UNIpress: Könntet ihr euch bitte kurz vorstellen? Wer seid ihr und was macht ihr?

©Samir Steurer
Sarah Huemer: Ich heiße Sarah, studiere Internationale Wirtschaftswissenschaften an der Uni Innsbruck und habe bereits den Bachelor in Politikwissenschaften abgeschlossen. Ich bin gewissermaßen die Initiatorin des ganzen Projekts.

©Samir Steurer
Simon Schöpf: Ich heiße Simon, habe Lehramt Geschichte und Chemie fertig studiert und mache jetzt noch zusätzlich den Master in Geschichte. Aus Interesse habe ich auch einmal Ethnologie und Politikwissenschaften studiert, weshalb man sagen kann, dass sich Sarah und ich über ein Eck durch Politikwissenschaften kennengelernt haben. Ich war auch lange in der Studienvertretung aktiv. Im Moment bin ich Lehrer in Kundl.
UNIpress: Wie seid ihr auf die Idee für dieses Projekt gekommen?
Sarah: Die Idee war schon länger in meinem Hinterkopf. Es gibt dazu sogar eine Geschichte: Ein Freund von mir macht seinen PhD in Bauingenieurwissenschaften. Ich habe nie wirklich nachvollziehen können, woran er gerade arbeitet. Er hat mir das einmal so erklärt: Man kann eine Büroklammer immer wieder biegen, bis sie irgendwann bricht. Bei einer Büroklammer ist das nicht besonders tragisch, aber wenn es um andere, um größere Projekte geht, ist es natürlich sehr wichtig, dass das nicht passiert. Mich hat immer schon fasziniert, woran an der Uni geforscht wird und ich finde es schade, wie wenig von dem nach außen durchdringt. So ist die Idee entstanden, etwas zu schaffen, um Forschungsinhalte auf verständliche und unterhaltsame Weise der interessierten Öffentlichkeit näher zu bringen. Die Corona-Zeit war der springende Punkt, an dem ich gesagt habe: „Jetzt packen wir es an.“
UNIpress: Wer ist eure hauptsächliche Zielgruppe? Richtet ihr euch vor allem an Studierende oder auch Schüler oder…?
Sarah: Prinzipiell an jeden, der Zugang zum Internet hat. Unser nächstes Umfeld sind nun einmal Studierende, die werden wir als Erste erreichen und adressieren. Aber natürlich haben alle, die die Thematik interessiert, die uns auf Instagram oder Facebook folgen oder unsere Website lesen, Zugang dazu.
UNIpress: Wie kommt ihr an die Informationen zu den neuesten Forschungsprojekten an der Uni? Wie entscheidet ihr darüber, was ihr berichten wollt und was eher weniger?
Sarah: Eigentlich gibt es keine bestimmten Kriterien, außer, dass es um Forschung gehen soll. Wir informieren uns auf der Uni-Website, überlegen, wer und welches Thema interessant sein könnte und was wir einfach erklären können. Wir schreiben die Personen dann an und hoffen, dass sie sich Zeit für ein Interview nehmen.
Simon: Viel geht auch über persönliche Kontakte. Im Fachbereich Geschichte haben wir schon zwei Interviews geführt, weil ich die Leute dort kenne und direkte Kontakte das Ganze natürlich einfacher machen. Im Bereich der Geographie ist es dasselbe, da ich auch persönlichen Kontakt zu einem Professor habe. Grundsätzlich schauen wir, was es so alles gibt. Es gibt auf der Uni-Homepage auch die Profile der einzelnen Professoren, wo diese ihre eigene Forschung vorstellen. Sarah hat sich da schon schlau gemacht und wir haben Forscher und Forscherinnen auch schon kontaktiert. Letztes Jahr war ich beim Science Slam als Zuseher dabei und auch diese Personen haben wir angeschrieben. Der Hintergedanke war, dass, wenn sie schon bei einem Science Slam mitmachen, sicher auch daran interessiert sind, ihre Forschung zu präsentieren. Zusammengefasst ist es also eine Mischung aus persönlichen Kontakten und Infos von der Uni-Website.
UNIpress: Aber würdet ihr nicht sagen, dass das eigentlich auch die Aufgabe der Universitäten selbst wäre, Forschung an die Öffentlichkeit weiterzugeben?
Sarah: Ich glaube, das ist ein bisschen eine Frage der Zielgruppe. Einfach gesagt sind wir „Digital Natives“. Wir vier gehören auch zur Gruppe der Studierenden; wir wissen, wie man andere junge Leute richtig anspricht. Es gibt das Büro für Öffentlichkeitsarbeit (BfÖ) an der Uni, die natürlich auch einiges machen; doch wir sind selbst in der Zielgruppe drinnen und haben da eine andere Perspektive. Wir sind auch kein Anhängsel der Uni, wir machen das unabhängig.
Simon: Es ist so, dass das BfÖ sehr viel für die Öffentlichkeit im Allgemeinen macht und die Uni in der Stadt repräsentiert. Auf der Uni-Homepage gibt es auch immer die neuesten Infos zur aktuellen Forschung. Aber das ist alles sehr akademisch, eher für interessierte Professoren und Professorinnen, PhDs, Postdocs usw. Es gibt auch die Junge Uni für Kinder, aber eben für Studierende hat es bisher nichts gegeben. Zwar werden auch von Seiten der ÖH die Interessen der Studierenden vertreten, aber ich hätte nie mitbekommen, dass da Forschung nach außen getragen wird.
UNIpress: Wie geht ihr bei der Gestaltung eines Beitrags vor?
Simon: Das kommt immer drauf an. Bei dem Artikel über Spacefood habe ich die Forscher und Forscherinnen selbst gekannt. Wir haben einfach gefragt, was sie eigentlich machen und warum es überhaupt Spacefood-Forschung in der Geschichtswissenschaft in Innsbruck gibt. Netterweise haben die Verantwortlichen uns den Link zu ihrem Paper gegeben, den wir dann auch unserem Artikel hinzugefügt haben.
Wir wollen kurz und knackig darüber informieren, woran in Innsbruck geforscht wird. Wenn jemand mehr über ein Projekt wissen will, kann man sich über weiterführende Links in unseren Artikeln noch weiter informieren.
Sarah: Bei uns läuft es so ab, dass wir den Forschern und Forscherinnen im Vorhinein Fragen schicken, damit sie sich vorbereiten können. Zum Interview gehen wir meist zu zweit hin, wobei einer die Fragen vorbereitet hat und das Gespräch führt und der andere sozusagen der unwissende Zuhörer ist, damit man nicht wieder in einer unverständlichen Fachsprache landet. Danach verfassen wir den Artikel und senden ihn zur Freigabe, bevor er letztendlich veröffentlicht wird.
UNIpress: Gibt es für eure Leser und Leserinnen auch die Möglichkeit, euch zu schreiben oder zu fragen, ob ihr zu gewissen Themen etwas veröffentlichen könnt? Wollt ihr euch noch vergrößern?
Sarah: Wir freuen uns natürlich sehr über Themenvorschläge. Es könnte also beispielsweise jemand sagen: „Hey, da gibt es einen coolen Professor oder ein Forschungsprojekt, bei dem ich gerne hätte, dass es mehr Menschen erreicht.“ Aber weil wir selbst gerade noch dabei sind, uns zu strukturieren und zu organisieren, schauen wir erst einmal, wie es mit unserer Gruppe läuft, wie es weiter geht und im Herbst nehmen wir dann vielleicht noch mehr Personen dazu. Wir möchten die Plattform natürlich auch nicht verschließen; falls jemand Interesse hat, kann er oder sie sich gerne bei uns melden.
UNIpress: Mit Blick auf die Zukunft – Was stellt ihr euch für euer Projekt vor?
Sarah: Das Ziel ist auf jeden Fall, eine größere Reichweite zu bekommen – wir freuen uns über jeden Follower und jeden Like. Wir würden gerne wöchentlich einen Artikel posten können und mit den Posts viele verschiedene Institute abdecken.
Simon: Es gibt echt coole Forschungsprojekte an der Uni, die aber oft niemand mitbekommt. Das Hauptziel ist es also, wirklich Wissenschaft nach außen zu tragen.
UNIpress: Danke für das Interview und viel Erfolg mit eurem Projekt!
Kontakt: Sarah Huemer, makademiaonline@gmail.com
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