Green Office: bewusst machen und verändern

von Nadine Schmidhammer
Lesezeit: 5 min
Als eine der neueren Institutionen der Universität Innsbruck setzt sich das Green Office für mehr Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit ein. Es steckt zwar noch in den Kinderschuhen, hält aber viele Ideen und Aktionen bereit.

Das Green Office ist Teil einer größeren, europaweiten Bewegung und somit kein Unikum. Vor einigen Jahren entstand es als eine Bewegung in den Niederlanden. Eine Gruppe von Student:innen hatte und hat den Wunsch, an Universitäten Veränderungen herbeizuführen. Veränderungen in Bezug auf eine umweltbewusstere Organisation der Bildungseinrichtungen. Für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren, ist den Green-Office-lern das wichtigeste Anliegen. Durch die Einfälle einer Gruppe von Studierenden wurden in mehreren Ländern die Umwelt-Büros eingerichtet.

In Innsbruck wurde das Büro letztes Jahr im Mai eingerichtet. Im Rahmen eines Seminares hatten einige Student:innen die Aufgabe, Projekte zum Themenfeld auszuarbeiten. Diese Modelle haben sie dann ausgeweitet, im größeren Stil. Zurzeit befindet sich das Innsbrucker Green Office noch in der Anlaufphase und es wird sehr viel an der Etablierung gearbeitet, in der Hoffnung, dass sie im kommenden Herbst umfangreichere Pläne umsetzen können. Dieses Ziel wurde bereits im vergangenen Jahr bei der Gründung zusammen mit neun weiteren festgelegt. Zuerst einmal muss man sich einen Namen machen und auf sich aufmerksam machen, bevor es dann ans Eingemachte geht. In den ersten Wochen und Monaten haben die Mitglieder Vorlesungen besucht, sind von Büro zu Büro gelaufen und haben die Initiative beworben. Im heurigen Jahr konnte man dann schrittweise mit den ersten Projekten starten.

Unter einem guten Stern

Aufbauend auf den drei Säulen der Nachhaltigkeit – der sozialen, ökologischen und ökonomischen – begann das Team Workshops, Veranstaltungen, Thementage und Ähnliches zu organisieren.

Begonnen wurde in Innsbruck mit ökologischer Nachhaltigkeit. Zu den bisher größten Projekten des Green Office zählt sicherlich der Ernährungsmonat März dieses Jahres. Dort gab es besonders viele und breitgefächerte Angebote, um sich dem Thema zu nähern. „Der nachhaltige Einkauf“, der vor dem Geiwi-Turm stattfand, gehört hier dazu, um nur ein Beispiel zu nennen. Neben diesen größeren Aktionen gibt es auch viele kleinere. Die Nachhaltigkeitstage wären hier zu nennen. Zu ihnen, die ein Vorschlag von Studierenden waren, gehören Kleider- oder Pflanzentauschaktionen, Koch-Workshops oder eine Weinprobe mit Fokus auf Regionalität; all dies wurde vom Green Office mitumgesetzt.

Laufend kündigt das Green Office neue Projekte und Veranstaltungen an, die über alle Social-Media-Kanäle, auf denen das Büro vertreten ist, kommuniziert werden. Hierzu zählt vor allem Instagram und die offizielle Website. Dort werden neben umfangreicheren Events auch Filmabende und Diskussionsrunden rechtzeitig mitgeteilt. Im Juni stehen voraussichtlich drei Aktionen bezüglich sozialer Nachhaltigkeit an, Genaueres konnte Greta Lochmann, die für die Öffentlichkeitsarbeit beim Green Office zuständig ist, noch nicht sagen.

Sicher ist nur, dass es das Team bisher schon einiges richtig gemacht hat. Dies zeigt auch die Tatsache, dass das Innsbrucker Green Office den heurigen „Sustainability Award“, der in Wien vergeben wurde, gewonnen hat.

Bitte nicht übersehen

Wie bereits erwähnt, organisiert das umweltfreundliche Universitätsbüro nicht nur Großes, sondern auch viele kleinere Aktionen. Noch kleiner als die vom Green Office unterstützten Nachhaltigkeitstage sind Projekte, die von den Greenies, den freiwilligen, unbezahlten Mitgliedern der Institution, in die Wege geleitet werden. Zurzeit gibt es vier Gruppen, die die Green Office-Ideen in ihrer Freizeit mittels kleinerer Veranstaltungen an den Mann und die Frau bringen. Mit Tauschboxen, beispielsweise, bei denen alte Habseligkeiten abgegeben werden können und vielleicht ein neues Zuhause finden, greifen die Greenies den Angestellten des Umweltbüros unter die Arme und helfen, Innsbruck grüner zu machen.

Aktuell besteht das Team des Green Office aus fünf fest Angstellten, welche natürlich für ihre Arbeit entlohnt werden, und einigen weiteren Mitarbeiter:innen, die nicht an einen Vertrag und Arbeitsstunden gebunden sind. Sie, die Greenies, treten mit ihren Vorstellungen und Plänen an die verantwortlichen Mitarbeiter des Green Office heran, welche dann bei der Umsetzung mithelfen und erheblich zur Realisierung beitragen. Zum Teil arbeiten die Greenies aber auch ganz selbstständig an Projekten, Hauptsache, die Message findet Anklang und steigert das Bewusstsein der Innsbrucker:innen für eine nachhaltigeren Lebensstil. Insgesamt kann man von 28 Leuten sprechen, die aktiv am Green Office mitarbeiten und ihre Zeit und Tatkraft investieren.

Wenn man sich also engagieren will, ist man beim Green Office als Volunteer genau richtig. Die Möglichkeit, sich der Institution anzuschließen, besteht für die Greenies zu jedem Zeitpunkt des Jahres. Je mehr, desto besser. Je mehr, desto umweltfreundlicher wird die Universität Innsbruck.

Greta Lochmann wurde durch eine Rundmail auf das Green Office aufmerksam. Anschließend hat sie sich für eine Fixanstellung beworben und wurde Teil des Teams. Hier erhält sie einen guten Eindruck davon, wie eine so gewaltige Institution wie die Universität Innsbruck überhaupt funktioniert, und es ist für sie sehr aufregend, Teil einer so neuen Initiative zu sein. Möglicherweise erfolgen diesen Herbst wieder Neuerungen und weitere Festanstellungen werden, neben der bestehenden Option, freiwillig mitzuhelfen, auch noch angeboten. Es lohnt sich also doch, hin und wieder die Emails zu checken.

Ein gutes Gefühl

Das Green Office zu unterstützen, bedeutet, in einen für unsere Gesellschaft immer wichtiger werdenden Bereich einzutauchen. Während man Innovation vorantreibt, kann man sich auch sehr viel mit anderen austauschen, die sich ebenso motiviert und engagiert für dieselbe Sache einsetzen. Sehr erfreut ist das Team über das viele Feedback, das bei der Organisation und Umsetzung von Vorschlägen hilft.

Foto: Greta Lochmann

Greta beschreibt die Arbeitsatmosphäre als sehr bereichernd, da sie das Gefühl hat, alle setzen sich für dieselben Werte ein und dass jeder, mit gutem Willen, etwas weiterbringen kann. Auch als Freiwillige:r spürt man, dass jede:r Einzelne sehr wohl einen Unterschied macht. Ziel des Green Office ist es zunächst einmal, an der Universität Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu schaffen, und in einem zweiten Schritt werden natürlich auch strukturelle Veränderungen angestrebt. Durch Umfragen, zum Beispiel, kann der Mensa rückgemeldet werden, dass es mehr vegetarische oder vegane Angebote braucht und so weiter.

Erste Schritte für eine umweltfreundlichere Lernstätte werden gemacht. Innovative Ideen sind jedoch weiterhin willkommen und jeder kann das Green Office als Anlaufstelle für dieses Themenfeld betrachten.

Schreibe einen Kommentar

* Durch die Verwendung dieses Formulars stimmst du der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website zu.

Artikel aus der selben Rubrik