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	<title>Rezension Archives - UNIpress</title>
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	<description>Das offizielle Magazin der ÖH Innsbruck</description>
	<lastBuildDate>Sun, 27 Oct 2024 21:09:09 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
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		<title>Tennissocken statt Spitzenschuhe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Isser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Oct 2024 11:30:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit Romeo und Julia von Sergej Prokofjew bringt das Tiroler Landestheater ein Ballett auf die Bühne. Wer sich Spitzenschuh-Romantik erwartet, hat sich geirrt. Giftgrüne Jogging-Anzüge, Glitzerpailletten in Edelsteinfarben und viele&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Mit <em>Romeo und Julia</em> von Sergej Prokofjew bringt das Tiroler Landestheater ein Ballett auf die Bühne. Wer sich Spitzenschuh-Romantik erwartet, hat sich geirrt.</div>
<p><span id="more-20957"></span></p>
<p>Giftgrüne Jogging-Anzüge, Glitzerpailletten in Edelsteinfarben und viele hohe Socken. Das Ganze vor einem brutalistischen Bühnenbild, das an kahle Ostblock-Bauten und nicht ans Bolshoi-Theater erinnert.<em> Romeo und Julia</em> von Sergej Prokofjew kommt im Tiroler Landestheater ganz anders daher als ein klassisches Ballett mit luftigen Tutus und märchenhaften Szenerien.</p>
<h3>Dramatisch dynamisch</h3>
<p>Der größte Unterschied liegt nicht im Drumherum, sondern im Tanz selbst (Choreografie von Marcel Leemann). Wie es in zeitgenössischen Produktionen oft üblich ist, wurde auf Spitzentanz verzichtet. Die einzige Ausnahme bietet die Amme, getanzt von Olivia Swintek. Wieso sie sich als einzige <em>en pointe</em> befindet, erschließt sich mir nicht. Der Tanz auf Spitze wäre hier meiner Meinung nach verzichtbar gewesen. Denn er ist nicht wirklich harmonisch mit den anderen Bewegungen, die im Stück dominieren.</p>
<p>Statt gerader, langer Linien und präziser, klar definierter Formen sieht man hier alles fließen. Die Tänzer:innen heben die Arme, als wären sie im Thriller-Musikvideo von Michael Jackson (passend zu Halloween?), rollen über den Boden und halten in kaum einer Position auch nur einen Moment still. Das schafft eine Dynamik, die der dramatischen Handlung von Prokofjews Ballett, natürlich basierend auf Shakespeares Tragödie, nicht schlecht steht. Aber besonders, wenn (fast) das ganze Ensemble auf der Bühne ist, wird das Bild unruhig; man sieht überall zugleich hin und nirgends so richtig. Und auch in den ruhigeren Szenen ist viel los. Dabei verliert das Stück nie seine tragische Dramatik, aber doch etwas von seiner feineren Sentimentalität.</p>
<div id="attachment_20960" style="width: 1034px" class="wp-caption alignnone"><img aria-describedby="caption-attachment-20960" decoding="async" class="size-large wp-image-20960" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/romeo-und-julia-5046-c-birgit-gufler-1024x683.jpg" alt="" width="1024" height="683" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/romeo-und-julia-5046-c-birgit-gufler-1024x683.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/romeo-und-julia-5046-c-birgit-gufler-300x200.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/romeo-und-julia-5046-c-birgit-gufler-768x512.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/romeo-und-julia-5046-c-birgit-gufler-1536x1024.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/romeo-und-julia-5046-c-birgit-gufler-2048x1365.jpg 2048w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/romeo-und-julia-5046-c-birgit-gufler-1920x1280.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/romeo-und-julia-5046-c-birgit-gufler-1170x780.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/romeo-und-julia-5046-c-birgit-gufler-585x390.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/romeo-und-julia-5046-c-birgit-gufler-263x175.jpg 263w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-20960" class="wp-caption-text">(c) Birgit Gufler</p></div>
<p>Die Tänzer:innen selbst sind technisch tadellos und durch ihr expressives Spiel mitreißend anzuschauen. Fantastisch natürlich auch das Tiroler Symphonieorchester unter der Leitung von Matthew Toogood. Es wird Prokofjews mitreißender Komposition (am bekanntesten ist der <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Z_hOR50u7ek">Tanz der Ritter</a>) gerecht.</p>
<p>Wer mit zeitgenössischen Inszenierungen etwas anfangen kann, wird hier wohl eine gute Zeit haben. Spitzenschuh-Enthusiasten, die Schönheit, Leichtigkeit und Präsizion dem befreiten Ausdruck vorziehen, sollten der Inszenierung aber eher fernbleiben. Am Ende ist es Geschmackssache.</p>
<p><em>Romeo und Julia </em>läuft noch bis Ende Jänner 2025 im großen Haus des Tiroler Landestheaters. Karten gibt es für alle unter 27 Jahren um 40 Prozent ermäßigt.</p>
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		<title>Falstaff am Tiroler Landestheater: Gelungene Inszenierung ohne langweilige Sekunde</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Isser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Oct 2024 10:30:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Guiseppe Verdis komische Oper Falstaff feierte am Samstag am Tiroler Landestheater Premiere. Die Inszenierung sorgt für viel Gelächter und überzeugt musikalisch, schauspielerisch und visuell. Bei der Premiere von Verdis Oper&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Guiseppe Verdis komische Oper <em>Falstaff</em> feierte am Samstag am Tiroler Landestheater Premiere. Die Inszenierung sorgt für viel Gelächter und überzeugt musikalisch, schauspielerisch und visuell.</div>
<p><span id="more-20912"></span></p>
<p>Bei der Premiere von Verdis Oper <em>Falstaff</em> am Samstag, dem 5. Oktober, sind einige Plätze im Publikum leer geblieben. Vielleicht hat das damit zu tun, dass das Tiroler Landestheater in den letzten Monaten vor allem durch Negativschlagzeilen auffiel: Das Theater stecke in der Krise, die Besucherzahlen seien stark geschwunden und zwischen Intendantin und kaufmännischem Direktor tobe ein bitterer Machtkampf, berichteten Medien. Doch wer sich von der schlechten Publicity abschrecken ließ und dem Theater fernblieb, hat an diesem Abend verloren. Denn die Inszenierung von <em>Falstaff</em> unter der Regie von Tobias Ribitzki ist durch und durch gelungen. Die Darsteller:innen zeigen sich stimmgewaltig und schauspielerisch ausdrucksstark, musikalisch lässt das Tiroler Symphonieorchester (unter der Leitung von Matthew Toogood) keine Wünsche offen, und Bühne und Kostüme (von Stefan Rieckhoff) schaffen ein ästhetisch stimmiges Bild. Das Resultat ist eine kurzweilige und durchgängig unterhaltsame Darbietung, die einfach funktioniert.</p>
<h3>In zweieinhalb Stunden Schadenfreude zum Opern-Erfolg</h3>
<p>Mit <em>Falstaff</em> traute sich Giuseppe Verdi 50 Jahre, nachdem seine erste Komödie vom Publikum in der Mailänder Scala förmlich in der Luft zerrissen wurde, erstmals wieder an eine komische Oper. Das Libretto stammte von Arrigo Boito auf Basis des Shakespeare Stoffes <em>Die lustigen Weiber von Windsor</em> und konnte den Shakespeare-Liebhaber Verdi, der sonst eher für Tragödien wie <em>Aida</em> bekannt ist, im Alter von fast 80 Jahren noch einmal aus dem Ruhestand locken. Die Uraufführung fand diesmal großen Anklang und versöhnte den großen Komponisten mit dem Komödien-Genre. Seitdem gilt <em>Falstaff</em> als Opern-Klassiker.</p>
<p>Der namensgebende Protagonist Sir John Falstaff ist ein Lebemann, ein Säufer und ständig in Geldnöten. Um seine Kassen aufzubessern, schmiedet er einen Plan: Er will sich die Gunst einer reichen Dame sichern. Doppelt hält besser, denkt sich Falstaff, und schreibt zu diesem Zwecke gleich zwei identische Liebesbriefe an Mrs. Alice Ford und Mrs. Meg Page. Zu blöd nur, dass die beiden Frauen beste Freundinnen sind und Falstaffs Trick durchschauen. Für seine Unverfrorenheit wird Falstaff die nächsten zwei Stunden von den Damen an der Nase herumgeführt, bestraft und ordentlich ausgelacht. Zugegebenermaßen, ein gesundes Maß an Schadenfreude ist als Zuseher Voraussetzung – doch dann gibt es viel zu lachen. Verkompliziert wird die Handlung noch durch Alices Mann Ford, der die Affäre zwischen Falstaff und seiner Gattin für echt hält. Außerdem liegt er im Clinch mit Tochter Nannetta, weil er es ihr nicht gestatten will, ihren Liebhaber Fenton zu heiraten. Es sind klassische Shakespeare-Konstellationen, die für viel Dynamik sorgen und sich am Ende aber selbstverständlich doch zum Guten auflösen.</p>
<div id="attachment_20913" style="width: 1034px" class="wp-caption alignnone"><img aria-describedby="caption-attachment-20913" decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-20913" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-6136-c-birgit-gufler-1024x683.jpg" alt="" width="1024" height="683" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-6136-c-birgit-gufler-1024x683.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-6136-c-birgit-gufler-300x200.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-6136-c-birgit-gufler-768x512.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-6136-c-birgit-gufler-1536x1024.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-6136-c-birgit-gufler-2048x1365.jpg 2048w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-6136-c-birgit-gufler-1920x1280.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-6136-c-birgit-gufler-1170x780.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-6136-c-birgit-gufler-585x390.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-6136-c-birgit-gufler-263x175.jpg 263w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-20913" class="wp-caption-text">(c) Birgit Gufler</p></div>
<div class="bildunterschrift">Die vier Frauen beraten ihre Vorgehensweise nach Erhalt der dreisten Liebesbriefe. Von links nach rechts: Anastasia Lerman als Nannetta, Camilla Lehmeier als Meg, Christiana Oliveira als Alice und Abongile Fumba als Mrs. Quickly. Bild: Birgit Gufler.</div>
<h3>Frauen und Handlanger überzeugen</h3>
<p>Am Tiroler Landestheater erwecken die Darsteller:innen die Charaktere zum Leben. Falstaffs Handlanger Bardolfo (Jason Lee) und Pistola (Oliver Sailer) sorgen von der ersten Szene an für viel Gelächter. Auch die Frauen sind durch die Bank stark. Müsste man eine hervorheben, wäre es wohl Anastasia Lerman als Nannetta: Sie sieht im Sixties-Look, der an Megan Draper aus der Serie <em>Mad Men</em> erinnert, nicht nur entzückend aus, sondern ist durch ihre lebendige Mimik ein unfassbar witziges Highlight. Als Zuschauerin will man mit den Augen gar nicht zu lang auf dem übersetzten Liedtext neben der Bühne verweilen, um keinen Gesichtsausdruck, keine Geste zu verpassen. Aber auch Christiana Oliveira als Alice und Abongile Fumba als Mrs. Quickly sorgen mit ihrer ausdrucksstarken Darstellung für beste Unterhaltung. Jacob Phillips als scheiternder Patriarch Ford bleibt ebenso im Gedächtnis.</p>
<p>Interessanterweise verblasst der namensgebende Falstaff (Johannes Maria Wimmer) gegenüber den kleineren Rollen ein wenig: Er sorgt für vergleichsweise wenige Lacher. Schauspielerisch sind andere Darsteller:innen überzeugender. Gesanglich ist die Darbietung aber einwandfrei, und Wimmer erntet am Ende viel Applaus vom Publikum.</p>
<div id="attachment_20914" style="width: 1034px" class="wp-caption alignnone"><img aria-describedby="caption-attachment-20914" decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-20914" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-6053-c-birgit-gufler-1024x683.jpg" alt="" width="1024" height="683" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-6053-c-birgit-gufler-1024x683.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-6053-c-birgit-gufler-300x200.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-6053-c-birgit-gufler-768x512.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-6053-c-birgit-gufler-1536x1024.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-6053-c-birgit-gufler-2048x1365.jpg 2048w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-6053-c-birgit-gufler-1920x1280.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-6053-c-birgit-gufler-1170x780.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-6053-c-birgit-gufler-585x390.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-6053-c-birgit-gufler-263x175.jpg 263w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-20914" class="wp-caption-text">(c) Birgit Gufler</p></div>
<div class="bildunterschrift">Falstaff (Johannes Maria Wimmer, Mitte) mit seinen Dienern Bardolfo (Jason Lee, links) und Pistola (Oliver Sailer, rechts). Letztere sind besonders überzeugend. Bild: Birgit Gufler.</div>
<h3>Visuell stimmiges Spiel</h3>
<p>Bühnen- und Kostümdesigner Stefan Rieckhoff siedelt das ganze Spiel in den frühen Sechziger-Jahren an: Die ausgestellten Silhouetten der Röcke nach Christian Diors New Look erinnern noch an die Fifites, während die geraderen Schnitte an Meg und Mrs. Quickly schon mehr in Richtung Jackie Kennedy gehen. Das ist vielleicht nicht sofort naheliegend – der Basisstoff entstammt dem 17., die Oper selbst dem 19. Jahrhundert –, doch es funktioniert. Farblich sind die Kostüme vor allem in schwarz-weiß gehalten. Punktuell gesetzte rote Akzente, in Form von Haarbändern, Krawatten und Halstüchern, tanzen über die Bühne und schaffen visuelle Anhaltspunkte. Das Bühnenbild und die Requisiten werden klug eingesetzt, es fehlt an nichts, ohne dass die Gestaltung ausartet. Ästhetisch ist <em>Falstaff</em> stimmig: reichhaltig, aber nicht überladen.</p>
<div id="attachment_20915" style="width: 1034px" class="wp-caption alignnone"><img aria-describedby="caption-attachment-20915" decoding="async" loading="lazy" class="size-large wp-image-20915" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-2821-c-birgit-gufler-1024x683.jpg" alt="" width="1024" height="683" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-2821-c-birgit-gufler-1024x683.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-2821-c-birgit-gufler-300x200.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-2821-c-birgit-gufler-768x512.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-2821-c-birgit-gufler-1536x1024.jpg 1536w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-2821-c-birgit-gufler-2048x1365.jpg 2048w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-2821-c-birgit-gufler-1920x1280.jpg 1920w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-2821-c-birgit-gufler-1170x780.jpg 1170w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-2821-c-birgit-gufler-585x390.jpg 585w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2024/10/falstaff-2821-c-birgit-gufler-263x175.jpg 263w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-20915" class="wp-caption-text">(c) Birgit Gufler</p></div>
<div class="bildunterschrift">Die schwarz-weiß-roten Kostüme von Stefan Rieckhoff entführen in die frühen Sechziger-Jahre. Bild: Birgit Gufler.</div>
<p>Insgesamt verbringt man hier einen Abend ohne eine langweilige Sekunde. Sogar Opernmuffel oder -anfänger:innen könnten auf ihre Kosten kommen: Wenn sich eine Oper für den Einstieg eignet, dann<em> Falstaff</em>. Das liegt nicht nur an der eingängigen Musik von Verdi und dem dynamischen Ausgangsstoff, die die besten Voraussetzungen liefern, sondern auch an der gelungenen Umsetzung am Landestheater.</p>
<p><em>Falstaff</em> läuft noch bis Dezember im großen Haus des Tiroler Landestheaters. Karten gibt es für alle unter 27 Jahren um 40 Prozent ermäßigt.</p>
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		<title>Gefangen im Mikrokosmos Internat</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Simon Riegler]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Dec 2021 11:13:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Emil Kaschka zeigt in seinem Roman „Grünholz“ sehr eindrucksvoll die brutale Härte eines konservativ geprägten Internats voller pubertierender, mobbender Jugendlicher und unausgesprochener Tatsachen. In der Poetry-Slam Szene ist Emil Kaschka&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Emil Kaschka zeigt in seinem Roman „Grünholz“ sehr eindrucksvoll die brutale Härte eines konservativ geprägten Internats voller pubertierender, mobbender Jugendlicher und unausgesprochener Tatsachen.</div>
<p><span id="more-15196"></span></p>
<p>In der Poetry-Slam Szene ist Emil Kaschka schon seit einigen Jahren ein großer Name am Firmament. Nun wagt er sich an den Roman und schreibt in „Grünholz“ über die Welt junger Menschen, über konservative Dynamiken, über Freundschaft und die erste Liebe. Im titelgebenden Internat begleiten wir Jonas und Oskar. Zwei Jugendliche, die in diesem Mikrokosmos schönen und schrecklichen Seiten begegnen und zwischen erstem Liebeskummer und unterdrückenden Dynamiken zu überleben versuchen.</p>
<h2>Der Mikrokosmos Grünholz</h2>
<p><em>„Sie drückten unsere Köpfe nach unten und fütterten uns mit grauem Schnee von der Zufahrt.“</em> So modern einem die Gesellschaft heute auch erscheinen mag, gibt es immer noch konservativ geprägte Denkweisen, die Gruppendynamiken gefährlich beeinflussen können. Kaschka zeigt solche Dynamiken gekonnt und einfühlsam auf. Er führt uns heran an den Mikrokosmos Internat mit all seinen schönen und auch schrecklichen Seiten. Und er zeigt, wie veraltete Denkmuster noch immer ein Teil unserer Gesellschaft sind. Sie fressen sich durch jeden hindurch und verletzten am Ende die bereits Verletzlichen der Gruppe. Eine Hülle von Scham und Angst umgibt die einzelnen Schüler des Internats und vereitelt wichtiges Eingreifen in eskalierende Situationen. Auch die vermeintliche Hauptfigur sieht sich in dieser unausgesprochenen Dynamik gefangen und kann ihr nur sehr schwer entfliehen. Ganz dem Motto „der Stärkere gewinnt“ werden bestehende Strukturen kaum in Frage gestellt und nur sehr selten angegriffen – mit schweren Folgen für den jeweiligen Rebellen.</p>
<p>Dieser im Roman aufgebaute Zustand ist auch heute noch aktuell und spiegelt die Dynamik in den Schulen im Alpenraum wider. Emil Kaschka selbst erzählte UNIpress im Interview: „Es ist einiges an eigenen Erlebnissen und Erfahrungen [in den Roman] eingeflossen. Zudem hat mein Bruder eine Landwirtschaftsschule besucht und dabei sehr viele heftige und inspirierende Geschichten mit nach Hause gebracht.“</p>
<div class="vlp-link-container vlp-template-default ">
	<a href="https://www.unipress.at/kultur/emil-kaschka-im-interview/" class="vlp-link" title="Vom Poetry-Slam zum Roman: Emil Kaschka im Interview"></a>		<div class="vlp-link-image-container">
		<div class="vlp-link-image">
			<img style="max-width: 150px;" width="150" height="150" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2021/10/UNIpress-Titelblatt-150x150.png" class="attachment-150x150 size-150x150" alt="" decoding="async" loading="lazy" />		</div>
	</div>
		<div class="vlp-link-text-container">
				<div class="vlp-link-title">
			Vom Poetry-Slam zum Roman: Emil Kaschka im Interview		</div>
						<div class="vlp-link-summary">
			In der Poetry-Slam Szene ist Emil Kaschka schon seit einigen Jahren bekannt und tätig. Nun veröffentlicht er mit „Grünholz“ seinen ersten Roman und spricht mit UNIpress über Einflüsse und Inspiration, welche Unterschiede zum Poetry-Slam existieren und ab wann man am besten den Roman an einen Verlag senden sollte.		</div>
			</div>
</div>

<p>Das Ende des Romans ist erschreckend und doch vorhersehbar zugleich. Viele Seiten vorher erahnt man den kommenden Knall und fühlt sich schlussendlich trotzdem überraschend hart getroffen von den Entscheidungen der einzelnen Akteure. Emil Kaschka verpackt diese in der Gesellschaft tabuisierte Thematik gekonnt und bietet den Lesenden genügend Platz zum eigenen Denken. Dennoch steht am Ende der Wunsch für eine bessere Kommentierung der Geschehnisse, eine größer ausfallende Einordnung des Vorgefallenen im Raum.</p>
<h2>Der literarische Anspruch</h2>
<p>Emil Kaschka zeigte bereits in den vergangenen Jahren auf den Bühnen des Landes seinen gekonnten Umgang mit dem gesprochenen Wort. Nun wechselt er zum Roman und nimmt seine sprachlichen Fähigkeiten mit auf das geschriebene Blatt. Er untermischt gewandt lyrische und dramatische Elemente mit dem Text. Hervorzuheben sind dabei besonders die lyrischen Einspieler, in welchen er gekonnt auf die kommenden Kapitel vorausschaut, ohne dabei zu viel von der Handlung vorwegzunehmen. Spielend führt Kaschka die Zielgruppe des Romans an unterschiedliche literarische Gattungen heran und zeigt, wie lebendig sie sein können.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Vom Mitschwimmen im Strom der Zeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Jakober]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Sep 2021 11:43:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Andreas Pavlic wirft in seinem Roman „Die Erinnerten“ einen Blick zurück in die Geschichte des schönen Innsbrucks und seine nicht so schönen Kapitel. „Die Erinnerten“ ist ein Roman von Andreas&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up"><span data-contrast="auto">Andreas Pavlic wirft in seinem Roman „Die Erinnerten“ einen Blick zurück in die Geschichte des schönen Innsbrucks und seine nicht so schönen Kapitel.</span></div>
<p><span data-contrast="auto">„Die Erinnerten“ ist ein Roman von Andreas Pavlic, der am 2. September bei Edition Atelier in Wien erschienen ist. Der Autor selbst ist gebürtiger Innsbrucker und lebt heute in Wien. Er erzählt in seinem neuesten Werk von zwei Liebenden aus Innsbruck, die zwar nicht in die Geschichte eingehen, sie aber zumindest ein gutes Stück des Weges begleiten.</span></p>
<h3><span data-contrast="auto">Geschichte im Zeitraffer</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></h3>
<p><span data-contrast="auto">Die Geschichte von Annemarie und Johann beginnt im Jahr 1932. Die beiden mehr oder minder enthusiastischen Sozialdemokraten laufen sich am Rande einer großen Rauferei zwischen den Roten und den Braunen in die Arme. Es ist der Beginn einer Beziehung, deren Gedeihen der Leser über mehrere Stationen der Geschichte miterleben kann. Nie sind es die großen, bekannten Ereignisse, an denen sich die Erzählung fortschreibt, sondern es ist der Wandel des Alltags durch die verschiedenen Zeiten und Regime jener Jahrzehnte. Seien es zuerst die regelmäßigen Kämpfe zwischen den Sozialisten, Christlichsozialen und den noch illegalen Nazis oder zuletzt das Heranrücken der Alliierten und das damit einhergehende wundersame Verschwinden aller Hakenkreuze von Fahnenmasten, Armbinden und Jackettkragen.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Die Brücken zwischen den Momentaufnahmen aus dem Leben von Annemarie und Johann werden von den Erzählpassagen gespannt, die zuweilen die Verbindung noch weiter schlagen, in die Gegenwart und Zukunft nämlich. Dabei erinnert sich der gemeinsame Sohn der beiden, der nach dem Ende seines eigenen Lebens die Erlebnisse seiner Eltern als Teil seiner eigenen Geschichte erlebt.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<h3><span data-contrast="auto">Die Historie in der Geschichte</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></h3>
<p><span data-contrast="auto">Es ist zwar ein Roman aber man hält mit den „Erinnerten“ auch ein kleines Buch der österreichischen Geschichte in Händen. Es hat nicht weniger zum Thema als die großen politischen Umwälzungen und die geschichtlichen Schlüsselmomente Österreichs von der Zwischen- bis zur Nachkriegszeit. Vom Paramilitarismus über den Austrofaschismus bis zum Nationalsozialismus schafft es Pavlic die historischen Ereignisse in ihrer alltäglichen Auswirkung auf die Menschen einzufangen. Zur <em>Geschichte</em> werden diese Momente nämlich immer erst in der Retrospektive. Es gibt kaum Augenblicke, bei denen man schon im Geschehen wissen kann, wie geschichtsträchtig sie sind. Diese Arglosigkeit, mit der man den großen Weichenstellungen der Geschichte begegnet lässt Pavlic auch in der Sprache seiner Protagonisten immer wieder hervorblitzen. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Die Darstellung des ganz normalen Lebens eines ganz normalen Paares während dieser dunklen Zeiten macht die damaligen Ereignisse weit greifbarer als es das ein Geschichtsunterricht jemals könnte. Gleichzeitig verhindert die ja eigentlich nur nebensächliche Behandlung der politischen Umbrüche, sich wie ein Schulkind belehrt zu fühlen.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"><br />
</span><span data-contrast="auto">Leider aber ist die Fülle der Ereignisse, die Andreas Pavlic einbezieht, dann doch so groß, dass die Geschichte unserer Liebenden manchmal ein wenig in den Hintergrund rückt.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"><br />
</span><span data-contrast="auto">Auch die Zwischenschübe des Erzählers tragen nicht immer dazu bei, den Erlebnissen von Annemarie und Johann mit aller Leidenschaft zu folgen und sich in die Protagonisten hinein zu fühlen.</span></p>
<h3><span data-contrast="auto">Die Vergangenheit vor der Haustür</span></h3>
<p><span data-contrast="auto">„Die Erinnerten“ ist weder eine Heldengeschichte noch geht es etwa um große Kriegsverbrecher. Es ist ein Porträt der Mitschwimmer. Andreas Pavlics gekonnte und unauffällige Einbindung der historischen Ereignisse in die alltägliche Lebensrealität macht das Buch zu einem wertvollen Beitrag einer gesellschaftlichen Erinnerung. Der Schauplatz der Handlung ist Innsbruck. Die im Buch erwähnten Namen von Straßen, Bergen oder Brücken lässt für heutige Bewohner dieser Stadt die Vergangenheit noch näher rücken und macht sie erst so richtig greifbar.<br />
Egal ob man sich in der Geschichte Österreichs auskennt oder nicht, das Werk bietet allen eine großartige Möglichkeit dazuzulernen. </span><span data-contrast="auto">Auch viel Interessantes aus der Lokalgeschichte Innsbrucks webt der Autor in seinen Roman ein. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}">All die historischen Begebenheiten im Buch, seien sie nun auf der lokalen oder weltpolitischen Ebene, sind ausgezeichnet recherchiert. Von der Neugier gepackte Lesende können sich mit der Literaturliste im Anhang des Romans auch selbst noch weiter in die Geschichte vertiefen. </span></p>
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		<title>„Dash und Lily&#8221; &#8211; Zauberhafte Weihnachtstimmung garantiert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Hohengasser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Dec 2020 12:23:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Dash und Lily“, die neue Weihnachtsserie, feierte ihr Debüt auf der beliebten Streaming-Plattform Netflix und bietet Festtagsstimmung für jeden. Am 10. November dieses Jahres feierte die Verfilmung der beliebten Romane&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">„Dash und Lily“, die neue Weihnachtsserie, feierte ihr Debüt auf der beliebten Streaming-Plattform Netflix und bietet Festtagsstimmung für jeden.</div>
<p>Am 10. November dieses Jahres feierte die Verfilmung der beliebten Romane der amerikanischen Autoren David Levithan und Rachel Cohn ihren Auftakt. Dash, der „Grinch&#8221; dieser Geschichte, findet in einer Buchhandlung ein rotes Notizbuch, welches ihn zu einer Schnitzeljagd herausfordert. Lily, die kein größerer Fan von Weihnachten sein könnte, hat darin Rätsel und Mutproben vermerkt, die zu lösen sind. Er ist fasziniert von dieser neuen Herausforderung, die ihm gerade jetzt zur rechten Zeit kommt. Das rote Notizbuch wechselt durch die Mithilfe ihrer Familie und Freunde immer wieder den Besitzer. So lernen sich die beiden näher kennen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h3>Grinch vs. Weihnachtsjunkie</h3>
<p>Dash und Lily, die beiden Protagonisten, haben auf den ersten Blick nicht wirklich viel gemeinsam. Er, ein einzelgängerischer Zyniker, der noch dazu frisch von seiner Freundin getrennt ist, hofft, dass die Festtage so schnell wie möglich vorübergehen. Also tröstet er sich von all dem nervigen Weihnachtstrubel in der Buchhandlung „The Strand“, wo er durch Zufall das rote Notizbuch findet. Lily dagegen kostet jede Sekunde in vollen Zügen aus und ist eine Träumerin. Die beiden haben andere Weltanschauungen und kommen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Kreisen. Doch das ungleiche Paar hat doch eine Gemeinsamkeit: Sie sind nerdige Außenseiter, die von ihrem Umfeld oftmals nicht verstanden werden. Die beiden stellen ein sympathisches Duo dar, welchem man einfach gerne zusieht, wie sie durch New York stolpern, auf der Suche nach Hinweisen und einander. Doch auch einige Szenen, die überraschen, sind dabei. Die Mutproben, die die beiden immer wieder absolvieren müssen, bringen eine gelungen Abwechslung und lockern die festgekeilte Weihnachtsstimmung zwischendurch immer wieder auf.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone wp-image-8090 size-full" src="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/11/Dash-2.jpg" alt="" width="1024" height="576" srcset="https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/11/Dash-2.jpg 1024w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/11/Dash-2-300x169.jpg 300w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/11/Dash-2-768x432.jpg 768w, https://www.unipress.at/wp-content/uploads/2020/11/Dash-2-585x329.jpg 585w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<div class="bildunterschrift">Dash findet das rote Notizbuch in der berühmten Buchhandlung „The Strand&#8221;</div>
<h3>Festliche Stimmung auf Netflix</h3>
<p>Die Adaption besteht aus 8 Folgen mit einer Dauer von jeweils 20 Minuten. Die Serie gestaltet sich wie ein etwas längerer Film oder ein zauberhafter kleiner Adventskalender. Sie ist perfekt für die Vorweihnachtszeit und lädt zum Entspannen und Abschalten vor dem Fernseher ein – am besten mit einer Tasse heißer Schokolade und Weihnachtskeksen. „Dash und Lily“ ist natürlich voller Kitsch und Klischees, jedoch auf eine wohlige Art umgesetzt, bei der jedem warm ums Herz werden sollte. Wie von Netflix bereits bekannt, ist Diversität kein bloßes Lippenbekenntnis. Jeder, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Sexualität findet sich in dieser RomCom in der ein oder anderen Art wieder.  Die Charaktere sind vielfältig und sympathisch, und es macht nicht nur Spaß, bei Dashs und Lilys Schnitzeljagd mitzufiebern, sondern auch die jeweilige Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu verfolgen. Ihre Familie und Freunde, die den beiden immer wieder bei der Übergabe des Buches helfen, sorgen für den ein oder anderen Lacher, sprechen aber auch ernste Themen an. Sich selbst weiterzuentwickeln, Risiken einzugehen für das, was das Herz begehrt und über seinen Schatten zu springen sind zentrale Themen der Serie – in weihnachtlichem Ambiente verpackt.</p>
<h3>Lebkuchen statt Zuckerstange</h3>
<p>Als die schönste Zeit des Jahres wird Weihnachten immer wieder bezeichnet. Dash ist ein absoluter Weihnachtsverweigerer und seine Abwehrhaltung ist schon in den ersten paar Sekunden spürbar. Nach und nach springt er jedoch über seinen Schatten und findet langsam Gefallen an Weihnachten, auch wenn er es zunächst nicht wahrhaben will. Lily liebt diese Zeit über alles und will jeden um sich herum mit dieser Begeisterung anstecken. Schrittweise wird ihr aber immer mehr bewusst, dass es auch andere Dinge gibt, über die sie nachdenken muss – zuhause allein Weihnachtsplätzchen zu backen ist schön und gut, aber das Leben wartet nicht auf einen. Die Serie animiert nicht nur dazu, diese Zeit zu genießen, sondern vor allem auch, sich in dieser Welt einen Platz zu schaffen. Auch unser Weihnachten wird heuer wahrscheinlich nicht so sein wie die Jahre zuvor, aber wir können uns wenigstens mit Dash und Lilys Hommage an diese Zeit etwas Weihnachtszauber nach Hause holen. Die Serie ist dabei nicht ganz so widerlich süß wie eine Zuckerstange, sondern eher wie Lebkuchen: meistens süß mit nur ein bisschen Würze.</p>
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		<item>
		<title>Dürfen wir noch sterben?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Jakober]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Nov 2020 11:05:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In seinem jüngsten Werk, dem Theaterstück „Gott“, stellt Ferdinand von Schirach sich und uns die Frage nach der Selbstbestimmung über das Leben und den eigenen Tod.  Im vergangenen September fand&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up"><span data-contrast="auto">In seinem jüngsten Werk, dem Theaterstück „Gott“, stellt Ferdinand von Schirach sich und uns die Frage nach der Selbstbestimmung über das Leben und den eigenen Tod.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></div>
<p><span data-contrast="auto">Im vergangenen September fand die Uraufführung von „Gott“ in Deutschland statt. Nur wenig später wurde auch die hier rezensierte Buchform des Theaterstückes beim Verlag Luchterhand in München veröffentlicht.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"><br />
</span><span data-contrast="auto">Für manche mag es ungewohnt erscheinen, ein dramatisches Werk zu lesen, anstatt es auf der Bühne zu verfolgen. Dies bietet aber die Möglichkeit, trotz verschlossener Theatersäle und verwaister Schauspielbühnen, daran teilzuhaben.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<h3><span data-contrast="auto">Mensch und Gott im Kreuzverhör </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></h3>
<p><span data-contrast="auto">Die Szenerie von „Gott“ stellt die Sitzung einer Ethikkommission dar. Diskutiert wird über den Fall des Richard Gärtner, der nach dem Tod seiner Frau sich selbst von seinem Leben trennen will. Trotz seiner völligen geistigen wie körperlichen Gesundheit möchte er von seiner Ärztin die tödliche Dosis eines Medikaments erhalten, um sein Leben zu beenden. </span><br />
<span data-contrast="auto">Auch wenn die gesetzliche Lage die ärztliche Beihilfe zum Suizid (in Deutschland) klar erlaubt, will die Ethikkommission die dahinterliegende ethische Frage erörtern.</span><br />
<span data-contrast="auto"> Der frivole Rechtsanwalt Biegler des Herrn Gärtner tritt seinem Konterpart in Gestalt von Frau Dr. Keller entgegen. Gleich einem Kreuzverhör wollen diese beiden hören, was sich von den Vertretern aus Justiz, Medizin und Kirche vernehmen lässt. </span><br />
<span data-contrast="auto">Mit seinen unverblümten Fragen setzt Biegler besonders dem Bischof Thiel im Kreuzverhör gehörig zu. Auf ihn eindringend, dringt er immer weiter vor, bis schließlich, statt der des Herrn Gärtner, vielmehr die Gretchenfrage im Raume steht.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"><br />
</span><span data-contrast="auto">Zum Ende des ersten Aktes fordert die Vorsitzende den Ethikrat schlussendlich auf, zur Abstimmung zu schreiten und vermeintlich Klarheit in die Sache zu bringen.</span></p>
<h3><span data-contrast="auto">Publikumsjoker</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"><br />
</span></h3>
<p><span data-contrast="auto">Die Szenerie des gesamten Werkes bindet den Leser bzw. das Publikum von Beginn an mit ein. Die Vorsitzende der Ethikkommission wendet sich direkt an die Zuschauer als ob <em>sie</em> die Mitglieder des Ethikrates wären, die über die Sache zu entscheiden haben. Die Gegenüberstellung und die Abhandlung der Argumente passt nicht nur zur Szenerie des Werkes,</span><span data-contrast="none"> sie verschafft dem vielleicht noch unbefangenen Leser gleichsam Einblick in die Kontroverse. Man könnte meinen, dadurch bekäme das Stück einen beinahe schon didaktischen Charakter. Jedoch gelingt es, durch die provokative Art des Anwalts Biegel und die zum Teil emotional aufgeladenen Wortwechsel das dramatisches Wesen des Werkes zu erhalten.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Von Schirach wagt sich mit diesem Theaterstück an eine gesellschaftlich durchaus brisante wie aktuelle Frage. Der Autor maßt sich dabei jedoch nicht an, dem Leser eine endgültige Antwort darauf liefern zu wollen. Es gibt kein festgeschriebenes Ergebnis der Abstimmung des Ethikrates. Ähnlich wie in von Schirachs früherem Theaterstück „Terror“ wird auch hier das Publikum selbst eingebunden und am Ende des ersten Aktes zur Abstimmung aufgerufen. Bei „Gott“ handelt es sich also nicht um ein Werk zur bloßen Unterhaltung. Es ist viel mehr als das. Es will die Diskussion in der Gesellschaft fördern und die Menschen zum Nachdenken bewegen.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<h3><span data-contrast="auto">Theater ohne Bühne</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></h3>
<p><span data-contrast="auto">Wie kaum ein anderes Stück Theater, verlangt dieses Werk nach einer Bühne und einem Publikum. Seine volle Wirkung vermag es wohl in keiner anderen Form zu entfalten. Als ein kleiner Trost für die Leser des Buches bleiben die dort angehängten Essays verschiedener Experten, die eine weitere Reflexion des Themas fördern.</span><br />
<span data-contrast="auto"> Jenen, die nicht bis zur Wiederöffnung der Schauspielstätten warten wollen, bietet sich neben dem Lesen des Theaterstücks in Buchform noch eine weitere Möglichkeit.</span><br />
<span data-contrast="auto"> Am Montag, dem 23. November 2020 um 20:15 Uhr wird sowohl im Ersten als auch auf SRF1 die Verfilmung von „Gott“ ausgestrahlt. Wie im Stück vorgesehen, wird es auch hierbei eine Abstimmung geben, an der sich alle Zuseher beteiligen können. Die Ergebnisse derselben werden in jeweils daran anschließenden Sendungen präsentiert und diskutiert.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
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		<title>Vom Heranwachsen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anna Kirchgatterer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Aug 2020 09:21:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Helena Adlers zweites Werk „Die Infantin trägt den Scheitel links“ kommt frech, witzig und sprachgewandt daher. Sorgfältig zerpflückt sie das oft so idyllisch dargestellte Dorf- und Bauernhofleben. Eine Empfehlung. Auf&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="subtitle_up">Helena Adlers zweites Werk „Die Infantin trägt den Scheitel links“ kommt frech, witzig und sprachgewandt daher. Sorgfältig zerpflückt sie das oft so idyllisch dargestellte Dorf- und Bauernhofleben. Eine Empfehlung.</div>
<p><span id="more-6061"></span></p>
<div class="subtitle_up">
<p>Auf einem Hof in den Bergen und im nächsten Dorf spielt sich das Leben ab: Zwischen Klavierunterricht, dem Stammlokal des Vaters und Streit mit dem Jäger, wenn das Familienoberhaupt wieder beim Wildern erwischt wird. Die Jüngste der Familie, der „kleine Blattfloh“, ist immer mit dabei. In 21 Kapiteln verfolgt man das Erwachsenwerden von Helena Adlers Protagonistin. Diese lose aneinandergereihten Episoden sind mal komisch, ironisch, witzig, vulgär, grotesk und selten ernst. Die sprachlich gewandt gezeichneten Bilder zeigen sich teilweise erst beim zweiten Lesen vollständig, so schnell wechseln sie. Scheinbar mühelos reiht Adler die Vergleiche aneinander.</p>
<p>Und dies sehr gelungen. Den roten Faden verliert man da schon einmal und sucht ihn dann einige Seiten lang vergeblich. Diesen anzubieten war aber auch sicherlich nicht die Absicht der Autorin. Frech führt sie Leserinnen und Leser durch ihr gedankliches Werk und vielleicht auch durch einen Teil ihrer Kindheit. Wortgewandt werden die grausam-gemeinen Schwestern, die ambivalente Beziehung zur Mutter und das „wilde Vatertier“, das nur lieb zu seinen Kindern ist, beschrieben. Dabei fließt auch der Zeitgeist ein: Im Radio läuft Falcos <em>Jeanny</em> und im Adeg kauft sich die Protagonistin Beverly-Hills-Pickerl. Daraufhin baut sie Luftschlösser, sieht sich mit Brandon Walsh durch das Dorf spazieren. Der Bürgermeister füllt den Dorfbrunnen dann mit Sekt und Nutten und Arnold Schwarzenegger schneit herein. Kleine Mädchen wollen aussehen wie sie: Färben sich die Haare schwarz und malen das Gesicht weiß. Wäre die Situation nicht so absurd, müsste man an Schneewittchen denken.</p>
<p>Trotz oder gerade wegen der grotesken Bilder bleibt die Stimmung oft düster. Die Heranwachsende muss sich durchsetzen gegenüber den Schulkameradinnen, die nicht verstehen, warum sie sich mit einem jugoslawischen Flüchtlingskind anfreundet. Gleichzeitig kämpft sie mit der Mutter, die den Wunsch aufs Gymnasium zu gehen, nicht nachvollziehen kann. Dass die Urgroßeltern von Magd und Knecht zu Bauer und Bäuerin aufgestiegen sind, scheint der Familie schon genug zu sein, irgendwann überreize man den gesellschaftlichen Aufstieg schließlich. Die Schwestern sind dabei auch keine Unterstützung, die Kindheit durchzieht ein ständig währender Kleinkrieg. In diesem wird schon einmal auch zu radikaleren Methoden gegriffen:</p>
<blockquote><p>Sie sitzen in ihren blutverschmierten Nachthemden auf dem Doppelbett wie Satans älteste Töchter. Der Kuhkopf neben ihnen lässt erschöpft die Zunge aus dem Maul hängen. Was für ein Bild!</p></blockquote>
<p>Helena Adler zeigt in ihrem Buch alle möglichen Facetten des Dorf- und Bauernhoflebens. Vom Bettnässen über die Hassliebe mit dem Klavierlehrer bis hin zu ersten unfreiwilligen sexuellen Erfahrungen. Auch die Religion nimmt einen Platz in diesem Leben ein, gekonnt werden verschiedene Verweise platziert. Nicht nur einmal muss man als Leserin und Leser ob der absonderlichen und doch passenden Vergleiche schmunzeln. Das Werk weist einige erzählerische Schwächen auf, manche Zusammenhänge erschließen sich nicht genau, sind eher lose verbundene Episoden. Für die erste Hälfte – die kindlichen Erzählungen – ist dies nachvollziehbar, das Ende kommt dann aber doch jäh. Letztendlich überzeugt Adler mit Witz und Extravaganz – ein Kuriositätenkabinett in Buchform.</p>
</div>
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