Sightseeing anders – Eine TimeTour durch Innsbruck

von Laura Kogler
Lesezeit: 3 min
Wäre es nicht unglaublich, wenn Gebäude nicht nur in der Fantasie gezeichnet werden, sondern ein richtiges Abbild vor Ort zukünftig sichtbar werden würde?

Diese Geschichte beginnt, wie jede gute Story, mit einem feuchtfröhlichen Abend in Italien und endet mit einer neuen Stadtführung für Innsbruck und zukünftig auch für Wien. Dies ist dem Team um Gordon Grusdat, Matthias Plenk und Robert Both in Zusammenarbeit mit den beiden Architekturstudenten Christian Bührer und Julian Larcher (Uni Innsbruck) sowie dem Geschichtslehrer und Austria Guide Thomas Jabinger gelungen. Sie haben es geschafft, mit der TimeTour Innsbrucks Sightseeing zu revolutionieren.

Die Zeitreise

Unsere Zeitreise beginnt gegenüber dem Metropolkino, im ehemaligen Anbruggen. Stellt euch vor den Waltherpark und schließt für einen Moment die Augen, was könnt ihr nun mit euren restlichen Sinnen wahrnehmen, welche Geräusche, welche Gerüche und welche Gefühle? Beginnt die Stadt für euch schon zu pulsieren, anders zu leben? Vielleicht schafft ihr es, auch nach der analogen Einführung der Tour immer einmal wieder einen Abstecher zu den anderen Sinnen als nur dem Sehsinn zu machen und euch die Geruchs- und Geräuschwelt von Innsbruck zu Beginn des 20. Jahrhunderts vorzustellen.

Erste Versuche – erster Stopp

Es ist natürlich als Student immer motivierend zu hören, dass andere Studierende an einem Projekt mitgearbeitet haben. So ist es auch hier. Die Gründer sind die Architekten Gordon Grusdat, Matthias Plenk und der Politikwissenschaftler Robert Both, welche an der Uni auf die Suche nach interessierter Unterstützung gegangen sind. Nun sind Julian und Christian an Bord und mehr oder wenig für die Realisierung der charakteristischen Bilder dieser Stadttour verantwortlich. Christian erzählt UNIpress im Interview, dass es ursprünglich Startschwierigkeiten bei der Suche nach dem richtigen Bildmaterial und der zeichnerischen Umsetzung gab. Heute sieht man nicht mehr viel von diesen Schwierigkeiten, außer man ist schon ein alter Hase in der Stadt und kennt die Gebäude Innsbrucks wie seine Westentasche. Dann könnte schon einmal ein kleiner Fehler gefunden werden. Dem Team muss jedoch auch die schnelle Wandelbarkeit der Häuser und Architektur zugestanden werden. Neben dem Zeitsprung in die Vergangenheit gibt die Tour in Innsbruck auch einen Blick in die Zukunft.

Das erste Projekt des Teams war es, die Alten Stadtsäle zu rekonstruieren. Da diese bereits vor vielen Jahren abgerissen wurden, blieb ihnen nichts anderes übrig, als eine Suche im Stadtarchiv sowie im Internet zu starten. Die Intention des Teams ist es, die Gebäude so exakt wie möglich zu rekonstruieren und ein hoffentlich vollständiges Bild von Innsbruck um 1905 abzubilden.  Die bildnerische Gestaltung der Architekten und die ausgearbeitete Narration von Thomas Jabinger zeigen verschiedene Aspekte der Stadt wie die damalige Kanalisation, das bunte Treiben auf den Straßen durch Pferde, die aufkommenden Autos, Kutschen und natürlich auch die flanierenden Fußgänger am Inn.

© TimeTour PictureThis Media

Die Hard Facts

Für alle, die nun Interesse haben mehr über das vergangene Innsbruck zu erfahren, hier die Hard Facts: Im Moment ist die 1,5 stündige TimeTour über die Website (https://www.timetour.studio/) für ca. 23 € buchbar. Dieses Packet beinhaltet eine VR-Cardboard Brille sowie eine Führung durch einen ausgebildeten Austriaguide, das Smartphone muss selbst mitgebracht werden. Für die Zukunft ist diese Citytour auch mit einer App mit autarker Audiofunktion in Innsbruck und Wien möglich –  mehr wollten die Jungs jedoch noch nicht verraten. Ein kleiner Tipp vorab: die App kann bereits vor der Tour mit VR-Brille und Führung heruntergeladen werden und der Akku des Handys sollte aufgeladen sein.

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