Die Kulinarischen Genießer
Endlich stehen die Türen der ganzen Innsbrucker Lokalitäten wieder offen und die Kerzen fürs heimische Candle-Light-Dinner können anderweitig genutzt werden. Aber an Restaurants, mit dem klassischen Angebot aus Pizza und Pasta, haben sich die meisten Gourmet-Pärchen wohl inzwischen satt gegessen. Bevor man allerdings zu Escargot und Co greifen muss, gibt es auch lokalere Arten, um dem kulinarischen Dating-Leben Würze zu verleihen. Beispielsweise kann man sich durch die Innsbrucker Kaffeehäuser trinken und nach jedem Getränk weiterziehen, um seine Koffeinration sowie die wohlverdiente Nachspeise in den versteckten Schätzen Innsbrucks zu genießen. Kaum ist dann dieses Kaffeekränzchen mit einem romantischen Spaziergang verdaut, kann es auch schon mit der Restaurant Tour weitergehen. Auch hier empfiehlt sich, die durch Corona verpasste Restaurant-Experience nachzuholen und das Restaurantpersonal mit einem Gang zum Lokal zu beschäftigen (an dieser Stelle dann ordentlich Trinkgeld geben, vor allem wenn ihr Händchen haltend und mit Pärchen-Deluxe Dauergrinsen das Lokal in Aufruhr bringt). Wie bereits im Vorgängerartikel erwähnt kann man hier leicht mit kleinen Spielereien etwas Besonderes aus einer sonst recht wohlvertrauten Restaurant-Tour zaubern. Man kann nämlich lukullische Spontanität vorweisen, indem man bei jeder Bestellung auf die Empfehlung des jeweiligen Kellners vertraut oder gar eine Nummer vereinbart, die bei jeder Speisekarte das gewählte Item markiert. So kann man sich nicht nur durch verschiedene Lokalitäten schlemmen, sondern auch ein potenzielles neues Lieblingsessen entdecken. Natürlich ist es mit der zweiten Nachspieße nicht getan – wer The World’s End gesehen hat weiß, wie aufregend Bar-Hopping sein kann. Einfach von Drink zu Drink durch die Clubs und Bars von Innsbruck hüpfen und wer weiß – vielleicht kann das ganze letzte Couchjahr in einer Nacht nachgeholt und unvergesslich gemacht werden. Wer allerdings vollends bedient vom Daheimsitzen ist, der kann als Dating-Idee mit einem romantischen Brunch oder gar Brunch-Picknick punkten, das nach einem Sonnenaufgangsspaziergang oder alternativ auch einer Sonnenaufgangsspritztour besonders gut schmecken sollte.

© Kristina Kerber
Die Bildschirmjunkies
Wer behauptet, dass sich die Bildschirmzeitung im letzten Jahr nicht erhöht hat, muss entweder lügen oder an einer höchst seltenen Krankheit namens „mentale Stabilität“ leiden. Aber auch hier kann Abhilfe gegen gelangweilte rote Augen geschafft werden. Gerade in der Sommerzeit bietet Innsbruck viele Möglichkeiten, Filme unter den Sternen zu genießen. Vom Metropol Autokino, zum Silent Cinema, bis hin zum Open Air Kino beim Zeughaus – bei dem breitgefächerten Filmprogramm ist für jeden etwas dabei und im Auto oder eng kuschelnd auf einem etwas abgelegeneren Liegestuhl hat man als Paar dann auch mehr metaphorischen Spielraum als mit Popcorn kauenden Kindern am Nebensitz. Auch privat kann man mit einem Laptop eine Outdoor-Kinoerfahrung unter den Sternen zaubern, die nicht nur portabel und flexibel, sondern auch mehr als romantisch ist. Wie bereits im letzten Artikel erwähnt gibt es mit den verschiedenen Streaming-Plattformen viele Möglichkeiten, neue Genres und Obsessionen zu entdecken, die für eine gemeinsame Watch-Erfahrung sorgen (sei es „Netflix and Chill“ oder tatsächliches Netflix und Chillen). Was sich beispielsweise anbietet sind Serien- und Filmmarathons, aber mit einem Twist, der euch wie so ziemlich jeder Marathon ordentlich ins Schwitzen bringt. Es bietet sich nämlich gerade bei B-Movies oder Trash TV an, ordentlich zur Flasche zu greifen und mit Trinkspielen kreativ zu werden. So war ein Twilight-Marathon noch nie unterhaltsamer und intellektuell stimulierender als mit Komasaufen, bei dem die lieben Gehirnzellen ordentlich gekitzelt werden, wenn die heißblütige Bella sich mal wieder die Lippe wundbeißt und den armen Edward damit ganz fuchsig macht. Ein weiterer Besuch kinematographischer Nostalgie wäre beispielsweise das gemeinsame Wiederentdecken von Kindheitserinnerungen – sei es der damalige Lieblings-YouTuber, der jetzt mit zwei Kindern PG13-Content macht, die Lieblingsserie, die durch politische Korrektheit in den Boden gestampft wurde, oder der Kindheitsfilm, der sich mit den veralteten CGI-Spezialeffekten wie eine ungewollte Komödie anfühlt. Auch hier empfiehlt sich eine gesunde Dosis Alkohol für all diejenigen, die noch nicht bereit sind, sich ihre Kindheitserinnerungen zerstören zu lassen. Eine weitere Art, Kindheitserinnerungen wieder aufleben zu lassen oder gar zu verbessern, sind Video- und Brettspiele – mit einem Twist. Strip-Poker müsste mittlerweile jedem ein Begriff sein, aber man kann das Konzept auch auf andere Spiele expandieren. So kann man beispielsweise eine kompetitive Runde Mario Kart spielen, und vor allem nach der Rainbow Road sollten nicht nur die Getriebe der Autos in Gang gekommen sein.

© Kristina Kerber
Die Nachteulen
Zwar ist das Innsbrucker Nachtleben vor allem für seine Clubs und Bars bekannt, allerdings gibt es auch hier kreative Wege, um die Nacht zum Tag werden zu lassen. Vor allem nach Anbruch der Dunkelheit bieten sich Roadtrips an, bei denen Seen, Spielplätze, Parks oder einfach die altvertraute Altstadt mit einem neuen Blickwinkel erkundet werden können. Um eine extra Komponente an Abenteuerlust beizufügen, kann man auch einfach drauflosfahren – sei es mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Auto – und einen Münzwurf entscheiden lassen, wo es hingehen soll und wo umgestiegen oder abgebogen werden soll. Auf diese Weise kann man nicht nur seine Stimmbänder beim stundenlangen Reden oder Mitsingen trainieren, sondern auch neue Umgebungen und Geheimspots erkunden, die bei Nacht in eine bisher unergründete mysteriöse Idylle getaucht sind. Aber auch sonstige eher klassische Date-Ideen gewinnen durch den Aspekt der trauten nächtlichen Einsamkeit an Charme. So kann das romantische Picknick oder der idyllische Spaziergang bei Nacht zu einem kleinen Abenteuer werden. Wenn’s kalt ist, kann gemütlich unter einer Decke kuschelnd über den Sternenhimmel diskutiert werden und wenn’s zu warm ist gibt, es um drei in der Früh vermutlich wenige Leute, die Outfit-Entscheidungen kritisieren würden.
Die Kreativen
Altbewährtes hat meist Beständigkeit, aber ein wenig ausgefallenes Einfallsvermögen schadet selten. Drum heißt’s auch mal mit Esel statt mit weißen Pferd in den Sonnenuntergang zu reiten – oder alternativ auch mit Alpaka! Seefeld bietet statt Ausritten beispielsweise Alpakawanderungen an, bei denen kein Auge trocken bleibt – sei es auch deshalb, weil Alpakas wahre Spuckweltmeister sind. Und wenn man schon tierlieb ist, dann kann ein gemeinsamer Besuch eines Tierheims natürlich nicht fehlen. Dabei kann man dann auch die ganzen Katzen, Hunde, Leguane und Hamster besuchen und sich gegenseitig überzeugen, dass so ein kleiner Vierbeiner (oder auch Kein- oder Mehrbeiner) nicht ins (zukünftige) gemeinsame Zuhause passen würde. Wer weniger tierlieb ist, kann das ganze auch auf Menschen übertragen und statt Tiere zu beobachten dem guten alten „People Watching“ nachgehen. Dabei ist es dann besonders lustig, Hintergrundgeschichten für die vorbeiziehenden Gesichter zu erfinden, während man selbst gemütlich beim Kaffee sitzt und seiner Kreativität freien Lauf lässt. Wer’s nicht so mit den Menschen hat, kann wiederum in ein Museum oder einen Antiquitätenladen spazieren und sich wie ein spirituelles Medium fühlen, während man den vertaubten Objekten, Gemälden oder Statuen eine brisante Vergangenheit zuschreibt. Apropos Medium – auch eine gemeinsame Aura-Lesung kann Spannung in die Beziehung bringen (ob es sich dabei um Geister aus der Vergangenheit oder eine geistreiche Zukunft handelt, sei ’mal so dahingestellt).

© Kristina Kerber
Die Nestflüchter
Für all diejenigen, die bei Serienmarathons einschlafen und keinen Film mehr ertragen, bis sie endgültig aufgrund von Langeweile durchdrehen, raten wir Folgendes: Just do it! Sei es Fallschirmspringen, Paragleiten, Laser Tag, Escape Rooms, Flying Fox, Kletterparks, der nächstgelegene Vergnügungspark, der langersehnte Spontan-Trip: Einfach Klappe zu und auf geht’s. Warum nicht? Natürlich bestimmt der Geldbeutel, wie oft solche Aktivitäten wiederholt werden können, aber was spricht dagegen, der Tretmühle des eigenen Lebens wenigstens für einen Tag einen ordentlichen Kick zu verpassen? Andernfalls können auch kleinere und kostengünstigere Aktivitäten wie das Abklappern der Touristenattraktionen im Nachbarort – vielleicht in Kombination mit einem eintägigen Aufenthalt im lokalen Hotel – oder „Date-Klassiker“ wie Billard, Bowling und dergleichen für Auflockerung sorgen, aber die Frage ist: Warum nicht? Oft fällt man in einer Beziehung schnell in einen Alltagstrott, bei dem es einfach naheliegender ist, den Partner in Löffelposition auf die Wange zu küssen, eine Ofenpizza ins Rohr zu schieben und einen Film auf Netflix anzuschalten. Oft braucht es jedoch ein Entfliehen der eigenen vier Wände, um ebendiese wieder wertschätzen zu lernen, nachdem man von einem gemeinsamen Abenteuer heimkehrt.