ausgabe 2022</a>.</em></p>
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		<title>Innsbruck als Treffpunkt der Nationen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Valentina Pisoni]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jun 2022 10:30:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Campus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Studierende, die aus Wien, München oder Südtirol kommen, sind in Tirol keine Seltenheit. Die Diversität der Universität Innsbruck ist jedoch viel größer, als manche glauben. Eine Vorstellungsrunde von Studierenden aus&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Studierende, die aus Wien, München oder Südtirol kommen, sind in Tirol keine Seltenheit. Die Diversität der Universität Innsbruck ist jedoch viel größer, als manche glauben. Eine Vorstellungsrunde von Studierenden aus aller Welt.</div>
<p><span id="more-16766"></span></p>
<h3>Die Ökonomin aus Kenia<b><br />
</b></h3>
<p>Linda lebt schon seit circa drei Jahren in Österreich. Sie stammt aus Kenia und hat dort auch ihren Bachelor im Bereich Finanzen absolviert. Mit 22 Jahren ist sie nach Europa gekommen, um ihren Master an der Universität in Padua fortzusetzen. Dort hat sie die Forschung für sich entdeckt und sich dazu entschlossen, ein Doktorat in Political Economics an der Universität Innsbruck anzustreben.</p>
<p>Auf der Suche nach geeigneten Universitäten gefiel ihr das österreichische System sehr gut. Zudem hatte Linda an der Universität in Innsbruck die Möglichkeit, sich in einer Gruppe von PhD-Studenten austauschen zu können. Bei anderen Universitäten liege der Fokus fast ausschließlich auf dem Schreiben der Dissertation. Angetan hat sie aber auch der traumhafte Winter in Tirols Hauptstadt. Den ersten Kontakt mit der Stadt assoziiert Linda bis heute mit frischem Neuschnee und strahlender Sonne. Diese beiden Gründe, so unterschiedlich sie auch sein mögen, waren ausschlaggebend, Innsbruck als ihr neues Zuhause auszuwählen.</p>
<p>Es gibt zwei Faktoren, in welchen Linda die größten Unterschiede zu ihrem Heimatland Kenia sieht. Zum einen: das Wetter. In Kenia ist nämlich immer Sommer. Jahreszeiten gibt es dort keine. Dazu kommen die vielen Regenbögen Kenias – die Linda hier besonders vermisst. Zum zweiten: Die Bürokratie-Systeme, die sie faszinieren. Alles sei so schön unkompliziert, sagt sie. “Vor allem im Vergleich zu meiner Heimat.”</p>
<p>Am besten gefällt Linda an Innsbruck die optimale Größe der Stadt. Innsbruck ist keine Großstadt. Hier ist es weder zu laut noch zu voll. Aber Innsbruck ist auch nicht zu klein und beherbergt genug Menschen, um sich nie allein fühlen zu müssen. Es gibt von nichts zu viel und von allem genug.</p>
<p>Ängstlich war sie keinesfalls, als sie ihr Zuhause verließ, um nach Europa zu kommen. Schon als Kind konnte sie sich überall aufhalten, ohne sich fehl am Platz zu fühlen. Die Kenianerin sagt:</p>
<blockquote><p>Ich bin nicht furchtlos, aber ich bin wirklich gut darin, andere Personen auszublenden und meinen eigenen Weg zu gehen. Ich denke, das ist eine meiner großen Stärken im Leben.</p></blockquote>
<p>Kenia ist aber auch ein Land mit großer Diversität. Dadurch war die Studentin oft mit Menschen, die anders  aussehen oder eine anderer Sprache sprechen, in Kontakt. Sie ist es schon von Geburt an gewohnt, nicht wie alle anderen zu sein und sich trotzdem wohl zu fühlen – auch in Österreich.</p>
<h3>Von Vietnam nach Österreich verschlagen</h3>
<p>Công Danh kam ebenfalls extra von sehr weit her, um in Innsbruck studieren zu können. Sein Heimatland ist Vietnam. Der 24-Jährige befindet sich gerade in seinem Bachelorstudium Economy &amp; Management. Er hat sich für eine Wiederholung seines Studiums hier in Österreich entschieden, da die Sprachbarriere, um direkt in ein Masterstudium einsteigen zu können, zu groß für ihn war.</p>
<p>Die Idee, hierher zu kommen, stammte anfänglich von Công Danhs Onkel aus München. Doch auch eine gute Freundin von ihm hatte es schon ein Jahr zuvor nach Innsbruck verschlagen. So kam es, dass es auch ihn für seine Ausbildung nach Europa zog. Noch nie zuvor hatte er sein Land verlassen. Daher war der Umzug mit sehr viel Aufregung und Nervosität verbunden.<img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone wp-image-16767 size-large" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/05/globus-1024x683.jpg" alt="" width="1024" height="683" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/05/globus-1024x683.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/05/globus-300x200.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/05/globus-768x512.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/05/globus-1536x1024.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/05/globus-2048x1365.jpg 2048w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/05/globus-1920x1280.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/05/globus-1170x780.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/05/globus-585x390.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2022/05/globus-263x175.jpg 263w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p>Einen großen Unterschied merkte Công Danh an den Öffnungszeiten von Supermärkten. Eines Abends stand er um acht Uhr vor ausschließlich geschlossenen Läden. “Ich war total verwundert darüber, denn in Vietnam kann ich auch um drei Uhr Nachts meinen Einkauf erledigen.” In Vietnam sei es ganz normal, 24/7 einkaufen oder essen zu können.</p>
<p>Am besten gefällt Công Danh hier – wie auch Linda –  die Natur und das Wetter. Immer wieder bestaunt er von seinem Fenster aus die Berge mit den verschneiten Gipfeln. Der Tiroler Bevölkerung hingegen blickt er oft etwas skeptisch entgegen. Die Menschen seien zwar freundlich, die Sprache sei außerhalb der Universität aber oft ein Hindernis in der Kommunikation mit Einheimischen.</p>
<p>Dennoch plant Công Danh anschließend seinen Master in der schönen Alpenstadt zu absolvieren, bevor er wieder nach Hause zurückkehrt.</p>
<h3>Extra aus Moldawien angereist</h3>
<p>Caroline hat es ebenfalls für ihr Studium in Tirols Landeshauptstadt verschlagen. Die 21-Jährige kommt aus der Republik Moldawien und befindet sich derzeit im vierten Semester ihres Business &amp; Management Studiums am MCI. Nach Abschluss der High School in ihrem Heimatland stand für Caroline fest, in Europa zu studieren. Somit begann ihre Recherche.</p>
<p>Ein wichtiges Kriterium für die Studentin war ein Land, in dem Ausbildung gratis oder nicht zu teuer zu erlangen ist. In die Wahl miteinbezogen wurden auch Deutschland und Dänemark, die ähnliche Studiensysteme wie Österreich haben. Die Vorzüge Innsbrucks fielen ihr jedoch sofort ins Auge.</p>
<p>Die Stadt gefällt Caroline nach zwei Jahren immer noch wie am ersten Tag. Sogar die Flugzeuge, die nur knapp über ihrem Kopf vorbeifliegen und nicht unweit von ihrem Zuhause landen, haben nicht an Faszination verloren. Vielmehr gehören sie zum wunderschönen Stadtleben in Innsbruck dazu, meint Caroline.</p>
<p>Aber auch die Berge gehören zu ihren Favoriten.</p>
<blockquote><p>Hier gibt es Wasser, Berge, alles ist perfekt. Ich liebe es einfach.</p></blockquote>
<p>Der Umzug war zwar eine große Sache für Caroline, doch Angst hatte sie nie. Die ersten Tage wurde sie von ihren Eltern bei den wichtigsten Angelegenheiten unterstützt, kurz darauf  starteten schon die ersten Kurse. Die Aufregung war groß. Die Eingewöhnungsphase dauerte jedoch nicht lang. Auch von vier Semestern Distance Learning hat sich Caroline nicht unterkriegen lassen. Eine große Hilfe beim Kontakteknüpfen war dabei das internationale Studentenheim, in dem sie wohnt.  Denn ihrer Meinung nach bleiben Österreicherinnen und Österreicher gerne in ihren bekannten Gruppen. So sei es entsprechend schwierig, schnell Anschluss zu finden.</p>
<p>Die größten Unterschiede zwischen  Moldawien und Österreich sieht Caroline einerseits im Wetter, denn in ihrem Heimatland sind Wetterumschwünge nicht sehr häufig. Andererseits nennt sie fasziniert die öffentlichen Verkehrsmittel, die für uns alle zur alltäglichen Gewohnheit gehören. In Moldawien gibt es so etwas nicht.</p>
<p>Was die Menschen bei uns in Österreich anbelangt, sieht Caroline ebenfalls einen klaren Unterschied im Verhalten. Während man in Moldawien selbst zu fremden Personen immer offen und teils sogar überfreundlich reagiere, sei man hierzulande sehr verschlossen zu Menschen, die man nicht kennt.</p>
<p>Einen festen Plan für die Zukunft hat Caroline zwar noch nicht, doch im Herbst wird sie im Zuge des Erasmus-Programms ein Semester in Slowenien verbringen. Sie liebt verschiedene Kulturen und spricht neben Rumänisch und Englisch auch noch Russisch und ein bisschen Deutsch. Ihren Master wird sie daher wahrscheinlich in einem anderen Land anstreben.  Doch Österreich gefällt ihr nach wie vor sehr gut.</p>
<p><em>Dieser Artikel erschien erstmals in der <a href="https://www.unipress.at/ueber-uns/archiv/mai-2022/">Mai/Juni-Ausgabe 2022</a>.</em></p>
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		<item>
		<title>#metoo_uibk &#8211; Für Solidarität, gegen sexuelle Belästigung</title>
		<link>https://www.unipress.at/gesellschaft/metoo_uibk-fuer-solidaritaet-gegen-sexuelle-belaestigung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Valentina Pisoni]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 May 2022 10:30:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Manchmal ist es eine Hand auf dem Oberschenkel. Manchmal eine sexistische Bemerkung. Manchmal mehr. Was es aber immer bleibt: sexuelle Belästigung! Dagegen setzt sich die Gruppe #metoo_uibk ein. Ihr Ziel&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up" style="font-weight: 400;">Manchmal ist es eine Hand auf dem Oberschenkel. Manchmal eine sexistische Bemerkung. Manchmal mehr. Was es aber immer bleibt: sexuelle Belästigung! Dagegen setzt sich die Gruppe #metoo_uibk ein.</div>
<p><span id="more-16591"></span></p>
<div>
<p style="font-weight: 400;">Ihr Ziel ist es, sowohl sexualisierte als auch psychische Gewalt sowie Grenzverletzungen an der Universität sichtbar zu machen. Die Gruppe metoo_uibk setzt sich schon seit Oktober letzten Jahres in Innsbruck tatkräftig dafür ein. Gemeinsamen streben die Studierenden und Mitarbeitenden für die Sichtbarkeit des Themas und sammeln Erfahrungen aller Betroffenen, um diese der Öffentlichkeit vor Augen führen zu können.</p>
<blockquote>
<p style="font-weight: 400;">„Er, mein Professor, steht immer noch viel zu nah an mir dran und fragt, ob ich auch in anderen Bereichen Probleme hätte mich locker zu machen.“ (Zitat vom Instagram Account @metoo_uibk)</p>
</blockquote>
<p style="font-weight: 400;">Solche Erfahrungen sind keine Einzelfälle, sondern landen alltäglich in der Inbox der Aktivisten-Gruppe. Auch die Reaktion seitens der Uni sei nicht adäquat:</p>
<blockquote>
<p style="font-weight: 400;">„Ich habe als Studentin an der Uni Innsbruck sexualisierte Gewalt erlebt. Mir wurde nicht geglaubt und ich wurde mit meinen Erfahrungen komplett allein gelassen.“ (Zitat vom Instagram Account @metoo_uibk)</p>
</blockquote>
<p style="font-weight: 400;">Die Gruppe positioniert sich dabei stark solidarisch. Mit dem Ziel, allen Betroffenen ausnahmslos zu glauben und sie mit ihren Erfahrungen nicht allein zu lassen. Sie sehen daher starken Verbesserungsbedarf in der Vorgehensweise der Universität. Noch gibt es nämlich keine vordefinierten Schritte, was bei Meldung von sexualisierter Gewalt zu tun ist. Es brauche geschulte Expert:innen, die mit Traumata umgehen können und objektiv ihre Meinung sagen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Negative Auswirkungen auf ihren Studien- oder Karriereverlauf befürchten auch die Beteiligten der Gruppe selbst, weswegen sie stark auf den Aspekt der Anonymität achten – auch bei allen Betroffenen.</p>
<h3 style="font-weight: 400;"><strong>Vielleicht bin ja ich das Problem</strong></h3>
<p style="font-weight: 400;">Viele Betroffene stellen sich häufig die Fragen „Vielleicht war es gar nicht so schlimm?“ oder „Vielleicht reagiere ich einfach über?“. Genau dagegen setzt die Gruppe an und postet neben Erfahrungen auch Beiträge mit theoretischem Hindergrundwissen. Dazu zählen auch Informationen zum „Gaslighting“, das Auslöser für solche Gefühle bei Betroffenen sein kann. Es könne dazu führen, dass sie an ihrer eigenen Selbstwahrnehmung zweifeln. Darum immer wieder die Botschaft: „Sexualisierte Gewalt beginnt nicht mit einer Vergewaltigung, sondern viel viel früher!“</p>
<h3 style="font-weight: 400;"><strong>Was tun, wenn auch ich betroffen bin</strong></h3>
<p style="font-weight: 400;">Der Rat der Gruppe: Solange es die eigenen Kapazitäten zulassen, ist es immer gut, sich Hilfe zu suchen. Sie selbst distanzieren sich jedoch deutlich davon, Hilfestellungen zu geben und greifen nicht aktiv ins Vorgehen der betroffenen Personen ein. Sie hätten allesamt nicht genügend Expertise, um psychologische Hilfe oder gar rechtlichen Beistand geben zu können – wobei genau das so wichtig sei. In jede ihrer E-Mail-Antworten packt die Gruppierung also eine Liste mit Hilfsorganisationen aus der Umgebung wie dem „Weißen Ring“ oder „Frauen gegen Vergewaltigung“, die den Betroffenen mit ihren Anliegen und Problemen weiterhelfen können. Außerdem kann es heilsam sein, mit den eigenen Erfahrungen an die Öffentlichkeit zu gehen und so gehört zu werden, so #metoo_uibk.</p>
<p style="font-weight: 400;">Nichtsdestotrotz arbeitet die Universität neuerdings gemeinsam mit der ÖH an einer Anlaufstelle für sexuell Belästigte. Das Projekt ist erst in der Planungsphase – die konzeptionelle Ausarbeitung allerdings schon voll im Gange. Auch die #metoo_uibk Bewegung sieht das als sehr positive Entwicklung seitens der studentischen Institutionen.</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Für Hilfesuchende stehen folgende Seiten zur Verfügung:<br />
</strong>https://www.weisser-ring.at<br />
https://www.frauen-gegen-vergewaltigung.at</p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Über Sternchen, Binnen-Is und Inklusion – ein Diskurs über das Gendern</title>
		<link>https://www.unipress.at/gesellschaft/ueber-sternchen-binnen-is-und-inklusion-ein-diskurs-ueber-das-gendern/</link>
					<comments>https://www.unipress.at/gesellschaft/ueber-sternchen-binnen-is-und-inklusion-ein-diskurs-ueber-das-gendern/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Valentina Pisoni]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Apr 2022 10:30:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Romanistin und Leiterin des Zentrums für Kanadastudien Mag. Dr. Doris Eibl und die feministische Aktivistin Paula Jorge sprechen im Dialog mit UNIpress darüber, worum es beim Gendern wirklich geht&#8230;</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up" style="font-weight: 400;">Die Romanistin und Leiterin des Zentrums für Kanadastudien Mag. Dr. Doris Eibl und die feministische Aktivistin Paula Jorge sprechen im Dialog mit UNIpress darüber, worum es beim Gendern wirklich geht und warum es so wichtig für unsere Gesellschaft ist.</div>
<p><span id="more-16360"></span></p>
<p style="font-weight: 400;">Veränderungen im Sprachgebrauch werden von vielen Menschen als negativ und lästig empfunden. So denken auch viele, Gendern sei unnötig und überflüssig. Doch worum geht es beim Gendern überhaupt? Gendern bedeutet nichts anderes als die Verwendung einer geschlechtergerechten Sprache, in der nicht die maskuline Form als universell für alle Geschlechter herangezogen wird. „Die Frauen meint man da doch eh mit“, heißt es dann immer. Doris Eibl und Paula Jorge sind da anderer Meinung.<strong><br />
</strong></p>
<p style="font-weight: 400;"><em><strong>UP</strong>: Sprache formt Realitäten, sagt man. Wie funktioniert das?</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Paula Jorge:</strong> Wir denken alle in einer Sprache und teilen uns auch dadurch mit. Das heißt, es ist nur das für uns denkbar, was auch ausgesprochen wird oder werden kann. Wenn wir also zum Beispiel von klein auf immer nur von Polizisten und Politikern hören, wird das ‚Andere‘ kaum mehr denkbar. Unsere Sprache muss sich also weiterentwickeln. Nur so kann Gleichberechtigung auch denkbar und vorstellbar werden.</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Mag. Dr. Doris Eibl</strong>: Lange war man der Meinung, Sprache bilde Realität einfach nur ab. Die poststrukturalistischen Theorien der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert haben uns ein anderes Verständnis von Sprache gelehrt. Sprache ist nicht objektiv. Sie ist ein Machtinstrument und operiert, wenn es um Geschlecht geht, nach dem Prinzip von Ein- und Ausschluss. Wenn ich nur von Polizisten rede, um dieses Beispiel noch einmal aufzugreifen, dann ist eben nicht von Polizistinnen die Rede. Paula hat absolut recht, wenn sie sagt, Sprache muss sich weiterentwickeln. Sprache ist die Brille, durch die wir Realität wahrnehmen, Sprache erzählt uns eine Realität, in der es entweder Polizisten oder eben auch Polizistinnen gibt. Letztere werden erst dann automatisch und von allen mitgedacht, wenn sie genannt werden.</p>
<p style="font-weight: 400;"><em><strong>UP</strong>: Nur sieben Prozent aller in Österreich lebenden Personen sind laut Statistik Austria der Meinung, Gendern sei ‚sehr wichtig‘. Wieso?</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Paula Jorge: </strong>Am Ende ist es immer die Angst vor Veränderung und die Angst davor, Sachen komplizierter und anstrengender zu machen. In Wahrheit verkomplizieren wir aber überhaupt nichts, sondern öffnen Räume, die ohne die gendergerechte Sprache geschlossen geblieben wären. Diskussionen darüber gibt es aber nicht erst seit Kurzem. Auch in den 80er Jahren und früher gab es schon unterschiedlichste Debatten zu diesem Thema – die Gegenargumente sind seit jeher aber die Gleichen geblieben. Das Ganze ist ein Prozess, und das Empörtsein und der Widerstand der Bevölkerungsmehrheit gehört schon beinahe dazu. Ich persönlich finde das Thema sehr wichtig, mache es aber gerne unterschwellig. So kann langsam Gewohnheit geschaffen werden.</p>
<p><strong>Mag. Dr. Doris Eibl</strong><span style="font-weight: 400;">: </span><span style="font-weight: 400;">Gesellschaften sind träge Systeme, und Menschen tun sich schwer, etwas so Fundamentales wie den erlernten Sprachgebrauch zu hinterfragen und ihn zu verändern. Etwas eigentlich so wenig Aufwendiges wie das Gendern – wem tut es weh, wenn nicht gerade zum Beispiel Frauenfeindlichkeit oder ein zutiefst reaktionäres Weltbild im Spiel sind – greift offensichtlich tief in die Automatismen des Sprachgebrauchs ein. Es stört Gewohnheiten, es ist mühsam, es klingt fremd und wird deshalb zunächst einmal für überflüssig erachtet, was es natürlich in keiner Weise ist.</span></p>
<p style="font-weight: 400;"><em><strong>UP</strong>: Sind das dann mehr Männer oder auch mehr Frauen?</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Paula Jorge</strong>: Meiner Meinung nach beide. Auf der einen Seite die Männer, die Angst davor haben, ihre Privilegien zu verlieren, und andererseits auch privilegierte Frauen, die zum Beispiel ihre Stellung nicht hinterfragt und nicht reflektiert haben – wie sie es überhaupt zu dieser Position geschafft haben. Auch bei unseren Aktionen auf der Straße für Gleichberechtigung mit den Catcalls of Innsbruck treffen wir sowohl auf Frauen als auch auf Männer, die uns mit Unverständnis entgegentreten.</p>
<p style="font-weight: 400;"><em><strong>UP</strong>: Schließen sich die Frauen damit nicht selbst aus?</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Mag. Dr. Doris Eibl</strong>: Die Gründe dafür, weshalb viele Frauen das Gendern ablehnen, sind wohl vielfältig. Die einen sind der Ansicht, Sprache habe nicht die Bedeutung, von der andere wiederum überzeugt sind. Manche vertreten den Standpunkt, das Gendern bringe Geschlechterdifferenz überhaupt erst hervor. Diese Positionen setzen sich bereits mit Sprache auseinander. Vielleicht geht es aber für viele zunächst gar nicht darum, was Sprache kann oder nicht. Menschen machen, intuitiv oder strategisch, gerne eine Position zu ihrer, für die sie von jenen, die im Großen wie im kleinen Kollektiv Interpretationshoheit für sich beanspruchen, d.h. das Sagen haben, am meisten Anerkennung bekommen.</p>
<p style="font-weight: 400;"><em><strong>UP</strong>: Gibt es Möglichkeiten, unseren Alltag sowohl in der Uni als auch im täglichen Leben gendergerechter zu gestalten?</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Paula Jorge</strong>: Ein sehr wichtiger Schritt wurde damit gemacht, Gender-Themen für alle Studiengänge im Curriculum einzubetten. Auf der institutionellen Ebene wäre eine Ausgewogenheit zwischen Professorinnen und Professoren ein guter erster Schritt oder zumindest das Gefühl der Geschlechterunabhängigkeit beim Auswahlprozess.</p>
<p style="font-weight: 400;">Außerdem etwas ganz Banales wie nicht-binäre Toiletten, damit sich Studierende, die sich nicht im binären Geschlechtersystem wiederfinden, nicht jedes Mal überlegen müssen, wo sie am wenigsten diskriminiert werden. Wichtig wäre außerdem eine völlig neutrale Anlaufstelle für Genderthemen der Universität, die aber bei Notwendigkeit auch Macht ausüben und agieren kann.</p>
<p style="font-weight: 400;"><em><strong>UP</strong>: Wie siehst du aus persönlicher Sicht die Haltung der Uni gegenüber diesem Thema?</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Paula Jorge</strong>: Egal wie modern eingestellt man ist, Machtstrukturen bestehen schon länger und über Jahre. Oft gibt es daher wenig Spielraum, Modernisierungen und neue Ansätze integriert zu bekommen. Die Notwendigkeit zu Veränderungen wird oft einfach übersehen. Außerdem ist definitiv keine Ausgewogenheit in Forschungs- und Lehrpositionen wahrzunehmen. In den Geisteswissenschaften überwiegen weibliche Professorinnen, in den Naturwissenschaften überwiegen nach wie vor die Männer.</p>
<p style="font-weight: 400;"><em><strong>UP</strong>: Worin sehen Sie Veränderung, die die Universität zu dieser Thematik durchgemacht hat?</em></p>
<p><strong>Mag. Dr. Doris Eibl</strong><span style="font-weight: 400;">: </span><span style="font-weight: 400;">Die Wahrnehmung von Veränderung ist immer relativ. Man muss Veränderung in Relation zu etwas setzen: In den 1980er Jahren, als ich Studierende war, hatte man an der Innsbrucker Uni gerade erst begonnen, über die Bedeutung von Sprache für die Aufrechterhaltung von geschlechtsspezifischen Machtverhältnissen nachzudenken. Außerhalb von Frauenforschungsseminaren und feministischen Forscherinnengruppen spielte das Gendern keine Rolle. Seit damals hat sich, was die Verwendung einer geschlechtergerechten Sprache betrifft, extrem viel getan. Der Frauenförderungsplan der Universität Innsbruck sieht seit Ende der 1990er Jahre eine geschlechtergerechte Sprache vor. Was nun die Verwendung von geschlechterinklusiven Schreibweisen betrifft, ist sicher noch Luft nach oben, aber die Dinge sind in Bewegung.</span></p>
<p style="font-weight: 400;"><em><strong>UP</strong>: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten zu gendern. Warum? Gibt es bessere und schlechtere Varianten?</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Paula Jorge</strong>: Vor allem bei linken Bewegungen ist das so, dass sehr stark ausdifferenziert wird. Kaum gibt es eine neue Art zu gendern, kommt eine andere Gruppe und differenziert weiter aus. Für jede Variante gibt es Pro- und Contra-Argumente, deshalb gibt es auch so viele unterschiedliche Möglichkeiten. In geschriebener Form ist eigentlich alles zulässig. Wenn allerdings die explizite Nennung der weiblichen und männlichen Form erfolgt, ist das schwierig, denn so werden wieder alle anderen Geschlechter ausgeschlossen.</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong> </strong><strong>Mag. Dr. Doris Eibl</strong>: Ich denke nicht, dass man hinsichtlich von Unterstrich, Sternchen oder Doppelpunkt pauschal von einer besseren oder schlechteren Variante sprechen kann. All diese Varianten spiegeln den Versuch, die tatsächliche Diversität der Geschlechter möglichst gut zu repräsentieren.</p>
<p style="font-weight: 400;"><em><strong>UP</strong>: Wie sehr wird unsere Einstellung zu binären Rollenbildern durch Familie, Gesellschaft und Medien beeinflusst?</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Mag. Dr. Doris Eibl</strong>: Familie, Gesellschaft und Medien können bestehende Geschlechterrollen bestärken oder aufweichen, denke ich. Je nach Entwicklungsstadium bzw. Alter haben die genannten Systeme, die natürlich immer auch ineinandergreifen, einen mehr oder weniger großen Einfluss darauf, wie wir uns hinsichtlich zur Verfügung stehender Geschlechterrollen orientieren.</p>
<p style="font-weight: 400;"><em><strong>UP</strong>: „Gendern ist eine sexistische Praxis, deren Ziel es ist, Sexismus zu bekämpfen“ (Zitat von Unbekannt). Wieso?</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Paula Jorge</strong>: Gendern soll möglichst inklusiv sein, d.h. niemanden ausschließen. Demnach bin ich nicht der Meinung, dass Gendern eine sexistische Praxis ist. Ich würde schon sagen, dass innerhalb der feministischen Bewegung Frauen zum Teil sehr stark in den Vordergrund gerückt werden, um die Aufmerksamkeit auf patriarchale Strukturen zu lenken. Das kann in mancher Hinsicht wieder sexistisch wirken, weil Cis-Männer ganz bewusst rausgelassen werden. Für das Gendern per se trifft das Zitat meiner Meinung nach aber nicht zu, denn wenn Gendern sexistisch ist, wird falsch gegendert.</p>
<p><strong>Mag. Dr. Doris Eibl</strong><span style="font-weight: 400;">: Das ist eine rhetorisch zugespitzte Aussage. Es gibt viele Menschen, die darauf bestehen, dass Gendern sexistisch sei, weil es, auf die binären Kategorien Mann und Frau bezogen, Geschlechterdifferenz überhaupt erst markiere. Darüber kann man diskutieren und streiten. Aber nicht zu gendern markiert auch bzw. setzt es ein Geschlecht, nämlich das männliche, absolut. Und dieses ist nicht geschichtslos. Der Wissenschaftler, der Autor, der Politiker, der Geschäftsmann etc. waren kaum jemals Frauen, und deshalb hat das generische Maskulinum eine Bedeutung, ob es uns passt oder nicht. Inklusives Gendern ist nicht sexistisch, sondern kreativ und konstruktiv.</span></p>
<p><strong> </strong></p>
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		<title>Vergessene Studierende: Die Psyche in der Pandemie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Valentina Pisoni]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Mar 2022 11:30:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Campus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Medien schildern häufig, welche negativen Auswirkungen die Pandemie auf viele Kinder und ihre Eltern hatte, und auch besonders auf die ältere Generation soll geachtet werden. Aber wer hat sich&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Die Medien schildern häufig, welche negativen Auswirkungen die Pandemie auf viele Kinder und ihre Eltern hatte, und auch besonders auf die ältere Generation soll geachtet werden. Aber wer hat sich denn je wirklich Sorgen um die Studierenden gemacht?</div>
<p><span id="more-16097"></span></p>
<p>Alles verändert sich in dieser Lebensphase. Neue Stadt, neue Leute, eigene Entscheidungen. Da setzt die Pandemie dem Ganzen nur noch das i-Tüpfelchen auf und die psychischen Belastungen der Studierenden nehmen zu. Bei manchen ist das Maximum an Belastbarkeit auch schon längst überschritten.</p>
<p>Wie soll es auch anders sein, ist der größte Problemfaktor für die meisten die soziale Distanz zu Mitstudierenden und die Isolation in der eigenen Wohnung, die einem Zeit für negative Gedanken gibt. Auch die psychologische Studierendenberatung in Innsbruck kann das nur bestätigen, denn auch dort sei die Nachfrage nach Unterstützung seit dem Beginn der Pandemie um knapp 30 Prozent gestiegen. Depressives Verhalten und Ängste machen den Studierenden also gerade in dieser ohnehin schon unsicheren Zeit zusätzlich zu schaffen. Auch psychische Vorerkrankungen werden durch die Isolation und Einsamkeit getriggert, bestehende Probleme weiter geschürt. Obendrein belasten familiäre Probleme der Eltern das Leben der Kinder oft negativ mit.</p>
<p>Nicht nur die Distanz macht den Studierenden zu schaffen, auch die fehlende Planungssicherheit und die teilweise fehlende technische Kompetenz seitens der Universität sind zusätzliche erschwerende Faktoren in der Bewältigung des Universitätsalltags.</p>
<p>Schwierigkeiten, mit denen auch die psychologische Studierendenberatung immer wieder in Berührung kommt, sind Versagensängste und Ängste vor der „neuen Normalität“ nach Corona. Studierende sind es gar nicht mehr gewohnt, längerfristig zu planen und Verbindlichkeiten anzupeilen. Besonders in unsicheren Zeiten, in denen niemand mehr weiß, was morgen passiert, leben alle nur noch im Hier und Jetzt. Außerdem fühlen sich viele immer noch im Zustand von vor zwei Jahren gefangen, persönliche Weiterentwicklungen sind wohl die letzten Monate ins Stocken geraten.</p>
<h3>Mediale Berichterstattung nicht sehr förderlich</h3>
<p><strong> </strong>Viele Studierende sind verärgert und vor allem die sozialen Medien haben dazu beigetragen und somit den Ärger weiter geschürt.  So ergeht es auch einigen Studierenden, wenn sie immer wieder in den Medien hören müssen, wie gut ihnen die Auszeit vom Weggehen und Freunde-Treffen doch fürs Vorankommen im Studium tun würde. Eine bittere Nachricht für die circa 70 Prozent der Studierenden, die berufstätig sind, oder für all jene, die schon mehrere Semester unnötig für ein WG-Zimmer bezahlen. Viel Zeit, um Gedanken übers Party-Machen zu vergeuden, bleibt da wohl nicht mehr.</p>
<p>Laut psychologischer Studierendenberatung gehöre das Weggehen am Abend und die Entwicklung der Persönlichkeit in einer gleichaltrigen Gruppe zum individuellen Reifungsprozess sogar mehr als nur dazu.</p>
<p>Vergessen sind die Studierenden aber auch in politischer Hinsicht. Universitäten schließen Wochen vor den Schulen und öffnen lange nach ihnen. Der Druck auf die Politiker:innen ist bei der Pflichtschule wohl einfach größer.</p>
<h3>Bevor einem die Decke auf den Kopf fällt</h3>
<p>Viele Studierende haben während den Lockdowns begonnen, die unterschiedlichsten neuen Hobbys zu verfolgen. Einige haben das Handarbeiten für sich entdeckt, andere machen Yoga und wieder andere lieben die 30-minütigen Spaziergänge durch die Nachbarschaft. Was alle gemeinsam haben, ist die Achtsamkeit auf sich selbst. Auch die psychologische Studierendenberatung rät allen, sich eine innere Insel der Ruhe zu schaffen, auf die man sich besinnt, sollte es einem einmal nicht gut gehen. Außerdem sei es wichtig, sich auf die positiven Ereignisse im Leben zu fokussieren und somit die Negativität in den Hintergrund zu stellen.</p>
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