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	<title>Katharina Isser, Autor bei</title>
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	<description>Das offizielle Magazin der ÖH Innsbruck</description>
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		<title>Großes Theater auf kleiner Bühne: Die „alte Dame“ besucht Schwaz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Isser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Feb 2026 14:05:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit dem Besuch der alten Dame nimmt sich das Theater im Lendbräukeller eines Stücks von Weltbedeutung an. Die Inszenierung (Regie Markus Plattner) von Dürrenmatts brillanter Tragikomödie rund um Geld, Rache&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Mit dem<em> Besuch der alten Dame</em> nimmt sich das Theater im Lendbräukeller eines Stücks von Weltbedeutung an. Die Inszenierung (Regie Markus Plattner) von Dürrenmatts brillanter Tragikomödie rund um Geld, Rache und Schuld ist gelungen – und bereits vollständig ausverkauft. <span id="more-22068"></span></div>
<p>Seit dem obligatorischen Gymnasiums-Ausflug in die Silberbergwerke hat mich nichts mehr nach Schwaz bewogen. Bis heute. Es ist Valentinstag, und ich habe eine Verabredung mit Friedrich Dürrenmatt im Theater im Lendbräukeller.</p>
<p>Zuhause, in meinem Bücherregal neben dem Schreibtisch, stehen neun Werke des großen Schweizer Schriftstellers: Von den <em>Physikern</em> über <em>Romulus den Großen</em> bis zur <em>Panne</em>, ich bin Dürrenmatt-Veteranin. Doch angefangen hat alles mit dem <em>Besuch der alten Dame</em> – damals Schullektüre und Stoff für die endjährliche Theateraufführung (mit mir als Alfred Ill in der Hosenrolle meines Lebens). Im Gegensatz zu so manchen Reclam-Heften, die unangetastet im Schulrucksack blieben, bis sie wieder eingesammelt wurden, habe ich das Werk verschlungen. Bis heute bleibt es eines meiner Lieblingsbücher.</p>
<p>Was ist so faszinierend an dem Klassiker? Dürrenmatt zeigt, wie Geld korrumpiert (oder Armut wenig Wahl lässt). Wie Moral und Prinzipien zum Mordwerkzeug verkommen, ein ganzes Dorf sich etwas schönredet, und wie kollektive Schuld entsteht. Alle waren’s, also war’s keiner.</p>
<p>Dabei ist das Stück nicht belehrend oder schwer, sondern tatsächlich wahnsinnig unterhaltsam. Das bewirken groteske Charaktere, eine übertriebene Sprache und das bewusste Spiel mit Theaterkonventionen (beispielsweise müssen die Dorfbewohner auch als Bäume fürs Bühnenbild herhalten). Dürrenmatt verfremdet unsere Welt – hält uns dabei aber einen schonungslos ehrlichen Spiegel vor.</p>
<h3><strong><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter wp-image-22080" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Buch_Besuch-der-alten-Dame-768x1024.jpeg" alt="" width="500" height="667" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Buch_Besuch-der-alten-Dame-768x1024.jpeg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Buch_Besuch-der-alten-Dame-225x300.jpeg 225w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Buch_Besuch-der-alten-Dame-1152x1536.jpeg 1152w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Buch_Besuch-der-alten-Dame-1170x1560.jpeg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Buch_Besuch-der-alten-Dame-585x780.jpeg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Buch_Besuch-der-alten-Dame.jpeg 1536w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></strong></h3>
<h3><strong>„Güllen für einen Mord, Konjunktur für eine Leiche“</strong></h3>
<p>Güllen ist „ein Dorf, das es nie gegeben hat, und doch überall gibt“, hält Markus Plattner in der Einführung zum Stück fest. Ein durch und durch ruiniertes Städtchen, dessen Einwohner:innen praktisch allesamt von der Arbeitslosenunterstützung leben. „Leben? – Vegetieren. – Krepieren“, so ein Austausch zwischen Dorfbewohnern.</p>
<p>Doch nun soll sich alles ändern. Claire Zachanassian, in Güllen geboren und aufgewachsen als Kläri Wäscher, nunmehr Milliardärin, kehrt zurück in das mittlerweile verarmte Städtchen ihrer Jugend. Die Güllener:innen erhoffen sich eine großzügige Spende und tun dafür alles. In der Begrüßungsrede des Bürgermeisters schwärmt dieser von den schulischen Leistungen der jungen Kläri, die in Wahrheit ein ungezogenes Kind mit miserablen Noten war. Außerdem wartet das Dorf mit Turnvorführungen, einem gemischten Chor und dem einzigen Zylinder der Stadt (von Kopf zu Kopf wandernd) auf.</p>
<p>Die Zachanassian ist von den Darbietungen höflich unbeeindruckt, enthüllt aber, dass sie zu einer großzügigen Spende bereit ist. Unter einer Bedingung.</p>
<blockquote><p><strong>„Eine Milliarde für Güllen, wenn jemand Alfred Ill tötet.“</strong></p></blockquote>
<p>Dieser Alfred Ill (der Nachname bitte zu lesen wie das englische Wort für „krank“, nicht als „der Dritte“, wie das schon manchem Leser passiert sein soll) war Kläri Wäschers große Jugendliebe. Doch als Ill sie schwängerte, bestritt er die Vaterschaft und bestach sogar zwei Zeugen im folgenden Gerichtsprozess. Kläri Wäscher unterlag in der Vaterschaftsklage, wurde aus dem Dorf verstoßen und durch ihre Umstände in die Prostitution gezwungen. Das Kind musste sie an eine fremde Familie abgeben, in deren Obhut es mit einem Jahr verstarb. Zu ihrem Vermögen kam das junge Mädchen durch die Heirat mit dem alten Milliardär Zachanassian – er fand sie in einem Bordell.</p>
<p>Nun ist Claire Zachanassian selbst alt geworden, und will abrechnen. Ill, der vorher wegen seiner Jugendliaison mit der Milliardärin der beliebteste Bürger der Stadt war, wird zum Gejagten. Denn obwohl die Güllener:innen anfangs beteuern, sich auf den Deal nicht einlassen zu wollen, beginnen sie, immer mehr Schulden zu machen&#8230;</p>
<h3><strong>Gelungene Darbietung vor vollem Haus</strong></h3>
<p>Die Tragikomödie kann offenbar viele Tiroler Fans vorweisen: Die Inszenierung des Theaters im Lendbräukeller ist bereits vor der Premiere, trotz Zusatzvorstellungen, restlos ausverkauft. Das Endprodukt enttäuscht nicht: Im Gegenteil beweist das kleine alternative Theater, dass große Kunst keine große Bühne verlangt. Der begrenzte Platz und die wenigen Requisiten werden clever und passend eingesetzt. Das Blocking, also die Aufstellung der Schauspieler:innen auf der Bühne, ist besonders hervorzuheben. Regisseur Markus Plattner arbeitet mit Dreieckskompositionen: Die Güllener – mit Ausnahme von Ill – stehen meist im Trio auf der Bühne, während die Zachanassian hinten auf einer Leiter thront wie auf der Spitze einer Pyramide, zu ihrer Rechten ihr Bodyguard, zu ihrer Linken ihr achter Ehemann (oder wars der neunte?), wie die Dreifaltigkeit einer Rachegöttin.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone size-large wp-image-22075" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Ensemble_Besuch-1024x726.jpg" alt="" width="1024" height="726" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Ensemble_Besuch-1024x726.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Ensemble_Besuch-300x213.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Ensemble_Besuch-768x545.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Ensemble_Besuch-1170x830.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Ensemble_Besuch-585x415.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Ensemble_Besuch.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" />Das Ensemble rund um Beate Palfrader und Peter Hörhager liefert, mit Ausnahme ein paar zu früher Einsätze, eine überzeugende Darbietung ab. Leider wurde der Text an manchen Stellen großzügig gekürzt; dabei hätte das kurzweilige Stück ruhig noch 10 Minuten länger gehen können.</p>
<p>Toll ist der Einsatz der Kostüme, die gelungen nachzeichnen, wie die Güllener:innen von ruinierten Städtern zu Menschen von geliehenem Wohlstand und flexibler Moral übergehen. Am Ende werden die abgelegten Regenmäntel zu einem mächtigen Symbol der Summierung individueller Teilschuld zum kollektiven Verbrechen.</p>
<h3><strong>Zum Lachen, zum Weinen</strong></h3>
<p>Das Zusammenspiel aus Ernst und Absurdität ist gelungen. Vielleicht weil gerade Fasching ist, driftet die raffinierte Tragikomödie in dieser Inszenierung aber leider doch ein-, zweimal in den Klamauk ab. Das vom Bürgerchor angestimmte „schlichte Volkslied“ – im Originaltext durch das Dröhnen eines vorbeifahrenden Zuges übertönt – ist in Schwaz „Aramsamsam, Aramsamsam, Gülli [sic!] Gülli Gülli, Ramsamsam“ und geht mit „Kohlrabi, Kohlrabi“ weiter. Ein paar billige Lacher werden dadurch eingesammelt, wirklich passend ist es aber nicht. Auch andere Stellen, an denen Musik eingesetzt wurde, sind eher ablenkend als unterstützend.</p>
<p>Nichtsdestotrotz hat das Theater im Lendbräukeller mit dieser Inszenierung Großes geleistet. Visuell stimmig, überzeugend gespielt, clever inszeniert: Diese „alte Dame“ bringt zum Lachen, bis es einem im Hals stecken bleibt.</p>
<p>Wie bereits erwähnt, ist <em>Der Besuch der Alten Dame</em> bereits restlos ausverkauft. Leser:innen, die Lust auf das Stück bekommen haben, sei auch der Originaltext (unter anderem verfügbar zum Ausleihen in der ULB) empfohlen. Und: Als nächste Produktion zeigt das Theater im Lendbräukeller <em>Herzliche Grüße aus Grado</em> von Franz Xaver Kroetz. Premiere ist am 9. Mai; Karten (für Studierende zum Preis von €20) sind noch auf der Website des Theaters erhältlich.</p>
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		<title>Fremde statt Handy – ein Selbstexperiment</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Isser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2026 14:59:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Abendessen mit bis zu elf Fremden? Unsere Redakteurin hat sich einem Social Dinner von 12meat gestellt – und ist überrascht worden. Es ist Freitag, 19 Uhr, und anstatt mir allein&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Abendessen mit bis zu elf Fremden? Unsere Redakteurin hat sich einem Social Dinner von 12meat gestellt – und ist überrascht worden.</div>
<p><span id="more-22052"></span></p>
<p>Es ist Freitag, 19 Uhr, und anstatt mir allein vor dem Fernseher die Eiskunstlauf-Kür der Männer bei den Olympischen Spielen anzuschauen (Wird Ilia Malinin einen Backflip machen?), bin ich unter Menschen. Fremden Menschen.</p>
<p>Wir alle haben uns bei 12meat für ein „Cozy Lights Social Dinner“ angemeldet. Ohne zu wissen, wo wir abendessen werden. Oder mit wem. Ersteres haben wir zumindest 24 Stunden vorher via E-Mail erfahren, sonst hätten wir ja nicht hergefunden. Letzteres finden wir aber erst jetzt am Tisch heraus.</p>
<h3>Offline-Abenteuer statt immer die gleichen Bumble-Profile</h3>
<p>12meat funktioniert wie eine Art Gruppenblinddate. Wer offen ist, kann sich online für einen Termin anmelden. Beim Abendessen treffen dann bis zu zwölf fremde Menschen zusammen. Die Anmeldung kostet sechs Euro, das eigene Essen zahlt jeder selbst, à la carte. Angeboten werden die Dinners seit Herbst 2025, mit Start in Innsbruck, Wien und Graz.</p>
<p>Ein origineller Ansatz, um neue Leute kennenzulernen. In Zeiten <a href="https://www.diepresse.com/20214182/einsamkeit-steigt-immer-weniger-menschen-treffen-ihre-freunde">steigender Einsamkeit, in denen Kontakte über das Handy zunehmend „Real-Life“ Begegnungen verdrängen</a>, beantwortet 12meat ein akutes Bedürfnis. Das Ziel: „Der Oberflächlichkeit digitaler Kontakte echte, analoge Erlebnisse entgegensetzen“ – so die 12meat Website. Mit den Social Dinners will man eine Alternative zum asynchronen Chatten auf Social Media oder dem Swipen auf Dating Apps bieten. Statt ein Algorithmus übernimmt der Zufall das Matchmaking. Was auch heißt: ausbrechen aus der eigenen Bubble. Man isst hier mit Menschen zu Abend, die man sonst wahrscheinlich nie irgendwo getroffen hätte.</p>
<div id="attachment_22053" style="width: 410px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-22053" decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-22053" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Posterspruch-816x1024.png" alt="" width="400" height="502" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Posterspruch-816x1024.png 816w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Posterspruch-239x300.png 239w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Posterspruch-768x964.png 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Posterspruch-585x734.png 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Posterspruch.png 834w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /><p id="caption-attachment-22053" class="wp-caption-text">12meat</p></div>
<div id="attachment_22054" style="width: 410px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-22054" decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-22054" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Offline-isst-besser-768x1024.jpeg" alt="" width="400" height="533" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Offline-isst-besser-768x1024.jpeg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Offline-isst-besser-225x300.jpeg 225w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Offline-isst-besser-1152x1536.jpeg 1152w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Offline-isst-besser-1170x1560.jpeg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Offline-isst-besser-585x780.jpeg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Offline-isst-besser.jpeg 1200w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /><p id="caption-attachment-22054" class="wp-caption-text">Katharina Isser</p></div>
<div></div>
<div class="bildunterschrift">12meat wirbt mit Sprüchen wie „<em>Offline isst besser als online“. </em>Zur Erinnerung wurde uns sogar ein Ausdruck auf den Tisch gelegt. (Keine Sorge, das Handy wurde nach dem Fotomachen sofort wieder verstaut.)</div>
<h3>Das Selbstexperiment</h3>
<p>Ich bin ein extrovertierter, selbstbewusster Mensch, den mittlerweile auch kein erstes Date mehr aus der Fassung bringt. Im Normalfall. Denn da treffe ich mich ja nur mit einer neuen Person – nicht gleich elf auf einmal.</p>
<p>Dass ich gar nichts über meine heutigen Tischgenossinnen und -genossen weiß, macht mich im Vorhinein schon etwas nervös. Fast noch mehr als die Tatsache, dass ich niemanden kennen werde, stresst mich aber die Möglichkeit, dass ich ja doch jemanden kennen könnte. Ein Ex-Freund, eine Uni-Rivalin, ein ehemaliger Lehrer? Innsbruck ist klein.</p>
<p>Das heutige Treffen findet in Rufis Bar in der Fischnalerstraße statt. Ich bin als Zweite da und erst einmal erleichtert, dass niemand vor mir sitzt, den ich auf WhatsApp blockiert habe. Stattdessen ist da eine freundliche blonde Frau, etwa 10 Jahre älter als ich, mit der ich auch gleich ins Gespräch komme. Nach und nach kommen immer mehr Leute dazu. Am Ende sind wir elf.</p>
<div id="attachment_22063" style="width: 410px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-22063" decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-22063" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Cozy-Lights-Dinner-1-826x1024.jpeg" alt="" width="400" height="496" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Cozy-Lights-Dinner-1-826x1024.jpeg 826w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Cozy-Lights-Dinner-1-242x300.jpeg 242w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Cozy-Lights-Dinner-1-768x952.jpeg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Cozy-Lights-Dinner-1-1170x1451.jpeg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Cozy-Lights-Dinner-1-585x725.jpeg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Cozy-Lights-Dinner-1.jpeg 1200w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /><p id="caption-attachment-22063" class="wp-caption-text">Katharina Isser</p></div>
<p>Ich kenne niemanden der Anwesenden – und trotzdem bestätigt sich wieder, wie klein die Welt (lies: Tirol) ist. Wie sich herausstellt, ist ein Teilnehmer der Arbeitskollege meiner besten Schulfreundin. Gut, mit sowas war zu rechnen.</p>
<p>Was mich aber überrascht – ich ziehe den Altersdurchschnitt doch deutlich nach unten. Ich und eine 26-jährige sind die einzigen Teilnehmenden unter 30. Ich bin auch die einzige, die noch studiert. Dabei hat 12meat mir gegenüber das Konzept als Mittel gegen die „Bib-Einsamkeit“ unter jungen Menschen angepriesen. Ich habe also eher frisch nach Innsbruck gezogene Studis erwartet als Menschen, die bereits mitten im Leben stehen. Im Endeffekt empfinde ich den Altersmix aber sogar als Bereicherung: Ich knüpfe Kontakte zu Menschen, die ich eben nicht auf einer WG-Party kennenlernen könnte.</p>
<p>Darunter gehören unter anderem eine Frau, die beruflich „traumasensible Naturcoachings“ anbietet. Sie zeigt mir an Ort und Stelle ein paar Grounding-Übungen, die mich – eine notorisch gestresste Achtsamkeits-Amateurin – einmal so richtig in meinen Körper zurückholen. Mit einem Konditor aus Italien spreche ich danach über Germknödel, Tiramisu und das Leben als Auswanderer. Dabei müssen wir teilweise ziemlich laut sprechen, weil um uns herum so dröhnend gelacht wird.</p>
<h3>„Jeder von uns hat eine Freude gehabt“</h3>
<p>Es ist erstaunlich, wie schnell alle ins Gespräch gekommen sind, ganz ohne unangenehme Stille. Lukas, 41, meint am Ende des Abends zu mir: „Ich habe mich schon vorher gefragt: Wird das peinlich? Aber ich glaube, es war keinem von uns peinlich. Ich glaube, jeder von uns hat eine Freude gehabt.“ Hilfreich ist sicher auch der Selection Bias, denn das 12meat Konzept bevorzugt natürlich Extrovertierte. Um sich auf so einen Abend überhaupt einzulassen, muss man doch sehr offen eingestellt sein.</p>
<p>Angemeldet hat Lukas sich eigentlich, weil er „schauen wollte, was das für Leute sind, die bei sowas mitmachen“, sagt er und lacht. Seine Sorge, dass er auf seltsame alte Herren treffen würde, hat sich nicht bestätigt.</p>
<p>Der Anfang-30-jährige Nick stammt ursprünglich aus Indien, lebt aber seit fast 10 Jahren in Deutschland beziehungsweise Österreich. Er meint, er habe bei der Anmeldung kein spezielles Ziel im Kopf gehabt. Er wollte einfach Leute kennenlernen – wenn sich daraus dann ein längerfristiger Kontakt entwickle, fände er das natürlich super.</p>
<p>Denise aus Südtirol wollte mit ihrer Teilnahme gezielt ihr „soziales Netzwerk in Innsbruck aufbauen.“ Sie hat sich eigentlich schon vor einem Monat angemeldet, doch das Treffen fand wegen zu weniger Anmeldungen nicht statt. Heut hat es ihr so gut gefallen, dass sie sagt: „Nächstes Monat komme ich wieder.“ Daraufhin Daniela, die neben ihr sitzt (und sich übrigens auch schon im Jänner registriert hatte): „Dann meld ich mich auch gleich an“ – schallendes Gelächter.</p>
<h3>Bubble durchbrechen</h3>
<p>Auch ich habe eine gute Zeit gehabt und bin positiv überrascht davon, wie gut das Konzept funktioniert. Ein längerfristiger Kontakt mit einer anderen Person wird sich für mich aber nicht ergeben. Ich gehe heim, ohne mit jemandem Nummern getauscht zu haben. Das Erzwingen neuer Freundschaften sollte aber auch nicht das Ziel sein. Sondern sich auf etwas Neues einzulassen, präsent zu sein und von Begegnungen außerhalb der eigenen Bubble zu profitieren. Insofern ein gelungener Abend.</p>
<p>Das nächste 12meat-Event in Innsbruck – das „<a href="https://12meat.de/produkt/tickets-12meat-spring-awakening-social-dinner-innsbruck-2026-03-13-1900/">Spring Awakening Social Dinner</a>“ – findet am 13. März 2026 statt.</p>
<div id="attachment_22060" style="width: 710px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-22060" decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-22060" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Innsbruck-2026-02-14-at-18.15.19-1024x768.jpeg" alt="" width="700" height="525" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Innsbruck-2026-02-14-at-18.15.19-1024x768.jpeg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Innsbruck-2026-02-14-at-18.15.19-300x225.jpeg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Innsbruck-2026-02-14-at-18.15.19-768x576.jpeg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Innsbruck-2026-02-14-at-18.15.19-1536x1152.jpeg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Innsbruck-2026-02-14-at-18.15.19-1170x878.jpeg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Innsbruck-2026-02-14-at-18.15.19-585x439.jpeg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/02/Innsbruck-2026-02-14-at-18.15.19.jpeg 1600w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /><p id="caption-attachment-22060" class="wp-caption-text">12meat</p></div>
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		<title>Ist jung sein heutzutage beschissen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Isser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Jan 2026 11:23:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wir sind in den 2020ern in unseren Zwanzigern. Zwei überspitzte Perspektiven auf die Erfahrungen einer Generation. Jung, pleite, in Panik von Jonas Krabichler Schon seit Anbeginn der Zeit regen sich&#8230;</p>
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<p><span id="more-22028"></span></p>
<h3>Jung, pleite, in Panik</h3>
<p><em>von Jonas Krabichler</em></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Schon seit Anbeginn der Zeit regen sich ältere Generationen über die jungen Menschen auf, häufig wurden junge Menschen als besonders faul dargestellt. Heute ist das nicht anders. Durch Technik ist das Leben zwar komfortabel geworden, aber auf keinen Fall ein Zuckerschlecken. Denn ein Dach über dem Kopf ist unumgänglich. Dieses Dach bittet junge Menschen jedoch immer mehr an die Kassa. Viele junge Erwachsene haben den Traum, unabhängig zu sein und eigenständig zu wohnen. Exorbitante Mietpreise zerschmettern diesen Traum oft sofort bei der ersten Google-Suche von „Wohnungen in meiner Nähe“. Dann halt lieber doch Hotel Mama.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Sollte man es doch wagen, aus dem Hotel Mama auszuchecken und ein Studium anzustreben, sieht man sich nach Abschluss mit einem neuen Problem konfrontiert – dem Arbeitsmarkt. Mittlerweile ist es schon ein Erfolg, wenn eine Absage im Posteingang eintrifft, denn oft muss man sich mit Funkstille zufriedengeben. Schafft man es sogar, früher oder später in die Arbeitswelt einzutauchen, schwebt das Damoklesschwert der KI ständig über der eigenen Tätigkeit. Besonders Büroberufe können leicht ersetzt werden. Damit ist die berufliche Perspektive vieler junger Menschen ungewiss. Dazu kommt die prekäre Weltlage: Überall gibt es Konflikte, die Kriege in der Ukraine und in Gaza scheinen nicht enden zu wollen. Und das alles wird von Algorithmen täglich ins Rampenlicht gestellt. Genau die gleichen Algorithmen führen sogar dazu, dass unsere Gehirne nur mehr Informationen in Intervallen von 30 Sekunden (am besten weniger) aufnehmen können. All dies führt zu einer deutlich größeren Präsenz von psychischen Erkrankungen, auch die Covid-19-Pandemie spielt eine Rolle. Damit lässt sich sagen, dass das Aufwachsen zwar komfortabler geworden ist, viele andere Faktoren machen das Jungsein aber definitiv nicht zum Luxus, den so mancher sieht.</span></p>
<h3><br style="font-weight: 400;" />Jung, digital, gutaussehend</h3>
<p><em>von Katharina Isser</em></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Jung sein ist geil. „Noch immer?“, ruft jemand aus dem Publikum und murmelt, plötzlich schüchtern geworden, hinter seinem Performative-Male-Schnauzer irgendetwas von Klimakrise, Lebenserhaltungskosten und stetig sinkenden Zahlen an sexueller Aktivität, was ich aber nicht so genau verstehe, weil ich mir seit Jahren mit geräuschunterdrückenden In-Ear-Kopfhörern die Haarsinneszellen im Innenohr weg fetze. „Gerade jetzt!“, antworte ich, Pressesprecherin der letzten Hoffnungsvollen. Hört mein Plädoyer. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ich bin 2025 eine Frau Mitte zwanzig. Vor 50 Jahren wäre ich vermutlich schon verheiratet gewesen, vor 100 bereits bei der Entbindung meines dritten Kindes verstorben. Im Vergleich dazu bin ich richtig frei. Vielleicht gibt es ein paar große Krisen, aber wann gab es die denn nicht? Meine Eltern lagen im Kalten Krieg wach aus Angst vor der Atombombe, meine Großeltern wurden in eine Diktatur geboren. Da lob ich mir die Gegenwart.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Noch nie hatte eine Generation so viel Spaß wie wir! Das Studium ist geschenkt, seit ChatGPT unsere Pflichtlektüre zusammenfasst und unsere Arbeiten schreibt. Die gewonnene Zeit verbringe ich auf Netflix/Prime/Disney+/Hulu/Mubi/Tubu/Poopy und kann, wenn’s fad ist, dank autogenerierter Untertitel sogar ein bisserl durch stummgeschaltete Reels scrollen, ohne Dialog im Film zu verpassen. Sofort nach dem Abspann kommt die eigentliche Viewing-Experience: Edits vom Hauptcharakter auf TikTok anschauen („a man, a man, a ma-a-a-an“). Repost!</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Manchmal wage ich mich Freitag abends auch ins echte Leben. Dann fällt mir ein, dass mir jedes meiner Hinge-Matches „in the wild“ begegnen könnte, und ich lege ich noch einmal eine Extra-Schicht Makeup auf, vorbeugend gegen etwaige „Catfish-Allegations“. (Am Ende verliere ich sonst einen loyalen Story-Liker…) Zum Glück sind die Clubs aber eh leer. Und ich bin auch dankbar, dass die Spritzer sechs Euro kosten. Denn laut wissenschaftlichen Studien, über die Journalisten Artikel schreiben, die sie in Instagram-Posts verwandeln, deren Schlagzeile ich dann lese, gibt es eh keine unbedenklichen Mengen Alkohol. Die Gen Z trinkt weniger als vorherige Generationen, bestätigt Time Magazine. Wir wissen eben, wie man sich verantwortungsvoll vergnügt.</span></p>
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		<title>Sicht auf den Heldenplatz – „das ist ja Wahnsinn“</title>
		<link>https://www.unipress.at/kultur/sicht-auf-den-heldenplatz-das-ist-ja-wahnsinn/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Isser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Jan 2026 18:22:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heldenplatz löste 1988 einen der größten Theaterskandale in der Geschichte der Zweiten Republik aus. Erweitert um einen Laien-Sprechchor und „fischige“ Videoinstallationen hatte die Inszenierung von Jessica Glause am 24. Januar&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up"><em>Heldenplatz</em> löste 1988 einen der größten Theaterskandale in der Geschichte der Zweiten Republik aus. Erweitert um einen Laien-Sprechchor und „fischige“ Videoinstallationen hatte die Inszenierung von Jessica Glause am 24. Januar 2026 Premiere am Landestheater.<span id="more-22007"></span></div>
<p><em>Hinweis: Dieser Artikel thematisiert den Suizid einer fiktiven Person. </em></p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p>„Wir sind in die Wiener Falle gegangen<br />
wir sind in die Österreichfalle gegangen<br />
Wir haben alle gedacht wir haben ein Vaterland<br />
aber wir haben keins“<br />
(Heldenplatz von Thomas Bernhard)</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Skandal ist riesig, als <em>Heldenplatz</em> im November 1988 uraufgeführt wird. Ein Journalist fordert im <em>Standard</em> das Publikum zu Störaktionen auf; zahlreiche Politiker:innen – unter ihnen der amtierende Bundespräsident Kurt Waldheim – verlangen schon vor der Premiere eine teilweise Zensur oder gar komplette Absetzung des Stücks.</p>
<p>Thomas Bernhard hat das Stück anlässlich des „Bedenkjahrs“ 1988 geschrieben: Es markiert ein halbes Jahrhundert seit dem „Anschluss“. Während Österreich öffentlich die Eingliederung ins nationalsozialistische Deutsche Reich „bedenkt“, sitzt mit Kurt Waldheim ein ehemaliger Wehrmachts-Offizier in der Hofburg, dem die Beteiligung an Kriegsverbrechen vorgeworfen wird. Die Hauptaussage von Thomas Bernhards Drama: Die Nazis sind aus Österreich nie verschwunden – sie streifen nach wie vor durch die Straßen, sitzen in den Gremien der Universitäten, stehen wahlweise in roter oder schwarzer Couleur am Wahlzettel. Mit harter Sprache wird ein ganzes Land angeklagt.</p>
<h3>Von Hitler heimgesucht</h3>
<p>März 1988. Der jüdische Professor Josef Schuster stürzt sich aus seinem Fenster und ist sofort tot. Durch das Fenster hat die Wohnung Aussicht auf den <a href="https://www.mediathek.at/onlineausstellungen/das-jahr-1938/heldenplatz/der-heldenplatz-am-15-maerz-1938">Heldenplatz</a> – jenen Ort, an dem Adolf Hitler genau 50 Jahre zuvor von der Wiener Bevölkerung unter tosenden Jubelrufen in Empfang genommen wurde.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-22009 size-full" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/01/Bundesarchiv_Bild_183-1987-0922-500_Wien_Heldenplatz_Rede_Adolf_Hitler.jpg" alt="" width="796" height="561" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/01/Bundesarchiv_Bild_183-1987-0922-500_Wien_Heldenplatz_Rede_Adolf_Hitler.jpg 796w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/01/Bundesarchiv_Bild_183-1987-0922-500_Wien_Heldenplatz_Rede_Adolf_Hitler-300x211.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/01/Bundesarchiv_Bild_183-1987-0922-500_Wien_Heldenplatz_Rede_Adolf_Hitler-768x541.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/01/Bundesarchiv_Bild_183-1987-0922-500_Wien_Heldenplatz_Rede_Adolf_Hitler-585x412.jpg 585w" sizes="(max-width: 796px) 100vw, 796px" /></p>
<div class="bildunterschrift">Hitlers Rede am Heldenplatz 1938. Bundesarchiv, Bild 183-1987-0922-500 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE &lt;https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en&gt;, via Wikimedia Commons</div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Eigentlich war alles bereit für einen Umzug nach Oxford. 1938 war der jungen Familie die Emigration nach England gelungen, nun sollte es wieder dorthin zurückgehen. Die Ehefrau des Professors wollte nicht in der Wohnung in Wien bleiben. Seit dem Einzug hat sie furchtbare auditive Halluzinationen. Sie hört noch immer, wie die Menge feiert und „Sieg Heil“ schreit.</p>
<p>Der Professor wollte nicht, dass ihn Hitler ein zweites Mal aus Wien vertreibt. Doch auch für ihn waren die Zustände im Österreich der Gegenwart unaushaltbar geworden. Weder in Österreich noch in England fand er jemals eine Heimat.</p>
<p>Das Stück setzt am Tag der Beerdigung des Professors ein (er selbst erscheint nie auf der Bühne). In langen Monologen reflektieren die Menschen aus dem Umfeld des Professors, vorrangig seine Wirtschafterin und sein Bruder, über sein Leben sowie die österreichische Gesellschaft, die als feindlich und verloren dargestellt wird. Für die Jüdinnen und Juden in dem Stück hat das Deutsche Reich nie aufgehört zu existieren. Typisch für Thomas Bernhard sind die absoluten, stark negativen Aussagen seiner Charaktere. So heißt es „In Österreich musst du entweder katholisch oder nationalsozialistisch sein / alles andere wird nicht geduldet / alles andere wird vernichtet.“</p>
<h3>Ein Chor von Mitläufern</h3>
<p>Das Tiroler Landestheater widmet sich mit Heldenplatz einem Stoff, der fast 38 Jahre nach der Premiere und 88 Jahre nach dem „Anschluss“ erschreckend aktuell ist. Regisseurin Jessica Glause erweitert ihre Inszenierung um einen Bürger:innen-Chor aus Laien-Schauspieler:innen, der für die österreichische Mehrheitsbevölkerung steht und so den Gegenpol zu den Charakteren Thomas Bernhards bildet. Die Texte für den Sprechchor lieferte Elias Hirschl, dessen Poetry-Slam-Hintergrund in der Rhythmik unverkennbar ist. Warum sie sich um andere Menschen kümmern sollten, fragen sich die Bürger:innen, und was das überhaupt alles mit ihnen zu tun hätte. In die Menge am Heldenplatz rutschen sie einfach so hinein, vergleichen den Wirbel mit dem Fasching und freuen sich, dass es hier endlich einmal nur um sie geht.</p>
<p>Hirschls Texte kritisieren richtigerweise den Egoismus und die Ignoranz, die autoritären Entwicklungen den Weg ebnen. Zu kurz kommt allerdings, was damals wie heute die vielleicht noch größere Rolle spielt als Gleichgültigkeit: die Begeisterung, die Überzeugung, die <em>Lust</em> am Hassen. Durch den starken Fokus auf das impulsive Mitlaufen lässt sich leicht vergessen, wie organisiert, bewusst und genüsslich die Nazis – auch in Österreich – den Terror planten.</p>
<h3>Schräges Pop-Konzert am Heldenplatz?</h3>
<p>Vielleicht würde der Bürger:innen-Chor stärker wirken, wenn die begeisterten „Sieg heil!“-Rufe am Ende des Stücks von ihm kämen – nicht (nur) vom Original-Video von 1938. Das würde die Halluzinationen der Frau Professor unmittelbar greifbar machen. Die Aufnahmen von Hitlers Rede am Heldenplatz gehen unter: Sie werden nicht laut genug abgespielt und durch das hohe Bühnenbild im dritten Akt (Nicole Marianna Wytyczak) zum Teil verdeckt.</p>
<p>Andere im Stück projizierte Videos (ebenso von Nicole Marianna Wytyczak) sind gut sichtbar, doch sie irritieren aus ganz anderen Gründen: Wie aus dem Nichts werden die Charaktere von Aufnahmen unterbrochen, die an ein buntes Musikvideo erinnern. Eine der Darstellerinnen hat darin ein Lachsfilet im Gesicht liegen. Als das Video endet, geht es weiter mit der Besprechung von Vergasungen. Das Intermezzo darf man unpassend bis geschmacklos finden.</p>
<p>Auch die kurzen Poplieder (Liedtexte von Mira Lu Kovacs), die ab und an angestimmt werden, wirken deplatziert. Das Stück prangert den Fortbestand des nationalsozialistischen Gedankenguts an – das ist offensichtlich, ohne dass inbrünstig „Can’t you feel their hate was never defeated? Are you really so naive and deceived?” gesungen werden muss. Der Wechsel ins Englische ist – trotz gepackter Kisten für Oxford – holprig.</p>
<h3>Ausdauerndes Spiel</h3>
<blockquote><p>„Ich habe ja immer gesagt<br />
nicht in der inneren Stadt wohnen<br />
die Fenster auf den Heldenplatz<br />
das ist ja Wahnsinn“<br />
(<em>Heldenplatz</em> von Thomas Bernhard)</p></blockquote>
<p>Beeindruckend sind die Leistungen der Schauspieler:innen. Die langen Monologe, die für Bernhard charakteristisch sind, verlangen ihnen sehr viel ab. Marie-Therese Futterknecht gibt trotz ein, zwei kleiner Versprecher am Premierenabend eine selbstbewusste Frau Zittel. Besonders hervorzuheben ist Christoph Kail als Professor Robert Schuster, der Bruder des Verstorbenen, dessen harte verbitterte Monologe Dreh- und Angelpunkt des Stücks sind. Den ausgiebigen Applaus hat er sich redlich verdient. Seinem Fatalismus begegnet Julia Posch als Anna mit viel Einsatz. Sarah Nunius spricht als Herta in tranceartiger, monotoner Theatersprache, die die einfältige Haushaltshilfe eher als unheimliche Aufziehpuppe erscheinen lässt. Als Frau Professor Schuster ist Nunius aber konsequent und stürzt bewundernswert mutig den Kopf in die Suppenschüssel.</p>
<div id="attachment_22011" style="width: 1034px" class="wp-caption alignnone"><img aria-describedby="caption-attachment-22011" decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-22011 size-large" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/01/Heldenplatz_HP2_c_Ruiz-Cruz_PRESSE_1167-1024x683.jpg" alt="" width="1024" height="683" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/01/Heldenplatz_HP2_c_Ruiz-Cruz_PRESSE_1167-1024x683.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/01/Heldenplatz_HP2_c_Ruiz-Cruz_PRESSE_1167-300x200.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/01/Heldenplatz_HP2_c_Ruiz-Cruz_PRESSE_1167-768x512.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/01/Heldenplatz_HP2_c_Ruiz-Cruz_PRESSE_1167-1536x1025.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/01/Heldenplatz_HP2_c_Ruiz-Cruz_PRESSE_1167-1920x1281.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/01/Heldenplatz_HP2_c_Ruiz-Cruz_PRESSE_1167-1170x780.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/01/Heldenplatz_HP2_c_Ruiz-Cruz_PRESSE_1167-585x390.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/01/Heldenplatz_HP2_c_Ruiz-Cruz_PRESSE_1167-263x175.jpg 263w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2026/01/Heldenplatz_HP2_c_Ruiz-Cruz_PRESSE_1167.jpg 2000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-22011" class="wp-caption-text">Foto: Marcella Ruiz Cruz</p></div>
<div class="download__item-description bildunterschrift">
<p>Christoph Kail (Prof. Robert Schuster) und Julia Posch (Anna).</p>
</div>
<p>Dass die Charaktere um Professor Schuster alle schwarz tragen, während die Bürger:innen im Chor bunt gekleidet sind, streicht deren verschiedene Lebensrealitäten hervor (Kostüme von Florian Buder). Durch die grellen Farben einerseits, die ausgiebigen Schulterpolster andererseits wird der Bezug zum Setting in den 80er-Jahren hergestellt. Dennoch existiert das Stück visuell außerhalb der Zeit: Die ausladenden Röcke der Dienstbotinnen erinnern ans Rokoko, und die Räume auf der Bühne sind an die späten 1930er angelehnt. Diese Mosaiktechnik unterstreicht die bedauernswert zeitlose Relevanz des Stücks. Allerdings muss man sich als Zuschauerin auch ständig ins Bewusstsein rufen, dass der Suizid des Professors eben nicht irgendwann passiert, sondern genau 50 Jahre nach dem „Anschluss“.</p>
<p>Etwas befremdlich ist, wie humoristisch einige Passagen vorgetragen oder zumindest aufgenommen werden. Eigentlich ist <em>Heldenplatz</em> eher zum Weinen. Als Frau Zittel (Marie-Therese Futterknecht) mit lockerer Stimme den Professor zitiert: „Dass ich Österreicher bin, ist mein größtes Unglück“, lachen einige Zuschauer:innen laut auf. Das kann man wohl nur lustig finden, wenn man denkt, es sei eine Übertreibung. Für viele Jüdinnen und Juden bedeutete ihr Österreicher-Sein in der Nazi-Zeit tatsächlich den Tod oder die lebenslange Traumatisierung.</p>
<h3>1938 – 1988 – 2026</h3>
<p>Gleichgültigkeit, Hass, autoritäre Tendenzen: <em>Heldenplatz</em> ist 2026 erschreckend relevant und allein deshalb schon lesens- oder sehenswert. Leider wird in der Inszenierung am Tiroler Landestheater durch viel Drumherum ein Teil der Kraft des schlichten Originaltextes verspielt. Trotzdem geht man erschüttert nach Hause – wie es sich bei dem Stück gehört.</p>
<p><em>Das Theaterstück </em>Heldenplatz <em>läuft noch bis April im Tiroler Landestheater. Karten gibt es für alle unter 27 um 40 Prozent ermäßigt. </em></p>
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		<title>Rett Smith: “I wouldn’t be playing music if I hadn’t lived here”</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Isser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Dec 2025 11:30:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>An American skier turned rockstar returns to Innsbruck. Rett Smith is sitting across from me in a hotel bar in a black leather jacket (what else?), sipping on a gin&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">An American skier turned rockstar returns to Innsbruck. <span id="more-21857"></span></div>
<p>Rett Smith is sitting across from me in a hotel bar in a black leather jacket (what else?), sipping on a gin and tonic. It’s the first really cold day of the waning fall and waxing winter. In about two hours, Smith will take the stage at Treibhaus – he just came from the sound check. He is self-assured, calm and collected, and I can tell that he’s intelligent. I can also tell that he doesn’t take any shit from anyone.</p>
<h3>From Texas to Axams and back</h3>
<p>What you might not be able to tell about Smith, with his American rockstar aura, is that he was a competitive alpine skier in a previous life – a career path that had him living in Tyrol part-time as a teenager. Originally from Texas, this is his first time being back since he started playing music.</p>
<p>“I spent the majority of my life from 12 to almost 16 at Axamer Lizum and living in Axams, and so I&#8217;ve spent a lot of time in Innsbruck. I remember hopping on the bus and coming down on off days as a kid and being in this exact area. It brings back some feelings that I didn&#8217;t expect,” he says. “It is funny, the things that your body remembers that your conscious mind doesn&#8217;t. Walking around, and the market and the Glühwein, and the smells, and remembering corners and knowing to turn right, and just strange, strange things.”</p>
<p>Does he miss it? “No,” he responds decisively. But he also wouldn’t change anything about his trajectory and how that time in his life shaped him. “I wouldn’t be playing music if I hadn’t lived here.”</p>
<p>Smith wrote, mixed, and produced his new album <em>A Physical Persistence</em> completely on his own. “This was very much a singular effort, in the sense of, ‘Stay out of the way.’ I just wanted it to sound a very specific way. Right now, everything sounds so fucking similar in every genre that I was like, I have to make one that sounds the way I want it to, to the end.” Still, Smith didn’t do everything on his own. “I had it mastered at Abbey Road with Stefan [Brown], who&#8217;s a good friend of mine. We collaborated a lot on the final mixes.” While making the record, Smith says he became obsessive and lived like a hermit, completely giving himself to the process. “I wouldn&#8217;t recommend it. There&#8217;s ways to do the work without being ridiculous.”</p>
<h3>Lyrics first</h3>
<p>The record is defined by guitar riffs. Over the instruments, it’s sometimes difficult to make out the words. But that doesn’t mean that lyrics are secondary to Smith – in his process, they actually come first. “I write lyrics more like prose on the page. Once you already have a great lyric or at least a decent lyric or <em>my</em> lyric or whatever, you can actually fit that into a melody pretty easy. It keeps you from writing stupid songs because, unless you&#8217;re the Beatles, you should probably make sure that your lyrics are holding up.”</p>
<p>And he thinks they do. Looking back at some of his previous work, Smith says, “I have songs that I would change. Of course I cringe at stuff. But the lyrics hold up. Like, if it was in a book, I&#8217;m cool.”</p>
<p>Smith says his lyrics have “narrative characters” that ultimately go back to him but aren’t him – not exactly anyway. “Not to get Freud 101 over here, but, like, are your dreams you? Songs can be extreme thoughts that have nothing to do with you. That have everything to do with you. The song is the place to be the most extreme version of yourself.”</p>
<div id="attachment_21860" style="width: 693px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-21860" decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-21860 size-large" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/RettSmith-Innsbruck_3-683x1024.jpg" alt="" width="683" height="1024" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/RettSmith-Innsbruck_3-683x1024.jpg 683w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/RettSmith-Innsbruck_3-200x300.jpg 200w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/RettSmith-Innsbruck_3-768x1152.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/RettSmith-Innsbruck_3-1024x1536.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/RettSmith-Innsbruck_3-1365x2048.jpg 1365w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/RettSmith-Innsbruck_3-1920x2880.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/RettSmith-Innsbruck_3-1170x1755.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/RettSmith-Innsbruck_3-585x877.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/RettSmith-Innsbruck_3-scaled.jpg 1707w" sizes="(max-width: 683px) 100vw, 683px" /><p id="caption-attachment-21860" class="wp-caption-text">Photo: Cristina Fisher</p></div>
<p><em>Rett Smith playing at Treibhaus. Photo: Cristina Fisher</em></p>
<h3>Media, music, money, and a message to our readers</h3>
<p>Many of the lyrics on Smith’s new album clearly speak to the current cultural and political moment. The song <em>November 63’</em> is about the Kennedy assassination, but it feels just as relevant in November 2025. Smith chose the subject because his then eight-year-old mother was just down the street when President John F. Kennedy was shot in Dallas on November 22, 1963. “I remember her casually talking at times about how scarring that was for the nation, and for her as a little girl.” Looking at the state of the country over 60 years later, Smith is worried about <a href="https://www.politico.com/news/2025/11/03/poll-americans-political-violence-00632864">political violence increasing</a> and the possibility of another assassination on the President. “I really hope that doesn&#8217;t happen because I think that it&#8217;s so amplified and so scary that it would be catastrophic.”</p>
<p>When I ask Smith whether he thinks artists should speak out about political issues online, he responds “I think you have the right to say whatever you want to say. And I also think the world has the right to make you have proper repercussions to that, if you&#8217;re fucking insane. But I think that Facebook and Instagram should not decide what that is behind the scenes. Because they&#8217;re the most corrupt people on the planet.” (A line in Smith’s song <em>Mobile Lord</em> goes “Tell that man on Instagram about my useless fucking vote.”)</p>
<p>It’s the financial interests behind artists’ social media activism, if you can call it that, that alarm Smith. About Taylor Swift’s endorsing Kamala Harris in September 2024, he says “Her stance, I guarantee you, had fucking Deloitte. She probably spent a million dollars on consulting firms before she said anything. That&#8217;s no joke. Like, she&#8217;s an enterprise.” Authenticity of expression is what’s important to Smith. “I&#8217;m never going to knock an artist for doing what they do. Just don&#8217;t get paid for it. If you&#8217;re getting paid for it, that&#8217;s not an opinion anymore.”</p>
<p>Smith is painfully aware of how people with money can make or break your career in music. “The number of girls and boys, and young women and young men, and older women and older men, that have done the work and would have been incredible, who did everything to get there, and then had that stripped away by the pariahs that think they fucking know something. They couldn&#8217;t work the lowest level job on the planet, and they&#8217;re in in control of tens of thousands of dollars for someone that needs it.”</p>
<p>The situation being what it is, Smith has a message to our readers. “I just want to put it in the university press, because I think that if you&#8217;re smart, and you may not have a musical aptitude, but you care about art: go work in music. Because the business needs you. And the ones that are there need to get the fuck out. They&#8217;re horrendous. So, go take their jobs, please.”</p>
<h3>Performativity versus performing</h3>
<p>In his song <em>Soft Boy</em>, Smith takes on the “performative male.” By that, he doesn’t primarily mean the mustached, matcha-drinking, Camus-carrying college student – an association on which he is quick to correct me. “I didn&#8217;t want a record that made it sound like I might be some right-wing nutter on this stuff.” It’s the “tough guy shit”, not men being genuinely sensitive, that he’s criticizing. “Performative male, to me, isn&#8217;t just the tote bag and the trying-to-get-pussy weirdo, or trying-to-get-guys weirdo. It&#8217;s the tech guy pretending to support the arts. It&#8217;s the performative cowboy. There&#8217;s a huge cosplay-cowboy thing in music that&#8217;s really strange to me.” He adds, “‘Neck tat, fuck that’ is the lyric. So, like, you&#8217;re all tatted up, and your mom&#8217;s paying your rent. You&#8217;re acting like a tough guy. Like, be careful that you don&#8217;t run into a tough girl. She might do something.”</p>
<p>I have to ask. “How performative is Rett Smith?” Immediately, he responds, “Highly. It takes one to know one.” Right now, he says, he is highly conscious that our conversation is being recorded, that I’ll choose quotes and print them, so of course he’s thinking about how he wants to come across. Ironically, Smith says this is different when he is actively performing. “On stage is when I&#8217;m not performative. It&#8217;s the biggest performance – it&#8217;s the most exaggerated version of myself, though. That&#8217;s me to the core. I want to be the truest version myself because then maybe the people in the audience can be theirs. Then we have a room.” He adds, “The best way to make someone dance is to go dance.”</p>
<h3>The show – Rett Smitt “to the core”</h3>
<p>This proves true. At the concert later, Smith climbs on his drummer’s instrument, roughhouses his equipment, dances like a maniac, and jumps off the stage to play right in the audience’s face. (They love it.)</p>
<p>In a surprising turn, he at one point ditches his electric guitar, sends his drummer backstage, and tells us he will sing a couple of different songs now. He wants to pay tribute to the people who originated blues and rock music – “people that don’t really look like me”, he says – that is, Black people in the South of the USA.</p>
<p>This is my favorite moment of the night. He yells, “You can cut this mic!”, takes a big step away from the microphone and looks straight at the crowd. Almost unrecognizable from earlier, he now stands still, alone on the stage. The crowd listens, silent and captivated, as he sings acoustic in a heartbreaking but strong tone that transports pain and pleading and hope.</p>
<p>And then, this part of the set is over, and he is back to playing rock. For the last song, he takes his shirt off and lets it all out on the stage one last time.</p>
<p>Throughout and after the show, he thanks the audience time and time again for being present in this moment with him. Which we are – I have rarely been at a concert where the connection between the artist and the crowd is this palpable. Smith seems very moved by playing in Innsbruck on this day, two decades after he left Tyrol, and I get the sense that tonight is a second chance.</p>
<div id="attachment_21861" style="width: 693px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-21861" decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-21861 size-large" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/RettSmith-Innsbruck_8-683x1024.jpg" alt="" width="683" height="1024" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/RettSmith-Innsbruck_8-683x1024.jpg 683w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/RettSmith-Innsbruck_8-200x300.jpg 200w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/RettSmith-Innsbruck_8-768x1152.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/RettSmith-Innsbruck_8-1024x1536.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/RettSmith-Innsbruck_8-1365x2048.jpg 1365w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/RettSmith-Innsbruck_8-1920x2880.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/RettSmith-Innsbruck_8-1170x1755.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/RettSmith-Innsbruck_8-585x877.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/11/RettSmith-Innsbruck_8-scaled.jpg 1707w" sizes="(max-width: 683px) 100vw, 683px" /><p id="caption-attachment-21861" class="wp-caption-text">Photo: Cristina Fisher</p></div>
<div class="bildunterschrift">The last song of the night. Photo: Cristina Fisher</div>
<p>The post <a rel="nofollow" href="https://www.unipress.at/kultur/rett-smith-i-wouldnt-be-playing-music-if-i-hadnt-lived-here/">Rett Smith: “I wouldn’t be playing music if I hadn’t lived here”</a> appeared first on <a rel="nofollow" href="https://www.unipress.at">UNIpress</a>.</p>
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		<title>“I really like to sing about all the things I do wrong”: NIIA, the Goth Jazz Princess, Sings at Treibhaus</title>
		<link>https://www.unipress.at/kultur/i-really-like-to-sing-about-all-the-things-i-do-wrong-niia-the-goth-jazz-princess-sings-at-treibhaus/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Isser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Oct 2025 11:30:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>American singer and songwriter NIIA on whether there can be a second Jazz Age, why she insisted on performing in Innsbruck on her tour, and why her husband is not&#8230;</p>
<p>The post <a rel="nofollow" href="https://www.unipress.at/kultur/i-really-like-to-sing-about-all-the-things-i-do-wrong-niia-the-goth-jazz-princess-sings-at-treibhaus/">“I really like to sing about all the things I do wrong”: NIIA, the Goth Jazz Princess, Sings at Treibhaus</a> appeared first on <a rel="nofollow" href="https://www.unipress.at">UNIpress</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">American singer and songwriter NIIA on whether there can be a second Jazz Age, why she insisted on performing in Innsbruck on her tour, and why her husband is not always happy with her lyrics.</div>
<p><span id="more-21724"></span></p>
<div class="bildunterschrift"><em>Cover image by Szilveszter Mako</em></div>
<div></div>
<p>NIIA (pronounced “Nye-uh”) describes herself as a “goth jazz princess.&#8221; On the black-and-white cover of her new album, <em>V</em>, out since October 10, she has a heretic’s fork lodged under her jaw – a torture device said to have been used to keep victims of the inquisition in agony. Still, she looks calm, self-assured; her chin held high with pride, not pain. It seems she has not only accepted her fate but taken ownership of it.</p>
<p>NIIA sings like she knows who she is – for better and for worse. Throughout her album, her voice is pure but sinful, gentle but strong. And it also sounds captivating live, which she proved when she performed at Treibhaus in Innsbruck on October 16. We met her before the show.</p>
<p><strong>UNIpress: NIIA, you’re playing at Treibhaus tonight. How are you feeling?</strong></p>
<p>NIIA: Good. I love Innsbruck. For one, the landscape is crazy. But I&#8217;ve noticed that people are out, and there seems to be a younger crowd just enjoying life. This was actually my favorite stop on my last tour.</p>
<p>I remember being like, “Where the hell is Innsbruck? Why am I performing there?” Kind of being a brat. But then I came here… And one, I love the venue. And two, I remember it being so special. People did seem to really care about music. It feels like there is a secret art scene.</p>
<p>This time around, I made my team make sure that we were going to go to Innsbruck. And I feel like this will be a stop I continue to do, no matter how big it is.</p>
<div class="bildunterschrift"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone size-large wp-image-21741" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/0.-Niia-V-Album-Cover-1024x1024.jpg" alt="" width="1024" height="1024" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/0.-Niia-V-Album-Cover-1024x1024.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/0.-Niia-V-Album-Cover-300x300.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/0.-Niia-V-Album-Cover-150x150.jpg 150w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/0.-Niia-V-Album-Cover-768x768.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/0.-Niia-V-Album-Cover-1536x1536.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/0.-Niia-V-Album-Cover-2048x2048.jpg 2048w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/0.-Niia-V-Album-Cover-1920x1920.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/0.-Niia-V-Album-Cover-1170x1170.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/0.-Niia-V-Album-Cover-585x585.jpg 585w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" />The cover of NIIA&#8217;s latest album <em>V</em>, out October 10.</div>
<div></div>
<p><strong>You draw a lot of inspiration from jazz, which is a quintessentially American genre. It originated in Louisiana, among the African-American community, and has been called “America’s classical music.” Now going on a tour to Europe, what has the reception been? Do you feel like your music works here?</strong></p>
<p>I think so. Europe has a lot of really cool jazz scenes.</p>
<p>Jazz has mutated in so many ways. Of course, everyone has to respect the origin story and the history. But we&#8217;re not living in the 1920s anymore; we&#8217;re living in the 21<sup>st</sup> century. I feel like jazz has room to grow into other kinds of genres.</p>
<p>I wanted to influence this new record with jazz, but asking the question: what does that mean to me now? I didn&#8217;t want to make a throwback record, because if I want to listen to that, I&#8217;ll listen to Ella Fitzgerald. I&#8217;m not going to try to compete with her. So I wanted to make something new and fresh, but still pay tribute to what came before. And I think it works.</p>
<p><strong>You mentioned the 1920s – the so-called Jazz Age. We&#8217;re now in the 2020s, so exactly 100 years later. Do you feel like there&#8217;s a chance for there to be a new Roaring 20s?</strong></p>
<p>That&#8217;s a great question. I hope so.</p>
<p>It seems like it would have been fun, but also pretty difficult, especially for women and certain artists. When I was studying jazz, it blew my mind that certain musicians weren&#8217;t allowed to use the front door. There were so many fucked up things. And they would just let it all out on the stage.</p>
<p>Times are a little dark right now. I do think expressing yourself is necessary, but really scary. We live in an age where everybody has an opinion. The second you say anything, you&#8217;re getting judged and criticized. But then you&#8217;re being pressured to say something if you don&#8217;t. So it&#8217;s scary.</p>
<p>I think that the Roaring 20s were just about doing whatever the fuck we wanted. I hope that we can get to a place where people are saying and creating whatever they want, and just going for it. So, I hope there can be a new Roaring 20s – the good parts of it.</p>
<p><strong>Speaking of creating what you want: congratulations on your new album, <em>V</em>. What does it mean to you personally? </strong></p>
<p>I mean, what it means to me personally is that I&#8217;m just happy I could make more music. It’s such a gift. I&#8217;m so grateful I get to create with people I love and just do this for my job. It&#8217;s the most important thing to remember.</p>
<p>I really wanted to try to find a way to let the band and me become a unit. That&#8217;s what jazz is all about. It was a really fun process, just putting a bunch of great musicians in a room and seeing what happens.</p>
<p><strong>When you’re recording an album, you’re capturing the sound in a particular moment. But jazz relies heavily on experimentation and variation. Is that easier to do when you’re playing live, like tonight?</strong></p>
<p>You know, that&#8217;s a great question. What&#8217;s awesome is that the musicians I have with me on tour have such good ears, and they&#8217;re all so adept at following each other and listening. Every night is different, to some degree. We have the same set, but the songs take on different shapes. We have to really listen. I&#8217;ll change the melody. I can notice when people are picking up different rhythm patterns.</p>
<p>Most artists use in-ears – but then, if I make a mistake, we can&#8217;t start over. Or the band can&#8217;t follow me, because we can&#8217;t really hear everything. Without in-ears, I can just yell over to them, or they follow me if I make a mistake. To me, that&#8217;s freeing. Having to play it the exact same way is terrifying.</p>
<p>To me, that’s what jazz is all about. Let&#8217;s see what the fuck happens.</p>
<p><strong>Is playing live your favorite part of your work then?</strong></p>
<p>Yes and no. I&#8217;m such an introvert, where I love to be alone in a studio with no lights on, just in my safe little cave. It&#8217;s taken me years to enjoy performing. I grew up in jazz ensembles. It was more about accuracy, and not about putting on a show.</p>
<p>Now, I&#8217;ve understood that there&#8217;s a respect between me and the audience. Before, I was just singing for me, and kind of disrespecting everyone. I was so afraid, because there&#8217;s so much power from the audience. I&#8217;m elevated, amplified, looking down. I never got into music to be a giant star.</p>
<p>But there was a moment where I looked out, and everyone was just looking at me, and I realized, “Oh my God, we&#8217;re in this moment together.” That’s when I noticed that performing is really special.</p>
<p>And I can also sing really well live. I thought that was a requirement, and apparently not a lot of artists can, so I&#8217;ll do it. (<em>laughs</em>) But yes, I really do enjoy performing, and I&#8217;m grateful to anybody who shows up.</p>
<p><strong><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone size-full wp-image-21748" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/NIIA_square.png" alt="" width="828" height="828" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/NIIA_square.png 828w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/NIIA_square-300x300.png 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/NIIA_square-150x150.png 150w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/NIIA_square-768x768.png 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/NIIA_square-585x585.png 585w" sizes="(max-width: 828px) 100vw, 828px" /></strong></p>
<div class="bildunterschrift">NIIA says it took her some time to realize the mutuality of the relationship between the artist and the audience at live performances. Photo by Katharina Isser</div>
<div></div>
<p><strong>We’ve talked a lot about jazz, but you draw inspiration from other genres too, like pop or R&amp;B.</strong> <strong>Does the concept of adhering to a genre provide you with guidance, with a sense of belonging? Or do you feel restricted?</strong></p>
<p>When you’re studying jazz, you realize that blues came out of jazz, and then R&amp;B came out of blues and soul music. All these genres, to me, are connected in some capacity.</p>
<p>I didn&#8217;t like that some of my peers weren&#8217;t listening to jazz when I was young. That was when I started experimenting with more pop or R&amp;B. Also, I was young, and I wanted to make music people would listen to – and I didn&#8217;t think people would listen to jazz.</p>
<p>But I kind of like being genre-less, to be honest. I&#8217;m lucky that people really gravitate to the sound of my voice, which is the staple throughout whatever I&#8217;ll do.</p>
<p>And these days, everything is everything. You can&#8217;t even really put anyone in a box. Who wants to just be pop? It should be pop, slash, slash, slash. We&#8217;re all complex. Sometimes we like different makeup or we change our hair. We can change the channel on our Spotify.</p>
<p><strong>Do you prefer lyrics that draw from your personal life? Or do you also approach writing songs like a fiction author would write a novel?</strong></p>
<p>I wish I was a fiction author. I tell too much in my music. You can know everything about me through my lyrics. My husband doesn&#8217;t love it.</p>
<p>Growing up singing jazz standards, there were these really heavy, serious emotions in the songs. My vocal teacher said, “You&#8217;re 11, so you don&#8217;t understand what it&#8217;s like to be cheated on. But you have to really understand these emotions.” As I got older, feeling them was the easiest way for me to write about them. And now, I can&#8217;t really write about something I haven&#8217;t experienced.</p>
<p>I only work with female lyricists. It wasn&#8217;t intentional; it just happened. They know me really well, and they can help rein it in sometimes when it gets too crazy. But it always has to be autobiographical.</p>
<p>I feel like these days, there are so many great female artists really going there with their lyrics. There’s a lot more courage to show women not always being perfect. I love that everyone&#8217;s really empowering and pro-women, but there’s also another side. It’s hard. And we can talk about our mistakes, too. I really like to sing about all the things I do wrong.</p>
<p><strong>Is it your ambition to make music that appeals to women specifically? To be a female voice?</strong></p>
<p>I mean, it&#8217;s never intentional. I think it maybe happens because of some of the pronouns I&#8217;ll use, like “he”.</p>
<p>I feel lucky that when I see my audience, there are all kinds of people. But I do really worry for young girls. I think the younger generations are really struggling. I&#8217;ve read some statistics recently that really upset me. I went to an all-girls school growing up and that was brutal, but it also showed me that women are supposed to take care of each other. They didn&#8217;t take care of me in high school, but still.</p>
<p>I don&#8217;t try to write just for women. I think it just happens because I happen to be one. But I love some of my gay fans because they&#8217;re just like, “This song is for me.” I&#8217;m like, great. You can hate my husband too. (<em>laughs</em>)</p>
<p>It&#8217;d be weird if I only had one type of fan. No disrespect to people that only want to talk to a certain group of people – I get that, especially in certain genres. But jazz is tricky too, because it&#8217;s a genre where being a skinny white girl can be judged a lot. It&#8217;s really important to be authentic, make it your own, and understand the history.<strong><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone size-large wp-image-21729" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/DSC_3242-1024x681.jpg" alt="" width="1024" height="681" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/DSC_3242-1024x681.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/DSC_3242-300x200.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/DSC_3242-768x511.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/DSC_3242-1536x1022.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/DSC_3242-2048x1362.jpg 2048w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/DSC_3242-1920x1277.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/DSC_3242-1170x778.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/DSC_3242-585x389.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/DSC_3242-263x175.jpg 263w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></strong></p>
<div class="bildunterschrift">&#8220;Innsbruck was my favorite stop on my last tour.&#8221; Photo by Ben Pöhlmann</div>
<div></div>
<p><strong>What do you think it’ll be like to get back to your everyday life after this tour?</strong></p>
<p>Man, if I only knew. I think it&#8217;ll be just walking over my suitcase for about two weeks instead of doing the laundry. I&#8217;ll just probably sleep and try to get back into eating healthy and working out. Seeing some friends, calling my mom, and then figuring out what I want to do next. But taking some time, because I need to absorb everything first.</p>
<p><strong>Of course. The album has been out for less than a week, so you’re still in it all.</strong></p>
<p>I know. I&#8217;m scared to hear what some people have to think about it, but particularly my husband.</p>
<p><strong>Has he not heard it?</strong></p>
<p>He hasn&#8217;t heard a few songs.</p>
<p><strong>Interesting</strong>. <strong>Was that intentional on your part?</strong></p>
<p>Kind of. I don&#8217;t think he&#8217;ll love them, but we&#8217;ll see. Just some relationship stuff that I&#8217;ll have to sort out when I get back.</p>
<p>And then I&#8217;ll take it easy. I can be a little too hard on myself and move fast. But I think I&#8217;ll give myself some grace. And maybe volunteer.</p>
<p>I think sometimes being an artist – I don&#8217;t mean this negatively, but it&#8217;s very narcissistic. And it has to be, because my work has to be true to me. But it&#8217;s important to sometimes step away from yourself, do something for other people, and realize that it&#8217;s not all about you.</p>
<p><strong>I like to ask this at the end: Is there anything that you’ve always wanted to talk about in an interview, but no one has ever asked you?</strong></p>
<p>Maybe if the rumors are true that I&#8217;m a witch. (<em>smiles</em>)</p>
<p><strong>Are you?</strong></p>
<p>I think so. I just have that sixth sense. And even my album cover, that collar I’m wearing is a torture device that was used to silence “witches” and women.</p>
<p>I need everything to make sense. So all the visuals surrounding my album have Easter eggs like that.</p>
<p><strong>Yes, I noticed the white cat on your album/tour art. I haven&#8217;t figured out what it means yet.</strong></p>
<p>I have to make the trail, but it&#8217;ll happen. Her meaning&#8217;s coming.</p>
<p>Nine lives, baby.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter wp-image-21745 size-large" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/NIIA_TOUR_FLYER_1080x1080-1024x1024.jpg" alt="" width="1024" height="1024" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/NIIA_TOUR_FLYER_1080x1080-1024x1024.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/NIIA_TOUR_FLYER_1080x1080-300x300.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/NIIA_TOUR_FLYER_1080x1080-150x150.jpg 150w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/NIIA_TOUR_FLYER_1080x1080-768x768.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/NIIA_TOUR_FLYER_1080x1080-585x585.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/10/NIIA_TOUR_FLYER_1080x1080.jpg 1080w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<div class="bildunterschrift">NIIA&#8217;s European tour announcement, featuring the mysterious white cat.</div>
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		<title>„Seid Streber!“ – Silvia Schneider im Interview</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Isser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Jul 2025 10:30:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Silvia Schneider ist Moderatorin, Schauspielerin, Designerin, studierte Juristin und gelernte Köchin. Im Interview erklärt die Alleskönnerin, wieso Bildung und Fleiß für sie das A und O sind, gibt Kochtipps für&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Silvia Schneider ist Moderatorin, Schauspielerin, Designerin, studierte Juristin und gelernte Köchin. Im Interview erklärt die Alleskönnerin, wieso Bildung und Fleiß für sie das A und O sind, gibt Kochtipps für die Studentenküche und verrät ihre Lieblingserinnerung und eine Jugendsünde aus der Studienzeit.</div>
<p><span id="more-21578"></span></p>
<p>Vor der Kamera springt Silvia Schneider mit dem Fallschirm vom Berg, moderiert den Opernball und steht in ihrer Sendung <i>Silvia kocht</i> Starköchen bei der Arbeit zur Seite. Zusätzlich zu einer Schauspielausbildung hat sie ein Jus-Studium abgeschlossen und im Erwachsenenalter noch die Kochlehre nachgeholt. Und nachdem sie bei <i>Dancing Stars </i>„nur“ den dritten Platz erreichte, trainierte sie kurzerhand mit ihrem Tanzpartner Danilo Campisi weiter – und wurde bei ihrem ersten Turnier außerhalb der Sendung gleich Österreichische Staatsmeisterin in Standard und Latein. Wer Silvia Schneider kennt, weiß: Diese Frau gibt immer alles. Wieso ihr Fleiß so wichtig ist – und sie ihre Erfolge trotzdem nicht als „exorbitante Leistung“ empfindet, hat sie im Interview erzählt.</p>
<p><b>UNIpress: Silvia, was bedeutet es für dich, ein Vorbild zu sein?</b></p>
<p>Silvia Schneider: Für mich ist das extrem emotional aufgeladen und bedeutungsvoll. Am Anfang meiner Arbeit habe ich gesagt: Wenn ich nur einen Menschen inspirieren kann, ist das schon das Ziel. Und jetzt höre ich immer öfter, dass Frauen in mir Inspiration finden. Das finde ich fast unglaublich, weil ich mir denke: Ich mache ja eigentlich gar nichts so Außergewöhnliches und Besonderes. Aber es ehrt mich sehr und ich gehe damit auch sehr verantwortungsbewusst um.</p>
<p><b>Das heißt, die Vorbildrolle formt auch dein Tun?</b></p>
<p>Ja, schon. Interessanterweise geht die Altersspanne von meinen Sehern von 4-Jährigen bis zu 94-Jährigen. Da deckt man sehr viel ab. Für mich ist es schon wichtig, durch die Sendung <i>Silvia kocht</i> zum Beispiel Generationen zu verbinden: Da schauen die Oma, die Kinder, die Enkelkinder. Und dann trägt man Verantwortung.</p>
<p><b>Welche Art von Vorbildern brauchen junge Leute heutzutage?</b></p>
<p>Ich möchte so ein Vorbild sein, das sagt: Ausbildung ist wichtig. Studiert etwas, macht eine Lehre, bildet euch. Ich höre immer wieder „Ich werde Influencer“ oder „Ich werde YouTuber“ oder „Ich werde einfach berühmt.“ Das ist Sternenstaub. Das ist gar nichts.</p>
<p>Man muss eine Basis haben. Bildung und der Intellekt ist das, was bleibt, wenn gar nichts mehr da ist. Das Aussehen geht irgendwann einmal weg. Deswegen finde ich Bildung sehr wichtig. Ich sag auch immer: Lest mehr Bücher.</p>
<p>Auch wichtig sind mir diese Werte: Dass du arbeiten musst, damit du etwas erreichst. Es wird dir nicht zufallen. Sobald du Energie nach draußen gibst, wird auch Energie zurückkommen. Aber man muss wirklich was auch tun, und man darf sich nicht zu schade sein.</p>
<p><b>Wer sind deine Vorbilder?</b></p>
<p>Meine Eltern sind meine größten Vorbilder. Und meine Großeltern. Sie haben uns den Fleiß mitgegeben. Ich bewundere meine Mama sehr, die nach wie vor arbeitet, und meinen Vater, der ein Professor mit Leib und Seele immer war und immer sein wird und auch nach seiner Pensionierung noch immer an die Uni forschen gegangen ist.</p>
<p>Und wenn ich so bekannte Namen nennen darf, dann Martha Stewart, Gwyneth Paltrow und Dita Von Teese. Die finde ich ganz großartig.</p>
<p>Bei Dita hat mich sicher der Glamour fasziniert, den sie ausstrahlt. Ich habe sie einmal für eine Sendung von mir interviewen dürfen, in ihrem Haus in L.A., und sie war wahnsinnig toll. Nicht nur extrem glamourös – das ist eine Rolle, in die man reinschlüpft, – sondern auch sehr gebildet und eigentlich sehr schüchtern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p>Bildung, hip, hip, hurray!</p>
<p>&nbsp;</p></blockquote>
<p><b>Du hast nach der Matura zuerst eine Schauspielausbildung in Hamburg gemacht, und bist dann nach Tübingen, um Jus zu studieren. Später hast du zugegeben, dass das Jus-Studium in Tübingen eher eine Ausrede gegenüber deinen Eltern war, um deinem damaligen Freund nahe zu sein, der in Stuttgart gewohnt hat. Nach der Trennung hast du das Jus-Studium aber durchgezogen. Wie prägen solche Entscheidungen – Zufälle, könnte man fast schon sagen – das weitere Leben?</b></p>
<p>Total. Im Moment der Entscheidung weiß man nicht, was das bedeutet. Aber wenn man dann zurückblickt, sieht man, warum das wichtig war und warum der Weg so gehen hat müssen.</p>
<p>Ich bin voll froh, dass ich Jus studiert habe. Das war kein leichtes Studium. Von Tübingen bin ich dann über die Schweiz zurück nach Österreich und habe an der Johannes-Kepler-Universität in Linz fertig studiert. Jus ist so eine tolle Grundlage für alles. Es war total schwierig, aber du hast danach ein anderes Verständnis, einen anderen Zugang zu Texten. Du liest nicht mehr mit Angst, sondern du weißt, du kannst dich da durchkämpfen. Ich finde das ganz toll, rückblickend, dass ich das durchgezogen habe und nicht aufgegeben habe.</p>
<p>Ein Studium oder eine Lehre zu machen – ich habe dann auch die Kochlehre vor ein paar Jahren gemacht –, finde ich ganz toll. Also Bildung, hip, hip, hurray!</p>
<p><b>Ist das ein Zufall, wie sich das Leben entwickelt, oder glaubst du auch an eine Art Fügung oder Schicksal? Dass alles so kommt, wie’s kommen muss?</b></p>
<p>Mein Papa sagt immer: Das Leben ist einem in die Hand geschrieben, am Anfang schon. Ich finde das einen schönen Ausspruch.</p>
<p>Ich kann nicht für jeden sprechen, ich kann nur sagen, wie es für mich ist: Für mich war von Anfang an klar, dass ich den Weg auf die Bühne suche. Das hat sich als Kind schon sehr bald herauskristallisiert. Am Ende hat die Schauspielausbildung einen Weg gelegt und das Jus-Studium hat einen Weg gelegt. Und die Kombination aus beiden ist das, was ich jetzt bin.</p>
<p>Wenn man lang genug an dem arbeitet, was man möchte, glaube ich schon, dass man das erreichen kann. Das darf aber natürlich kein Gesetz sein. Manchmal sollst du gar nicht dorthin kommen, wo du hin willst, weil es anders besser für dich ist. Dann ist das auch in Ordnung.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter wp-image-21671 size-large" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/06/xSilviaKocht-ParmigianoReggiano-81-copy-731x1024.jpg" alt="" width="731" height="1024" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/06/xSilviaKocht-ParmigianoReggiano-81-copy-731x1024.jpg 731w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/06/xSilviaKocht-ParmigianoReggiano-81-copy-214x300.jpg 214w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/06/xSilviaKocht-ParmigianoReggiano-81-copy-768x1075.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/06/xSilviaKocht-ParmigianoReggiano-81-copy-1097x1536.jpg 1097w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/06/xSilviaKocht-ParmigianoReggiano-81-copy-1463x2048.jpg 1463w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/06/xSilviaKocht-ParmigianoReggiano-81-copy-1920x2688.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/06/xSilviaKocht-ParmigianoReggiano-81-copy-1170x1638.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/06/xSilviaKocht-ParmigianoReggiano-81-copy-585x819.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/06/xSilviaKocht-ParmigianoReggiano-81-copy-scaled.jpg 1829w" sizes="(max-width: 731px) 100vw, 731px" /></p>
<p><em>Bild: Silvia kocht</em></p>
<p><b>Ich habe gehört, in deiner Studienzeit hast du dich vor allem von einer bestimmten Dosen-Tomatensuppe ernährt. Du hast nicht verraten, welche das war, sondern nur, dass sie leider eingestellt wurde</b>…</p>
<p>Ja, das ist eine Katastrophe.</p>
<p>…<b>Hast du Tipps: Jetzt, wo’s die nicht mehr gibt: Was sollen die Studierenden heutzutage kochen und essen?</b></p>
<p>Liebe Leute, esst Chili con Carne, Spaghetti Bolognese, Kartoffeln mit Spinat und Spiegelei, Knödel mit Ei und Kaiserschmarrn. Warum? Weil es gut ist, weil es günstig ist und weil ihr jetzt noch in einem Alter seid, wo ihr das alles mühelos verstoffwechselt. (S<i>chmunzelt.</i>)</p>
<p><b>Hast du eine Lieblingserinnerung aus Studienzeiten? </b></p>
<p>Das Fortgehen war natürlich toll. Die Studentenfeste. Bei uns im Studentenheim hat es ein Lokal gegeben, das <i>Bunker</i> geheißen hat. Da sind wir dann alle hin und haben unfassbar viele Spritzer weiß getrunken.</p>
<p>Aber eine ganz tolle Erinnerung war die letzte Prüfung. Das war Völkerrecht, wenn ich jetzt nicht ganz falsch bin. Da hat es die Möglichkeit gegeben, bei den Prüfungen, die schon am Tag vorher sind, zuhören zu kommen. Der Prüfer hat dann immer gefragt, ob von den Zuhörenden schon jemand heute geprüft werden will. Und ich weiß nicht warum – ich hätte es nie vorher gemacht in meinem ganzen Leben, weil ich immer eine war, die bis fünf Minuten vor der Prüfung noch gestrebert hat – habe ich an dem Tag gesagt: „Ja, ich.“ Und ich habe es geschafft. Es war erledigt. Das Gefühl, da rauszugehen und das hinter sich zu haben, war mega geil. Das war so schön.</p>
<p>Und dann auch die Sponsion. Ich habe die Sponsionsrede gehalten und die ist sehr gut angekommen. Das war ein wunderschöner Tag. Dieses Gefühl des Fertigwerdens war großartig.</p>
<p>Und natürlich ist jede Prüfung, die man schafft, für die man viel zu wenig gelernt hat, ein mega Erfolg.</p>
<p><b>Gibt es auch eine Jugendsünde, die du uns verraten kannst?</b></p>
<p>Ich verrate euch eine halbwegs jugendfreie: Die JKU hat einen Teich, und das ist wirklich ein Tümpel, in den du nicht reingehen möchtest. Ich glaube, dass dort auch das JKU-Monster lebt und mindestens 20 Meter lang ist.</p>
<p>Nach irgendeiner Studentenfeier sind wir dort mit einem leichten Damenspitzerl vorbeigekommen. Und natürlich hat man dann keine bessere Idee, als da reinzusteigen und sich nixengleich in dem Morast zu aalen. Das habe ich gemacht. Und ich lebe noch immer. (<i>Lacht.</i>)</p>
<p><b>Wie war es für dich, nach dem Studium noch einmal eine Lehre zu machen?</b></p>
<p>Das war total lustig. Zwischen Studium und Lehre war ja wirklich viel Zeit. Sich dann wieder hinzusetzen und so viel Stoff in den Kopf zu bringen, war wirklich eine Herausforderung.</p>
<p>Schön für mich waren diese Vorbereitungskurse, wo ich mit lauter 17- bis 18-Jährigen gesessen bin. Das war so ein bisschen wie in dem Film <i>Freaky Friday</i> mit Jamie Lee Curtis, wo sie mit ihrer Tochter das Alter tauscht. Als wäre ich wieder 17, aber mit dem Wissen von meinem Alter. Dann sitzt du da mit den ganzen Jugendlichen, und die haben sehr spannende Probleme. Die Probleme hast du auch alle mal gehabt, aber du sitzt schon mit dieser Gelassenheit dort, wo du sagen kannst: „Hey Schatzi, er meldet sich einfach nicht, weil er nicht auf dich steht.“ (<i>Lacht.</i>)</p>
<p>Zu merken, dass sie mich aufnehmen in ihre Gruppe und ich eine von ihnen bin, war extrem schön. Und lustigerweise hat man dann auch so Verhaltensauffälligkeiten wieder, die man in der Schulzeit gehabt hat. Am Bleistift kauen und so. Das habe ich ewig nicht mehr gemacht. Und auf einmal machst du das wieder, weil du in diesem Klassenzimmer sitzt.</p>
<p><b>Warst du in der Lehre auch so eine „Streberin“ – deine Worte, nicht meine? </b></p>
<p>Ja, Vollgas, total. Ich habe auch nicht mehr diesen Genierer gehabt, dass ich die ganze Zeit aufgezeigt und die Antwort gewusst habe. Und es gab auch nicht mehr diesen Gruppenzwang – dass du Angst haben musst, dass keiner in der Pause mit dir redet. Wenn du das abgelegt hast und alles mit einer Selbstverständlichkeit tust, dann ist das den anderen auch egal. Dann ziehst du sie eher mit.</p>
<p>Ich hatte in einigen Situationen eine Arbeitspartnerin, die nicht den größten Drive gehabt hat, die Lehre fertig zu machen. Zu der hab ich dann gesagt: „Du, entweder wir machen das gescheit oder du machst das gar nicht, denn ich mache sicher keine halben Sachen.“ Sie hat sich zusammengerissen und war dann richtig engagiert. Nachher hat sie zu mir gesagt: „Danke, dass du mich da ein bisschen mitgenommen hast. Sonst hätte ich hingeschmissen.“ Das war cool.</p>
<p><b>Da warst du also auch ein Vorbild.</b></p>
<p>Das weiß ich nicht, vielleicht war ich auch einfach nur streng. (<i>Lacht.</i>)</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p>Meistens haben die Leute Glück, die fleißig dafür arbeiten.</p>
<p>&nbsp;</p></blockquote>
<p><b>Ist „Strebern“ immer empfehlenswert? Oder ist es leichter, eine Streberin zu sein, wenn man diesen Erfahrungs- und Altersvorsprung hat wie du gegenüber den anderen Lehrlingen? </b></p>
<p>Nein, seid Streber! Das ist voll in Ordnung. Wenn du ein Streber bist, hinterlässt du einen guten Eindruck beim Professor und kannst aus dem gar nicht mehr rausfallen. Der Professor wird Sympathie für dich haben und dich irgendwie durchlassen, weil du die Einzige bist, die ihm zuhört und aufgezeigt.</p>
<p>Das war in der Schule schon so. Ich bin immer in der ersten Reihe gesessen und war immer die, die mitarbeitet – aber auch die, die ein bisschen zurückreden hat dürfen.</p>
<p><strong><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone wp-image-21672 size-large" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/06/Silvia-beim-Kochen-1024x680.png" alt="" width="1024" height="680" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/06/Silvia-beim-Kochen-1024x680.png 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/06/Silvia-beim-Kochen-300x199.png 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/06/Silvia-beim-Kochen-768x510.png 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/06/Silvia-beim-Kochen-1536x1020.png 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/06/Silvia-beim-Kochen-1170x777.png 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/06/Silvia-beim-Kochen-585x388.png 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/06/Silvia-beim-Kochen-263x175.png 263w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/06/Silvia-beim-Kochen.png 1920w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></strong></p>
<p><em>Bild: Silvia kocht</em></p>
<p><strong>Wie viel deines Erfolges, in Prozentanteilen, war rein die harte Arbeit – wo man sagt, das kann vielleicht auch jeder erreichen, wenn man sich reinhängt – und wie viel war Glück?</strong></p>
<p>Ich glaube, 80 Prozent ist wirklich nur die harte Arbeit und 20 Prozent ist Glück. Glück gibt es bestimmt, aber ich glaube auch, dass Glück den Menschen zufällt, die vorher Gas gegeben haben. Es ist auch an dir, dass du das Glück hältst. Meistens haben die Leute Glück, die fleißig dafür arbeiten.</p>
<p><strong>Du bist aus einer Akademikerfamilie und scheinst auch viel emotionale Unterstützung von der Familie erhalten zu haben. Machen die Startvoraussetzungen nicht auch einen großen Unterschied?</strong></p>
<p>Natürlich. Ich bin extrem gesegnet mit einem sehr liebevollen und gut situierten Elternhaus. Das ist die halbe Miete, sage ich jetzt einmal.</p>
<p>Es wäre auch vermessen zu sagen, man kann sich das alles selber erarbeiten. Natürlich gibt es diese tollen Stories vom Tellerwäscher zum Millionär. Das ist ja auch möglich. Aber es wäre sehr arrogant zu sagen, ich hätte nicht einen super Startvorteil gehabt.</p>
<p><strong>„Halbe Miete“ – also doch 50 Prozent die Startvoraussetzungen, 40 Prozent die harte Arbeit und 10 Prozent das Glück?</strong></p>
<p>Das würde ich nicht so sagen. Ich hätte mich ja auf die faule Haut legen können. Aber bei uns daheim war das einfach nie das Thema. Wir mussten immer arbeiten und fleißig sein. Dieses Rasten haben meine Eltern eher jetzt. Aber früher war das nicht so. Wir haben auch immer im Garten geholfen und beim Kochen und beim Wäscheaufhängen und so weiter. Da war immer Power dahinter.</p>
<p>Als ich ausgezogen bin, hätte ich ja auch sagen können: Jetzt lehne ich mich zurück und genieße das Leben. Aber das war einfach nie so.</p>
<p><strong>Hättest du denn den Drang gehabt, das zu machen, oder hat dich das gar nicht interessiert?</strong></p>
<p>Nein… Also ich bin auch gut im Entspannen. Aber dann muss schon wieder was passieren. Ich bin nicht so der Chiller.</p>
<p><strong>Glaubst du, es fällt dir leichter als anderen Leuten, so viel zu arbeiten?</strong></p>
<p>Das weiß ich nicht. Ich kann in andere Leute nicht reinschauen. Viele schieben ja Dinge vor sich her. Stichwort Prokrastination. Ich kenne das aus dem Studium, dass man sich bis zum Schluss das Lernen aufhebt. Ich habe das auch getan – jeder von uns hat das getan. Dann musst du dir in drei Tagen halt 300 Seiten reinziehen statt nur mehr die letzten 50. Aber sonst bin ich eigentlich so, dass ich immer alles gleich erledigen möchte. Erst dann kann ich mich entspannen.</p>
<div></div>
<blockquote><p>Die Leute wird immer irgendwas stören. Davon darf man sich nicht beirren lassen.</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Du bist einerseits ein Vorbild, weil du so viel gleichzeitig auf einem extrem hohen Niveau schaffst. Andererseits wirst du deswegen manchmal auch angefeindet – der Vorwurf: Du seist zu perfekt. Wieso, denkst du, stören sich die Leute daran?</b></p>
<p>Die Wahrheit ist: Die Leute wird immer irgendwas stören. Wenn ich alles super mache, wird es sie stören. Wenn ich alles schlecht mache, wird es sie stören. Wenn ich es mittelmäßig mache, wird es sie stören. Es wird einfach immer irgendjemanden irgendetwas stören.</p>
<p>Das muss man weglegen. Das bringt dir nichts. Das ist verletzend und grauslich. Ich käme nie auf die Idee, dass ich jemand anderen kritisiere für das, was er erreicht hat oder macht oder tut. Warum auch?</p>
<p>Vielleicht sind manche unangenehm berührt davon, dass ich Gas gebe. Vielleicht würden sie das auch gerne machen, aber sie schaffen es irgendwie nicht.</p>
<p>Vielleicht mögen sie mich nicht. Vielleicht mögen sie nicht, wie ich spreche, wie ich aussehe, was weiß ich. Aber das ist halt so. Davon darf man sich nicht beirren lassen.</p>
<p>Dita von Teese hat gesagt: “You can be the ripest, juiciest peach in the world, and there&#8217;s still going to be somebody who hates peaches.” Und das stimmt.</p>
<p><b>Denkst du, diese Kritik hat auch was mit deinem Geschlecht zu tun? Wird man als Frau eher zur Zielscheibe?</b></p>
<p>Ja, vielleicht. Das möchte ich gar nicht verallgemeinern. Ich bin da sehr unglücklich, wenn man geschlechtsspezifisch Urteile fällt. Das mag ich gar nicht. Aber wenn ich jetzt ein Mann wäre und die Dinge tun würde, die ich tue, dann würde es vielleicht weniger besprochen werden.</p>
<p>Am Anfang von <i>Silvia kocht</i> war die Kritik, dass ich nicht kochen kann. Aber bei der Sendung ging es nie darum, dass ich koche, sondern darum, dass der Starkoch kocht. Ich unterstütze ihn, hebe ihn auf ein Podest und lasse ihn glänzen. Dann wurde geschrieben: „Warum heißt die Sendung <i>Silvia kocht</i>?“ Das war aber nie mein Wunsch, dass sie so heißt. Das hat sich der ORF so überlegt.</p>
<p>Und dann habe ich gesehen, dass es ganz viele Formate im Deutschen gibt: <i>Kerner kocht, Lanz kocht!</i>. Da haben Moderatoren – männliche Moderatoren – auch einen Starkoch an der Seite und befragen ihn. Und die haben weit weniger getan als ich, aber die waren nie in der Kritik für das. Das war schon interessant zu sehen.</p>
<p>Ich habe immer schon gekocht in der Sendung und Wissen zum Kochen gehabt. Jetzt habe ich eine Kochlehre und die Lehrabschlussprüfung gemacht, also die Kritik haben wir jetzt einmal ausgeschaltet. Aber es stimmt, dass da vielleicht ein bisschen mehr geschaut wird, was eine Frau macht – vielleicht.</p>
<p><b>Wenn man alles sozusagen „zu“ gut macht – wenn die Leute nur sehen, was man super macht und was man alles leistet – wird man ab einem kritischen Punkt  fast schon eine Art schlechtes Vorbild? Weil es die Menschen unter Druck setzt? Ein bisschen wie mit unrealistischen Schönheitsidealen, sozusagen unrealistische Leistungsideale. </b></p>
<p>(<i>Überlegt.</i>) Nein, ich mache ja gar nicht so arge Sachen. Ich operiere weder am offenen Herzen, noch habe ich irgendwas erfunden, noch bin ich Atomphysikerin. Ich mache nichts Weltbewegendes. Und es gibt genügend andere Personen, die genau das gleiche Arbeitspensum haben wie ich, aber auf die kein Scheinwerfer gerichtet ist. Ich sehe das nicht als exorbitante Leistung, was ich mache.</p>
<p>Es ist ein interessanter Ansatz… aber nein, ich glaube, wir haben in der heutigen Gesellschaft eher das Problem, dass die Leute zu wenig tun wollen. Deswegen ist es gar nicht so schlecht, wenn man ab und zu einmal sieht, dass man auch viel machen kann und trotzdem halbwegs glücklich ist.</p>
<p><strong>Woran liegt das, dass der Leistungsgedanke deiner Meinung nach abgenommen hat?</strong></p>
<p>Naja, weil die Generation, zu der du gehörst… Wie alt bist du, Katharina?</p>
<p><strong>23.</strong></p>
<p>Ja, genau. Also, deine Generation hat schon die Arbeit von drei anderen Generationen vor euch, die euch ein sehr gutes Polster geschaffen haben. Ihr seid in einem sicheren Land, die Gebäude stehen alle, vielleicht haben eure Eltern einen gewissen Reichtum – Wohnung, Haus. Und ein Großteil dieser Generation ist sehr gut situiert und hat vielleicht nicht unbedingt diesen Anspruch, mehr zu tun, um mehr Geld zu haben oder mehr zu erreichen oder mehr Lebensqualität zu haben. Ich glaube aber auch, dass eure Generation etwas sehr Kluges macht, wenn sie sagt: Mir ist das gar nicht so wichtig – Status und Auto und Haus und so weiter. Ich will einfach ein ruhiges, chilliges Leben haben. Vielleicht werdet ihr deswegen alle länger leben als wir.</p>
<p>Das Erschreckende ist ja: Eigentlich hat es jede Generation besser gemacht als die Generation davor. Und die Generation davor hat aber immer geschimpft über diese Generation, die nachkommt. Deswegen hüte ich mich davor, über eure Generation etwas Schlechtes zu sagen. Am Ende werden wir draufkommen, dass ihr das sowieso schlauer gemacht habt als wir.</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p>Ich brauche es, immer wieder etwas Neues auszuprobieren.</p>
<p>&nbsp;</p></blockquote>
<p><b>Ist es für dich persönlich auch manchmal überfordernd, dass du so viele Interessen und so viele Talente hast, weil man in einem Leben doch nicht allem einhundertprozentig nachgehen kann?</b></p>
<p>Mich stresst es, dass ich so viele Sachen gerne machen würde. Ich habe Angst, dass mir die Zeit ausgeht. Aber ich habe die Möglichkeit, sehr viel auszuprobieren. Und immer, wenn ich so eine Möglichkeit bekomme, dann nehme ich sie auch wahr. Dann kann ich nachher nicht sagen: Ich wäre aber gern einmal aus einem Flugzeug gesprungen oder auf diesen Berg geklettert oder so. Es stresst mich schon, dass ich gerne so viel machen würde und so wenig Platz ist in dem Leben. Aber deswegen müssen wir alle 110 Jahre alt werden.</p>
<p><b>Dazu eine kleine Anekdote meinerseits: Bei meinem Maturagottesdienst hat Bernhard Hippler die Predigt gehalten. Er hat gesagt, mit dem Leben ist es wie mit einem Fernsehabend. An einem Abend laufen viele verschiedene Filme, aber egal wie spannend die alle sind, man kann sich nicht alle gleichzeitig anschauen.</b></p>
<p><b>Wenn man die ganze Zeit nur durch die Sender zappt, weil man alles sehen will, hat man am Ende vom Abend nichts richtig gesehen. Deswegen hat er uns den Ratschlag gegeben, auch im Leben nicht den Anspruch zu haben, alles machen zu wollen. Lieber sich ganz bewusst für eine Sache entscheiden, und die dann voll durchziehen.</b></p>
<p><b>Du machst ja schon sehr viel, aber sagst auch, es stresst dich, dass du nicht alles machen kannst. Wie sieht dein Fernsehabend aus?</b></p>
<p>Ich finde die Analogie, die er schafft, sehr schön und auch sehr klug. Der Freund von mir, der in Stuttgart war, hat immer gesagt: „Du kannst nur eine Sache ordentlich machen.“ Ich habe dem eine Zeit lang Glauben geschenkt, und ich war dann aber total unglücklich. Und dann bin ich draufgekommen, dass ich es brauche, immer wieder etwas Neues auszuprobieren. Ich habe mich auf ein paar Grundgerüste gestellt und in diese Richtungen mache ich immer wieder verschiedene Sachen. Ich bin vielleicht nicht die, die zappt, aber die sich vier Filme hintereinander anschaut.</p>
<p><strong>Schaut man denn noch gerne fern, wenn man selber die ganze Zeit im Fernsehen ist?</strong></p>
<p>Ich schaue mich jetzt nicht unbedingt sehr gerne selber an, aber ich schaue gern fern. Ich mag es auch, Kollegen bei der Arbeit zuzuschauen, und zu sehen, wie Fernsehen gemacht wird. Das find ich toll. Ich schaue aber auch Netflix und alles Mögliche.</p>
<p>Ich bin ein absoluter Binge-Watcher. Ich kann mein Leben nicht fortsetzen, bis ich nicht die komplette Serie durchgeschaut habe, was ein Riesenproblem ist.</p>
<p><b>Noch eine ganz andere Frage: Wenn du ein Tier wärst, welches Tier wärst du?</b></p>
<p>Ein Eichhörnchen. Die sind ganz schnell. Ganz schnell rauf auf den Baum und dann schnell wieder runter und dann schnell Nüsse sammeln und schnell irgendwo rein. (<i>Lacht.</i>) Das wäre mein Spirit-Animal.</p>
<p><b>Vielen Dank für das Gespräch!</b></p>
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		<title>Habemus ÖH: „Twinni-Koalition“ aus AG und GRAS steht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Isser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Jun 2025 10:30:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Campus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der kommenden Funktionsperiode wird eine Koalition aus AG und GRAS die ÖH-Exekutive bilden. 1. Vorsitzender wird Julian Herb (AG). Habemus ÖH: Am Donnerstag, dem 12. Juni, fand die konstituierende&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">In der kommenden Funktionsperiode wird eine Koalition aus AG und GRAS die ÖH-Exekutive bilden. 1. Vorsitzender wird Julian Herb (AG).<span id="more-21636"></span></div>
<p>Habemus ÖH: Am Donnerstag, dem 12. Juni, fand die konstituierende Sitzung der Universitätsvertretung (UV) an der LFU in Innsbruck statt. Ab nun bildet eine Koalition aus AG und GRAS, in Anlehnung an das Wassereis als „Twinni-Koalition“ bezeichnet, die ÖH-Exekutive an der Uni Innsbruck.</p>
<p>Den Vorsitz übernimmt AG-Spitzenkandidat Julian Herb, während Anna Schramm (GRAS) die 1. stellvertretende Vorsitzende wird. Mit Gabriela Crnov (ebenso AG) als 2. stellvertretende Vorsitzende ist die ÖH-Trippelspitze komplett.</p>
<p>In voller Beibehaltung der Eis-Metapher meinte der neue ÖH-Vorsitzende Julian Herb in einer Aussendung: „Die Verhandlungen haben gezeigt: Die orange-grüne Zusammenarbeit gleicht einem Twinni – zwei unterschiedliche Geschmäcker, die gemeinsam ein starkes Ganzes ergeben. Als ÖH haben wir den Auftrag, Vertretungsarbeit zu liefern, die den Studierenden schmeckt.&#8221;</p>
<h3><strong>AG hat Wahlziel erreicht, GRAS trotz Schwächung bei Wahl weiterhin in Exekutive</strong></h3>
<p>Nachdem die AG bei der ÖH-Wahl im Mai ein Mandat dazugewinnen konnte und mit neun Mandaten als klare Wahlsiegerin hervorging, hat sie nun auch ihr erklärtes Wahlziel, nämlich die Rückkehr in die Exekutive, erreicht. „Wir freuen uns, nach zwei Jahren erfolgreicher Oppositionsarbeit wieder Verantwortung in der Exekutive übernehmen zu dürfen“, so die 2. stellvertretende ÖH-Vorsitzende Gabriela Crnov in einer Presseaussendung.</p>
<p>Die GRAS musste bei der Wahl einen Verlust von zwei Mandaten hinnehmen, kann aber dennoch ihre Exekutiv-Beteiligung halten – nun als Junior-Partnerin. Zuvor führte die GRAS eine linke Koalition mit VSStÖ und KSV-LiLi an. Nun kommt der Schwenk Richtung Mitte: Laut Anna Schramm habe man mit der AG „viel inhaltliche Schnittmenge festgestellt – eine gute Basis für gemeinsame Verantwortung.“</p>
<p>Das erarbeitete Arbeitsprogramm für die kommende Periode will die Koalition „demnächst“ der Öffentlichkeit präsentieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>ÖH Innsbruck warnt vor professionellem Wohnbetrug</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Isser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Jun 2025 10:30:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Campus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wohnbetrugsmaschen werden immer dreister. Betrüger:innen bieten als angebliche Vermieter:innen nun teils sogar persönliche Besichtigungen an – für Wohnungen, die ihnen gar nicht gehören. Die ÖH warnt und gibt Tipps. Das&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Wohnbetrugsmaschen werden immer dreister. Betrüger:innen bieten als angebliche Vermieter:innen nun teils sogar persönliche Besichtigungen an – für Wohnungen, die ihnen gar nicht gehören. Die ÖH warnt und gibt Tipps.</div>
<p><span id="more-21608"></span></p>
<p>Das ÖH Referat für Heime und Wohnen warnt vor professionell organisierten Betrugsmaschen, denen Studierende auf Wohnungssuche zum Opfer fallen können. Aus gegebenem Anlass sei besondere Vorsicht geboten.</p>
<p>Die klassische, weniger ausgeklügelte Masche läuft meistens so ab: Ein attraktives Inserat lockt mit guter Lage und günstiger Miete. Die angeblichen Vermieter:innen wirken seriös und freundlich. Oft sind Fotos von echten Wohnungen dabei, eine persönliche Besichtigung bleibt aber aus.</p>
<p>Wenn Wohnungssuchende ernsthaftes Interesse signalisieren, bitten die angeblichen Vermieter:innen dann um eine Vorauszahlung (z.B. Kaution, erste Monatsmiete). Sie soll auf ein ausländisches Konto überwiesen werden, weil die Vermieter:innen behaupten, z.B. in Spanien, Italien, Großbritannien oder Skandinavien zu wohnen. Die Schlüsselübergabe soll dann über die Post oder per Hinterlegung erfolgen – was aber nie geschieht. Nach erfolgter Zahlung melden sich die angeblichen Vermieter:innen nie mehr. Deshalb hat die ÖH in der Vergangenheit dazu geraten, Zahlungen erst nach einer persönlichen Besichtigung durchzuführen.</p>
<h3>Mittlerweile auch Fake-Besichtigungen</h3>
<p>Mittlerweile nutzen die Betrüger:innen aber eine besonders perfide und ausgeklügelte Vorgehensweise: Sie bieten nun auch persönliche Besichtigungen an und treten dort als Vermieter:innen auf. Die Wohnungen gehören aber gar nicht ihnen, sondern sind beispielsweise AirBnBs, die extra gebucht wurden, um Menschen auf Wohnungssuche zu täuschen.</p>
<p>Auch österreichische Konten, Scheinfirmen und seriös aussehende Websites werden genutzt. Alles wirkt also täuschend echt. Laut ÖH Referat für Heime und Wohnen wurden Studierende so schon um Beträge im hohen vierstelligen Bereich betrogen.</p>
<h3>Tipps gegen Wohnbetrug</h3>
<p>Die ÖH ruft deshalb zur Vorsicht auf und gibt folgende Tipps:</p>
<ul style="list-style-type: circle;">
<li><strong>Inserate genau prüfen</strong>: Besonders auffallend niedrige Preise und Angebote, die zu gut um wahr zu sein wirken, sind Warnsignale. Eine Google-Bildersuche kann gestohlene Bilder identifizieren.</li>
<li><strong>Kontaktperson(en) hinterfragen</strong>: Angebliche Kontaktpersonen und deren Daten sollten genau beäugt werden. Seriöse Angebote sollten nachvollziehbare Informationen (z.B. Firmenbuchnummer, Impressum, Meldeadresse) enthalten. Ein Grundbuchauszug beim Bezirksgericht kann außerdem Auskunft darüber geben, wem die Wohnung gehört. Allerdings ist zu beachten, dass auch eine seriöse Vermietung nicht zwingend durch den Eigentümer bzw. die Eigentümerin erfolgen muss.</li>
<li><strong>Besichtigungen nicht blind vertrauen</strong>: Auch eine persönliche Besichtigung ist leider keine Garantie, dass die Person die Wohnung tatsächlich vermietet. Nachbar:innen oder die Hausverwaltung können Auskunft darüber geben, ob die Wohnung wirklich zur Vermietung steht. Auch sollte die Identität und Seriosität der angeblichen Vermieter:innen bzw. von Immobilien-/Maklerfirmen immer bestmöglich überprüft werden.</li>
<li><strong>Keine Zahlungen unter Druck</strong>: Betrüger:innen haben es oft eilig. Vorsicht ist geboten, wenn angebliche Vermieter:innen Zeitdruck aufbauen und die Zahlung besonders schnell erfolgen soll.</li>
<li><strong>Misstrauen bei ausländischen Kontonummer</strong>n: Oft nutzen Betrüger:innen ausländische Kontonummern. Mittlerweile werden teils aber auch österreichische IBANs genutzt. So oder so sollte ein Angebot vor der Zahlung also genauestens geprüft werden.</li>
<li><strong>Im Fall von Betrug</strong>: Meldet den Betrug bei eurer Bank. Eventuell ist eine Rückbuchung möglich. Erstattet außerdem Anzeige bei der Polizei und meldet die Fake-Inserate auf den Online-Plattformen zur Wohnungssuche.</li>
<li><strong>Spread the word</strong>: Vor allem, falls in eurem Umfeld gerade Leute auf Wohnungssuche sind, solltet ihr sie vor den Betrugsmaschen warnen.</li>
</ul>
<p>Bei Problemen und Anliegen bezüglich der Wohnungssuche hilft das <a href="https://www.oehweb.at/deine-oeh/referate/heime-und-wohnen/">ÖH Referat für Heime und Wohnen</a> weiter.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>ÖH-Wahl 2025: Die Ergebnisse für die Universitätsvertretung in Innsbruck</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Isser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 May 2025 14:23:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Campus]]></category>
		<category><![CDATA[ÖH-Wahl 2025]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nachdem die GRAS ganze zwei Mandate verlor, geht sich die bisherige linke ÖH-Koalition nicht mehr aus. An der Wahlsiegerin AG führt nun kein Weg vorbei. Für einen Verstoß gegen das&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Nachdem die GRAS ganze zwei Mandate verlor, geht sich die bisherige linke ÖH-Koalition nicht mehr aus. An der Wahlsiegerin AG führt nun kein Weg vorbei. Für einen Verstoß gegen das Fairnessabkommen zwischen den Fraktionen musste sich die AG am Donnerstag öffentlich entschuldigen.</div>
<p><span id="more-21509"></span></p>
<p>Die ÖH-Wahl 2025 ist geschlagen. An der Uni Innsbruck ging die <strong>AG</strong> als Sieger hervor: Auf Hochschul-Ebene konnte sie ein Mandat dazu gewinnen und hat somit neun der 19 Mandate in der Universitätsvertretung (UV) inne. Die <strong>GRAS</strong>, die zuletzt sechs Mandate in der UV und die 1. ÖH-Vorsitzende stellte, verlor zwei Mandate und kommt somit nun auf vier. Stimmenmäßig rutschte sie etwas hinter den <strong>VSStÖ</strong>, der im Vergleich zur letzten Wahl ein Mandat dazu gewinnen konnte und nun ebenso vier hat.</p>
<p>Die <strong>JUNOS</strong> verloren zwar drei Prozentpunkte, aber kein Mandat, und kommen somit weiterhin auf ein Mandat in der UV. Umgekehrt ging es dem <strong>KSV-Lili</strong>: Er gewann leicht an Stimmen dazu, für ein weiteres Mandat reichte der Zugewinn allerdings nicht aus – es bleibt bei einem Mandat. Der <strong>RFS</strong> konnte wieder kein Mandat erringen.</p>
<p>Die <strong>Wahlbeteiligung</strong> lag diesmal bei 27,52 Prozent und somit auf einem ähnlichen Niveau wie schon 2023. Die Ergebnisse im Detail können unter diesem <a href="https://www.oehweb.at/wp-content/uploads/2025/05/Wahlergebnisse_Hochschulvertretungswahl.pdf">Link</a> heruntergeladen werden.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-21511 size-full" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/OeH-2025-vs-2023-e1747384856650.png" alt="" width="1122" height="687" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/OeH-2025-vs-2023-e1747384856650.png 1122w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/OeH-2025-vs-2023-e1747384856650-300x184.png 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/OeH-2025-vs-2023-e1747384856650-1024x627.png 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/OeH-2025-vs-2023-e1747384856650-768x470.png 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/OeH-2025-vs-2023-e1747384856650-585x358.png 585w" sizes="(max-width: 1122px) 100vw, 1122px" /></p>
<h2>GRAS: „Wir akzeptieren das Ergebnis“</h2>
<p>Anna Schramm, Innsbrucker Spitzenkandidatin der GRAS, meint telefonisch zu den Mandats-Verlusten: „Wir finden das sehr schade. Wir hätten uns schon ein bisschen mehr erwartet. Aber wir akzeptieren das Ergebnis und gratulieren natürlich allen Wahlsiegern.“</p>
<p>Gründe für die Verluste sieht Anna unter anderem darin, dass GRAS und VSStÖ heuer sehr ähnliche Themen in den Fokus gerückt hätten. „Vielleicht hat der VSStÖ die Menschen einfach besser abgeholt. Und die AG hat einfach super Wahlmobilisierung gemacht. Uns haben auch einfach Leute gefehlt, würde ich sagen.“ Genau ließe sich der Grund für die Verluste aber nicht feststellen, vor allem wegen der niedrigen Wahlbeteiligung. Man wolle sich das noch genau anschauen und Strategien entwickeln, um bei der nächsten Wahl wieder besser auszusteigen.</p>
<p>Dass die Verluste daher kommen, dass Studierende mit der Performance der GRAS als ÖH-Vorsitzfraktion in der letzten Periode unzufrieden waren, glaubt Anna nicht: „Unsere Vorsitzende Sophia Neßler hat super Arbeit geleistet und wir konnten auch wirklich gute Projekte umsetzen. Was man schon kritisieren kann, ist, dass vielleicht die Öffentlichkeitsarbeit am Anfang nicht optimal gelaufen ist. Aber wir mussten uns da auch einfach einmal einarbeiten und haben uns dann stark verbessert.“</p>
<h2>AG „brutal dankbar&#8221;, entschuldigte sich für Verstoß gegen Fairnessabkommen</h2>
<p>AG-Spitzenkandidat Julian Herb zeigt sich „brutal dankbar. Das ist ein überwältigendes Ergebnis für uns mit fast 45 Prozent der Stimmen. Vielen Dank an alle, die wählen waren und ihre Stimme der Aktionsgemeinschaft geschenkt haben. Was hier von meinem Team geleistet wurde in den letzten Wochen und Monaten – wow, einfach Hammer! Mich freut es für jeden einzelnen, dass wir hier so ein grandioses Ergebnis einfahren konnten!“</p>
<p>Getrübt wird der Erfolg der AG allerdings durch einen Vorfall am Mittwoch: Eine Gruppe hat am Sonnendeck Gratis-Getränke verteilt und Studierende gefragt, ob sie „eh die AG gewählt“ hätten. Damit verstieß die AG gegen das Fairnessabkommen zwischen den wahlwerbenden Gruppen für die ÖH-Wahl. Dieses Abkommen verbietet jegliche Form des physischen Wahlkampfs an den Wahltagen und soll verhindern, dass Fraktionen Studierende zu ihren Gunsten beeinflussen – beispielsweise durch Goodies im Gegenzug für eine bestimmte Wahlentscheidung.</p>
<p>Am Donnerstag entschuldigte sich die AG öffentlich mit einem Posting auf Instagram für den Vorfall. Im Fairnessabkommen festgelegt ist, dass bei Verstoß ein solches Posting für einen bestimmten Zeitraum online gestellt werden muss. Mittlerweile (Stand Freitag Vormittag) ist der Post wieder offline.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-21513 size-medium aligncenter" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/AG-Posting-1-e1747385183313-197x300.jpeg" alt="" width="197" height="300" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/AG-Posting-1-e1747385183313-197x300.jpeg 197w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/AG-Posting-1-e1747385183313.jpeg 300w" sizes="(max-width: 197px) 100vw, 197px" /><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-21512 size-medium aligncenter" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/AG-Posting-2-e1747385103300-196x300.jpeg" alt="" width="196" height="300" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/AG-Posting-2-e1747385103300-196x300.jpeg 196w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/AG-Posting-2-e1747385103300-670x1024.jpeg 670w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/AG-Posting-2-e1747385103300-585x894.jpeg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/AG-Posting-2-e1747385103300.jpeg 728w" sizes="(max-width: 196px) 100vw, 196px" /></p>
<p><em>Bildbeschreibung: Screenshots vom Instagram-Account der AG Innsbruck, aufgenommen am Donnerstag Abend. Freitag Vormittag war der Post nicht mehr auffindbar.</em></p>
<p>AG-Spitzenkandidat Julian Herb sagt telefonisch zu dem Vorfall: „Wir haben noch Drinks gehabt, die aus dem Lagerraum weg mussten. Wir haben diese dann ausgeteilt und penibel darauf geachtet, dass da keine Fraktions-Logos gezeigt werden. Ich selber war leider nicht die ganze Zeit dabei, aber anscheinend hat es Leute gegeben, die so etwas gesagt hätten. Ich habe das selber nur von Dritten gehört. Wir wollten dann den anderen entgegen kommen und das posten, auch wenn wir das nur über Hören-Sagen wissen. Dann passt das hoffentlich für alle.“</p>
<p>Man habe auch nach einer Beschreibung gefragt, um die entsprechenden Personen identifizieren zu können. „Da kam dann keine Rückmeldung mehr“, so Julian. Es seien auch Personen beim Austeilen dabei gewesen, die gar nicht zum Verein gehören; von daher wisse man gar nicht, ob die Aussage tatsächlich von AG-Mitgliedern getätigt worden sei.</p>
<p>Dass das Statement nicht mehr online ist, begründet Julian damit, dass das Fairness-Abkommen Freitag Vormittag um 8 Uhr ausgelaufen sei. Somit erübrige sich das Posting.</p>
<p>Julia Hofer vom VSSTÖ kommentiert die Geschehnisse wie folgt: „Leider greift die AG öfter auf unfaire Tricks zurück. Wir als VSStÖ haben das nicht notwendig und konnten auch so Dazugewinne machen.“</p>
<h2>Diese Koalitionen könnten kommen</h2>
<p>Weil die Verluste der GRAS von zwei Mandaten durch den Zugewinn des VSStÖ von einem Mandat nicht ausgeglichen wird, geht sich die bisher bestehende linke Koalition aus GRAS, VSStÖ und KSV-LiLi nicht mehr aus. Für die kommende Funktionsperiode führt wohl kein Weg an der AG vorbei, deren erklärtes Wahlziel es war, wieder in die Exekutive zu kommen.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-21510 size-full" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/OeH-2025-Mandate-UV.png" alt="" width="1131" height="686" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/OeH-2025-Mandate-UV.png 1131w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/OeH-2025-Mandate-UV-300x182.png 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/OeH-2025-Mandate-UV-1024x621.png 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/OeH-2025-Mandate-UV-768x466.png 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2025/05/OeH-2025-Mandate-UV-585x355.png 585w" sizes="(max-width: 1131px) 100vw, 1131px" /></p>
<h3>AG-JUNOS</h3>
<p>Möglich ist nun eine AG-JUNOS-Koalition, wie sie in Innsbruck schon in der Funktionsperiode 2021-2023 bestand. Hierfür spricht, dass beide Fraktionen eine ähnliche Auslegung der ÖH-Arbeit teilen: Sie sehen die Rolle der ÖH primär darin, den Studierenden Services anzubieten, statt sich allgemeinpolitisch zu positionieren. Da die JUNOS nur ein Mandat in diese Koalition mitbringen, wäre die AG in dieser Konstellation stärker vis-à-vis ihrem Juniorpartner. Das könnte die AG aus strategischen Gründen bevorzugen.</p>
<p>Florian Luxner von den JUNOS verrät in einem Telefongespräch: „Man muss ehrlich sagen, dass das Ergebnis nicht das ist, was wir uns vorher gewünscht haben.“ Das waren nämlich zwei Mandate gewesen, stattdessen blieb es bei einem. „Wir haben die Probleme ehrlich benannt, aber Ehrlichkeit ist auch unbequem.“ Ihr Mandat, das die JUNOS halten konnten, möchten sie „weiterhin gut nutzen.“ Das müsse nicht unbedingt in einer Exekutive sein: „Wir sind auf jeden Fall bereit, über eine Exekutiv-Beteiligung zu reden. Es ist noch nichts festgelegt. In der Exekutive wollen wir auch unsere Inhalte fördern. Wir gehen nicht nur in eine Koalition, damit wir Teil einer Mehrheit sind, sondern wollen uns klar dafür einsetzen, dass die Studierenden eine gute Vertretung haben.“</p>
<h3>AG-GRAS</h3>
<p>Auch möglich ist eine AG-GRAS-Koalition. Nach den letzten zwei Jahren als Vorsitz-Fraktion bringt die GRAS nun Exekutiv-Erfahrung mit. Kontinuität kann vor allem bei der Übergabe von der einen Funktionsperiode zur nächsten ein Vorteil sein, da zumindest ein Partner schon eingespielt ist. Da die Aufgaben der ÖH-Vertreter:innen nämlich gewissermaßen ungenau definiert sind, ist die neue Exekutive von der Auskunft der vorherigen über ihre genauen Tätigkeiten abhängig. Wenn ein Partner bereits vorher in der ÖH war und sich auskennt, könnte die Übergabe geregelter und geschmeidiger ablaufen, und die ÖH könnte schneller und effizienter ihre Arbeit aufnehmen.</p>
<p>Mit der GRAS stände die AG zwar einem etwas stärkeren Juniorpartner gegenüber, als die JUNOS das wären. Nach dem Verlust von zwei Mandaten ist die GRAS aber geschwächt. Ein Vorteil der breiteren Mehrheit: AG und GRAS kommen gemeinsam auf 13 Mandate und somit exakt auf die Zwei-Drittel-Mehrheit, die für Satzungsänderungen benötigt wird. Somit wären hier umfassendere Projekte möglich.</p>
<p>Am Telefon meint GRAS-Spitzenkandidatin Anna Schramm: „Exekutive wäre cool, aber wir verkaufen uns sicher nicht unter unserem Wert. Wenn unsere Themen in der Koalition nicht umsetzbar sind, haben wir auch gar kein Problem damit, in die Opposition zu gehen. Man muss sehen, wie die Gespräche laufen – falls es überhaupt welche gibt, denn das weiß man ja auch nicht.“</p>
<h3>AG-VSStÖ</h3>
<p>Eine AG-VSStÖ-Koalition ist zwar theoretisch möglich, aber unwahrscheinlich. Weder AG noch VSStÖ schlossen im Wahlkampf eine Exekutiv-Zusammenarbeit mit dem anderen aus, aber ihre Herangehensweisen an die Hochschulpolitik sind sehr verschieden und traditionell bestehen zwischen den Mitgliedern nicht die größten Sympathien. Sollte es wider Erwarten aber doch zu einer AG-VSStÖ-Exekutive kommen, hätte diese wiederum 13 Mandate in der UV und somit eine Zwei-Drittel-Mehrheit.</p>
<p>VSStÖ-Spitzenkandidatin Julia Hofer freut sich über den Zugewinn von einem Mandat auf Hochschul-Ebene. Gleichzeitig meinte sie in einem Telefongespräch: „Es ist natürlich sehr schade, dass die linke Mehrheit verloren gegangen ist.“ Ob eine AG-VSStÖ-Koalition in Frage kommt, müsse intern abgeklärt werden. „Ich halte so eine Koalition aber eher nicht für wahrscheinlich. Wir haben unsere Ansprüche, zum Beispiel das allgemeinpolitische Mandat. Das würde mit der AG in der Koalition eher nicht funktionieren.“ Deswegen sagt sie: „Wir bereiten uns eher auf eine starke Oppositionsarbeit vor.“</p>
<h3>Und sonst?</h3>
<p>AG und KSV-LiLi schlossen die Exekutiv-Zusammenarbeit miteinander im Vorfeld gegenseitig aus. Eine rein numerisch mögliche „Anti-AG“-Vierer-Koalition aus GRAS, VSStÖ, KSV-LiLi und JUNOS wäre nicht nur ein logistischer Wahnsinn, sondern scheitert auch daran, dass der KSV-LiLi eine Koalition mit den JUNOS ausschloss. Somit ist der AG die Exekutiv-Beteiligung sicher.</p>
<p>Lina Brantsch, Listenerste des KSV-LiLi, meint am Telefon: „Wir sind froh, dass wir unser Ergebnis verbessern konnten. Es ist aber natürlich trotzdem extrem bitter, dass wir die zwei Jahre ÖH-Arbeit nicht weiterführen können und dass es keine progressive Mehrheit an der ÖH Innsbruck mehr gibt.“</p>
<p>Vonseiten der AG heißt es: „Wichtig ist, dass man nach dem intensiven Wahlkampf jetzt erst einmal kurz durchatmet. Dann werden wir uns mit allen zusammenhocken und mit ihnen reden,“ so Julian Herb. Welche Koalitionsform am wahrscheinlichsten ist, könne man noch gar nicht sagen.</p>
<p>Es bleibt also spannend. Bis spätestens Mitte Juni sollte dann klar sein, wer in den nächsten zwei Jahren an der ÖH Innsbruck das Sagen hat.</p>
<p>The post <a rel="nofollow" href="https://www.unipress.at/campus/oeh-wahl-2025-die-ergebnisse-fuer-die-universitaetsvertretung-in-innsbruck/">ÖH-Wahl 2025: Die Ergebnisse für die Universitätsvertretung in Innsbruck</a> appeared first on <a rel="nofollow" href="https://www.unipress.at">UNIpress</a>.</p>
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